Archiv der Kategorie: Soja

Ragout Fin bzw Raggu Feng

2011-06-06 12-32-23 - Z6060025

Ich kann mich echt nicht erinnern, wann ich das original Zonen-Ragout Fin das letzte Mal gegessen habe, meine Mutter hat sicherlich bereits aufgehört, es zuzubereiten, bevor ich den Weg in die Fleischfreiheit einschlug. Jedoch begab es sich neulich, dass ich endlich Worcester(shire)Sauce mit ohne Fischgekröse drin fand, und ich wollte sie nicht für irgendwas verschwenden, wo mensch dann die Sauce dran gibt, weil sie halt da ist, sondern eben für das Gericht aufheben, wo die Sauce nunmal dran gehört. Die beinahe jahrzehntelange Ragoutfindeprivation war dann auch der Grund, warum ich bereits gleich zu Beginn der Zubereitung den ersten gravierenden Fehler machte, nämlich, die Zutaten nicht kleinzuwürfeln. Der zweite Fehler war, dass ich glaubte, wenn mensch Muffinförmchen mit Blätterteig auskleidet und anschließend ungefüllt backt, wäre das Resultat Blätterteigpastetchen. Diesen Fehler bitte nicht machen! Der dritte Fehler war, dass ich glaubte, “Santiciano blanco”-”Käse” eigne sich gut zum Überbacken. Das Ego war am Ende der Kochsession dementsprechend am Boden, zumal auch noch Sonntag war und die Tankstelle hier um die Ecke keinen Blätterteig führt, glaube ich zumindest. Am nächsten Tag konnte ich jedoch mit dem Rest der Masse und einem neuen Blätterteig noch ein paar einigermaßen ansehnliche Teilchen bauen und mein Herz erneut frohlocken. Wer keine Muffinförmchen hat oder eine wie auch immer geartete Aversion gegen Blätterteig, kann natürlich auch einfach irgendwelche kleinen Schälchen (bei Xenos sah ich neulich sowas) nehmen, es gibt wohl auch spezielle Portionsnäpfe für eben dieses Gericht.
Whatever, mal loslegen:

Zutaten für irgendwas zwischen 4 und 12 Portionen, je nachdem, ob als Vorspeise oder Hauptgericht, Muffinförmchen oder kleine Schälchen

  • 150g Sojageschnetzeltes, in heißer Brühe aufgeweicht (die 150g beziehen sich auf das Trockengewicht)
  • die Sojaschnetzeleinweichbrühe bitte aufheben!
  • 400g Champignons, geputzt und in Scheiben geschnitten oder: TK-Champignons
  • 150ml Sojamilch
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Sojasahne
  • 2 EL Mehl
  • Alsan
  • Salz, Pfeffer, Worcester(shire)sauce (schauen, dass da kein Fischgekröse drin ist!), Zitronensaft(konzentrat)
  • 1-2 Pakete Blätterteig, also der zum Ausrollen, nicht diese TK-Platten
  • Veganer Käse oder auch Hefeschmelz

Zubereitung

So, liebe_r Leser_in, gleich zu Anfang die Entscheidung: mehr so Original oder mehr so weniger Aufwand? Fällt die Wahl auf Ersteres: das aufgeweichte und ausgedrückte Sojageschnetzelte klein würfeln, selbiges mit den Champignons machen. Ansonsten: lassen! Zwiebeln abziehen und würfeln, im Topf in Alsan andünsten. Champignons und Sojaschnetzel dazu, scharf anbraten, es soll schon alles etwas knuspriger werden. Alles, bis auf das Öl, in eine Schüssel geben. Ggf. noch etwas Alsan in den Topf geben, es soll für ‘ne ausgewachsene Mehlschwitze reichen. Das Mehl dazu, verrühren, erhitzen, bis die Mischung Blasen schlägt und mit der Brühe ablöschen. Sojasahne und -milch dazu, aufkochen. Die vorhin aus dem Topf entfernten Sachen wieder dazugeben, alles mit den Gewürzen und der Worcester(shire)sauce abschmecken. Abkühlen lassen. Wer die Blätterteigvariante bevorzugt: mit einem größeren Glas (bei mir war’s ein Messbecher) Kreise aus dem Blätterteig ausstechen (Probieren, ob sich damit eine der Muffinformen (nahezu) komplett auskleiden lässt, dann ist’s perfekt. Das Ragout Fin sollte komplett ausgekühlt sein, weil es dann auch nochmal dicker wird und Blätterteig mag es ja auch eher weniger warm und weniger flüssig.
Backofen auf 175 Grad Celsius vorheizen, und erst die Muffinförmchen mit dem Teig auskleiden, die Masse reingießen, Käse oder Hefeschmelz oben drauf und aus den Teigresten lässt sich noch schön ein Gitter für oben drauf anfertigen.
Bei der non-Blätterteig-Version dann eben einfach alles in die Förmchen gießen und da dann den Käse oder Hefeschmelz drauf, 20 Minuten backen, bzw so lange, bis die Oberseite fesch gebräunt aussieht oder eben der Blätterteig gut aufgegangen und ebenfalls braun geworden ist. Achja, um die Teilchen aus den Muffinformen heil rauszubekommen, sollte mensch sie noch ein paar Minuten abkühlen lassen.

2011-06-06 12-33-11 - Z6060034

Spargel mit Sauce frankonaise, Sojamedaillons mit Kräuterkruste und jungen Kartöffelchen

2011-05-09 11-30-21 - Z5090042

Jedem ernsthaften Kulinaristen wird es vor Schreck die Sprache verschlagen, er oder sie wird die eigene Zunge verschlucken und qualvoll zugrundegehen, um dann irgendwann später im Grabe zu rotieren wie der Propeller eines einmotorigen Kleinflugzeugs, wenn in seiner oder ihrer Gegenwart jene hier vorgestellte Saucenkreation als “Sauce hollandaise” bezeichnet wird, denn jene besteht nunmal aus nicht viel mehr als Butter und Eigelb, und gemeinhin gilt ja die Modifizierung substanzieller Küchenklassiker als Häresie, daher frage ich, was bringt es, da jetzt ewig dran rumzudoktorn und zu versuchen, eine exakte vegane Kopie zu kreieren, denn das für die Bindung (und sicher auch den Geschmack) notwendige Eigelb wird mensch nicht einfach so ersetzen können, das nehme ich zumindest mal stark an. Aber was soll’s, das hier vorgestellte (und von hier inspirierte) schmeckt irgendwie bestimmt ‘ähnlich’ und gibt auch ordentlich Zunder auf die Hüften. Ich bin jetzt nicht so der Spargel-Aficionado, aber es ist ja Saison usw. und außerdem möchte ich damit hier antreten, bei einem Gewinnspiel des vegetarisch-lastigen Blogs “Wo geht’s zum Gemüseregal?”, wobei ich – ganz ohne Koketterie – jetzt nicht unbedingt davon ausgehe, zu gewinnen, aber es ist mal ‘ne nette Motivation. Es geht dabei zwar um die drei Zutaten Spargel, Erdbeeren und Rhabarber, aber der saisonale Überfluss an Bärlauch ließ mich den Entschluss fassen, auch diesen noch rezeptarisch unterzubringen, daher dann auch die Bärlauchkruste auf den Medaillons, die, um ehrlich zu sein, auch den Ausgangspunkt für die an den jahreszeitlichen Bedingungen, die mir eigentlich sonst ja immer eher egal sind, orientierten Kochüberlegungen bildete. Aber an Spargel wollte ich mich eh nochmal rantrauen, und bevor ich mich daran versuche, ihn nicht mehr wie solchen schmecken zu lassen, lag es näher, erst einmal den Klassiker schlechthin an meine aktuellen Essgewohnheiten anzupassen. Am liebsten hätte ich noch irgendwo Rhabarber untergebracht, aber wer hätte das alles essen sollen? Vielleicht kommt ja später noch etwas mit diesem im Allgemeinen schwer zuzuordnenden Gemüse. Gestern sprang mir, während ich des nachts durch die Straßen schlich, vollkommen unerwartet (!) eine Dr. Oetker Backmischung (!) für Schokoladenmuffins (!) vor die Füße (!), die Inspektion der Zutaten ergab auch lediglich Spuren von diesem oder jenem (bisweilen lese ich, auch bei Süßspeisen, “SchalenTIERE”, das find ich sowohl belustigend als auch ekelerregend), mal schauen, ob sich da in Kombination mit eben erwähntem Staudengewächs was gutes herstellen lässt, v.a. so mit ohne Ei und so. Kostenlose Lebensmittel sind jedenfalls immer ein Grund, auch mal außerplanmäßig die Küche zu benutzen, auch wenn ich solche Backmischungen im Allgemeinen für Materie gewordene Sinnlosigkeit halte, denn für die Dienstleistung des Abmessens/-wiegens sowie des Vermischens spottbilliger Dinge wie Mehl und Zucker einen Betrag zu zahlen, den ich normalerweise für komplette Gerichte ausgebe, will mir bisher nicht so in den Sinn, was jetzt jedoch kein Fertigkrams-Bashing sein soll, ich benutze schließlich auch genug davon. Wie dem auch sei, hier erstmal die wie ich finde rundum gelungene Spargelmahlzeit, gut passen im Übrigen (junge) Kartöffelchen dazu, is’ ja schließlich Saison, ne?!
Achja, die Bärlauch-”Butter”: nachdem meine Eltern neulich beinahe säckeweise Bärlauch mitbrachten und sich das Haltbarmachen ja immer etwas schwierig gestaltet, bastelte ich mir frei Schnauze aus einer Packung Alsan, die ich in einem passenden kleinen Gefäß in der Mikrowelle soweit schmolz, dass sie nicht gänzlich flüssig, aber doch durchrührbar war, und ein, zwei Handvoll gehackter Bärlauchblätter diese, wie ich finde, doch recht hübsche Verwertungs- und Konservierungsmöglichkeit. Wenn kein Bärlauch zur Hand ist, kann mensch auch zu anderen Kräutern greifen, diese TK-Kräuter, die es in so kleinen Pappschächtelchen gibt, sollten bspw. auch funktionieren. Dann ist’s halt keine Bärlauchkruste mehr.

Die Sauce jedenfalls ist echt der Bringer und nach Ende der Spargelsaison auch ein hervorragender Begleiter für allerlei anderes Gemüse, wodurch sie mit ihrem hohen Fettgehalt wunderbar fettarme Gerichte kontrastiert und eine einfache Mahlzeit aus bspw. Kartoffeln und Brokkoli hervorragend aufzuwerten vermag. Nun gut, genug geworben, auf in’s Gefecht.

2011-05-08 20-11-28 - Z5080079

Zutaten für 4 Portionen

für den Spargel und die Sauce

500g Spargel
100g Alsan
350ml Spargelwasser
200ml Sojasahne
Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Agavendicksaft
1 gehäufter EL Mehl

für die Sojamedaillons

12-16 Sojamedaillons (bei mir nur 7, da das Behältnis, was ich benutzte, zu klein war)
200ml heißes Wasser (direkt aus dem Wasserkocher) mit 1 TL gekörnter Brühe vermischt
4 EL Bärlauch-”Butter”
ein paar EL Paniermehl.

Beilage

nach Wahl, in meinem Fall so 1,2 kg Frühkartoffeln, ungeschält gewogen

Vom Spargel das untere Ende abschneiden (so 1-2 Zentimeter vielleicht), schälen (von unten nach oben, glaub ich?) und in einem Topf mit bereits kochendem Wasser circa 13 Minuten garen. (ich habe die Schälreste ebenfalls mit in den Topf gegeben, in der Hoffnung, dass das Wasser etwas mehr Geschmack annimmt)
In einem kleineren Töpfchen die Alsan schmelzen, Mehl dazu, verrühren. Sahne und 350 ml des Wassers, in dem der Spargel gerade vor sich hin gart, dazugeben, mit Schneebesen verrühren. Mit Gewürzen, Zitronensaft und Agavendicksaft abschmecken.
Aufkochen lassen und die entsprechende Herdplatte ausschalten. Nun sollte eigentlich auch der Spargel soweit sein. Die einzelnen Stangen in eine Auflaufform mit entsprechender Größe geben und die eben zubereitete Sauce darübergießen.
——
Medaillons in eine Schüssel oder so geben, mit der Brühe aufgießen, ggf. nach 2-3 Minuten wenden (so, dass sie halt die Möglichkeit haben, sich schön vollzusaugen). Margarine in der Mikrowelle oder auf irgendeine andere Art und Weise (Bunsenbrenner, Föhn) schmelzen, das Paniermehl dazu geben, verrühren. Die Medaillons mitsamt der noch verbliebenen Brühe (quasi der Rest, der nicht von den Sojateilen aufgenommen wurde) in eine ofenfeste Form geben (so, dass die Medaillons nicht geschichtet werden müssen, aber sie dürfen schon ‘mit Körperkontakt’ aneinanderliegen). Die Bärlauchbutterpaniermehlmischung darauf verteilen.

sojamedaillons mit bärlauchkruste ungekocht

Ofen vorheizen, 175 Grad Celsius, meine Homeboys & -girls. Die Sojamedaillons in den Ofen geben, untere Schiene. Möglichst mit Timer (neudeutsch für Eieruhr, die meisten Handtelefone haben sowas) arbeiten. Erst einmal auf 10 Minuten stellen, nebenher Folgendes: Da wir uns so langsam auf der Zielgeraden befinden, wird es Zeit, sich noch um die Beilage zu kümmern, je nachdem, welcher Menge an Zuwendung diese bedarf. Im hier beispielhaft gezeigten Fall also die Kartoffeln schälen, ggf. halbieren/vierteln und – in einen Pott mit genügend Wasser geschmissen – 15 – 20 Minuten köcheln lassen, Wasser abgießen. Zwischenzeitlich sollte der ‘Timer’ auch abgelaufen sein, wir schieben dann den Spargel für ebenfalls noch 7-10 Minuten mit in den Herd, idealerweise sind Kartoffeln und Rest gleichzeitig fertig. Alles auf Teller schichten, wer keine Zähne mehr hat ggf. vorher noch pürieren, und sich freuen, dass mensch ein Essen hingekriegt hat, dass auch den eigenen Eltern schmecken würde.

sojamedaillons mit bärlauchkruste

2011-05-09 11-32-19 - Z5090048

Sojamedaillons a l’orange

Mal wieder eine familiäre Festlichkeit, wodurch ich gezwungen war und bin, mich hinter bzw. vor den Herd zu klemmen, damit der arme, arme fleischfreie Bub sich nicht dem Mitleid der versammelten Verwandtschaft aussetzen muss, wenn er wieder nur mit knurrendem Magen und fahlweisem Gesicht an einer dürren Selleriestange knabbert. Zudem macht es Spaß, Muttis Küche zu verwüsten, da hier einfach viel mehr Platz ist. Gerichte, bei denen Obst zum Zuge kommt, üben eine diffuse Faszination auf mich aus, wahrscheinlich, weil ich ansonsten eher selten zu den süßen Verwandten des Gemüses greife. Der (zumindest in meinen Augen) Klassiker “Canard a l’orange” stand schon lange auf meiner To-do-Liste, und nachdem ich mich auch endlich dazu überwinden konnte, knapp 3 Euro für ‘ne Marmelade auszugeben, die ich voraussichtlich nur zu einer sehr überschaubaren Anzahl an Gelegenheiten verwenden werde, stand mir diese Möglichkeit nun endlich offen. Keine Ahnung, wie das Original schmeckt, bzw. ob da eine geschmackliche Ähnlichkeit besteht, aber es ist auf jeden Fall recht lecker, und ich denke, das werde ich mir in Zukunft dann doch mal hin und wieder zubereiten, denn soviel Aufwand ist’s wirklich nicht, und ich bin oft genug am Verzweifeln, weil ich nicht weiß, was für eine Sauce ich zu einem ansonsten fertigen Essen machen soll. Uff gehts:

Zutaten für 3-5 Portionen (von den Medaillons her sinds nur 3 Portionen, da kann man theoretisch noch ein paar mehr nehmen, denn von der Sauce her reichts auch für 4-5)

  • ca. 10 Sojamedaillons, ggf. “Sojasteakli” aus dem Reformhaus oder, ganz ordinär, Sojageschnetzeltes. Prinzipiell geht aber auch Seitan oder Tempeh, dann muss mensch eben die Zubereitung anpassen
  • ca. einen halben Liter Brühe
  • Olivenöl
  • Saft und abgeriebene Schale von 2 Orangen (unbehandelt!!)
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Zwiebel
  • 200ml trockener Rotwein
  • 200ml Sojamilch, etwas Speisestärke; nach Belieben: 200ml Sojasahne
  • 2 EL Bitterorangenmarmelade

Zubereitung

Die Medaillons im Olivenöl anbraten. Wenn man sie vorher nicht ausdrückte, dann dauert das etwas länger, da die Medaillons beim Braten einen Großteil der Flüssigkeit wieder abgeben. Sie müssen nicht unbedingt knusprig oder dunkelschwarz werden, sondern es reicht, wenn sie etwas an Volumen verlieren und vielleicht ein kleines bisschen anbräunen. Danach die Medaillons aus dem Topf nehmen und am besten gleich weiterverfahren, und zwar folgendermaßen: Im heißen Topf (ggf. noch etwas Olivenöl dazugeben) die Zwiebeln glasig dünsten, zum Ende der Garzeit noch die abgeriebene Orangenschale dazugeben. Aufpassen, dass nicht alles schwarz wird, sondern vorher 2 EL der Bitterorangenmarmelade dazugeben und alles schön verrühren, die Marmelade wird dann auch wieder flüssig. 200ml Rotwein sowie den Orangensaft reinkippen, mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn noch etwas von der Flüssigkeit, mit denen die Medaillons “renaturiert” wurden, vorhanden ist, kann man die auch noch dazugießen. Verschiedene Rezepte, die ich im Vorfeld überflog las, verlangten noch nach Sahne, ein Pendant hatte ich nicht da, entschied mich daher, einfach noch ca 200ml Sojamilch, die ich mit 1-2 TL Maisstärke verührte (zwecks Bindung, da die Sauce vielleicht sonst doch etwas flüssig ist), dazuzugeben. So kann das Ganze noch eine Weile vor sich hin köcheln (in meinem Fall so ca. 20 Minuten), fünf Minuten, bevor das Essen serviert werden soll, dann noch die Medaillons wieder dazugeben, damit sie sich wieder erwärmen und natürlich auch noch etwas Saucengeschmack aufnehmen. Idealerweise mit Beilagen, welche eher schwammartigen Charakter besitzen und viel Flüssigkeit aufnehmen können, wie bspw. Semmelknödeln, servieren, in meinem Fall gab es Kartoffeln und das funktionierte auch ganz prächtig.

PS: Ja, Das Bild ist nicht wirklich schön geworden, Gerichte mit viel Sauce bekomme ich optisch nicht wirklich ansprechend angerichtet. Naja.

soja a lorange

Zwiebelgeschnetzeltes

Gut, den Prolog überspringe ich, seit dem letzten Rezept (circa eine halbe Stunde zuvor) hat sich nicht viel geändert, mein Leben ist ein Hort der Stabilität.

Zwiebelgeschnetzeltes! Mein Erstgeborener möge diesen Namen tragen. Keine Ahnung, ob ich das in Fleischversion schon gut fand, aber die vegetarische bzw. vegane Variante, erstere hin- und wieder von meiner Frau Mama kredenzt, fand ich immer spitze. Zwiebeln sind schliesslich gesund, und wenn ich noch zur Schule gehen würde, hätte ich vermutlich jeden Tag in meiner Brotbüchse ‘ne Zwiebel als Pausenobst, Äpfel kann jeder. Einfach mal probieren, roh sind Zwiebeln ja eher ‘speziell’, aber gekocht nunmal – und das ist ist eine der wenigen, absolut objektiven Wahrheiten – eine wundervolle Angelegenheit.
Also, hopp hopp. Wir brauchen:

Zutaten für 3 Portionen. Preis pro Portion: 60-70 Cent?

  • Schwapper Öl
  • 400g Seitan oder 100g Sojaschnetzel/-Schnitzel (40Cent – 1 Euro?)
  • 2 große Zwiebeln (30 Cent (geraten))
  • 100g Champignons (40 Cent)
  • 150ml Weisswein (15 Cent)
  • 150ml Sojamilch + 50ml Öl (20 Cent)
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1TL Brühe
  • Knoblauch; Granulat nach Gefühl, frisch vielleicht so 1 Zehe
  • Pfeffer
  • Paprikapulver

Zubereitung

Geesetzt den Fall, wir haben Seitan, dann zerwürfeln wir ihn in eine Schnetzelform. Sojaschnitzel (die aus dem Reformhaus) oder Sojageschnetzeltes jeweils in ausreichend Gemüsebrühe weichkochen und ausdrücken, die Schnitzel dann in Streifen schneiden. Die Zwiebel können wir auch schonmal würfeln bzw. hacken.

Nun eine grosze Pfanne nehmen, das Öl darin erhitzen, und die Seitan- oder Sojastücke darin rundherum anbraten. Wenn wir damit fertig sind, löffeln oder gabeln wir sie aus der Pfanne und parken sie zwecks Fettreduktion auf Küchenpapier, meinetwegen aber auch nur auf einem Teller, dann wird’s halt etwas äh ‘deftiger’. Im hoffentlich weiterhin heissen Öl braten wir nun die Zwiebeln und die Champginons an, bis erstere glasig werden und löschen all das mit dem Weisswein ab. Die Hitze kann nun reduziert werden, damit der Wein noch ein bisschen vor sich hinblubbern kann. Wir nehmen uns ein hohes Gefäsz, geben die 100ml Sojamilch, das Öl und den Spritzer Zitronensaft hinein, und schreddern mit dem Pürierstab da mal eine Runde durch, und hoppla, haben wir Sojasahne, ohne Zusatzstoffe und mit immerhin 25 Prozent Fett (plus evtl noch das Fett aus der Sojamilch, aber psssst). Diese geben wir nun zu der vor sich hinköchelnden Sache in der Pfanne, und würzen mit der Brühe, dem granulierten oder durch eine Knoblauchpresse gejagten bzw. gehackten Knoblauch, dem Pfeffer und dem Paprikapulver, und lassen das alles noch so 15 Minuten köcheln, dickt ja dann auch ein. Wenn es an’s Servieren gehen soll, das Geschnetzelte wieder dazugeben und nochmal 5 Minuten mit erwärmen. Ta da!

Passt gut zu Reis, Kartoffeln oder Semmelknödeln (Verlinkung folgt. Jedenfalls hier auf dem Blog schonmal dagewesen.).

Cheeseburgersuppe

Verdammte Faulheit… Ja, ja, ja, wenn mensch eigentlich wichtiges a la Unistuff zu tun hätte, erscheinen Aufgaben wie das Fotografieren von Essen bzw das Verschriftlichen der dazugehörigen Rezepte bisweilen als nicht zu bewältigen, das hat tatsächlich etwas mit schlechtem Gewissen zu tun! Wenn ich hingegen einfach nebenher am Computer rum”dallere”, dann sind das quasi Verkettungen vieler einzelner 5-Minuten-Sitzungen, die mensch sich ja erlauben darf, wohingegen das Schreiben eines Rezeptes ja meist irgendwas zwischen 10 und 30 Minuten verschlingt und daher auf der Seite der Tätigkeiten steht, für die jetzt “keine Zeit” zur Verfügung steht. Naja. Das nur erstmal als Entschuldigung.

Seitdem ich ausschliesslich vegan koche, habe ich mich erfolgreich darum gedrückt, eine meiner Lieblingsspeisen, bzw sogar meine allerliebste Lieblingshalbflüssigspeise zuzubereiten. Nachdem ich mir jedoch letztens ein Kilo Porree/Lauch ins Haus holte, war das Grund genug, mich endlich mal an eine vegane Version zu machen: Die Allseitsbeliebte Hack-Lauch-Käse-Suppe, bzw. auch “Cheeseburgersuppe”, wie sie in der Familie meiner Ex-Freundin genannt wurde. Als Vegetarier war das kein Problem, die Geschmacksnerven waren zu dem Zeitpunkt, als ich mich erstmals daran machte, eh schon total entwöhnt von “echtem” geschredderten Kadaver (sorry), und Sojahack ist schliesslich ein absolut hinreichendes Surrogat. Aber dieser Schmelzkäse, zartglänzendes Geschenk der Industriegötter mit ihren Schmelzsalzen und dem anderen Hokuspokus. Whatever, ich hatte noch Tofu da, und püriert mit Sojamilch ergibt das zumindest ‘ne gut dickflüssige Angelegenheit, die mit diverser Würzerei auch geschmacklich auf Kurs gebracht werden kann. Ich gehe nicht davon aus, dass es tatsächlich schmeckt wie el Originale, aber das ist ja auch total boogie, denn erstens schmeckt es wirklich gut, zweitens macht es pappsatt und drittens ist es tierfrei, und dabei wieder mal auch keinen Cent teurer als die Version mit den zerlegten Bambis, Lassies, Flippers und äh ETs. Naja, vielleicht 5 Cent mehr, aber dafür klauen wir einfach mal ne leere Flasche auf Disko und haben das wieder drin. GentleWomen, start yo’ engines.

Zutaten (3-4 Portionen). Pro Portion: 70-80 Cent.

  • 100g Sojahack (1 Euro)
  • 1 1/2 TL Gemüsebrühe
  • 400ml kochendes Wasser
  • 1 Schwapper Öl
  • 1 Zwiebel
  • 100g Champignons (30 Cent (frisch!))
  • 600-700g Porree (2 Stangen) (70 Cent)
  • 200g Tofu (70 Cent)
  • 150ml Sojamilch (20 Cent)
  • 3EL Hefeflocken
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 300ml Wasser
  • 1TL Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Paprika
  • 1/2 TL Muskatnuss
  • 1 TL Senf
  • 1/4 TL Cayennepfeffer

Zubereitung

Aaaalso: Wir schnappen uns eine Schüssel, die einigermassen grosz ist und keine Löcher bekommt, wenn mensch heisses Wasser reingieszt. Da werfen wir das Sojahack rein, die Gemüsebrühe, kippen das kochende Wasser hinterher und rühren ein bisschen um. So 15-30 Minuten sollte mensch das Quellen lassen, wir können aber schonmal weiter machen. Die Zwiebel würfeln, quadern oder äh trapezen wir, die Champignons waschen wir kurz und rubbeln den gröbsten Schmutz ab, schneiden, falls der Stiel unten holzig aussehen sollte, dieses Holzartige ab, falls Biber mitlesen sollten, so können sie das auch dran lassen. Anschliessend erst in Scheiben schneiden und diese dann noch halbieren, vierteln und so. Den Porree befreien wir von seinen Wurzelhaaren und schneiden ihn in so Ringe, schräg z.B. MancheineR nimmt da ja nur das weisse, was ich jedoch nicht verstehe, denn dann ist die Hälfte des Porrees ja Abfall. Also: soviel wie möglich verwenden, zum Ende hin müssen natürlich immer mehr von den äusseren Blättern (?) aussortiert werden. Naja, ihr kommt schon klar! Teil 1 der Vorbereitung beendet! Nun das Öl erhitzen, die Zwiebel und die Champignons dazu, schön anbraten, aber nicht abfackeln. Die Zwiebelns sollten glasig sein, die Pilze etwas eingeschrumpelt. Danach das Hack (falls noch Flüssigkeit dabei sein sollte, ebenfalls dazugeben, sie verkocht und Würzsachen bleiben im Topf) dazu, und häufiger mal rühren, weil das bäckt ganz gut an. Solange anbraten (und umrühren), bis kein Wasser mehr dazwischen rumblubbert. Den Lauch Schrägstrich Porree dazu, Hitze reduzieren, Deckel drauf und ‘ne Viertelstunde bei gelegentlichem Umrühren weiterköcheln lassen, der Lauch enthält ordentlich Wasser und wir kochen ihn quasi im eigenen Saft weich, jaja. Wir schnappen uns ein hohes Gefäsz, bröckeln den Tofu da hinein, geben die Sojamilch dazu und pürieren bis wir schwarz werden und eine cremige Tofuschmiersache bekommen. Geht ja fix. Die Hefeflocken und den Kurkuma (der Farbe wegen) dazu. Also die Reihenfolge, ob wir die Gewürze jetzt zum Tofu oder zum Wasser geben, ist natürlich vollkommen irrelevant, aber es soll ja alles idiotensicher sein, möchte nicht für seelische Deformationen aufkommen müssen, weil jemand damit nicht klarkam. Daher: wenn die viertel Stunde (die von eben) rum ist, giessen wir die 300ml Wasser zum Lauch-Hack-Pilz-Zwiebel-Gemüsebrühe-Potpourrie, werfen danach den weiteren Teelöffel GEmüsebrühe, den Pfeffer, das Salz, das Paprikagewürz, die gemahlene Muskatnuss, den Senf und den Cayennepfeffer hinzu und giessen zuletzt unseren in Gestalt der Tofumatsche dahergehenden Käseersatz dazu, rühren alles kräääftig rum, tun den Deckel wieder drauf und lassen alles noch so ‘ne halbe Stunde köcheln, damit der Lauch nicht mehr soviel Bisswiderstand leistet.

Bild gibt’s vielleicht morgen, aber dieses Gericht ist wiedermal ein solches, welches, in Menschengestalt, nur ‘ne Frau abbekäme, wenn es nebenher genug Geld anhäufen könnte. Ich weiss, das war sexistisch, aber das Gericht ist nunmal hässlich wie die Nacht in Mecklenburg, so.

Straft mich ab!

Ravioli mit Hackfüllung und fruchtiger Sommersauce

Ravioli Baby! Da stinknormale Pastaprodukte auf Dauer recht öde sind, bin ich in den letzten Jahren auf den Trichter gekommen, mir häufiger so Sachen wie Ravioli und Tortellini zu kaufen. Im Kaufland bspw. gibt es eine nette Auswahl vegetarischer Varianten, die zwar teurer als “normale” Nudeln sind, dafür braucht Mensch aber auch weniger Sauce, um die Geschmacksknospen ordentlich in Wallung zu bringen. Da manche Leute jedoch immernoch auf dem Kurs sind, dass Eier in Nudelproukten ein “Qualitätsmerkmal” seien, sind diese ganzen leckeren Teigteilchen zumindest aus o.g. – ja sehr preiswerten – Läden samt und sonders für die vegane Ernährungsweise ungeeignet. Daher hab ich mir letzte Woche bei eBay ein Dreierset Ravioliformern gekauft, inklusive Versand 7,40 Euro, also noch im grünen Bereich. Beim nächsten Mal werd ich dann auch die Ravioliherstellung bebildern. Tolle Sache jedenfalls, kann mensch auch allerlei anderes Gefülltes mit zubereiten, auch so apfeltaschenmäsziges. Da ich allgemein jedoch kein groszer Freund von Knet-Action bin, stell ich lieber mit einem Mal gröszere Mengen her, um dann Teile davon einzufrieren. Hierbei bietet es sich übrigens an, die ausgestochenen Raviolikreise – mit etwas Backpapier o.ä. dazwischen, damit mensch am Ende nicht doch wieder mit einem dicken Klumpen Teig dasteht – einzufrieren, die können bei Bedarf dann schnell aufgetaut und gefüllt werden.

Die Füllung reicht so für 3-4 Portionen würde ich schätzen, das entspricht irgendwas zwischen 20 und 30 Ravioli.

Die Sauce ist mehr aus der Not heraus, noch irgendwie weitere Karotten zu verwerten, entstanden. Ich bin eigentlich kein Fan dieses Gemüses, zumindest nicht im gekochten Zustand, was vermutlich daran liegt, dass ich es immer eklig fand, wenn die eigentlich feste Möhre dann irgendwann nur noch Matsch ist. Könnte vielleicht auch an der enthaltenen Süsse liegen, zerkochte Kartoffeln find’ ich nämlich beispielsweise gar nicht schlimm. Diese Sauce ist jedenfalls unerwartet sommerlich angehaucht, was zum einen an der Knackigkeit von Karotten und Zwiebeln liegt, zum anderen an der leichten Säure der Cherrytomaten und des Balsamicos. Daher bitte, bitte die Möhren nicht zerkochen, sonst wird es vermutlich ziemlich schnell ziemlich bäh. Ich fand das jedenfalls echt lecker. Also, ab gehter.

Zutaten. Kosten pro Portion: 40-50 Cent

Teig für ca. 140 Ravioli. Kosten: 1,00-1,20 Euro

  • 900g Vollkornweizenmehl
  • 6 TL Salz
  • circa 450ml Wasser, evtl. etwas mehr, wenn’s zu trocken ist (bei mir waren es exakt 460ml…)
  • 50ml Olivenöl
  • Mehl zum Ausrollen (hier tut es das billige Weiszmehl für 35 Cent. am besten ein paar hundert Gramm als Reserve da haben)

Füllung für 3-4 Portionen. Kosten pro Portion: 10 Cent

  • 25g Sojagranulat
  • 1/2 TL Senf
  • 1/2 TL Brühe
  • Pfeffer
  • 1/3 Karotte
  • 1 Zwiebel

Sauce für 4 Portionen. Kosten pro Portion: 25 Cent

  • 2EL Öl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Karotten
  • 1 Päckchen passierte Tomaten
  • 1 EL weisser Balsamico Essig
  • 100g Cherrytomaten

Zubereitung

Etwas mehr Aufwand diesmal, aber dafür kann mensch dann in den nächstne Wochen (oder Monaten) immer schnell frische Ravioli selbst herstellen.

Das Mehl mit dem Salz in einer Schüssel vermischen. In einem Messbecher verrühren wir das Wasser mit dem Olivenöl und geben diese Mixtur langsam zu dem Mehl, während wir die dabei entstehende Mehl-Wasser-Mischung ständig mit einer Gabel verrühren. Mit den Händen solange bearbeiten, bis ein nicht mehr klebender, leicht formbarer Teig entstanden ist. In Alufolie oder so wickeln (gegen Austrocknung!) und in den Kühlschrank (oder auch irgendwo anders hin) stellen. Für

In der Zwischenzeit das Sojagranulat mit einer halben Tasse heissen Wassers mischen, das Brühpulver und den Senf dazugeben und quellen lassen. Nach 10 Minuten schauen, ob alles Wasser aufgenommen wurde. Wenn dem so sein sollte, prüfen, ob nicht noch die Hälfte des Granulats trocken und hart ist. Falls doch: noch etwas Wasser dazu. Danach die Drittel Karotte dazuraspeln, alles miteinander vermengen.

Nun geht es an die Ravioli: Wir schneiden vom Teig Stücke ab von der Grösze, dass sie noch problemlos in die Handfläche passen. Diese Stücke jeweils nochmal kurz durchkneten, zu einer Kugel formen, auf eine (überall!) bemehlte Arbeitsfläche (so Holzbretter von Mutti eignen sich dafür gut, oder aber diese groszen Kunststoffschneidbretter von Ikea) und schöööön ausrollen. Richtig schön dünn, so 1 Milimeter oder so. Ich empfehle ernsthaft die Verwendung solcher Ravioliformen, ich nahm die mit dem Durchmesser von 6cm. Andernfalls: Irgendein Glas oder etwas anderes, was sich zum Ausstechen eignet und idealerweise so um die 6cm Durchmesser hat, benutzen. Was auch immer mensch nimmt, ganz viele Kreise ausstechen, diese

  1. in die Mitte des Ravioliformers legen, ein wenig Füllung (ein gehäufter Teelöffel ist schon zuviel!) mittig draufsetzen, zusammenklappen. Oder
  2. in die Mitte der Teig-Kreise (Voll-Kornkreise in diesem Fall…) jeweils ein wenig Füllung geben (siehe 1!), vorsichtig zusammenklappen, die Ränder mit einer Gabel zusammendrücken.

Das Resultat auf einen bemehlten Teller o.ä. geben. Solange weitermachen, bis die Füllung aufgebraucht ist. Wenn die Ravioli an- oder aufeinander liegen, Mehl dazwischenstreuen, sonst kleben sie schlimmstenfalls aneinander fest. Der restliche Teig kann wieder in Folie gepackt und später verwendet werden.

Nungeht es an die Sauce: Wir erhitzen das Öl in einem Topf, werfen die Karotten hinzu und schwitzen diese 7 Minuten lang an. Nun gesellen sich die Zwiebelringe dazu, öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt. Nach weiteren 5 Minuten geben wir die Tomatenviertel dazu und löschen das Ganze mit dem Balsamico ab. Nochmal 5 Minuten ziehen lassen, anschlieszend die passierten Tomaten und das Brühpulver dazu. Bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Während dessen können die Ravioli ins mittlerweile hoffentlich kochende Wasser hüpfen. Wenn sie dann (nach ein paar Minuten, 5 oder so?) nacheinander an die Wasseroberfläche steigen, können sie entweder mit einem Schaumlöffel oder so entnommen, oder – die klassische Variante, die ich bevorzuge – in ein Sieb gekippt und mit kaltem Wasser kurz abgeschreckt werden. Auf die Teller, Sauce drüber, go!

DSCF7109

DSCF7093

Gemüse-Hack-Auflauf

Auflauf… Also Aufläufe fand ich früher vollkommen unprickelnd, nicht zuletzt sicherlich aufgrund des schon erwähnten Dreiklangs “Fleisch”-Gemüse-Sättigungsbeilage+Sauce, der sich, wenn mensch dem ständig ausgesetzt ist, auch einfach in den eigenen Ansprüchen manifestiert. Aufläufe sind, so erscheint es mir zumindest, neben Salat wahrscheinlich DAS prototypischste “Vegetarier”-Essen, zumindest in der Vorstellung jener, die sich bis dato nicht näher mit dieser Ernährungs- bzw. Lebensweise beschäftigten. Aufgewachsen in einem Dorf mitten im ostdeutschen Nirgendwo, und ich meine das nicht im romantischen Nebraska-Style, sondern eher in der Art, dass die nächste Stadt knapp 20km entfernt lag und die dort ansässige Pizzerie und das indische Restaurant die absolut EINZIGEN – und ich meine das so, wie ich es sage – Lokalitäten waren, wo mensch, wenn anlässlich von Geburtstag o.ä. ein Nahrungsausflug mit der Familie anstand, gefahrlos hingehen konnte und wusste, auf der Speisekarte tatsächlich auch Fleisch-(und Fisch, ja, und auch Geflügel!)lose Gerichte zu finden und nicht nur ratlose Gesichter beim Personal zu begutachten, wenn selbiges mit den (in diesem Fall nahrungsbezogenen) Bedürfnissen eines Vegetariers konfrontiert wird. Da hin und wieder auch mal einfache, “deutsche” Kost präferiert und ein solcherlei kredenzendes Lokal auserkoren wurde, war meine Frau Mama so nett, im Vorfeld dort anzurufen, um sich zu erkundigen, ob denn meine Mehr- oder Wenigkeit dort auch etwas serviert bekäme und nicht dazu verdammt ist, lediglich den anderen bei der Nahrungsaufnahme zuzuschauen. Ich kann mir gut vorstellen, dass der oder die Angerufene im Anschluss an das Telefonat einen kleinen roten Knopf, rechterhand unter dem Schreibtisch positioniert, drückte, und der gesamte Stab des Restaurants mit blechernen “Vegetarier, Vegetarier”-Rufen aus diversen Lautsprechern in Alarmbereitschaft versetzt wurde, rotes Licht verbreitende Rundumleuchten inklusive. Die Quintessenz war dann meist ein schöner Karteoffelauflauf, wahlweise noch mit anderem in der Küche rumfliegenden Grünzeug “aufgepeppt”, mit schön viel Sahne und dick Käse oben ‘rauf. Man möge mich nicht falsch verstehen, Kartoffeln kriegen von mir ein dickes “thumbs up!” und Käse fand ich auch nie verkehrt. Aber wenn schick Essen gegangen wird, jedes Gericht mindestens ‘nen Zehner kostet und alle um einen rum sich verschiedene exotische Tiere, gefüllt mit anderen, weniger exotischen Tieren, in die Speiseluken schaufeln, und mensch sitzt da, mit ‘nem Kartoffelauflauf a la Maggi oder Knorr, ist das schon recht armselig. Für jene, die das verbrochen haben. Jajaja, ich weiss, in der Kochausbildung wird wenig wert auf die Zubereitung von Gemüsekost gelegt und stattdessen allerlei Fauna seziert, mariniert und serviert. Aber wenn ich eines von dicken Kindern, die im Supermarkt auf dem Boden liegend die Fäuste in die Luft werfen und mit klirrender Stimme unverständliche Laute brüllen, gelernt habe, ist es das: Quengeln hilft! Dass Vegetarier zwar in der thüringischen Rhön, aber gesamtgesellschaftlich gesehen sicherlich KEIN Randphänomen mehr sind, sollte bekannt sein. Die Klientel ist also da, und somit auch genügend potentieller Umsatz, der sich mit dem Angebot von Pflanzenkost machen liesze. Die Fixierung auf die einfachst mögliche Zubereitungsart könnte da evtl. abschreckend wirken. Ich meine, bei fleischlicher Kost funktioniert es doch auch. Ich glaube, kaum ein Restaurantbetreiber könnte es sich leisten, als einzige fleischliche Darreichungsform das gemeine Schnitzel anzubieten, ausser vielleicht, es handelt sich um ein sog. Schnitzelhaus. Whatever.
In Jena gibt es übrigens derzeit eine “Initiative Vegane Mensa”, deren Ziele anfangs waren, ein veganes Gericht regulär auf dem Speiseplan zu verankern, mittlerweile ist mensch dort jedoch davon abgerückt und fordert nur noch die Kennzeichnung, falls das Gericht AUCH vegan sein sollte. Witzigerweise wurde bei der Arbeit mit jenen, die für die Mensaspeisen verantwortlich zeichnen, herausgefunden, dass viele der Zutaten, welche auf den ersten Blick NICHT vegan aussahen, es letztlich aber doch waren. Wundervolles Beispiel: BUTTERerbsen. Hoffnungsvoll in die Zukunft schauend gehe ich also davon aus, dass es nicht mehr lang dauern wird, bis die Möglichkeit, als Veganer öfter mal in der Mensa zu essen, keine Utopie mehr darstellt. Und wenn der Analogkäse dann seine leider noch ausstehende gesellschaftliche Renaissance hinter sich hat, sehe ich mich schon bald mit einem AUflauf aus Kartoffeln und Buttergemüse, mit Käse überbacken, auf dem Campus sitzend und Seitan preisend. Hach. Achja: falls mensch ‘ne Menge komischer Gemüsen am Start hat, die ersiees entweder unlecker findet oder mit denen ersiees vorher noch nie etwas anfing, ist folgendes Rezept eine ganz gute Verwertungsmöglichkeit. Bei mir waren es grüner Paprika (find ich bäh) und Chicoree (kannte ich bisher wohl nur in Kombination mit Orangen in irgendeinem Salat, ergatterte bei Norma allerdings 3 Stück für 29 Cent).

Zutaten für 3-4 Portionen. Kosten pro Portion: 60-80 Cent (plus Beilage).

  • 100g Sojahack (1 Euro)
  • 1TL Brühe
  • 200ml Wasser (ggf. mehr)
  • 2 Zucchini (sagen wir 30 Cent)
  • 1-2 Chicoree (vielleicht so 50Cent?)
  • 1 grüne Paprika (hm, 30 Cent vielleicht)
  • 1 Zwiebel (10 Cent)
  • Schwapp Öl
  • Salz, Pfeffer
  • 2-3 Tomaten (20 Cent)
  • Paniermehl

Zubereitung

Los gehts: Wasser in einem Wasserkocher erhitzen, in eine Schüssel gieszen, Brühpulver dazu, umrühren und das Sojahack dazu. Die Zucchini waschen, der länge nach vierteln und in Streifen schneiden. Den/die Paprika waschen, Kerngehäuse und Strunk entfernen und würfeln. Die Zwiebel abziehen und in Ringe schneiden. Schauen, ob das Sojahack schon soweit ist, es sollte durchgängig weich sein, das dauert so 15-30 Minuten. Wenn dem so ist: Das Öl in einer Pfanne (ein Wok funktioniert super, wegen der gröszeren Fläche) erhitzen, Zwiebel dazu, glasig werden lassen. Anschlieszend das Hack dazu, ein bisschen anbraten, dann Zucchini und Paprika dazu. Häufiger mal umrühren. Das Ganze so 15 Minuten lang auf dem Herd lassen. In der Zwischenzeit schonmal den Chicoree grob waschen, den Strunk abschneiden. Ein paar äussere Blätter abziehen und den Boden einer Auflaufform damit auslegen. Darauf dann die Hälfte der Gemüse-Hack-Mischung schaufeln, wieder eine Schicht Chicoree-Blätter, darauf dann den Rest der Hackmischung. Die Tomaten waschen, bei Bedarf (ich bin dann meistens doch zu faul, zumindest, wenn ich nur für mich koche) den Strunk entfernen, in SCheiben schneiden und oben auf dem Auflaufinhalt verteilen. Mit Paniermehl bestreuen und ab in den – bestenfalls bereits auf 175 Grad Celsius vorgeheizten – Ofen. Mensch kann das natürlich auch vollkommen ohne Beilagen verzehren, dann sind es allerdings nur schätzungsweise 2 Portionen. Es wäre aber auch ein bisschen zu eintönig, find ich. Gut passen würden jedoch Pell- oder Salzkartoffeln, oder aber diese Zucchini-Muffins, welche halbiert und angebraten werden. Reis oder Nudeln wären wohl nicht so gut, weil dafür zu wenig Flüssigkeit im Gericht vorhanden ist und es dadurch zu trocken werden könnte. Ein Brötchen – trocken oder mit Margarine beschmiert – auf die Hand dazu ist aber auch ‘ne ganz gängige Variante.
Krachen lassen!

DSCF7036

DSCF7046

Chow Mein – Chinesische Nudelpfanne

Ein wenig ruhig wurde es die letzten Tage auf dieser hübschen Selbstdarstellungsseite. Das lag weniger an Unlust oder Einigelung, sondern vielmehr daran, dass die Universität, bzw. deren Vertreter ihren Tribut in Form von ein paar geopferten Jungfrauen und ‘ner Hausarbeit forderten. In der Zwischenzeit konnte ich mich trotzdem nicht aufs Abmagern konzentrieren, sondern war gezwungen, die wenige mir zur Verfügung stehende Zeit zu groszen Teilen mit studiumsfernen Dingen wie der Zubereitung mal mehr, mal weniger exotischer Speisen zu verschwenden. Genug mit dem Prolog. Achja, in diesem Rezept hab ich auch mit einem Dogma gebrochen, nämlich dem, keine “fertigen” Zutaten zu verwenden. Dieses Glas Chinagemüs’ ist aber sicher kein Weltuntergang, denn bspw. Sprossen kriegt man hierzulande wohl kaum in anderer Darreichungsform als dieser. Ausserdem hab ich ja auch noch anderes frisches Zeug verarbeitet. Zuguterletzt nehme ich diesen Beitrag zum Anlass, ein länger (wenn man das bei einem gerade einen Monat alten Blog so sagen kann) geplantes Vorhaben in die Tat umzusetzen: die Aufschlüsselung der Preise für die Zutaten und damit die Kosten für eine Portion des jeweiligen Gerichts. Dient einerseits dazu, dem/der notorischen Pleitegeier/in einen Orientierungspunkt zu geben, wenn das Ende des Monats naht und sich im Portemonnaie nur noch Überreste längst vergangener Zivilisationen oder auch alte Kaugummis finden. Anderseits möchte ich damit zeigen, dass ich mit meiner Behauptung, dass einigermassen gutes Essen auch preiswert (bzw. BILLIG) zu haben ist, Recht behalte, und ich steh so derbe drauf, mir vor’m Spiegel einen runter zu holen, das glaubt ihr nicht! Ernst beiseite, et voilá: Lecker Chinafutter!

Zutaten für 4-5 Portionen; Kosten pro Portion: circa 80 Cent

  • 100g Sojaschnetzel (sieht aus wie Geschnetzeltes, also weniger brockig als Sojabrocken, aber auch keine Schnitzel, sondern quasi sowas wie in Scheiben geschnittene Schnitzel (bspw Sojasteakli)) (ca. 1 Euro)
  • 2 TL Brühpulver
  • 2 Möhren (in diesem Fall so 150g) (0,22)
  • 200g Lauch (circa 0,40)
  • 2 gelbe Spitzpaprika (circa 0,3)
  • 1 Glas Chinagemüse (0,69)
  • 200g Ananas (keine Ahnung, da gefunden; rechnen wir einfach mal mit 0,50)
  • 2TL Fünfgewürz
  • 4TL Sojasauce
  • 2 EL Essig
  • 260g Mie-Nudeln (< 1 Euro); gibt es häufig mal bei diversen Discountern, ansonsten im Asialaden nachschauen

Zubereitung

In eine Schüssel die Sojaschnetzel geben, 2 EL Brühpulver dazu und mit heissem Wasser übergiessen, so, dass das Wasser etwa einen Zentimeter höher als die Schnetzel steht. Umrühren. Die Möhren schälen, in Scheibchen schneiden. Den Lauch in etwa 1-2 Zentimeter breite Ringe schneiden. Die beiden Paprika von ihren Kerngehäusen befreien, waschen und in schmale Scheiben (so 3-5 Milimeter Breite vielleicht) schneiden. Je nachdem, ob mensch frische oder eingedoste, in letzterem Fall ob in Scheiben oder in Stücken, nimmt, muss nun unterschiedlich verfahren werden. Am Ende sollten jedenfalls lauter kleine Ananaswürfel mit circa 1 Zentimeter Kantenlänge auf dem Schneidbrett liegen. Die Nudeln können wir auch schonmal vorbereiten: Entweder nach Packungsbeilage verfahren oder sie in eine Schüssel geben, mit kochendem Wasser übergieszen und – falls sie dadurch nicht komplett weich werden – am Ende mit dem Wasser zusammen zu den restlichen Zutaten in den Wok geben und solange weiterköcheln, bis das Wasser verdunstet ist. Aber: Alles weitere dann unten.
Nun probieren wir mal, ob die Sojaschnetzelchen schon gut sind. Wenn ja, kippen wir das Wasser weg und erhitzen das Öl im Wok. Wir geben die Sojaschnetzel dazu und braten sie auf groszer Hitze schön scharf an. Sojasauce dazu geben, weiterrühren und rühren. Die Möhrchen dazu, und ebenfalls anbraten. Nach und Nach den Lauch, die Spitzpaprika und das Chinagemüse dazu, immer schön rühren, damit nichts anbrennt. Lecker Duft sollte eure Nasen umfloren! Wenn die Gemüsen alle ihre Flüssigkeiten eingebüszt haben, geben wir das Fünfgewürzpulver dazu, rühren nochmal kräftig und geben schlieszlich noch den Essig hinzu, ich hab’ Apfelessig genommen, funktionierte super. Nun geben wir die entweder schön weichen, abgetropften Nudeln dazu oder aber die noch ziemlich fest zusammenklebenden Exemplare, in diesem Fall aber noch mit dem Einweichwasser. In ersterem Fall sind wir gleich fertig, es fehlt nur noch die Ananas, welche wir dazu geben und alles schön vermischen. Im anderen Falle müssen wir erst noch das Wasser komplett verkochen lassen, bevor wir die Ananas dazuwerfen. In jedem Fall: Herd aus, den Wok-Inhalt auf eine Anzahl von Tellern geben, die der Anzahl der essenden Personen oder Tiere entspricht (beachte: gröszere Tiere essen meist mehr als kleine! vgl.: Stoffwechsel), Löffel oder Gabel daneben legen, bei den Händen fassen und “Piep piep piep, recht guten Appetit” grölen.
Anmerkung: Zum Aufwärmen des Gerichts bietet es sich an, ein wenig Öl in einer Pfanne zu erhitzen und den Nudel-Stuff dann noch mal schön anzubraten. Falls mensch da keinen Bock drauf hat: Mikrowelle funktioniert hier auch super.
Tschakka!
f

DSCF6957

Porno-Polonaise

Zutaten für 4 Portionen

  • 100g Sojagranulat
  • 300ml (möglichst kochendes) Wasser
  • 300g Tomaten
  • 300g Zucchini (2 mittelgrosze), etwas Salz zum drüber streuen
  • ‘ne Zwiebel
  • 1 Schwapp Öl
  • 1 TL Salz
  • 150ml trockener Rotwein
  • 1 TL Brühpulver
  • 200ml passierte Tomaten
  • 1 TL schwarzer gemahlener Pfeffer
  • wer mag: Saucenbinder o.ä.
  • 400-500g (Vollkorn-)Spaghetti oder andere Nudeln nach Wahl und Verfügbarkeit

Zubereitung

Wasser und Brühpulver mischen, das Sojagranulat hinzufügen und quellen lassen. In der Zwischenzeit kümmern wir uns um das Gemüse. Die Zucchini vierteln wir der Länge nach und schneiden das Resultat in so 5-10mm dicke Scheiben, so dass wir dann lauter kleine Viertelscheiben haben.

DSCF6453

Auf ein Küchentuch, meinetwegen auch ein Schneidbrett, einen Teller oder so werfen, Salz drüberstreuen. Das entzieht der Zucchini das Wasser, damit reduziert sich die Kochzeit ein wenig. Wenn man darauf keine Lust hat, ist das auch keine Katastrophe. Die Tomaten vierteln wir ebenfalls (also quasi mit dem Strunk nach unten zeigend hinlegen und in 4 Teile schneiden. Jaja, sollte klar sein, aber ich hab auch schon vor Apotheken gekotzt) und schneiden mit einem scharfen Messer sowohl Kerngehäuse als auch den Strunk heraus. Bei Kirschtomaten ist das etwas mühselig, dient aber dazu, dass wir dann nicht die ganzen Kerne und diesen Tomatenglibber im Essen haben, letzterer erhöht wiederum die Kochzeit. Der Strunk (bzw. alles, was an Tomaten grün ist) ist giftig. Zwar müsste man wahrscheinlich ‘ne komplette Schubkarre voll davon verdrücken, um sich über den Jordan zu schicken, aber da wir sowieso schon einen ungesunden Lebensstil haben und meinen, wenigstens mittels solch kleiner Gesten dies zu kompensieren, machen wir das einfach, Punkt.

DSCF6463

Zu guter letzt schneiden wir noch die Zwiebel in Ringe oder Würfelchen, ganz nach Belieben. Das war auch schon die Vorbereitung.
Das Sojagranulat sollte nun das Wasser komplett aufgenommen haben und hübsch hackig aussehen. Den berühmt berüchtigten Schwapp Öl erhitzen wir in einem Topf und geben die Zwiebel hinzu. Hübsch umrühren und das Sojahack hinzuwerfen. Die Hitze nicht reduzieren, sondern schön danebenstehen und häufiger mal umrühren, das brennt gut an! Wenn mensch den Eindruck hat, dass das Hack genug gebräunt oder -schwärzt ist, möge ErSieEs die Zucchinischnipsel dazugeben, rühren, rühren, popühren. Die Tomatenwürfel auch. Falls das geneigte nachkochende Individuum vorhin das Salzen der Zucchini unterlassen hat: jetzt einen Teelöffel Salz dazustreuen. Nach einer Weile sollte auf wundersame Weise ‘ne Menge Flüssigkeit dazugekommen sein; diese bitte vollständig verkochen lassen! Wenn das geschehen ist, mit dem Rotwein ablöschen und die passierten Tomaten dazugeben, den Pfeffer dazugeben, nach Geschmack salzen. In einem anderen Topf Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Kleiner Tipp von wegen Energie- und Zeitersparnis: einen Topf mit ein wenig Wasser (1 Tasse oder so) mit Deckel auf den Herd stellen, erhitzen. Gleichzeitig die restliche Menge Wasser im Wasserkocher erhitzen und anschlieszend dazugeben. Die Nudeln reinwerfen, nochmal aufkochen lassen und die Hitze auf die Hälfte reduzieren. Nach Packungsanweisung kochen (10 Minuten, schätzungsweise). Nach Verstreichen der Zeit die Nudeln samt Wasser in ein Sieb kippen, abschrecken mit bösem Blick oder ner Menge kalten Wassers. Noch ein bisschen abtropfen lassen, und zum Schluss die Nudeln auf die Teller der EsserInnen verteilen, mit der Bolognese toppen, servieren und reingehaun!
knarF

DSCF6491

Pfirsich-Curry mit Fakefleisch

Nachdem mich ein nächtlicher Ausflug zum Discounter meines Vertrauens mit einer Unmenge verzehrwerter Nektarinen (nein, keine Pfirsiche. Da das eine aber nur ne Mutation des anderen ist und Pfirsiche irgendwie “truer” und “realer” (englisch ausgesprochen) sind, heisst das Ganze “Pfirsich-Curry”. Probleme damit?) belohnte, ich dem meisten Obst in roher, unpürierter Form aber wenig abzugewinnen vermag, begab ich mich googelnd auf die Suche nach einer Verwertungsmöglichkeit, in welcher mindestens ein Kochtopf vorkommt. Ziemlich schnell fand ich somit Inspiration in der chinesischen Küche. Da ich aber auch noch ein paar Bananen vor der Biotonne retten musste und zudem noch Appetit auf Fakefleisch hatte, blieb mir schlieszlich nichts anderes übrig, als nach eigenem Gutdünken zu verfahren und zu hoffen, dass ich mir im Anschluss nicht die Gedärme aus dem Leib reiern muss. Experiment geglückt! Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass Curry und China eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Ausserdem bin ich eigentlich auch kein Freund von fertig zusammengepanschtem Currypulver, bei indischen Gerichten bevorzuge ich daher auch das eigenhändige Verrühren von Koriander, Cumin usw. Da ich von asiatischer Küche allerdings relativ wenig Ahnung habe, vor allem, wenn noch Zutaten wie Obst Verwendung finden, wollte ich mich nicht allein auf mein Gespür verlassen. Daher könnte man das Ganze vielleicht als Art “Crossover-Küche” bezeichnen, böswilligere Zeitgenossen würden die Formulierung “Vergewaltigung der chinesischen Esskultur” benutzen. Mit zunehmenden Erfahrungen werde ich versuchen, dies nachträglich zu korrigieren, versprochen. Vorteil dieses Gerichts ist aber, dass es nicht sonderlich lang dauert, wenig Aufwand erfordert und zudem auch noch gut schmeckt, wenigstens aber “interessant”.

DSCF6231

Zutaten für circa 3 Portionen:

  • 3 Nektarinen oder Pfirsiche
  • 2 Bananen
  • 1 Schwapp Öl (Sesamöl ist relativ authentisch. Gerne aber auch Nullachtfuffzehn Pflanzenöl)
  • 1 Zwiebel
  • 100ml Sojamilch (oder -sahne. Ist aber teurer. Und Öl+Milch ergibt schlieszlich auch irgendne Art Sahne, oder?)
  • 1TL 5-Gewürzpulver (chinesisch)
  • 1TL Ingwer (wer frischen bevorzugt, möge diesen nehmen. nicht vergessen: vorher schälen, anschliessend raspeln oder kleinschneiden)
  • 1TL Cayennepfeffer
  • 1TL Currypulver
  • 1-2 Zehen Knoblauch, gepresst, gequetscht oder zerschnibbelt, oder das Äquivalent in Streugut
  • 2EL Zitronensaftkonzentrat (aus diesen kleinen niedlichen Fläschchen. Ich weiss: der Saft einer frischen Zitrone ist besser, leckerer etc., ich hatte aber keine da und ausserdem auch kein Geld)
  • Salz nach Geschmack
  • 200-300g Fakefleisch, ganz nach individuellen Vorlieben (Seitan, Sojasteakli, Tofu, Tempeh; Zubereitung siehe unten)
  • Reis: Menge je nach Angaben auf der Packung, lieber etwas mehr.

Zubereitung

Wenn es sich um ungewürztes Fleischimitat handelt, sollte mensch es vorher irgendwie geschmacklich “aufpimpen”. Ich entschied mich im übrigen für die fabelhaften Chickpea-Cutlets aus dem Veganomicon, die hatte ich vorher schon ein wenig überwürzt und so gingen sie in diesem Gericht geschmacklich nicht vollkommen unter.

  • Sojasteakli: wie gewohnt in starker Brühe kochen, diese nach Bedarf noch mit Sojasauce und diversen schärferen Ingredienzien aufmöbeln. Wenn die Schnitzelchen durch sind, auspressen, in Streifen schneiden. Die Brühe kann mensch noch ein bisschen einkochen lassen und als Fond für ‘ne Sauce oder so verwenden. Dies sollte mensch allerdings in den nächsten Tagen tun, oder aber mit Einkochgläsern und heissem Wasser oder wie auch immer mensch das macht haltbar machen. Einmal tat ich weder das eine, noch das andere und bewahrte über Monate hinweg eine mehr und mehr lebendig aussehende Flüssigkeit, die ich irgendwann Klaus taufte, auf meinem Fensterbrett auf. Besucher nahmen das immer wieder verwundert zur Kenntnis und fragten mich auch hin und wieder, ob er denn schon laufen oder sprechen kann, wann er denn in die Schule kommt und solche Sachen. Irgendwann warf ich Klaus ins Klo.
  • Seitan oder Tempeh: mit Sojasauce beträufeln, gerne auch noch Cayennepfeffer oder so drauf streuen.
  • Tofu: ordentlich auspressen! Trick: in kleine, 0,5-0,8cm dicke Streifen schneiden, auf einen Teller legen (zwischen den Streifen Platz lassen!), in die Mikrowelle packen, bei höchster Stufe so 5 Minuten erhitzen, anschließend die Teile wenden und noch mal für ein paar Minuten (am besten erstmal nur so 2 Minuten, es soll schlieszlich nicht zu trocken werden) durchwellern. So bekommt der Tofu eine spitzen Textur, mensch muss nur echt aufpassen, dass er nicht zu trocken und zäh wird. Anschlieszend mit Sojasauce und Gewürzen nach Wahl (auch hier: scharf is best) malträtieren.

Weitere Vorbereitung: Die Zwiebel scheiblieren, das Steinobst würfeln oder in Scheiben schneiden (ich bin da ganz undogmatisch), die Bananen – sofern sie noch einigermassen in Form sind – in Scheiben schneiden.

Nun der schöne Part: Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebeln ein bisschen verglasen lassen, die Bananenscheibchen dazu geben und auch ein wenig anschwitzen lassen. Nun die Steinobstscheiben, -würfel oder was auch immer dazugeben und beobachten, wie die ganze Chose immer breiiger wird. Nicht verzweifeln! Was man an Gewürzen von dort oben in seiner Küche finden konnte, kann nun auch dazu geworfen werden, umrühren. Wiederholung von letzter Stunde: Streugewürze über den Umweg eines Löffels, eines Tellers oder aber der blanken (gewaschenen!) Hand an heisse Speisen geben! Aufpassen, nicht anbrennen lassen! Mit Sojamilch ablöschen, umrühren, noch ein wenig einkochen lassen. Währenddessen schonmal den Boden einer Aufflaufform mit den Fakefleischstreifchen auskleiden, gerne auch überlappend, und bedenke: lieber zu viel als zu wenig. Den Ofen schonmal auf 180-200° C vorheizen. Den Inhalt des Topfs mit viel Liebe und gaaanz behutsam in die Auflaufform gieszen, wir wollen schlieszlich nicht rumsauen und uns auch nichts von der heissen Pampe auf unsere stählernen Bodies kippen. Form in den Ofen schieben, wo sie sich gut eine halbe Stunde der tropischen Zustände erfreuen darf. In der Zwischenzeit kann mensch sich um den Reis kümmern. Wenn wir stinknormalen weissen Reis haben, gehen wir wie folgt vor: für eine Person rechnen wir circa eine dreiviertel Tasse plus die doppelte Menge Wasser. Den Reis in einen Topf geben, Herdplatte anschalten, unter Rühren ein wenig anrösten => zaubert ein wenig zusätzliches Aroma rein. Basmati ist im Übrigen King! Der Reis soll nicht schwarz werden, also nicht übertreiben. Das Wasser dazu (also pro Person circa anderthalb Tassen), dazu noch etwas Salz, umrühren, Deckel drauf, aufkochen lassen. Wenn es erst einmal kocht, die Temperatur auf maximal die Hälfte reduzieren, nochmal umrühren, weiter Deckel drauf lassen und so für 10 bis 20 Minuten köcheln lassen. Das Tolle daran ist, dass am Ende der Reis das Wasser vollständig aufgenommen hat, den perfekten Biss hat und man nicht mit Kochbeuteln kämpfen muss, aus denen heisses Wasser fliesst, welches es nur darauf abgesehen hat, unsere göttlichen Hände zu verbrennen. Bei Naturreis kann man prinzipiell genauso verfahren, nur erstens dauert es da mindestens eine halbe Stunde und zweitens kann es sein, dass man am Ende ohne Deckel kochen muss, weil der Reis sich dagegen sträubt, das gesamte Wasser aufzusaugen.

Nachdem wir auch diese Hürde gemeistert haben, geht es nun an’s Anrichten. Toll sieht es aus, wenn man eine möglichst flache Tasse mit Reis füllt, diesen festdrückt, einen Teller mittig auf die Tasse setzt, die ganze Konstruktion voooorsichtig umdreht und die Tasse anhebt. Voila, eine wunderhübsche Reiskugel! Nun kann man das Curry aus der Auflaufform schön drumherum drapieren und wenn man sich anspruchsvoll oder betrunken genug fühlt, kann man noch mit Kräutern oder Gewürzen (für das Foto entschied ich mich für getrocknete Petersilie) eine hübsche Dekowinterlandschaft modellieren.

Buon appetito

DSCF6235

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.