Chatschapuri

OLYMPUS DIGITAL CAMERASo, liebes Publikum,

die eigene Schusseligkeit bietet bisweilen so manchen Überraschungsmoment, so z. B. wenn man auf die Idee kommt, ein Rezept nachzukochen, das man bereits vor knapp zwei Jahren verbloggt hat, um dann nach vergeblicher Suche auf dem eigenen Blog festzustellen, dass der Eintrag zwar geschrieben, aber nie veröffentlicht wurde. Der nun folgende Beitrag möge bitte auch als Veranstaltungshinweis betrachtet werden, denn der Connewitzer Weihnachtsmarkt, der darin eine Rolle spielt, ist wirklich verdammt toll und unbedingt des Hingehens wert. Zeitreise in den Dezember 2014:

Jüngst war ja vielerorts Weihnachtsmarkt, die Aufmerksamen werden das mitbekommen haben. So auch in Leipzig. Hier gibt es jedes Jahr am Connewitzer Kreuz einen alternativen Weihnachtsmarkt, der an sich sehr niedlich ist und wo es mehr so Dawandasachen gibt als den anderen saisonalen Nippes. Die Atmosphäre ist jedenfalls auch weit angenehmer, wie ich finde. Dort gibt es auch diverse gastronomische Angebote, aber neben der notorischen Bratwurst auch ein paar andere Leckereien, „Maza Pita“ bspw. bieten dort ihre vegetarische und vegane Mezzeplatte feil. Dieses Jahr, zumindest für mich neu, war da auch ein Stand der etwas Unaussprechliches, irgendwie osteuropäisch Anmutendes anbot, das recht lecker aussah und sich auf Nachfrage als georgische Spezialität entpuppte: Chatchapuri. Eine Art Fladenbrot aus mit Joghurt zubereitetem Hefeteig, in verschiedenen Varianten gefüllt, bspw. mit Käse. Verzehrt, für gut befunden und auf die Nachkochliste geschoben. Als ich den Eintrag in meine To-cook-Liste machen wollte, sah ich witzigerweise ein paar Zeilen weiter oben Folgendes: Khachapuri. Offenbar bin ich da vor ein paar Monaten bereits drüber gestolpert und hatte es vergessen.

Den Teig hab ich mir selbst ausgedacht, bei den unveganen Versionen, die ich fand, waren immer Eier mit im Spiel und bei den veganen hat immer der Joghurt gefehlt. Den Cashewricotta habe ich mir von hier geklaut. 

Als Käse habe ich von geriebenen Mozzarella von Soyatoo genommen, der, anders als der Herr Antje-Käse von derselben Firma, durchaus genießbar ist.

Von meiner Vorliebe für gefüllte Teigspeisen habe ich auf dem Blog bereits mehrfach berichtet, für mich ist das daher ein potentielles Lieblingsgericht! Einfrieren sollte auch kein Problem darstellen, daher auch für Singlehaushalte bzw. auch in größeren Mengen zubereitbar.

Zutaten für 3-4 Portionen

Teig

  • 500g Mehl
  • 250g Sojajoghurt (um Himmels Willen keinen Alpro!!)
  • 50ml Sojamilch
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • Salz

Füllung

  • 100g Cashews, eingeweicht
  • 50ml Öl
  • 1 EL Tahini
  • 1 Zitrone
  • Salz
  • 100g veganer Reibekäse

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Zubereitung

Am Vortag die Cashews einweichen.

Aus den Teigzutaten einen hübschen Teig zurechtkneten, ggf. noch Sojamilch oder Mehl hinzufügen, wenn zu trocken bzw. zu feucht. Zwei Stunden gehen lassen.

Die Cashewkerne abgießen und mit den anderen Zutaten (außer dem Käse) pürieren. Mit dem Käse vermischen, mit Salz abschmecken.

Den Teig in vier Portionen teilen. Jede Portion zu einer Kugel formen, dünn ausrollen und in die Mitte ein Viertel der Füllung geben. Die Ränder mit Wasser befeuchten und nach oben hin wie ein Säckchen zusammenklappen und vorsichtig flachdrücken. Die Ränder müssen fest zusammen sein. Vorsichtig ausrollen. Wenn irgendwo Füllung austritt, mit etwas Teig verschließen. Ich habe das ehrlich gesagt auch nur so semigut hinbekommen, die restlichen Chatchapuris waren wesentlich kleiner als der erste, weil ich sie kaum ausgerollt bekam. Ist aber nicht so schlimm.

In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und jeden der Fladen von beiden Seiten bei mittlerer Hitze anbraten. Sie sollten schön braun werden. Je nachdem, wie dick sie sind, kann es unter Umständen ein paar Minuten dauern, bis sie durch sind. Die Kontrolle ist ein bisschen schwierig und Gefühlssache. An den Seiten sollte der Teig jedenfalls auch durchgebacken sein und eben nicht mehr roh, das ist ein ganz guter Indikator. Lieber etwas zu lang braten, ggf. Hitze reduzieren.

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Erbazzone

Die wenigsten Dinge, die ich so tue, haben tatsächlich einen großen, dahinterstehenden Sinn oder sind Teil eines von mir verfolgten Plans oder Lebensentwurfs. Meistens handelt es sich vielmehr um bloße Übersprungshandlungen, ausgeführt, weil sich irgendwelche anderen Dinge nicht ändern lassen und sich auf diese Weise eine Form von Befriedigung herstellen lässt. Mein Umzug nach Leipzig oder die Anschaffung der Katze zählen bspw. in diese Kategorie. Und vor ca. 7 Wochen packte mich, nachdem ich bereits wieder einen größeren zweistelligen Eurobetrag in die neue Balkonbepflanzungssaison investiert hatte, die fixe Idee, einen eigenen Garten zu bewirtschaften und dort schalten und walten zu können, wie es mir beliebt. Ca. 2 Wochen später hatte ich den Vertrag unterschrieben und genügend Biomasse, um mich ein Jahr lang mit Energie zu versorgen, in Pflanzenform herumstehen. Die Vorpächterin hatte schon diverses Gemüse ausgesät, wobei die Differenz zwischen den an den Reihen befestigten Schildchen und den tatsächlichen Pflanzen zum Teil frappierend war. Was z. B. als Bohnen deklariert war, entpuppte sich, dank der umfänglichen Sachkenntnis meines Kumpels S., als Mangold, der jedoch so eng gesät war, dass knappe 80 Prozent der Pflanzen auf S.‘ Anraten direkt verwertet werden mussten. Ich habe glaube ich einmal in meinem Leben Mangold zubereitet, daher einfach mal das Internet durchforstet und dabei auf ein italienisches Gericht namens Erbazzone gestolpert. Vielfach mit Schinken oder Käse zubereitet, wurde die Entwicklung einer veganen Variante erforderlich. Im Grunde wie von hier, aber einfacher und mit etwas Spinat, weil nicht genügend Mangold vorhanden war. Ein wirklich simples Gericht, das aber auch recht praktisch ist für unterwegs und sich in meinen Augen perfekt zur Mangoldverwertung eignet.

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Zutaten für 2-3 Portionen

  • 300g Mehl
  • 80ml Olivenöl
  • Wasser nach Bedarf
  • Salz
  • 300g Mangold
  • 140g Spinat
  • 2 Zwiebeln
  • Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung (Dauer: ca. eine halbe bis ganze Stunde plus Backzeit)

Mehl und Öl miteinander mischen. Schrittweise so viel Wasser zugeben, dass ein knetbarer, geschmeidiger Teig entsteht. Zu einer Kugel formen und in den Kühlschrank legen.

Den Mangold ordentlich waschen und grob trockenschleudern. Mit dem Spinat, sofern es sich um frischen handelt, ebenso verfahren. Falls es sich um TK-Spinat handelt, diesen in eine weite Pfanne geben und langsam auftauen.

Die Zwiebeln abziehen und würfeln.

Den Mangold und ggf. frischen Spinat grob hacken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen (wenn, wie oben, bereits der Spinat in der Pfanne ist, diese so lange erhitzen, bis der Spinat aufgetaut und die Flüssigkeit verdampft ist, erst danach das Öl zugeben) und zuerst die Zwiebeln anbraten und danach den Mangold (plus ggf. Spinat) hineingeben und bei mittlerer Hitze zusammenfallen lassen. Häufig rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Petersilie hacken und dazugeben.

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Den Teig halbieren und mithilfe des Bodens einer Springform zu zwei Kreisen ausrollen, der eine etwas größer als der andere. Den größeren Teigkreis auf den Springformboden legen, die Mangoldfüllung drauf geben, den kleinen Teigkreis daraufgeben und die Ränder von unten hochklappen und den Teigfladen verschließen.

Mit etwas Öl bepinseln und bei 160 °C ca. eine Dreiviertelstunde lang backen. Vor dem Anschneiden kurz abkühlen lassen.

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Sauerkraut-Seitan-Bratlinge mit Laugenknödel

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Vor Kurzem habe ich mir einen meiner zahlreichen Träume erfüllt, die selten einen tatsächlichen “Vorteil” oder so für mich brächten, sondern einfach um des Haben-Wollens existieren. Wenige Minuten der Erleichterung hinsichtlich meiner finanziellen Situation erzeugten den Impuls, der nur ca. 2 Stunden später zum Besitz einer Küchenmaschine führte. Ganz geil eigentlich. Eine Bosch Mum6, uraltes Teil, das von nun an in meiner Familie im Rahmen eines Initiationsritus an die jeweils folgende Generation weitergegeben werden wird. Der Umfang des Zubehörs ist zwar nicht ganz gering, aber ich bin mir sicher, mithilfe eines 3D-Druckers (auch einer dieser Träume) könnte man das Ding auch als Plattenspieler, Wäschetrockner und Nähmaschine zweckentfremden.

Dabei war jedenfalls auch ein Fleischwolf, der ebenfalls seit bestimmt 6, 7 Jahren auf meiner Wunschliste stand, nachdem ich in irgendeinem Forum mal über einen Zubereitungsweg veganer Wurst stolperte, der sich stark an der klassischen Art und Weise orientierte.

Eine Freundin hatte vor einigen Monaten mal Sauerkrautbratlinge gemacht, daher stand etwas Ähnliches auch seit Langem auf meiner To-Cook-Liste. Also einfach mal alles gleichzeitig versucht – und einigermaßen gemeistert.

Zu den Semmelknödeln gibt es leider keine genauen Angaben, da ich das auch jedes Mal frei Schnauze mache. Bin nicht ganz sicher, ob ich das nicht bereits mal verbloggt habe, aber zumindest die Zubereitung im Ofen hatte ich vorher, glaube ich, noch nicht gewagt.

Die Sauce war ein Fertigprodukt in Pulverform, das ich mir vor einer kleinen Ewigkeit mal irgendwo bestellt hatte.

Zutaten

Für 10-12 Bratlinge

  • 250g Gluten
  • 250ml Wasser
  • etwas gekörnte Brühe
  • Salz
  • Senf
  • 500g Sauerkraut
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 50g Paprikawürfel
  • Paprikapulver
  • ggf. Gulaschcreme
  • Senf
  • Semmelbrösel
  • 5 EL Gluten

Für die Laugenknödel

  • altbackenes Laugengebäck, gern auch gemischt mit altem Brot, Brötchen etc
  • Sojamilch
  • Semmelmehl
  • Sojamehl
  • Zwiebelwürfel (ich: gefriergetrocknete)
  • Petersilie (ich: gefriergetrocknete)
  • Salz
  • Muskat

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Zubereitung (das dauert jetzt tatsächlich etwas länger, aber man selbst muss nicht so wahnsinnig viel dabei tun; 2-3h sollte man aber insgesamt einplanen)

Zuallerst mal den Seitan herstellen: Gluten, Salz und Brühpulver mischen, das Wasser dazugeben und verkneten. Zu einem Klumpen formen und ca. 1 Stunde lang dämpfen.

Währenddessen kann man mal mit den Semmelknödeln beginnen: Das Gebäck würfeln, in eine Schüssel geben und mit nicht zu viel Sojamilch übergießen. Grob vermischen. Alle paar Minuten schauen, ob die Sojamilch aufgesaugt wurde, und in dem Fall dann wieder etwas nachgießen. Grobe Richtlinie: So viel Flüssigkeit in Milliliter, wie das Gebäck in Gramm wiegt. Immer wieder vermischen und irgendwann dann auch verkneten, wenn die Würfel weich genug sind. Falls es zu flüssig sein sollte, etwas Semmelmehl dazugeben. 1, 2 EL Sojamehl, Petersilie, Salz zugeben und erneut verkneten. Eine Kastenform mit Margarine oder Öl beschmieren und Semmelbrösel gleichmäßig an den Wänden (der Kastenform!) verteilen. Die Knödelmasse hineinfüllen.

Den Seitan abkühlen lassen, grob in Stücke schneiden und diese dann in den Fleischwolf geben. Das Seitanhack mit dem Sauerkraut (nicht abtropfen lassen!), der Zwiebel, der Paprika und den Gewürzzutaten vermischen. So viel Semmelbrösel und Gluten zugeben, bis es eine formbare Masse ergibt, die nicht direkt auseinanderfällt.

Die Knödelmasse bei 180 Grad im Backofen ca. 45-60 Minuten backen. Ich habe noch eine Auflaufform mit Wasser auf den Boden des Ofens gestellt, damit die Knödel nicht austrocknen. Aber keine Ahnung, ob das Resultat sonst anders ausgefallen wäre.

Aus der Bratlingsmasse Kugeln formen, diese flachdrücken und in der Pfanne braten.

Ta da.

Gefüllte Pide

 

2016-04-24 20-32-20 - P4247757.jpgIch so, letzten Juni: „Demnächst häufiger mal Vorstellungen von Imbissen und Restaurants!“ Ich so, heute: „Upsi!“ Art is hard, fame is a game und ich verliere gern und gründlich.

Banalerweise hatte ich, wie so oft in den letzten Jahren, selten so richtig die Muße gefunden, den Quatsch zu dokumentieren und anschließend aufzuschreiben. Ein Blogeintrag fängt ja schon vor dem Kochen an, bei der Auswahl des Gerichtes, der einigermaßen exakten Abmessung der Mengen, und hört auch nicht beim Anrichten und Fotografieren auf. Vielleicht werde ich in Zukunft auch einfach alle nicht-veganen und verunfallten Gerichte schön mit Instagramfilter interwebstauglich machen und nur eine ungefähre Zutatenliste anhängen. Oder einen vegetarischen Parallelblog eröffnen – mit diesem Gedanken gehe ich bereits seit geraumer Zeit schwanger, mit Treten hat er zum Glück noch nicht begonnen. Wie dem auch sei. Mal sehen, ob dieses Jahr noch 1, 2 weitere Einträge kommen – Tipico nimmt bereits Wettgebote entgegen.

Kurzer Hintergrund zum Rezept: Bei diversen Dönerläden wird man ja immer von Stockfotos der reichhaltigen Angebotspalette begrüßt, und diese Teigtaschen, die mich an irgendwas erinnern (…), blieben mir für etwas länger im Gedächtnis. Da ich so sehr auf Hefeteig stehe, dass ich vermutlich irgendwann in einem Hefeteigpalast im Wald wohnen werde (womit ich mich gleichzeitig unsterblich mache – dieses Grimmsche Märchen verdient ein Update), musste ich das halt auch einfach mal in Angriff nehmen. Im Internet fand ich leider nichts mit Ajvar-Füllung, daher musste ich improvisieren. Schmeckt ganz geil und lässt sich noch mit Kreuzkümmel, Summach und weiß der Geier verfeinern.

Achso, Teig ist geklaut von hier.

Zutaten für 5 Stück

  • 500g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 50ml Wasser
  • 200ml Sojamilch
  • 100ml Öl
  • 200g (Cherry-)Tomaten
  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 160g Ajvar
  • 50 g rote Paprika (oder mehr)
  • 125g Sojafrischkäse (Valsoia, in meinem Fall)
  • Schwarzkümmel, nach Belieben

Zubereitung (Dauer: 1-2h)

Zuallererst aus Mehl, Trockenhefe, Salz, Zucker, Sojamilch, Wasser und Öl einen Hefeteig kneten und warmstellen.

Die Tomaten vierteln, das Kerngehäuse herausschneiden und grob würfeln. Bei der Paprika ähnlich verfahren. Ich hatte noch gewürfelte im Gefrierfach, man kann aber einfach eine halbe oder ganze nehmen.

Von den Lauchzwiebeln das Wurzelende und die welken Teile abschneiden und den Rest in Ringe schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, Lauch und Paprika hineingeben, kurz anbraten. Die Tomaten ebenfalls dazu und 10 Minuten garen lassen. Die Pfanne vom Feuer ziehen und abkühlen lassen.

Den Hefeteig in 5 Stücke aufteilen, das sind jeweils ca 170g. Zu länglichen Kreisen, auch Ellipsen genannt, ausrollen.

Zum abgekühlten Gemüse den Ajvar und den Frischkäse geben und alles vermischen. Anschließend auf die 5 Teigfladen aufteilen, also mittig und über die Länge verteilt.

Nun bei den Teigfladen wie folgt verfahren: die schmalen Seiten leicht über das Gemüse klappen. Die Längsseiten hochheben und an den Ecken mit den nach oben geklappten Ecken der Längsseiten zusammendrücken. Nun jeweils die beiden Schmalseiten ecken zusammendrücken. Das sollte ein bisschen wie ein Boot aussehen. Noch ein paar Minuten gehen lassen, in der Zwischenzeit den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Pide mit etwas Öl befeuchten und Scharzkümmel darüber streuen. Für ca 20-25 im Ofen backen, bis sie schön gebräunt sind.

Kann man auch ganz gut einfrieren.

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Auswärts essen: Ristorante Pizzeria Roma, Leipzig

Wie im letzten Beitrag angekündigt, werde ich von nun an auch hin und wieder mal einen Imbiss oder ein Restaurant vorstellen, wo ich gegessen habe und was interessant sein könnte für Leute, die in Leipzig essen gehen wollen. Dabei versuche ich mich primär auf solche Lokalitäten zu konzentrieren, die erst relativ neu sind oder erst seit Kurzem ein veganes Angebot haben. Denn Orte wie die Vleischerei, das Zest, das Deli, etc. wurden ja schon unzählige Male gelobt und auf Blogs und sonstwo vorgestellt. Was nicht heißt, dass ich nicht irgendwann auch etwas darüber schreiben werde.

Vegane Pizza ist, so habe ich den Eindruck, erst seit relativ kurzer Zeit in der Gastronomie anzutreffen. Wahrscheinlich ist oder war der Knackpunkt häufig der Käse. Doch seit Kurzem tut sich da was, bzw. eine Menge. So kann ich auf Anhieb vier Lokalitäten in Leipzig nennen, die es noch nicht so lange gibt oder die ihr omnivores Angebot um u.a. vegane Pizza ergänzt haben.

Ich beginne mit dem “Ristorante Pizzeria Roma”, welches in der Jahnallee 9 anzutreffen ist. Für Auswärtige: Das ist Zentrum-West, Haltestelle Leibnizstraße, 10-15 Fußminuten bzw. 2 Stationen vom Hauptbahnhof entfernt. Das Roma ist erst seit wenigen Wochen oder Monaten dort, keine Ahnung, was da vorher war. Die Einrichtung und insbesondere die Freisitzmöbel sind (noch) eher spartanisch und statt echter Karten gab es bei unserem Besuch lediglich diese Menüflyer. Vermutlich aus Gründen des noch recht jungen Bestehens gibt es aktuell jede Pizza für 4 Euro, das trifft jedoch auf die veganen Varianten nicht zu – wobei die Preise angemessen sind und sich im Feld 6-8 Euro bewegen. A Propos: die meisten der nicht-veganen Pizzen lassen sich mit Aufschlag als vegane Variante bestellen. Zusätzlich gibt es unter anderem Pastagerichte und vegane Burger, Schnitzel und Sojasteaks. Prima Auswahl. Unten habe ich mal Fotos der Karte angefügt (danke an die Fotografin!). Trägt natürlich nicht zur schnellen Entscheidungsfindung bei, aber nach längerem Überlegen fiel dann doch eine Wahl. Die Wartezeit war angemessen und so dauerte es überhaupt nicht lang, bis die sehr freundliche Kellnerin zwei riesige Holzteller mit ebenso riesigen Pizzen auf dem dafür dann doch etwas zu kleinen Bistrotisch drapierte.

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Erster Eindruck: geil! Zweiter Eindruck: Erleichterung, weil man der auf meiner Hawaii-Pizza verwendeten Wurst ansah, dass sie von keinem Tier stammte. Nach mehreren unangenehmen Erlebnissen in Restaurants, wo Pizza plötzlich mit Salami belegt war oder die Risoni mit Hackfleischsauce serviert wurden, ist da schon noch manchmal die Befürchtung, dass ich die Kellner mit meinen Befindlichkeiten nerven muss. Dritter Eindruck aka Geschmackstest: toll! Angemessen belegt, angenehm gewürzt, toller, dünner, knuspriger Teig, viel Käse. Ich aß noch nie soviel Käseersatz auf einmal. Meine Begleitung – sie hatte die veganisierte Variante einer Hackfleisch-Zwiebel-Rucola-Pizza – war ebenfalls äußerst angetan von ihrer Wahl. Insgesamt wirklich toll.

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Die Lage an der vielbefahrenen Jahnallee ist vielleicht nicht das Gelbe vom Ei, wenn man draußen sitzen möchte. Aber ein echter Wehrmutstropfen ist das auch nicht.

Ich war dort definitiv nicht das letzte Mal. Klare Empfehlung von meiner Seite.

Die Karte:

 

Oi.

Kimchi Fries; Vorstellung: Bavarian Dürüm

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In seiner ganzen „Pracht“

Seitan sei’s gedankt, dass ich mit Bloggen nicht meinen Lebensunterhalt verdiene; längst wäre ich verhungert. Was bei einem Kochblog umso ironischer wäre (aber meine innere Zerrissenheit adäquat verbildlicht). Aber nein, keine Sorge, Mutti, ich esse täglich, allein der Wille zur Dokumentation des Ganzen fehlt. Was ich mir jedoch unlängst überlegte: um die Reihe der coolen Leipziger Blogs mit der Kirche Seitans zu bereichern und offiziell dazuzugehören, sollte ich vielleicht damit beginnen, hier ansässige Einrichtungen gastronomischer Art vorzustellen und so. Dass ich das tatsächlich dauerhaft durchziehe, ist relativ unwahrscheinlich, aber es wäre ein schöner Anlass, wieder häufiger auswärts zu speisen.

Beginnen möchte ich mit dem “Bavarian Dürüm”, gelegen Ecke Pfeffinger/Bornaischer Str. in Connewitz. Besucht vergangenen Pfingstmontag. Ist noch relativ neu, die Deckenplatten versprühten dezentes Großraumbüroflair, aber das sind nur Äußerlichkeiten. Eher Imbiss als Restaurant, aber auch mit Tischen, Stühlen etc. ausgestattet. Zum Essen: es gibt täglich wechselnde (vegane) Gulaschvariationen, bspw. mit Schwarzbier, als Beilage Klöße oder Knödel (für Externe: erste Variante besteht aus Kartoffeln, letztere aus Brötchen oder Hefeteig). Kostet sechs Euro und man wird sehr gut satt davon. Am Montag gab es Ungarischen Kesselgulasch mit angenehmer Schärfe und tollem Aroma. Des Weiteren gibt es noch Schnitzel (glaube ich), Burger und Gyros oder so für um die fünf Euro. Außerdem noch Kuchen (war gerade aus, als wir dort waren – es war schließlich Feiertag und schon etwas später) und aus dem Kühlschrank kann man sich bspw. Schokoriegel und veganes Schmalz für Zuhause mitnehmen. A propos: am Tresen gab es kostenfreie Schmalzbrote zum Probieren. Alles selbstverständlich vegan. Charmant! Auch die dort Arbeitenden waren alle sehr nett und toll und insgesamt gefiel und schmeckte es mir und meiner Begleitung wirklich wunderbar. Auf Facebook erfahrt ihr, wann es welche Gulaschvariation gibt und Öffnungszeiten und so. Montag ist bspw. üblicherweise Ruhetag. Und nein, ich habe keine Vergünstigungen oder so erhalten, um Werbung zu machen. Die wissen bisher noch gar nix von ihrem Glück! Geht mal hin, verweist auf meinen Blog und sagt, dass Präsentkörbe an die Adresse geschickt werden können, die unter “Kontakt/Impressum” steht. Danke!

Fast Forward auf Samstag. Ich habe vor ca. einem Jahr mal Kimchi selber gemacht, aus Gründen, die ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Bzw., ich mag es, Dinge zu konservieren. Erinnerungen, Lebensmittel, tote Körper, dies das. Mehr so die ersten beiden Dinge. Jedenfalls: keine Ahnung, was ich mit dem ganzen Kimchi soll. Im World Wide Interwebz gefunden: Kimchi Fries. Das sah so absurd und newyorkig aus, dass es mir einfach gefallen musste. Da ich, wie üblich nix abgewogen habe, gibt es hier nur Zutaten ohne Mengenangaben. Zur Orientierung: Es waren etwa zwei Portionen. Kimchi: ca. 200-300g, Pommes ca. 150-200g, Sojaschnetzel (eingeweicht): 150g, Räuchertofu: 100g; Die Sour Cream ist von Kochtrotz geklaut. Ich werde hoffentlich mal in die Verlegenheit kommen, es erneut zu kochen, dann füge ich Mengenangaben hinzu. Nicht abschrecken lassen, es ist zu gut! Der “Käse” war “Pizza/Pasta Mozza” von Soyatoo und geschmacklich eigentlich ganz geil, aber schmelzen wollte er irgendwie nicht (vielleicht, weil er vorher eingefroren war?). Ggf. einfach weglassen!

Zutaten

  • Kimchi
  • Pommes Frites (TK Produkt, selbstgemacht, nach Belieben)
  • Sojaschnetzel
  • Sojasauce
  • Tahin
  • Agavendicksaft
  • Öl
  • Knoblauch
  • Pfeffer
  • Zwiebel
  • Räuchertofu
  • Zucker
  • evtl. veganer Käse
  • vegane Sour Cream
Die selbstgemachten Pommes

Die selbstgemachten Pommes

Zubereitung (1h+, plus Marinierzeit)

Die Sojaschnitzel mit kochendem Wasser übergießen und ca. 15 min stehen lassen. Dann auspressen. Aus Tahin, etwas Öl (ich habe das Sesamöl genommen, welches sich im Tahin-Gefäß immer oben absetzt), Sojasauce, Agavendicksaft, gepresstem Knoblauch und Pfeffer eine Marinade herstellen und die Sojaschnetzel darin einlegen. Je länger, desto besser, mindestens eine Stunde.

In einer Pfanne das Kimchi erhitzen, die Flüssigkeit sollte verdampfen. Etwas Öl angießen, ein paar TL Zucker dazugeben und das Kimchi ein wenig karamellisieren lassen. In der Zwischenzeit den Räuchertofu in feine Stifte schneiden. Das Kimchi in eine Schüssel geben. Den Räuchertofu in die heiße Pfanne geben, kurz trocken anbraten, damit auch hier die Flüssigkeit verdampft. Noch etwas Öl dazu geben und scharf anbraten. Ebenfalls in eine Schüssel geben.

In der Zwischenzeit die Pommes Frites zubereiten. Sie müssen nicht ganz durchgegart sein!

Die Sojaschnetzel mit der Marinade und der in Ringen geschnittenen Zwiebel in die Pfanne geben und ebenfalls garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Erneut etwas Öl dazu und anbraten.

Die Pommes in eine Auflaufform geben. Darüber das Kimchi, darüber dann die Sojaschnetzel und der Räuchertofu. Evtl. noch Käse darüber und bei 200 Grad Celsius für 10 Minuten backen.

Auf Teller geben und mit einem Klecks Sour Cream anrichten. Sheesh.

Direkt aus dem Ofen oder: Man soll ein Essen nicht nach optischen Kriterien beurteilen

Direkt aus dem Ofen oder: Man soll ein Essen nicht nach optischen Kriterien beurteilen

Kanelbullar/Zimtschnecken

Ich habe lediglich einmal zuvor Zimtschnecken gegessen und fand die ziemlich gut. Meine Oma hat früher immer welche mit Kakao gemacht, die waren allerdings ohne soviel Fett, aber so unglaublich gut, in meiner Erinnerung gab es sie praktisch wöchentlich. Meine Mutter hat mehrfach versucht, diese nachzumachen, aber ist immer wieder gescheitert. Schöne Kindheitserinnerung, das.

Jedenfalls hatte ich seit langem mal vor, die Zimtteile zu backen und dank meines neuerlichen Backwahns habe ich das jetzt halt einfach mal gemacht. Meine Probieräffchen, die ich bei solchen Sachen immer heranziehe, waren jedenfalls auch recht angetan. Am besten schmecken sie jedenfalls warm. Ob frisch gebacken oder kurz aufgebacken, ist dabei egal. Einfrieren lassen sie sich auch prima und innerhalb von 5 Minuten mittels Ofen wieder in Form gebracht.

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Zutaten für 12-14 Stück

  • 125g Alsan
  • 225ml Sojamilch
  • ein Päckchen Trockenhefe
  • 140g Zucker
  • 375g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 3TL Zimt, gemahlen
  • 1TL Kardamom, gemahlen

Zubereitung (Dauer: 1-2h vielleicht?)

75g der Alsan bei schwacher Hitze schmelzen. Trockenhefe, Mehl, Salz, 1TL Zimt und 40g des Zuckers vermischen. Die Sojamilch mit der geschmolzenen Alsan verrühren und zu den trockenen Zutaten geben, alles verkneten und den entstandenen Hefeteig abgedeckt 30-60 Minuten gehen lassen.

Die restliche Alsan (50g) ebenfalls schmelzen und mit dem restlichen Zucker (100g), 2TL Zimt und einem TL Kardamom vermischen.

Den Ofen auf 200 Grad Celsius vorheizen.

Der Teig sollte gut aufgegangen sein. Relativ dünn ausrollen. Die Alsan-Mischung sollte etwas abkühlen, damit sie nicht mehr so flüssig ist, das erschwert die Verarbeitung sonst. Den ausgerollten Teig damit bestreichen. Von der langen Seite her aufrollen und in Scheiben schneiden.

Die einzelnen Schnecken auf ein gefettetes Backblech bzw. auf Backpapier oder Backmatten legen und im Ofen ca. 10-15 Minuten backen, also schauen, dass sie eine schöne Farbe bekommen.

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