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Seitan-Gyros
Gyros! Dazu gibt’s nicht viel zu sagen. Eines der wenigen griechischen Gerichte, die ich kenne und mir gleichsam schmeckten. Wenn ich mich selber an einem veganen Pendant versuchte, nahm ich meistens der Einfachheit halber Sojaschnetzel. Wenn ich dann aber mal in irgendeiner Dönerbude zu Gast war, fand ich, dass diese dünn vom Dönerspieß abgeschabten Streifchen einfach auf eine andere Art lecker aussahen. Da ich nun hier wieder etwas mehr Zeit und auch den nötigen Platz hatte, dachte ich mir, mach ich das diesmal auch ‘richtig’. Noch besser wäre es lediglich gelungen, wenn ich einen Mini-Dönerspieß zur Verfügung gehabt hätte, also so richtig mit Hitze von der Seite und Rotation usw. Ich schwöre, sobald ich reich bin und ‘ne eigene Bude habe, kommt mir sowas auch in’s Haus, einfach so, weil ich’s kann.
Achja, ich habe, da vom Naan noch Joghurt übrig war, daraus noch versucht, einen Tsatsiki zu zaubern. Das Produkt war Alpro Natur. Nachdem ich irgendwann letztes Jahr in diversen Blogs von einer Rezepturänderung las, ahnte ich schon das schlimmste, aber ich habe hierzulande noch keinen Sojajoghurt einer anderen Firma gesehen. Naja. Die Befürchtungen sind schon so eingetreten, wenn ich vielleicht nicht ganz so krass: unglaublich vanillig und süß, das Ganze. Keine Ahnung, mit wieviel anderen Gewürzen mensch das zuballern müsste, um geschmacklich auf das Niveau eines echten Tsatsikis zu kommen, ich hatte auch keine Lust darauf, dass meine Geschmacksrezeptoren den Generalstreik antreten. Es war und ist essbar, aber das letzte, was in Tstatsiki gehört, ist Vanille. Naja.
Zutaten für 4-5 Portionen
- 300g Gluten
- 2 EL Gyros Gewürzmischung
- 1 EL gekörnte Brühe
- 350ml Wasser
- 50ml Olivenöl
- 1-2 EL Zuckerkuleur
- 1 EL getrocknete Zwiebeln
- Salz, Pfeffer
- 3 Zwiebeln
Zubereitung (90 Minuten Zubereitungszeit (davon 45 Dampfgaren))
Ganz simpel: die trockenen Zutaten grob vermischen, das Gleiche mit den nassen Sachen veranstalten und alles zusammenkippen, durchrühren, verkneten, bis eine nicht mehr klebrige Masse entsteht. In einem Topf mit einem Dämpfeinsatz ein paar Handbreit Wasser erhitzen. Die Glutenmasse zu einer dicken Wurst (wie so ein Dönerteil!) formen, in einem größeren Stück Aluflolie wie ein Bonbon verschnüren und über dem gerade erhitzten Wasser für 60 Minuten mit Deckel dämpfen. Abkühlen lassen, auspacken.

Am Besten nun die Wurst hochkant auf ein Schneidebrett stellen und mit einem scharfen (!) Messer dünne Streifen von allen Seiten herunterhobeln.

Das ist jetzt auch das aufwändigste des ganzen Gerichts und dauert vielleicht ein paar Minuten.

Die Zwiebeln abziehen und in Ringe schneiden. Nun in einer Pfanne Olivenöl erhitzen, die Zwiebeln und die Gyrosstreifen hineingeben und rundherum anbraten. Noch mit etwas Salz und Pfeffer und ggf. Gyrosgewürz abschmecken. Saulecker und schöne Konsistenz. Am besten natürlich mit Fladenbrot und Tstatsiki servieren.


Zwiebelvurst

Brotbelag, der: absolut notwendig für all jene, denen handelsüblicher Aufstrich beim Hineinbeißen zu wenig Bisswiderstand entgegenbringt. Ich habe schon ungefähr tausend Mal diese kleinen Gläschen und Aludöschen heimgeschleppt, um dann beim ersten Probieren festzustellen, dass sie mich zwar geschmacklich bisweilen wirklich erfreuen können, ich es aber öde finde, wenn da nur diese viskose Masse und nix mit Knack und Biss zwischen meinen beiden Brötchenhälften liegt. Bei der letzten Vegan Wonderland Bestellung lag daher auch eine Onion-Cold-Cut-Roll (ne dicke Wurst mit Zwiebelgeschmack) im Paket, und ich fand die eeeecht großartig. Preislich auch soweit ok. Aber erstens _muss_ ich einfach irgendwie mal alles selber machen (und das wird dann meist auch teurer, als wenn ich’s gleich ‘fertig’ kaufen würde), und zweitens kann ich mir auch nicht ständig so ‘ne Bestellung leisten. Und da die Alternativen der letzten Wochen (diverse Salate im Glas, bspw.) nun zur Neige gingen, mal wieder ein Versuch. Ganz zufrieden bin ich noch nicht damit, aber es geht in die richtige Richtung, es schmeckt ein bisschen schinkig, beim nächsten Mal werde ich die Zwiebelmenge verdoppeln, bzw. vielleicht mit so Zwiebelsaft arbeiten. Gleich im Anschluss versuche ich mich erneut an veganem Käseersatz, mal gucken, was dabei rauskommt. Naja, zuerst mal jetzt die Vurst:

Zutaten für 800g Vurst
- 6 kleinere Zwiebeln
- auf 400ml mit Wasser auffüllen (+ evtl. 1-2 EL Wasser)
- 3 EL flüssiger Rauch
- 1 EL Agavendicksaft
- 1 gehäufter EL Senf
- 1 EL Bohnenkraut
- 2 EL Zitronensaft
- 1 EL Salz
- Pfeffer
- 400g Gluten

Zubereitung
Zwiebeln schälen und vierteln, in einen Messbecher geben und mit Wasser auf 400ml aufgießen. Mit dem Pürierstab zermusen. Die flüssigen und halbflüssigen Zutaten dazugeben. In einer Schüssel das Glutenmehl mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut würzen (ruhig ordentlich dran kippen, denn es werden ja schließlich auch 800g Vurst!). Gut vermischen und die Zwiebelflüssigkeit einrühren und alles miteinander verkneten. Falls es auch nach längerem Kneten noch zu trocken sein sollte (so dass noch Gluten in der Schüssel bleibt), noch 1-2 EL Wasser dazugeben und weiter verkneten. Zu einer Wurst formen, in Alupapier einrollen, die Enden wie bei einem Bonbon verdrehen. In einem relativ weiten Topf (weit genug, dass die Vurst reinpasst) Wasser zum Kochen bringen und die Wurst auf einem Dämpf-Einsatz für 45-60 Minuten mit Deckel garen.

Kichererbsen-”Spareribs”
Hartz – you can’t come soon enough for meeee. (Tegan and Sara). Kurz- bis mittelfristige Stressfreiheit hat so ihre Vorteile. Wie unten bereits ausgeführt, die christlichen Feiertage sowie runde Geburtstage der Matriarchin sind immer wieder Anlass genug, dass sich alle, die den Genpool mit mir teilen, aus allen Teilen der Zone ehemaligen SBZ zusammenfinden, um auf Omas Kosten Kräuterlikör in Abfüllstationsdimensionen zu konsumieren und jede Menge Tiere auf den Grill zu hauen oder anderweitig deren Ableben zu zelebrieren. Vergangenen Donnerstag bspw. roch die ganze Bude nach Sülze (nicht nur eines der leckersten Gerichte der hiesigen Kultur, nein, auch der kongenial schöne Begriff weist bereits auf sprachlicher Ebene darauf hin, dass man es hier mit wahren Kulturmenschen, gustatorischen wie linguistischen Connaiseuren, zu tun hat) und um des Familienfriedens Willen entschied ich mich dagegen, das Epizentrum des Pansengestanks mit meinem Erbrochenen aromatisch zu vervollkommnen. Sollte sich der Traum meines Freundes S. von einer veganen Fleischerei umsetzen lassen, werde ich persönlich auf den Vertrieb fleischfreier Sülze insistieren.
Wie auch immer, in den elterlichen Gefilden zu sein hat nebenbei den großen Vorteil, dass eine große Tiefkühltruhe vorhanden ist, in der ich das von mir Zubereitete für spätere Aufenthalte parken kann. Also gleich mal ein Kilo Brokkoli-Polenta (Veganomicon) gekocht, dazu sollte es dann etwas schnitzelartiges geben. Da, wie schon erwähnt, am Wochenende auch noch gegrillt werden soll und ich so die Gelegenheit haben werde, mein Erzeugnis zweitzuverwerten, fiel meine Wahl im ersten Moment auf eine Art Seitan-“Spareribs”, die deutsche Übersetzung ist wohl Rippchen, nehme ich an. Das Rezept (k.A. ob ich das hier schonmal vorstellte, die sind jedenfalls Bombe, ggf. kommt das dann ein anderes Mal) wurde bereits ausprobiert und ist festivalerprobt. Im zweiten Moment dachte ich an die urleckeren “Chickpea-Cutlets” aus dem (ebenfalls) Veganomicon, und im Dritten dann schließlich an eine Synthetisierung beider. Heureka, dachte ich, stieg aus der Wanne, und ein neues Rezept ward geboren, als ich nackt und klatschnass am Herd stand.
Zutaten für 12 Stück, ca.
- eine große Dose Kichererbsen
- 1 ½ Tassen Paniermehl (mit Tasse meine ich große Kaffeebecher mit so 200-220ml Volumen)
- 1 ½ Tassen Gluten
- 2 Knoblauchzehen
- 150ml Barbecue-Sauce (mutmaßlich vegane bekommt mensch für ‘nen schmalen Kurs bei jedem Discounter), verrührt mit 100ml Wasser, 2 EL Sojasauce und 2 EL Olivenöl
- Pfeffer, Salz, Paprikapulver, Thymian
- ein Spritzer Zitronensaft
- wem’s gefällt: ein bisschen Senf
— - zum Bepinseln:
- 2-3 TL Tahin
- 2-3 EL Alsan
Zubereitung
Am Besten ein möglichst hohes Mixgefäß zur Hand nehmen, wo die Kichererbsen rein passen und auch noch etwas Luft nach oben ist. Hier dann, ihr ahnt es bereits, die Kichererbsen reingeben, plus etwas von dem bei den Zutaten erwähnten Flüssigkeitspamps, und munter drauflospürieren. Wer es einfach mag (mir fällt das erst jetzt ein) kann auch gleich den Knoblauchdazugießen, und alles schön zermußen. In eine Schüssel geben. Nun die restlichen “Sparerib”-Zutaten, außer Gluten und Paniermehl, dazugeben und munter drauflosrühren, ggf. Abschmecken. Nun zuerst das Panier-, danach das Glutenmehl einrühren und verkneten. Es darf nur noch ein kleines bisschen kleben, darf auf keinen Fall trocken sein, aber auch keine halbflüssige Pampe. Ggf. also noch etwas Wasser bzw. Gluten dazugeben.
Nun den Herd schonmal vorheizen auf 175 Grad Celsius, ein Backblech mit Backpapier auslegen, und aus dem Schnitzelkloß kleine feine “Spareribs” formen und auf das Blech legen. Wenn man nicht einen Herd von den Maßen eines Bungalows besitzt, wird man nicht drum herum kommen, im 2-Schichtbetrieb zu arbeiten. In der Mikrowelle (oder im … ?) Alsan und Tahin in einer Tasse erwärmen, sodass sich beides miteinander mühelos verrühren lässt, und das Produkt auf die Rippchen verteilen (sparsam arbeiten, da beide Seiten behandelt werden müssen), und letztere für 8-10 Minuten in den Herd packen, rausholen, wenden, Oberseite mit Tahin-Alsan-Masse bestreichen, wieder in den Ofen tun, rausholen, auf einen Teller packen, weitere ‘Spareribs’ formen, und blablabla. Wer noch eine Sauce auf Halde hat, kann die dazu servieren, bei mir gab’s Ketchup, was zusammen mit der Polenta zwar keine klassische Kombination darstellte, aber früher hatten die Leute nicht mal Ketchup, sondern mussten Steine zerreiben und das als Sauce essen, also nicht meckern, sondern essen, prost.

Seitan-Tofu-Schnitzel, das beste Schnitzel der jüngeren Vergangenheit (ich schwör!)
So, hier das Schnitzelrezept, wie versprochen. Gesagt sei im Vorhinein jedoch, dass es schon nicht ganz wenig Aufwand ist, verglichen mit handelsüblichen Seitangeschichten, aber die Konsistenz ist echt bombe! Nicht gummiartig, sondern hübsch fest, ausserdem durch die Anwesenheit von Tofu sicherlich noch ‘nen Tacken gesünder, von wegen irgendwelcher Mineralien und Vitaminen blabla. Aber anschlieszend in einer Marinade eingelegt halten sie sich ja auch ein paar Tage, einfrieren funktioniert bestimmt ebenfalls ganz gut, kann es allerdings nicht hundertprozenig sagen. Einfach mal los:
Zutaten für 8 (relativ grosze) Schnitzel:
- 400g Tofu
- 150ml Sojamilch
- 3EL Hefeflocken
- 3EL sojasauce
- 2EL Maggi (bzw. halt so Würzsauce aus der Flasche)
- 2EL Tomatenmark
- 2 EL gefriergetrocknete Zwiebel (wenn frische Zwiebel verwendet wird: am besten zusammen mit dem Tofu pürieren!)
- 1,5 EL gekörnte Brühe
- Pfeffer
- 250g Gluten
- 1l Gemüse-Brühe (möglichst heisz!)
Zubereitung:
Wir schnappen uns eine ordentlich grosze Schüssel und bröseln den Tofu hinein, geben die Sojamilch hinzu und pürieren das ganze zu einer möglichst homogenen Masse, sprich: keine Klümpchen. Allerdings gelang mir das auch nur mehr schlecht als recht, das ist dann aber auch nicht so wild. Nun Hefeflocken, Sojasauce, Maggi, Tomatenmark, Zwiebel, Brühpulver und Pfeffer dazu, alles sorgfältig miteinander vermischen. Wir können jetzt schonmal den Herd anschalten, auf 200 Grad Celsius bitte. Nun geben wir nach und nach das Gluten zu unserer Tofupampe, und immer schön miteinander vermischen. Am Ende sollten wir einen nicht mehr klebrigen, aber auch nicht gummiartigen Teigklumpen haben, ggf. noch ein bisschen kneten. Nun zerteilen wir den Klosz in 8 Teile, walzen jedes Teil platt (auf Schnitzelstärke, also vielleicht ‘n Zentimeter oder so…), und legen die fertigen Exemplare nebeneinander in Aufflaufformen. Da zumindest meine nur eine begrenzte Kapazität hatten, ging ich folgendermaszen vor: eine Lage Schnitzel, Brühe dazu, sodass sie bedeckt sind, und eine zweite Lage Schnitzel obendrüber, nochmal Brühe dazu, sodass die Schnitzel nicht verdursten. So oder so ähnlich bitte nachmachen. Hintergrundidee ist, dass, wenn man die Teile im Topf gart, die Gefahr recht grosz ist, dass sie kaputt gehen, denn sie sind – zumindest jetzt noch – sehr anfällig. Falls mensch nicht alle Schnitzel auf einmal unterbekommt -nicht schlimm, den restlichen Teig in Folie wickeln oder so und damit genauso fortfahren, wenn der Rest gar ist. Je nachdem, wie heisz die Brühe ist, wenn wir sie in die Aufflaufform kippen, unterscheidet sich die Dauer des Ofenaufenthalts: also nachdem die Flüssigkeit anfing, schwach zu köcheln, gab ich den Schnitzeln 45-60 Minuten, bei kalter Brühe kann mensch also vielleicht noch ‘ne halbe Stunde draufrechnen. Anschließend Schnitzel und Flüssigkeit abkühlen lassen. Ich hasse Wortwiederholungen ja gar sehr, aber ich scheine hierbei kaum ohne auszukommen… Die Schnitzel im Anschluss vooorsichtig herausnehmen, irgendwo kurz ablegen. Die Brühe abgieszen und ggf weiterverwenden. Die Auflaufformen kurz abspülen, dünn mit Öl ausstreichen, Schnitzel wieder rein (diesmal nur eine Lage!) und noch einmal für 40 Minuten in den Ofen, bei 175 Grad und nach 20 Minuten einmal wenden, bzw wenn die Schnitzel auch nach 40 Minuten noch keine vollständig trockene Oberfläche aufweisen, nochmal wenden und noch ein paar Minuten im Herd belassen.
Fertig!
Entweder gleich verzehren oder später dann nochmal in der Pfanne anbraten, ich glaube, bei letzterem ist die Konsistenz noch eine Idee besser.
Bild im vorherigen Beitrag, ich werde allerdings vielleicht eines nachreichen (vermutlich also nicht).
Filet Wellington-artiger Festtagsspasz
Soho. Neues Jahr, neue Action. Ich wünschte, die Lethargie würde mich aus ihren schmutzigen Fängen lassen, aber ich hab einfach auch eine Menge andern Stuff umme Ohren. Wenn ich daher in den letzten Wochen gekocht hab, waren es meistens bereits hier vorgestellte Rezepte bzw. Varianten davon. Allerdings war ja neulich Weihnachten, wie ich hörte, und wenn ich schon ein paar Tage bei Muddi rumhänge, kann ich wenigstens auch die Küche ordentlich einsauen. Zumal man ja, wenn sich der carnivorische Rest allerlei festlich dekoriertes Getier zwischen die Kauleisten schaufelt, auch nicht hinten an stehen, sondern gleichfalls sowohl lecker aussehendes, als auch vorzüglich schmeckendes auf dem Teller liegen haben möchte. Zuerst wollte ich daher – wie im übrigen bereits im Jahr zuvor – einen Tofuvogel bauen (nachzulesen unter veganwelt.de, Veganer Truthahn oder so nennt sich das dort) – da ich allerdings bereits ein paar Tage zuvor zwecks Übung soetwas machte, dachte ich mir, wäre das Anlass genug, mir etwas neues, für Festivitäten Adäquates zu überlegen. Blätterteig fetzt, und nach kurzer Recherche stand es fest: Filet Wellington. Naja, zumindest so etwas ähnliches. Ohne Leberwurstersatz (bzw pâte de foie gras, also Stopfleberpastete), weil ich auch etwas faul war und mir auch nicht so wirklich vorstellen konnte, dass das passt, geschmacklich. Sah jedenfalls super aus und schmeckte auch entsprechend. Dazu passend wäre eine Bratensauce, deren Rezept noch folgt (ja, vielleicht ja sogar direkt im Anschluss!), sowie Semmelknödel und Rotkraut. Ist ja schliesslich Weihnachten. Gut, go on. Achja, also den Seitanbraten sowie die Pilzfarce kann mensch bereits am Tag vorher zubereiten (und im Kühlschrank lagern), denn bei Festlichkeiten springen ja gerne mal mehrere Menschen in der Küche rum, und so erspart mensch sich Stress und Schläge von Muddi (oder wer auch immer sonst grad die Küche besetzt).
Zutaten für 5-6 Hunger. 1,00-1,20 Euro pro Verdauungstrakt.
- 400g Tofu (1,50)
- 200 ml Sojamilch (20 Cent)
- 1 TL Vitam-R
- 2 EL Hefeflocken
- 2 EL Sojasauce
- 2 EL Maggi
- 1/2 TL Salz
- 1/2 TL Pfeffer
- 2 EL Tomatenmark
- 2 TL Gemüsebrühe
- 1 EL getrocknete Zwiebel (oder ‘ne halbe frische)
- 9 EL Gluten
- Margarine oder Öl
- 400g Champignons (1,50)
- 200g Lauch (vielleicht 50 Cent?)
- 2 EL Madeira (portogiesischer Rotwein(-Likör?), der glaube ich nicht ganz billig ist, aber für Würzzwecke gibt es ihn in 50ml Flaschen für um die 2 Euro)
- Blätterteig (ca 3/4 Packung, ich nehm immer den gerollten aus dem Kühlregal) (70 Cent)
Zubereitung
Zuerst schnappen wir uns eine grosze Schüssel, bröckeln den Tofu hinein und geben alle Zutaten der Liste bis einschlieszlich der Zwiebel dazu. Naja, zur Sicherheit nochmal: Sojamilch, Vitam-R, Hefeflocken, Sojasauce, Maggi, Salz, Pfeffer, Tomatenmark, Gemüsebrühe, Zwiebel. Mit einem Pürierstab musen wir das alles zu einer homogenen Masse. Nun das Glutenpulver einrühren und alles gut miteinander vermischen. Der nun entstandene Teig sollte weich und vielleicht noch ein bisschen klebrig sein, aber auf keinen Fall auseinanderfallen. Zur Not noch etwas Gluten dazu geben. Nun schnappen wir uns ein groszes Stück Alufolie, klatschen die Pampe da so drauf und formen so eine Art “Laib”, wie bei Brot, bzw wie halt so ein Braten normalerweise auszusehen hat. In Alufolie einschlagen, die Enden verdrehen, zur Not noch eine Schicht Alufolie drum rum geben, der “Braten” sollte einigermassen gut verpackt sein. In einem groszen, mit Wasser gefüllten Topf 1 Stunde lang köcheln. Danach herausnehmen und abkühlen lassen.
Die Champignons putzen und in Scheibchen schneiden, den Lauch ebenfalls putzen und in nicht so breite Ringe schnibbeln. 2-3 EL Margarine oder Öl in einer ausreichend groszen Pfanne erhitzen und das eben erwähnte Gemüse dazugeben, anbraten, die Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis die austretende Flüssigkeit (auch bekannt als Wasser) verdampft ist, zwischenzeitlich selbstverständlich immer wieder mal umrühren. Den Madeira einrühren, mit Salz und Pfeffer würzen und wiederum warten, bis der Wein(-Likör?) verkocht ist, das Aroma bleibt ja erhalten, und der Alkohol verflüchtigt sich auch, zumindest teilweise. Alles abkühlen lassen.
Den Herd können wir schonmal auf 150 Grad Celsius vorheizen. Wer TK-Blätterteig benutzt, lege ein paar Scheiben überlappend nebeneinander, und zwar so, dass sich ein Blätterteigviereck ergibt, welches grosz genug ist, um den Braten (s.o.) darin einzurollen und walzt ein paar mal mit dem Nudelholz oder so drüber, sodass aus vielen kleinen Platten eine grosze wird. Mittels höchster Akribie spielen wir jetzt Zwiebellook und packen den Braten in einen Pulli aus Pilzmatsche und stülpen ihm eine Blätterteigjacke über. Ist schwer, das jetzt anders zu beschreiben. Siehe Bild, so muss es jedenfalls aussehen, wenn mensch dann später das Messer zückt. Vorher stechen wir allerdings mit einer Gabel noch ein paar Löcher in den Blätterteig und legen unser kleines eingepacktes Jesusbaby in den Backofen, wo es 45 Minuten lang so richtig schön schlummern kann. Ta ta! Fertig!


Zwiebelgeschnetzeltes
Gut, den Prolog überspringe ich, seit dem letzten Rezept (circa eine halbe Stunde zuvor) hat sich nicht viel geändert, mein Leben ist ein Hort der Stabilität.
Zwiebelgeschnetzeltes! Mein Erstgeborener möge diesen Namen tragen. Keine Ahnung, ob ich das in Fleischversion schon gut fand, aber die vegetarische bzw. vegane Variante, erstere hin- und wieder von meiner Frau Mama kredenzt, fand ich immer spitze. Zwiebeln sind schliesslich gesund, und wenn ich noch zur Schule gehen würde, hätte ich vermutlich jeden Tag in meiner Brotbüchse ‘ne Zwiebel als Pausenobst, Äpfel kann jeder. Einfach mal probieren, roh sind Zwiebeln ja eher ‘speziell’, aber gekocht nunmal – und das ist ist eine der wenigen, absolut objektiven Wahrheiten – eine wundervolle Angelegenheit.
Also, hopp hopp. Wir brauchen:
Zutaten für 3 Portionen. Preis pro Portion: 60-70 Cent?
- Schwapper Öl
- 400g Seitan oder 100g Sojaschnetzel/-Schnitzel (40Cent – 1 Euro?)
- 2 große Zwiebeln (30 Cent (geraten))
- 100g Champignons (40 Cent)
- 150ml Weisswein (15 Cent)
- 150ml Sojamilch + 50ml Öl (20 Cent)
- 1 Spritzer Zitronensaft
- 1TL Brühe
- Knoblauch; Granulat nach Gefühl, frisch vielleicht so 1 Zehe
- Pfeffer
- Paprikapulver
Zubereitung
Geesetzt den Fall, wir haben Seitan, dann zerwürfeln wir ihn in eine Schnetzelform. Sojaschnitzel (die aus dem Reformhaus) oder Sojageschnetzeltes jeweils in ausreichend Gemüsebrühe weichkochen und ausdrücken, die Schnitzel dann in Streifen schneiden. Die Zwiebel können wir auch schonmal würfeln bzw. hacken.
Nun eine grosze Pfanne nehmen, das Öl darin erhitzen, und die Seitan- oder Sojastücke darin rundherum anbraten. Wenn wir damit fertig sind, löffeln oder gabeln wir sie aus der Pfanne und parken sie zwecks Fettreduktion auf Küchenpapier, meinetwegen aber auch nur auf einem Teller, dann wird’s halt etwas äh ‘deftiger’. Im hoffentlich weiterhin heissen Öl braten wir nun die Zwiebeln und die Champginons an, bis erstere glasig werden und löschen all das mit dem Weisswein ab. Die Hitze kann nun reduziert werden, damit der Wein noch ein bisschen vor sich hinblubbern kann. Wir nehmen uns ein hohes Gefäsz, geben die 100ml Sojamilch, das Öl und den Spritzer Zitronensaft hinein, und schreddern mit dem Pürierstab da mal eine Runde durch, und hoppla, haben wir Sojasahne, ohne Zusatzstoffe und mit immerhin 25 Prozent Fett (plus evtl noch das Fett aus der Sojamilch, aber psssst). Diese geben wir nun zu der vor sich hinköchelnden Sache in der Pfanne, und würzen mit der Brühe, dem granulierten oder durch eine Knoblauchpresse gejagten bzw. gehackten Knoblauch, dem Pfeffer und dem Paprikapulver, und lassen das alles noch so 15 Minuten köcheln, dickt ja dann auch ein. Wenn es an’s Servieren gehen soll, das Geschnetzelte wieder dazugeben und nochmal 5 Minuten mit erwärmen. Ta da!
Passt gut zu Reis, Kartoffeln oder Semmelknödeln (Verlinkung folgt. Jedenfalls hier auf dem Blog schonmal dagewesen.).
Salami
Als groszer Freund von Frühstückscroissants (die es in Dosenform für wenig Geld im Netto gibt, und von denen ich zumindest glaube, dass sie vegan seien. falls dem nicht so sein sollte, bitte ich um Feedback) und nicht so groszem Freund von Aufstrichen und Süszkram wie Marmelade, stand ich immer sehr auf lecker Hörnchen mit lecker Brie oder so drauf. Da die bisherigen Käseselbstmachversuche jedoch enttäuschend genug verliefen, dass ich mit den Resultaten NIEMALS ein unschuldiges Croissant zu deflorieren wagen würde, bleiben als Alternativen höchsten noch (Räucher-)Tofu, veganer Kaufkäse und Wurst. Wurst ist toll, Wurst for President. Also schnell ein Rezept von irgendner Seite geklaut, kleine Änderungen (weisse Stückchen wie in echter Salami!) dran vorgenommen und schwups, hier auf die Seite gestellt. Halt: Props (Probs?) gehen natürlich an ….
Geht schnell, macht wenig Arbeit und zum Frühstück gibt es wenig besseres. Wissenschaftlich bewiesen!
Zutaten für 2 Stück a circa 300g. Kosten pro Stück: 80-90 Cent
- 100ml Tomatenpaprika mit Einlegewasser (30 Cent)
- 1EL Flüssigrauch
- 1 EL Sojasauce
- 1 EL roter Essig
- circa 200ml Wasser
- 75g Räuchertofu (50 Cent)
- 300g Gluten (80 Cent)
- 1 TL Salz
- 1 TL Pfeffer
Zubereitung
Zuallererst pürieren wir in einem Messbecher die Tomatenpaprika. Eigentlich sollte mensch Röstpaprika nehmen, die fand ich allerdings nicht. Oder waren zu teuer, weiss ich grade nicht. Das hier funktioniert jedenfalls auch. Also: Pürieren! Danach den Flüssigrauch, die Sojasauce und den Essig dazugeben, alles schön verrühren. Soviel Wasser dazugeben, bis insgesamt 300ml im Messbecher sind. In einer Schüssel vermischen wir nun das Gluten mit dem Salz und dem Pfeffer. Den Räuchertofu schnippeln wir in tausende kleeeeiner Stückchen und werfen auch diese zu dem Gluten. Schön vermischen, alles. Im Anschluss gieszen wir die Paprikasuppe dazu und mischen weiter und weiter. Nun ein wenig kneten, bis alles gleichmäsig miteinander vermischt ist. Nun schnappen wir uns Alufolie, packen die Hälfte des Kloszes drauf, formen selbigen zu einer Wurst mit Salamidurchmesser (bei mir warens so circa 4 Zentimeter, glaub ich), rollen diese mit Alufolie ein und verdrehen die Enden wie bei einem Bonbon. Zur Sicherheit kann mensch vielleicht noch eine Lage Alufolie drumrumwickeln, aber so wichtig ist das glaube ich nicht. Mit der anderen Kloszhälfte genauso verfahren, und beide Würste in einem groszen Topf mit Wasser 1 Stunde lang kochen. Rausnehmen, abkühlen lassen, geil finden!


Pfirsich-Curry mit Fakefleisch
Nachdem mich ein nächtlicher Ausflug zum Discounter meines Vertrauens mit einer Unmenge verzehrwerter Nektarinen (nein, keine Pfirsiche. Da das eine aber nur ne Mutation des anderen ist und Pfirsiche irgendwie “truer” und “realer” (englisch ausgesprochen) sind, heisst das Ganze “Pfirsich-Curry”. Probleme damit?) belohnte, ich dem meisten Obst in roher, unpürierter Form aber wenig abzugewinnen vermag, begab ich mich googelnd auf die Suche nach einer Verwertungsmöglichkeit, in welcher mindestens ein Kochtopf vorkommt. Ziemlich schnell fand ich somit Inspiration in der chinesischen Küche. Da ich aber auch noch ein paar Bananen vor der Biotonne retten musste und zudem noch Appetit auf Fakefleisch hatte, blieb mir schlieszlich nichts anderes übrig, als nach eigenem Gutdünken zu verfahren und zu hoffen, dass ich mir im Anschluss nicht die Gedärme aus dem Leib reiern muss. Experiment geglückt! Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass Curry und China eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Ausserdem bin ich eigentlich auch kein Freund von fertig zusammengepanschtem Currypulver, bei indischen Gerichten bevorzuge ich daher auch das eigenhändige Verrühren von Koriander, Cumin usw. Da ich von asiatischer Küche allerdings relativ wenig Ahnung habe, vor allem, wenn noch Zutaten wie Obst Verwendung finden, wollte ich mich nicht allein auf mein Gespür verlassen. Daher könnte man das Ganze vielleicht als Art “Crossover-Küche” bezeichnen, böswilligere Zeitgenossen würden die Formulierung “Vergewaltigung der chinesischen Esskultur” benutzen. Mit zunehmenden Erfahrungen werde ich versuchen, dies nachträglich zu korrigieren, versprochen. Vorteil dieses Gerichts ist aber, dass es nicht sonderlich lang dauert, wenig Aufwand erfordert und zudem auch noch gut schmeckt, wenigstens aber “interessant”.

Zutaten für circa 3 Portionen:
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3 Nektarinen oder Pfirsiche
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2 Bananen
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1 Schwapp Öl (Sesamöl ist relativ authentisch. Gerne aber auch Nullachtfuffzehn Pflanzenöl)
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1 Zwiebel
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100ml Sojamilch (oder -sahne. Ist aber teurer. Und Öl+Milch ergibt schlieszlich auch irgendne Art Sahne, oder?)
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1TL 5-Gewürzpulver (chinesisch)
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1TL Ingwer (wer frischen bevorzugt, möge diesen nehmen. nicht vergessen: vorher schälen, anschliessend raspeln oder kleinschneiden)
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1TL Cayennepfeffer
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1TL Currypulver
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1-2 Zehen Knoblauch, gepresst, gequetscht oder zerschnibbelt, oder das Äquivalent in Streugut
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2EL Zitronensaftkonzentrat (aus diesen kleinen niedlichen Fläschchen. Ich weiss: der Saft einer frischen Zitrone ist besser, leckerer etc., ich hatte aber keine da und ausserdem auch kein Geld)
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Salz nach Geschmack
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200-300g Fakefleisch, ganz nach individuellen Vorlieben (Seitan, Sojasteakli, Tofu, Tempeh; Zubereitung siehe unten)
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Reis: Menge je nach Angaben auf der Packung, lieber etwas mehr.
Zubereitung
Wenn es sich um ungewürztes Fleischimitat handelt, sollte mensch es vorher irgendwie geschmacklich “aufpimpen”. Ich entschied mich im übrigen für die fabelhaften Chickpea-Cutlets aus dem Veganomicon, die hatte ich vorher schon ein wenig überwürzt und so gingen sie in diesem Gericht geschmacklich nicht vollkommen unter.
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Sojasteakli: wie gewohnt in starker Brühe kochen, diese nach Bedarf noch mit Sojasauce und diversen schärferen Ingredienzien aufmöbeln. Wenn die Schnitzelchen durch sind, auspressen, in Streifen schneiden. Die Brühe kann mensch noch ein bisschen einkochen lassen und als Fond für ‘ne Sauce oder so verwenden. Dies sollte mensch allerdings in den nächsten Tagen tun, oder aber mit Einkochgläsern und heissem Wasser oder wie auch immer mensch das macht haltbar machen. Einmal tat ich weder das eine, noch das andere und bewahrte über Monate hinweg eine mehr und mehr lebendig aussehende Flüssigkeit, die ich irgendwann Klaus taufte, auf meinem Fensterbrett auf. Besucher nahmen das immer wieder verwundert zur Kenntnis und fragten mich auch hin und wieder, ob er denn schon laufen oder sprechen kann, wann er denn in die Schule kommt und solche Sachen. Irgendwann warf ich Klaus ins Klo.
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Seitan oder Tempeh: mit Sojasauce beträufeln, gerne auch noch Cayennepfeffer oder so drauf streuen.
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Tofu: ordentlich auspressen! Trick: in kleine, 0,5-0,8cm dicke Streifen schneiden, auf einen Teller legen (zwischen den Streifen Platz lassen!), in die Mikrowelle packen, bei höchster Stufe so 5 Minuten erhitzen, anschließend die Teile wenden und noch mal für ein paar Minuten (am besten erstmal nur so 2 Minuten, es soll schlieszlich nicht zu trocken werden) durchwellern. So bekommt der Tofu eine spitzen Textur, mensch muss nur echt aufpassen, dass er nicht zu trocken und zäh wird. Anschlieszend mit Sojasauce und Gewürzen nach Wahl (auch hier: scharf is best) malträtieren.
Weitere Vorbereitung: Die Zwiebel scheiblieren, das Steinobst würfeln oder in Scheiben schneiden (ich bin da ganz undogmatisch), die Bananen – sofern sie noch einigermassen in Form sind – in Scheiben schneiden.
Nun der schöne Part: Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebeln ein bisschen verglasen lassen, die Bananenscheibchen dazu geben und auch ein wenig anschwitzen lassen. Nun die Steinobstscheiben, -würfel oder was auch immer dazugeben und beobachten, wie die ganze Chose immer breiiger wird. Nicht verzweifeln! Was man an Gewürzen von dort oben in seiner Küche finden konnte, kann nun auch dazu geworfen werden, umrühren. Wiederholung von letzter Stunde: Streugewürze über den Umweg eines Löffels, eines Tellers oder aber der blanken (gewaschenen!) Hand an heisse Speisen geben! Aufpassen, nicht anbrennen lassen! Mit Sojamilch ablöschen, umrühren, noch ein wenig einkochen lassen. Währenddessen schonmal den Boden einer Aufflaufform mit den Fakefleischstreifchen auskleiden, gerne auch überlappend, und bedenke: lieber zu viel als zu wenig. Den Ofen schonmal auf 180-200° C vorheizen. Den Inhalt des Topfs mit viel Liebe und gaaanz behutsam in die Auflaufform gieszen, wir wollen schlieszlich nicht rumsauen und uns auch nichts von der heissen Pampe auf unsere stählernen Bodies kippen. Form in den Ofen schieben, wo sie sich gut eine halbe Stunde der tropischen Zustände erfreuen darf. In der Zwischenzeit kann mensch sich um den Reis kümmern. Wenn wir stinknormalen weissen Reis haben, gehen wir wie folgt vor: für eine Person rechnen wir circa eine dreiviertel Tasse plus die doppelte Menge Wasser. Den Reis in einen Topf geben, Herdplatte anschalten, unter Rühren ein wenig anrösten => zaubert ein wenig zusätzliches Aroma rein. Basmati ist im Übrigen King! Der Reis soll nicht schwarz werden, also nicht übertreiben. Das Wasser dazu (also pro Person circa anderthalb Tassen), dazu noch etwas Salz, umrühren, Deckel drauf, aufkochen lassen. Wenn es erst einmal kocht, die Temperatur auf maximal die Hälfte reduzieren, nochmal umrühren, weiter Deckel drauf lassen und so für 10 bis 20 Minuten köcheln lassen. Das Tolle daran ist, dass am Ende der Reis das Wasser vollständig aufgenommen hat, den perfekten Biss hat und man nicht mit Kochbeuteln kämpfen muss, aus denen heisses Wasser fliesst, welches es nur darauf abgesehen hat, unsere göttlichen Hände zu verbrennen. Bei Naturreis kann man prinzipiell genauso verfahren, nur erstens dauert es da mindestens eine halbe Stunde und zweitens kann es sein, dass man am Ende ohne Deckel kochen muss, weil der Reis sich dagegen sträubt, das gesamte Wasser aufzusaugen.
Nachdem wir auch diese Hürde gemeistert haben, geht es nun an’s Anrichten. Toll sieht es aus, wenn man eine möglichst flache Tasse mit Reis füllt, diesen festdrückt, einen Teller mittig auf die Tasse setzt, die ganze Konstruktion voooorsichtig umdreht und die Tasse anhebt. Voila, eine wunderhübsche Reiskugel! Nun kann man das Curry aus der Auflaufform schön drumherum drapieren und wenn man sich anspruchsvoll oder betrunken genug fühlt, kann man noch mit Kräutern oder Gewürzen (für das Foto entschied ich mich für getrocknete Petersilie) eine hübsche Dekowinterlandschaft modellieren.
Buon appetito
