Archiv der Kategorie: Saucen

Gefüllte Paprika mit Zucchinisauce auf Spaghettinestchen

2011-08-14 20-02-42 - Z8140012

Kurz vor Ladenschluss noch ein Paket roter Spitzpaprika zum Superspitzensonderpreis ergattern und damit vor dem Kompost retten, das ist so für gewöhnlich meine gute Tat des Tages, wenn sich nicht irgendwelche Omis über die Straße tragen lassen oder so. Da aktuell in meinen Augen noch keine Gulasch- bzw. Pörkölt-Zeit ist, kommt mein zweitliebster Paprikaverwendungszweck zum Zuge: Füllen! Zwar hier schonmal vorexerziert, aber nochmal abgewandelt neu probiert. Ebenfalls gut und prinzipiell der Erwähnung wert. Auf der Suche nach geignetem Tellerumfeld fokussierte ich mich auf saisonal Verfügbares und landete bei, tada: Zucchini. Die sommerliche Zucchinischwemme finde ich nach wie vor eher toll. Da sich die ‘kleinen Kürbisse’ ja auch einige Zeit halten, greife ich gerne mal zu, wenn sie günstig zu haben sind.
Ich hatte mir vor längerer Zeit mal einen Kugelformer angeschafft, weil ich die Idee, Gemüse (und prinzipiell auch Obst) in handlichen, mundgerechten Kügelchen auf Teller zu drapieren wirklich reizend fand und finde. Nur fristete die Neuanschaffung dann doch nur ihr Dasein im Schrank, bis ich mir kürzlich endlich ein Herz fasste. Und es nicht bereuen muss(te). Ich wollte eine sommerliche Nudelsauce machen, die ausnahmsweise ohne Tomaten auskommt und zudem auch nett anzuschauen ist. Die wenigen Verwendung findenden Gewürze betonen den zarten Eigengeschmack der Zucchini, ohne ihn zu übertönen. Schmackofatz, um es einfacher zu formulieren.
Dazu passen, wie schon erwähnt, Spaghetti, oder auch Tagliatelle, welche sich halt ganz gut anrichten lassen, sodass die Sauce obenauf thront und es alles nett anzuschauen ist.

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Zutaten (3-4 Portionen)

  • für die Paprika:
  • 500g Spitzpaprika, rot oder gelb
  • 150g Linsen, 24 Stunden zuvor in Wasser einweichen
  • Sojasauce, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe,
  • etwas gekörnte Brühe
  • Salz, Pfeffer
  • Senf
  • für die Sauce:
  • 1 Zucchino
  • 200-300ml Wasser
  • Salz
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen

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Zubereitung

Die Paprika waschen, den Stielansatz herausschneiden, das Kerngehäuse entfernen, beiseite legen. Die Linsen zusammen mit den restlichen Zutaten pürieren und mit den Gewürzen abschmecken. In die Paprika füllen. Diese mit Öl bepinseln und für 30 Minuten in den auf 175 Grad Celsius vorgeheizten Ofen geben.
Mit dem Kugelformer soviele Kugeln aus dem Zucchino ausstechen, wie es möglich ist (also solange noch halbwegs vollständige Kugeln rauskommen und nicht nur Halbmonde). Den Rest der Frucht grob würfeln und zusammen mit dem Wasser pürieren.

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Olivenöl im Topf erhitzen, die Zwiebel würfeln und dazugeben und glasig dünsten. Den Knoblauch hineinpressen, kurz mitdünsten, aufpassen, dass er nicht anbrennt. Die Zucchinikugeln dazugeben und kurz andünsten, Mehl darüber stäuben und gut durchrühren. Mit der pürierten Zucchini-Wasser-Mischung ablöschen, aufkochen und mit Salz ablöschen.

2011-08-14 20-02-03 - Z8140002

Ravioli mit Hackfüllung und fruchtiger Sommersauce

Ravioli Baby! Da stinknormale Pastaprodukte auf Dauer recht öde sind, bin ich in den letzten Jahren auf den Trichter gekommen, mir häufiger so Sachen wie Ravioli und Tortellini zu kaufen. Im Kaufland bspw. gibt es eine nette Auswahl vegetarischer Varianten, die zwar teurer als “normale” Nudeln sind, dafür braucht Mensch aber auch weniger Sauce, um die Geschmacksknospen ordentlich in Wallung zu bringen. Da manche Leute jedoch immernoch auf dem Kurs sind, dass Eier in Nudelproukten ein “Qualitätsmerkmal” seien, sind diese ganzen leckeren Teigteilchen zumindest aus o.g. – ja sehr preiswerten – Läden samt und sonders für die vegane Ernährungsweise ungeeignet. Daher hab ich mir letzte Woche bei eBay ein Dreierset Ravioliformern gekauft, inklusive Versand 7,40 Euro, also noch im grünen Bereich. Beim nächsten Mal werd ich dann auch die Ravioliherstellung bebildern. Tolle Sache jedenfalls, kann mensch auch allerlei anderes Gefülltes mit zubereiten, auch so apfeltaschenmäsziges. Da ich allgemein jedoch kein groszer Freund von Knet-Action bin, stell ich lieber mit einem Mal gröszere Mengen her, um dann Teile davon einzufrieren. Hierbei bietet es sich übrigens an, die ausgestochenen Raviolikreise – mit etwas Backpapier o.ä. dazwischen, damit mensch am Ende nicht doch wieder mit einem dicken Klumpen Teig dasteht – einzufrieren, die können bei Bedarf dann schnell aufgetaut und gefüllt werden.

Die Füllung reicht so für 3-4 Portionen würde ich schätzen, das entspricht irgendwas zwischen 20 und 30 Ravioli.

Die Sauce ist mehr aus der Not heraus, noch irgendwie weitere Karotten zu verwerten, entstanden. Ich bin eigentlich kein Fan dieses Gemüses, zumindest nicht im gekochten Zustand, was vermutlich daran liegt, dass ich es immer eklig fand, wenn die eigentlich feste Möhre dann irgendwann nur noch Matsch ist. Könnte vielleicht auch an der enthaltenen Süsse liegen, zerkochte Kartoffeln find’ ich nämlich beispielsweise gar nicht schlimm. Diese Sauce ist jedenfalls unerwartet sommerlich angehaucht, was zum einen an der Knackigkeit von Karotten und Zwiebeln liegt, zum anderen an der leichten Säure der Cherrytomaten und des Balsamicos. Daher bitte, bitte die Möhren nicht zerkochen, sonst wird es vermutlich ziemlich schnell ziemlich bäh. Ich fand das jedenfalls echt lecker. Also, ab gehter.

Zutaten. Kosten pro Portion: 40-50 Cent

Teig für ca. 140 Ravioli. Kosten: 1,00-1,20 Euro

  • 900g Vollkornweizenmehl
  • 6 TL Salz
  • circa 450ml Wasser, evtl. etwas mehr, wenn’s zu trocken ist (bei mir waren es exakt 460ml…)
  • 50ml Olivenöl
  • Mehl zum Ausrollen (hier tut es das billige Weiszmehl für 35 Cent. am besten ein paar hundert Gramm als Reserve da haben)

Füllung für 3-4 Portionen. Kosten pro Portion: 10 Cent

  • 25g Sojagranulat
  • 1/2 TL Senf
  • 1/2 TL Brühe
  • Pfeffer
  • 1/3 Karotte
  • 1 Zwiebel

Sauce für 4 Portionen. Kosten pro Portion: 25 Cent

  • 2EL Öl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Karotten
  • 1 Päckchen passierte Tomaten
  • 1 EL weisser Balsamico Essig
  • 100g Cherrytomaten

Zubereitung

Etwas mehr Aufwand diesmal, aber dafür kann mensch dann in den nächstne Wochen (oder Monaten) immer schnell frische Ravioli selbst herstellen.

Das Mehl mit dem Salz in einer Schüssel vermischen. In einem Messbecher verrühren wir das Wasser mit dem Olivenöl und geben diese Mixtur langsam zu dem Mehl, während wir die dabei entstehende Mehl-Wasser-Mischung ständig mit einer Gabel verrühren. Mit den Händen solange bearbeiten, bis ein nicht mehr klebender, leicht formbarer Teig entstanden ist. In Alufolie oder so wickeln (gegen Austrocknung!) und in den Kühlschrank (oder auch irgendwo anders hin) stellen. Für

In der Zwischenzeit das Sojagranulat mit einer halben Tasse heissen Wassers mischen, das Brühpulver und den Senf dazugeben und quellen lassen. Nach 10 Minuten schauen, ob alles Wasser aufgenommen wurde. Wenn dem so sein sollte, prüfen, ob nicht noch die Hälfte des Granulats trocken und hart ist. Falls doch: noch etwas Wasser dazu. Danach die Drittel Karotte dazuraspeln, alles miteinander vermengen.

Nun geht es an die Ravioli: Wir schneiden vom Teig Stücke ab von der Grösze, dass sie noch problemlos in die Handfläche passen. Diese Stücke jeweils nochmal kurz durchkneten, zu einer Kugel formen, auf eine (überall!) bemehlte Arbeitsfläche (so Holzbretter von Mutti eignen sich dafür gut, oder aber diese groszen Kunststoffschneidbretter von Ikea) und schöööön ausrollen. Richtig schön dünn, so 1 Milimeter oder so. Ich empfehle ernsthaft die Verwendung solcher Ravioliformen, ich nahm die mit dem Durchmesser von 6cm. Andernfalls: Irgendein Glas oder etwas anderes, was sich zum Ausstechen eignet und idealerweise so um die 6cm Durchmesser hat, benutzen. Was auch immer mensch nimmt, ganz viele Kreise ausstechen, diese

  1. in die Mitte des Ravioliformers legen, ein wenig Füllung (ein gehäufter Teelöffel ist schon zuviel!) mittig draufsetzen, zusammenklappen. Oder
  2. in die Mitte der Teig-Kreise (Voll-Kornkreise in diesem Fall…) jeweils ein wenig Füllung geben (siehe 1!), vorsichtig zusammenklappen, die Ränder mit einer Gabel zusammendrücken.

Das Resultat auf einen bemehlten Teller o.ä. geben. Solange weitermachen, bis die Füllung aufgebraucht ist. Wenn die Ravioli an- oder aufeinander liegen, Mehl dazwischenstreuen, sonst kleben sie schlimmstenfalls aneinander fest. Der restliche Teig kann wieder in Folie gepackt und später verwendet werden.

Nungeht es an die Sauce: Wir erhitzen das Öl in einem Topf, werfen die Karotten hinzu und schwitzen diese 7 Minuten lang an. Nun gesellen sich die Zwiebelringe dazu, öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt. Nach weiteren 5 Minuten geben wir die Tomatenviertel dazu und löschen das Ganze mit dem Balsamico ab. Nochmal 5 Minuten ziehen lassen, anschlieszend die passierten Tomaten und das Brühpulver dazu. Bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Während dessen können die Ravioli ins mittlerweile hoffentlich kochende Wasser hüpfen. Wenn sie dann (nach ein paar Minuten, 5 oder so?) nacheinander an die Wasseroberfläche steigen, können sie entweder mit einem Schaumlöffel oder so entnommen, oder – die klassische Variante, die ich bevorzuge – in ein Sieb gekippt und mit kaltem Wasser kurz abgeschreckt werden. Auf die Teller, Sauce drüber, go!

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Rucolapesto

Rucola fand ich eigentlich immer doof, bis ich neulich bei Aldi ‘ne Schale für 49 Cent fand und gezwungen war, das Kraut zu verwenden, bevor es welkt. Zugegeben, ein paar Stängel auf Pizza o.ä. sind ok, aber gröszere Mengen unterzubringen (vielleicht abgesehen von der Rucolasauce von vor ein paar Wochen) fiel mir immer recht schwer, vor Allem, weil dieses Grünzeug sich auch nicht so lang lagern lässt und zeitnah verwendet werden will. Lösung: Rucolapesto! Kann mensch von da an als gewürziges i-Tüpfelchen überall mit ranhauen, ausserdem, das ist jedoch nur eine Vermutung, lässt sich das – analog zum Pesto Genovese – mit ein wenig Nudelwasser verdünnt als Pastasauce verwenden. Ist ausserdem leicht herzustellen und gut haltbar (Glas mit Schraubverschluss bereithalten!).

Zutaten für so circa 200g: Kostenpunkt: irgendwo zwischen 50Cent und ‘nem Euro

  • ein Paket Rucola (125g waren es in meinem Fall. Bei 150g ggf die andern Zutaten ein wenig anpassen
  • 100ml Öl; vielleicht einen Teil des Öls durch Olivenöl ersetzen, von wegen andere geschmackliche Facetten und so…
  • eine handvoll Pinienkerne und/oder Sonnenblumenkerne; Pinienkerne sind bekanntlich nicht ganz billig, ich bin mir auch nicht sicher, ob der Geschmack da so rausstrahlt, schlieszlich ist der Rucola recht vordergründig dabei. Wer Sonnenblumenkerne verwendet, kann sie ja vorher ohne Öl in einer Pfanne noch kurz anrösten. Aber Achtung: einmal heiss, brennen die Teile ratzfatz an!
  • 1 EL Zitronensaft (Konservierungszwecke)
  • Salz (auch aus Konservierungszwecken)

Zubereitung

Wer einen Mixer hat, ist ganz klar im Vorteil, soviel vorab. Mit Pürierstab gehts bestimmt auch, aber da benötigt mensch auf jeden Fall ein ausreichend groszes Gefäsz, sonst gerät das Ganze zur Schikane. Wer kein Leben hat und Bock auf ‘ne Sehnenscheidenentzündung hat, kann auch drauf los mörsern, als obs kein Morgen gäbe. Für den Rest von uns: Wir schnappen uns den/die/das Rucola, waschen und (grob) zerpflücken ihn/sie/es und werfen das Resultat in den Mixer. Die restlichen Zutaten dazu, Deckel drauf und Party hard! Wenn es weniger mixt, als es soll, ausschalten, Deckel wieder runter, und ein bisschen mit Besteck deiner Wahl drin rumstochern und umrühren. Ihr kriegt das schon hin, tschakka! Am Ende sollte eine dickflüssige Pampe übrig sein. Sofern wir sie nicht sofort vollständig verwenden, füllen wir sie in ein verschlieszbares Schraubglas (welches wir idealerweise vorher mal kurz mit heissem – besser: kochendem! – Wasser ausgespült haben) und packen’s in den Kühlschrank.

Das war einfach, nech?!

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