Rosenkohl griechischer Art mit Kartoffel-Karotten-Püree

Letztens stieß ich in meiner Blogliste auf das vom “Wo geht’s zum Gemüseregal?” ausgerufene Event “Herbst – vegetarisch” und nahm die Aussicht auf ein kulinarisches Herbstpäckchen als Ansporn, endlich meinen seit Äonen im Gefrierschrank vor sich hin siechenden Rosenkohl zu verwursten. Nein, das war gelogen, der Rosenkohl ist ca. einen Monat alt, aber auch wenn ich hier im Blog noch irgendwo ein oder mehrere entsprechende Rezepte rumfliegen habe, so fehlte mir in der Vergangenheit ein bisschen die Lust, mir etwas zu überlegen, zumal die Person, die in der letzten Zeit am häufigsten mein Essensgast war, dem Verzehr von Rosenkohl so gar nichts abgewinnen kann.
Wegen neulich hergestellter Focaccia (Rezept folgt bestimmt) musste ich mir ein mittlerweile verendetes Basilikumbäumchen anschaffen. Ich persönlich finde es ja furchtbar, dass diese Supermarktkräutertöpfchen für gewöhnlich kein langes Leben fristen. Eine vor langer Zeit durchgeführte Suchmaschinenrecherche brachte dann auch an’s Licht, dass diese unverhältnismäßig kurze Lebensdauer nicht meiner botanischen Unfähigkeit anzulasten, sondern im Sinne der Erzeuger ist. So stand ich da, wusste, dass jedes verwelkte Blättchen nie mehr zurückkommen wird und beschloss, das noch lebendige Grün in Öl einzulegen und wenigstens noch ein paar Wochen später darauf zurückgreifen zu können. So begab es sich, dass ich dastand mit einem Beutel Rosenkohl und einigen Blättern Basilikum. Bei der Suche nach einer Möglichkeit, irgendwelche Synergieeffekte aus einer Vereinigung beider Komponenten zu ziehen, stieß ich auf diesen Thread im Chefkoch-Forum.
Um es abzukürzen: Rosenkohl griechischer Art. Keine Ahnung, inwieweit sich das an real existierenden Gerichten orientiert oder ob sich dahinter ein subtiler fremdenfeindlicher Spott verbirgt, das Rezept machte auf jeden Fall einen netten Eindruck (gepflegtes Aussehen, nonchalantes Auftreten). Ich entschied mich, als Beilage ein Karotten-Kartoffel-Püree zuzubereiten, Möhren haben ja auch was herbstliches, oder? Das o.g. Rezept passte ich auch noch ein bisschen an, da ich lieber eine sämige Sauce wollte und nicht so ein suppiges Aufflaufform-Zeugs.

Zutaten für 4+ Portionen
Rosenkohl und Sauce
- 600g Rosenkohl (Gewicht nach dem Putzen; 800-1000g ungeputzt)
- 600g Zwiebeln
- 600ml Gemüsebrühe
- 2 EL Olivenöl
- 2 EL Zitronensaft
- 1 Chilischote (getrocknet)
- 1 Knolle chinesischer Knoblauch
- Salz, Pfeffer
Püree
- 400g Karotten
- 600g Kartoffeln
- 100ml Sojamilch
- 1 EL Alsan
- Salz, Pfeffer
- Muskatnuss
- 1 EL Alsan
- 2 EL Mehl
- Agavendicksaft

Zubereitung
Zuerst den Rosenkohl putzen, also den Strunk abschneiden, die unansehnlichen Blätter entfernen, von unten kreuzweise einschneiden und 5 Minuten im Wasser kochen.
Ofen auf 200°C vorheizen.
Die Zwiebeln abziehen und vierteln. Rosenkohl und Zwiebeln in eine Auflaufform geben. Die Gemüsebrühe in einen Becher geben, den Knoblauch hineinpressen, das Olivenöl und den Zitronensaft dazugeben, die Chilischote hineinbröseln. Mit Salz und Pfeffer würzen. Alles in die Aufflaufform gießen. Für 50-60 Minuten in den Ofen geben.
Die Kartoffeln und Möhren schälen und in kleinere Stücke schneiden, um die Kochzeit zu verringern. Damit die Kartoffeln nicht unansehnlich werden, ggf. in einer Schüssel mit Wasser zwischenlagern. Am besten erst so 15 Minuten vor Ende der Garzeit des Rosenkohls damit beginnen, das Püree zuzubereiten. Also: Möhren und Kartoffeln im Wasser kochen, bis sie weich sind, so 20 Minuten dauert das etwa.
Zwischenzeitlich kontrollieren, ob der Rosenkohl und die Zwiebeln schön weich sind. Ist dies der Fall, dann die Auflaufform aus dem Ofen holen, die Flüssigkeit in ein Gefäß gießen und das Gemüse bei 100°C mit Alufolie abgedeckt zurück in den Ofen geben, um es warmzuhalten.
In einem kleineren Töpfchen 1 EL Alsan schmelzen und 2 EL Mehl dazugeben und miteinander verrühren und kurz anschwitzen. Mit der Flüssigkeit, die eben aus der Auflaufform abgegossen wurde, ablöschen. Etwas Agavendicksaft dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Aufkochen lassen und die Hitze reduzieren.
Wenn die Kartoffeln und Möhren weich sind, das Wasser abgießen und selbige in eine größere Schüssel geben. Mit dem Kartoffelstampfer zu Brei verarbeiten. Sojamilch und Alsan hinzugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Zum Anrichten jeweils etwas Püree, einen Teil des Gemüses aus dem Ofen und natürlich die Sauce auf einen Teller werfen, schmecken lassen!


Posted on 6. Oktober 2011, in Hauptspeisen. Bookmark the permalink. 3 Kommentare.
gepflegtes Aussehen, nonchalantes Auftreten – wenn das mal jemand über mich sagen würde, hach.
übrigens: ich ziehe ja immer mal wieder basilikum heran. derzeit stehen fünf kleine pflanzen im fensterbrett, die sich sicher auch auf deinen tellern gut machen würden.
wahrscheinlich haben die leute, mit denen du sonst so abhängst, einfach nicht den wortschatz dafür!
uh, und danke für das angebot, ich werde darauf zurückkommen!
Tolle Kombi, liest sich sehr lecker! Auch hübsch angerichtet – gefällt!