Falafel-Pizza, Deep-Dish/Chicago-Style

Da ich bald nach Israel fliege, bin ich in den letzten Wochen kulinarisch wieder stark auf dem Nah-Ost-Trip. Ich bin sehr gespannt darauf, was ich dort essensmäßig entdecken kann, dazu das passende Setting, in dem es vermutlich nochmal so gut schmeckt. Die Vorfreude wächst mit jedem Tag. Wie dem auch sei, da ich am Wochenende eine große Menge Falafel und Hummus herstellte, kam dann, wie meist, irgendwann die Frage auf, was mir, neben Einfrieren, noch für Möglichkeiten blieben, wenn ich mich in den nächsten Tagen nicht ausschließlich davon ernähren möchte. Falafel-Pizza war dann auch die erste Idee, schließlich habe ich in den letzten Wochen wieder einen ausgeprägten Pizza-Appetit entwickelt, der mich mindestens einmal pro Woche überkommt und dann auch unmittelbar gestillt werden MUSS. Und weil ich schon lange keinen Teig mehr selber machte, dachte ich, kann es diesmal auch etwas besonderes sein. Diese American bzw Chicago-style Pizzas, die man auch als TK-Varianten findet, fand ich immer irgendwie interessant, einfach, weil sie im Kontrast standen zur gewöhnlichen, sehr dünnen Pizza und einfach mal ganz geil aussiehen. Also warum nicht mal die amerikanisch-israelische Freundschaft zu einem Ofengericht verbacken, ich hatte in der Vergangenheit schließlich schon oft dümmere Ideen. Eine war z.B., noch Salat oder Kraut mit reinzupacken, um echtes Döner-Feeling zu erhalten, aber zum Glück habe ich das schlichtweg vergessen. Der Teig ist auch toll, mal sehen, was sich damit noch so bauen lässt.

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Zutaten für 3-4 Portionen

  • 200ml Wasser
  • 375g Mehl
  • 75g Maismehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • Salz
  • Olivenöl
  • 200g Falafel
  • 1 Aubergine
  • 2 Zwiebeln
  • Hummus
  • Wilmersburger Pizzaschmelz
  • Tomaten

Zubereitung (Dauer: 2-2,5h, würde ich mal tippen)
Am Anfang war der Teig.

Mehl, Maismehl, Wasser, Trockenhefe, Salz und einen Schluck Olivenöl miteinander verkneten. Das Rührgerät mit Knethaken ist dein Freund, wie so oft. Wenn der Teig zu trocken sein sollte, noch ein bisschen Wasser dazu, wenn zu feucht, ein bisschen Mehl. Abgedeckt gehen lassen.
Die Aubergine waschen und quer in dünne Scheiben schneiden. Üblicherweise salzt man an dieser Stelle, um Wasser und Bitterkeit auszutreiben, ich war jedoch sehr hungrig und habe den Schritt übersprungen, was kein Problem war. In einer Pfanne erst ohne Öl beidseitig anbraten und dann etwas Öl dazugeben und schön braun braten. Salzen und pfeffern, in eine Schüssel geben. Die Zwiebeln abziehen, in dünne Ringe schneiden und ebenfalls anbraten.
Der Teig sollte in der Zwischenzeit merklich zugenommen haben. Eine Springform damit auskleiden, dabei auch einen Rand hochziehen. Meistens nehme ich noch Backpapier, das war in dem Fall aber nicht nötig, da ist nix angebacken.
Hummus dick aufstreichen und weiterhin etwas gehen lassen. Ich hab den Teig für ein paar Minuten in den warmen Ofen gegeben.
Wilmersburger Käse über den Hummus streuen.
Die Falafel grob zerteilen und darüber verteilen.
Darauf wiederum die Auberginenscheiben geben.
Hierüber nun die Zwiebeln geben.
Mit Pfannenwender alles ein bisschen platt drücken, zumindest in meinem Fall war es mehr Hügel als Pizza. Dadurch wird alles ein bisschen kompakter und es hält erstaunlich gut zusammen.
Die Tomaten waschen und, je nach Größe, entweder in Scheiben schneiden oder nur vierteln/halbieren. Ich nahm Dattelkirschtomaten und habe sie nur halbiert, das war ok so. Auf der Pizza verteilen.
Da die Ruhezeit des Teigs nicht so unglaublich lang war, habe ich den Ofen nicht vorgeheizt, damit die Pizza während der Aufwärmphase im Ofen noch ein bisschen aufgehen kann. Bei 180 Grad gab ich der Chose dann gut 25 Minuten, das ist jedoch unmittelbar abhängig von der Heizgeschwindigkeit des Backofens. Der Teig sollte Farbe bekommen haben und die Tomaten weich sein. Die restlichen Zutaten sind ja eh bereits vorgegart. Rausnehmen, noch einen Moment ruhen lassen und anschneiden.
Ta da!

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Zwischenmeldung/Vorstellung Veggie Gourmet Reiseführer

Während ich die Entscheidung, welches Rezept denn nun als nächstes ausformuliert und verbloggt werde, weiter aufschiebe, nutze ich das entstandene Zeitfenster für eine kleine Vorstellung: Lisa von housetrip.com – einer Seite, die mir ehrlich gesagt bisher kein Begriff war – schrieb mich an, um mich zu meiner Meinung bzgl. eines gerade fertiggestellten Projekts zu befragen. Unter http://www.housetrip.de/content/reisefuehrer-vegetarisches-essen findet sich ein unter Mitwirkung zahlreicher anderer Foodblogger entstandener Gourmet-Reiseführer, der mehr sein will – und auch ist! – als eine schnöde Ansammlung vegetarischer und veganer Adressen. Nach der Wahl der Stadt – zur Auswahl stehen (bisher) Berlin, London und Paris – werden auf einer Karte die jeweiligen Restaurants angezeigt. Die Vorschläge lassen sich noch anhand der Attribute “Für Familien”, “Für besondere Anlässe” und – ganz wichtig! – “Vegan” spezifizieren. Bei einem Klick auf das jeweilige Restaurant wird ein Bild sowie eine kurze, hübsche Beschreibung geliefert – ich nehme an, dass hier die erwähnten Blogger ihre Finger im Spiel hatten. Zuletzt schließlich folgt noch ein Schlemmertipp oder ein persönliches Statement. Auf der linken Seite findet sich für jede Stadt ein Interview mit einem dort heimischen Koch, in Berlin ist dies bspw. Attila Hildmann. Unter dem Punkt “Die Experten” schließlich werden verschiedene Personen mit ihren Blogs und Webseiten vorgestellt, das sind sicherlich jene, die den Inhalt bereitgestellt haben. Auf jeden Fall ein schönes Projekt und es bleibt zu hoffen, dass es stetig wachsen wird und bald auch andere Städte wie bspw. das schöne Leipzig vertreten sein werden. Im Gegensatz zu Berlin – weswegen Lisa mich vor geraumer Zeit schon einmal angeschrieben hatte – könnte ich da dann auch konstruktive Hinweise geben.
Einen Verbesserungsvorschlag oder vielmehr eine Anregung hätte ich dann noch zu machen, wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob sich das über den Smartphonebrowser realisieren ließe oder es eine eigene App bräuchte: die Möglichkeit, sich anhand des eigenen Standortes die nächstgelegenen Lokalitäten anzeigen zu lassen, inkl. der Navigation dort hin.
Die Umsetzung und auch das Einbeziehen von Leuten, die sich mit der ganzen Thematik auseinandersetzen und daher auch von Herzen kommende Tipps geben können, finde ich definitiv gelungen und ich hoffe, es verschlägt mich mal wieder nach Berlin – Paris oder London sind aktuell noch unwahrscheinlicher – sodass ich mal direkt davon profitieren kann.

Piroggen bzw. Piroschki mit Kartoffel-Pilz-Füllung

Last in, first out. Während meines Anfang des Jahrtausends begonnenen Informatikstudiums war dies ein Prinzip bei der Speicherung von Daten oder so. Vollkommen nutzlose Nebeninformation, aber irgendwie die Art und Weise, nach der ich beim Bloggen vorzugehen scheine: wenn irgendwelche zumindest stichpunktartig festgehaltenen Rezepte nicht innert einer Frist von, sagen wir, zwei bis vier Wochen verbloggt werden, gehen sie verschütt’ und stattdessen erhöht sich die Chance, dass zwischenzeitlich zubereitete Speisen den Weg auf diese wundersame Webseite finden. Besagte Piroschki bzw. Piroggen habe ich in ähnlicher Form bereits vor etwa zwei Jahren zubereitet und mir zumindest die Zutaten notiert. Wenn ich daran zurückdenke, zwei Jahre, wird mir gar ein wenig warm im Bauch. Just umgezogen, von einer diffusen hoffnungsvollen Aufbruchstimmung erfüllt, die Tage mit nicht viel mehr als Lesen und Kochen verbringend und fest daran glaubend, dass das Glück schon längst auf dem Weg sei zu mir, aktuell lediglich nach meiner neuen Adresse Ausschau haltend.
Piroggen lernte ich vor etwa vier Jahren kennen, eine der wenigen verbliebenen positiven Erinnerungen an Jena. Dort gab – oder gibt? – es in der, ich glaube, Zwätzengasse, ein kleines russisches Lädchen, wo allerlei Osteuropäisches zu haben war. Ich habe mich leider nie so richtig darin umgesehen, denn Läden, in denen ich mich mehr oder minder permanent der Beobachtung des Personals ausgesetzt sehe, meide ich phobienbedingt üblicherweise. Die Piroggen mochte ich dennoch sehr, es gab sie in allerlei Variationen, mit Kartoffeln, Kraut, Pilzen, gekochten Eiern und vermutlich auch mit fleischhaltiger Füllung. Es gibt wohl unterschiedliche Arten von Piroggen, nämlich solche, die eher wie Ravioli anmuten und ohne Hefe gemacht mit Sauce angerichtet werden und eben die Art gefülltes Brötchen, wie in diesem Beispiel. Bei meinem ersten Selbstbauversuch nahm ich eine Mischung aus geröstetem Chinakohl und Karotten, vielleicht werde ich das noch nachreichen. Da mir das Leben jüngst ein Pfund Champignons in den Kühlschrank spülte, mussten jene diesmal als Füllung herhalten. Der improvisierte Dilletantismus beim Formen der Teile ward schließlich dadurch geadelt, dass meine Freundin R. anerkennend feststellte, dass die von ihrer Mama zubereiteten Exemplare exakt genauso aussähen. Chapeau vor mir selbst!

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Zutaten für ca. 40-50 Stück

  • 500ml Sojamilch
  • ca 720g Mehl
  • 2 Päckchen Trockenhefe
  • Schluck Olivenöl
  • Salz
  • 500g Champignons
  • 50-100g Lauch oder Frühlingszwiebeln
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Bohnenkraut
  • Kümmel, gemahlen

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Zubereitung (60 bis 90 Minuten?)
Zuerst mal bitte aus Sojamilch, Mehl, Hefe, Salz und Olivenöl einen Hefeteig herstellen. Ich kann nicht oft genug betonen, wie sehr ich mein DDR-Rührgerät liebe, das mir ohne klebrige Pfoten die schönsten Teige zaubert. Falls der Teig zu trocken oder noch klebrig sein sollte, etwas Wasser bzw. Mehl zugeben (vermutlich letzteres wird der Fall sein). Abgedeckt mindestens 30 Minuten gehen lassen.
Zwischenzeitlich die Champignons putzen: Stielenden abschneiden und den Rest des Pilzes mit Küchenkrepp säubern. Grob hacken oder in Scheiben schneiden. Den Lauch putzen und in grobe Scheiben schneiden. Die Kartoffeln schälen und in etwa 5mm große Würfel schneiden. Die Zwiebel abziehen und Würfeln. Eine Pfanne erhitzen, die Kartoffelwürfel und eine Tasse Wasser hineingeben, aufkochen. Die Kartoffeln sollen im Wasser so halbgar ziehen, also 7-10 Minuten kochen. Wenn das Wasser zwischenzeitlich verdampft sein sollte, noch etwas nachgießen. Am Ende der genannten Zeit sollten die Kartoffeln jedenfalls trocken sein. Champignons, Lauch und Zwiebeln dazugeben. Das Gemüse verliert erst einmal Wasser. Wenn dieses ebenfalls verdampft sein sollte, etwas Öl angießen und alles scharf anbraten. Wenn die Kartoffeln weich sind, Pfanne vom Herd ziehen und abkühlen lassen. Mit den Gewürzen abschmecken
Den Teig ausrollen. Nicht zu dünn, etwa 5mm dick. Kreise von etwa 5-7cm ausstechen. In die Mitte jedes Kreises etwas von der Gemüsemischung geben und zuklappen, dabei die Kanten gut festdrücken. Die Naht auf die Unterseite drehen und die Teigpäckchen etwas nach unten drücken, so dass die soeben noch bogenartig geformte Naht nun Plan aufliegt und die Teile aussehen wie sehr sehr fette Raupen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im Ofen bei 50 Grad Celsius nochmal 30-40 Minuten gehen lassen. Die Temperatur anschließend auf 180-200 Grad erhöhen und etwa 20 Minuten backen, bzw. bis die Piroschki hellbraun werden. Entweder direkt verputzen oder auch kalt als Snack. Lassen sich auch gut einfrieren!

(Seitan-)Huhn mit Pflaumen bzw. Zwetschgen

Wenigstens dem Blog kommt das schlechte Wetter zugute… Einleitungstext is’ heut nich’, die wetter- und jahreszeitenbedingte Melatoninüberproduktion lässt den Gedankenstrom gerade nur in die beiden Richtungen “Bett” und “Tageslichtlampe” sich aufgabeln. Dass selbst die notorisch wuselige Miez den Tag zum chillax-Caturday erklärt hat und nicht mal spielen oder bekloppt durch die Küche rennen will, hilft dann auch nicht weiter. Was allerdings hilft, bzw. passt, sind Schmor- und Eintopfgerichte, ich mag die kühlere Jahreshälfte dafür besonders; die Monate, in denen die Entscheidung, ob Herd- oder Backofen jetzt wirklich unbedingt angeworfen werden müssen, in einen sokratischen Dialog zerfranst, finde ich diesbezüglich echt anstrengend, es kann schließlich nicht immer nur Salat und so geben.

Wie dem auch sei. Neulich Zwetschgen gekauft, weil neben Mirabellen und Kirschen zu den wenigen Obstsorten gehörend, die ich ein bisschen lieb habe. Und selbst da müssen die Umstände, wie Stimmung, Tageszeit, Aufenthaltsort und vermutlich auch Mondphase passen, damit ich mich aufraffen kann, es nebenher zu essen. Wie also verwerten? Trotz knapp einunddreißig Lebensjahren und Dorfsozialisation hielt ich Zwetschgen und Pflaumen immer für an sich das gleiche, daher erster Gedanke: Huhn mit Pflaumen! Bzw. Seitanhuhn. Der gleichnamige Film (“Huhn mit Pflaumen”, nicht Seitanhuhn) sei hierbei dringendst empfohlen, wobei ich Persepolis, dessen Vorlage sowie Regie von den gleichen Menschen zu verantworten ist, noch besser fand. Egal. Leider kam ich bisher nicht dazu, jemals original persisch zu essen, von daher kann ich nichts über die geschmackliche Authentizität sagen. Wobei es zweifellos lecker war. Aber ich habe ein paar Rezepte durchgesehen und mich am ehesten hieran orientiert.

Das “Huhn” stammt in diesem Fall von der wunderbaren Isa Chandra Moscowitz, genauer von hier. Ich war überrascht, wie wunderbar die Konsistenz ausfiel. In keiner Weise wabbelig oder gummiartig und auch nicht so grobporig, wie gekochter Seitan üblicherweise ausfällt.

Zu den Fotos: ich habe mir überlegt, meinen beim Anrichten offen zu Tage tretenden Dilletantismus als Parodie umzudeuten. Das macht es für mich irgendwie leichter zu ertragen. Bei einem der nächsten Einträge werde ich vielleicht Glitzer oder Konfetti über die Mahlzeiten streuen, um o.g. Anspruch klarer hervortreten zu lassen.

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Zutaten für 4 Portionen

Seitanhuhn

  • 115g Glutenpulver
  • 15g Kichererbsenmehl
  • 5g Hefeflocken
  • Salz
  • 100ml Brühe
  • 25ml Sojasauce
  • 1 EL gefriergetrocknete Zwiebeln
  • Salbei
  • 500ml Brühe
  • 2 Lorbeerblätter
  • Mehl
  • Öl

Rest

  • 250g Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 5TL brauner Zucker
  • Öl
  • 1 Orange
  • 12 Zwetschgen
  • 8 Trockenpflaumen
  • ein halbes Döschen Safran (also 0,05g)

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Zubereitung (Dauer: 2-3 Stunden)

Glutenpulver, Kichererbsenmehl, Hefeflocken, getrocknete Zwiebel, Salz und Salbei mischen. Die Brühe einrühren und kurz durchkneten. 500ml Brühe und die Lorbeerblätter zum Köcheln bringen. Die Glutenmischung in 4 Teile teilen, von beiden Seiten flachdrücken und in die Brühe geben. 30 Minuten ziehen lassen, nicht aufkochen.

Währenddessen kann der Rest vorbereitet werden. Die Karotten in dünne Scheiben oder schmale Stifte schneiden. Die Zwiebel klein würfeln. Die Zwetschgen entsteinen. Die Seitanhuhnstücke aus der Brühe nehmen und abtropfen lassen, Brühe aufheben! Die Stücke in Mehl wenden. Etwas Öl in einem relativ weiten Topf erhitzen und die Seitanstücke darin von allen Seiten anbraten. Wenn sie etwas Farbe bekommen haben, mit der Brühe aufgießen, den Topf von der Platte ziehen. Auf der gleichen Platte kann dann direkt fortgefahren werden: Öl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebeln darin glasig dünsten. Die Karottenstücke und den Zucker dazu geben, verrühren und karamellisieren lassen. 10 Minuten bei mittlerer Hitze dünsten. Den anderen Topf wieder auf die heiße Herdplatte ziehen und den Inhalt der Pfanne hineingeben, bei geschlossenem Deckel aufkochen. In der Zwischenzeit die Orange auspressen. Mit den Zwetschgen und den Pflaumen in den Topf geben, den Safran dazu und bei geschlossenem Deckel 20 Minuten köcheln. Anschließend weitere 20 Minuten ohne Deckel köcheln, damit die Flüssigkeit etwas reduziert wird.

Als Beilage nahm ich ganz normalen Basmatireis ohne Chi-Chi: 1 Teil Reis auf zwei Teile gesalzenes Wasser, mit Deckel aufkochen, Herdplatte ausschalten und ein paar Minuten auf der heißen Herdplatte quellen lassen.

2014-09-13 13-18-34 - P9136242

Kartoffel-Pastinaken-Püree mit Champigonragout und Sojamedaillons

2014-09-07 13-29-27 - P9076236

Werte Leserschaft,
eine gewisse Kochmüdigkeit hat sich zwischenzeitlich meiner bemächtigt, was wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen ist, dass die Stimme in mir, die darauf drängt, jetzt doch mal bitte was Sinnvolles, nicht lediglich dem unmittelbaren Genuß Dienendes zu tun, aka “Ändere dein Leben, Lies, Schreib, Fahr Rad!”, in letzter Zeit eine Lautstärke erreicht hat, die sich nur noch schwer geflissentlich weg-ignorieren lässt. Ich hab mir neulich zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder Toastbrot gekauft und war erfreut darüber, wie weit die Nutzung eines Sandwichtoasters bei der Hauptmahlzeitzubereitung meinem fehlenden Zeitmanagement entgegenkommt. Und erfand en passant die Vokabel Hauptmahlzeitmanagement. Als ich jedoch beim wöchentlichen Marktbummel mit den Augen über einen Eimer Pastinaken stolperte, entsann ich mich meines persönlichen gustatorischen Highlights bei der Hochzeit meiner Schwester vier Jahre zuvor: Pastinakenpüree ward aufgetischt worden und so oft ich mir seitdem vornahm, dies mal selber zu kochen, so oft verwarf, besser: -gaß ich das Vorhaben wieder. Als, wie ich meine, Herbstgemüse, passt irgendetwas pilziges da ja generell auch gut dazu, auch wenn Champignons vielleicht nicht unbedingt das verlässlichste Instrument zur Jahreszeitenabschätzung darstellen. Bei der Schnapsinventur fiel mir auch die Flasche Calvados in die Hände, die ich einst ausschließlich mit dem Hintergedanken des damit-kochens erwarb. Mein Freund S. erzählte mir mal vor Jahren von der Kombination Zwiebeln/Calvados, daher stand das seit jeher im Raum.

Als Marinade nahm ich ein vor langer Zeit mal fertig gekauftes Produkt, das Ewigkeiten im Kühlschrank Platz wegnahm. Üblicherweise nehme ich sonst eine Kombination aus Gemüsebrühe, Sojasauce, Paprika, Senf, manchmal auch Bier.

Vor allem das Pilzragout eignet sich im Übrigen hervorragend, um bspw. Kinder behutsam an Alkohol heranzuführen. Im Ernst, mit grob geschätzt 60ml Wein pro Portion plus Calvados auch ein solides Frühstück für Spiegeltrinker! Der kluge Koch verteilt den verbleibenden halben Liter Wein auf sich und einen hoffentlich anwesenden Gast und gießt (!) sich damit direkt das Fundament eines gelungenen Abends (selbst, wenn das Essen nicht mundet, bspw. alkoholbedingt verbrannt ist oder so).

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Zutaten für 4 Portionen

Püree

  • 500g Kartoffeln
  • 500g Pastinaken
  • 150-200ml Sojasahne, 100ml Wasser
  • Kürbiskernöl
  • Salz

Champignonragout

  • 500g Champigons
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 250ml Weißwein
  • 20ml Balsamico
  • Rosmarin
  • Salz
  • Pfeffer
  • 35g Alsan
  • Saucenbinder/Kartoffelmehl

Sojamedaillons

  • 12 Sojamedaillons
  • Marinade nach Wahl
  • 1 Zwiebel
  • Öl
  • Calvados

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Zubereitung (Dauer: max. 2 Stunden)
Eigentlich geht das ganz fix, die Sojamedaillons benötigen am Längsten. In Wasser mehrere Minuten kochen und abgießen, ausdrücken. Die Marinade nach Wahl ggf. mit Wasser verdünnen und die Medaillons hineingeben. 1 Stunde ziehen lassen.
Die Pastinaken und Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, bestenfalls in einem Gefäß mit Wasser abdecken, damit die Kartoffeln sich nicht verfärben.
Zwiebel und Knoblauch abziehen und hacken. Champignons putzen und je nach Größ0e halbieren bzw. vierteln. Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin 2 Minuten anbraten. Die Champignons dazugeben und kurz scharf anbraten, mit dem Wein ablöschen. Balsamico und die Gewürze dazugeben und bei mittlerer Hitze einköcheln lassen. Währenddessen die Kartoffel- und Pastinakenscheiben im Wasser kochen, so 20 Minuten, bis sie wirklich weich sind.
Die Sojamedaillons zusammen mit der Marinade in eine Pfanne geben und die Flüssigkeit verdampfen lassen. Öl angießen und scharf anbraten. Zwiebel in Ringe schneiden und dazugeben, kurz mit anbraten und mit Calvados ablöschen. Bei geringer Hitze warmhalten.
Alsan ins Champigonragout rühren. Saucenbinder mit wenig kaltem Wasser verrühren und dazugießen, noch kurz aufkochen lassen und die Herdplatte ausschalten.
Das Wasser, in dem Kartoffeln und Pastinaken schwimmen, abgießen und selbige in einer Schüssel mit der Sojamilch zerstampfen. Mit Salz würzen, Kürbiskernöl unterrühren.
Servieren, Prost.
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Zucchini-Kichererbsen-Pfannkuchen

Und noch eines hinterher. Wie ich eben mit Erschrecken feststellte, sind ja bereits auch erst zwei Wochen vergangen seit den letzten beiden Einträgen. Fühlte sich weit länger an, was insofern ganz praktisch ist, als dass ich vielleicht langsam wieder zurück finde zum regelmäßigeren Verfassen. Sagt man nicht auch, dass in der Hölle die Zeit viel langsamer vergeht? Ist ja zumindest beim Zahnarzt so. Würde zumindest so manches erklären. Dank einer seit nunmehr drei Monaten ausgeübten Erwerbstätigkeit, bei der ich nicht nur ausgiebig die Abgründe menschlichen Miteinanders, sondern auch bis dato unbekannte Dimensionen körperlicher Manifestationen diverser Angstscheiße kennenlernen und erforschen darf, verhält es sich mit der sog. Reproduktionssphäre eher so, dass ich diese weniger den angenehmen Dingen widme, als vielmehr den unermässlichen Drang zu verspüren, so schnell wie möglich einen Prozess des Vergessens herbeizuführen. Wenn ich die passende Anleitung finde, werde ich an der Wohnungstür eine Konstruktion anbringen, die mittels Timing, Präzision und Vorschlaghammer das Abschalten zum Feierabend bei Betreten der Wohnung automatisiert und beschleunigt. Zu Beginn war es noch so, dass ich selbst bei zwei freien Tagen am Stück frühestens am letzten irgendwann in der Lage war, die Gedankenspirale zu unterbrechen und mich voll und ganz mit etwas Schönem zu beschäftigen. Da sich der Zeitraum mittlerweile halbiert hat, besteht die freudige Hoffnung, dass aus mir kleinem, verkrüppelten Zahnrad dann doch noch ein gut geöltes, funktionales Element dieser ganzen Todesmaschine werden könnte. Ein komplett rund geschliffenes Zahnrad verkeilt zumindest nicht. Ist jetzt so meine Behauptung und ich hoffe, hier liest kein Mechaniker oder Mechanikerin mit.

Wie dem auch sei. Frau Mama sandte mir vor zwei Wochen einige der sprichwörtlichen Früchte ihrer Gartenarbeit in Form von Zucchini, Gurke und Tomaten (danke Mutti!). Beim Rumstöbern im Interweb kam ich hier vorbei und wie es Schicksal und Asiasupermarkt wollten, hatte ich gerade heute neues Kichererbsenmehl gekauft. Dank Häckselmaschine musste ich nicht einmal das Messerchen schwingen und es ging wirklich außergewöhnlich fix. Das Resultat war sogar noch besser als erhofft und das just verbloggte Kürbischutney passt, oh wunder, auch hervorragend dazu. Da ich noch eingedosten Mais hatte, landete der auch noch daneben. Ich betone: das hier ist wirklich sehr sehr lecker!

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Zutaten für 2-4 Portionen

  • 150g Kichererbsenmehl
  • 100ml Wasser
  • 100g Zucchini
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stück Ingwer von der Größe eines Daumennagels
  • 1/2 TL Garam Masala
  • etwas Kreuzkümmel
  • etwas Knoblauchöl, normales Öl tut’s auch
  • frischer Koriander
  • Salz

Zubereitung (Dauer: 15-20 Minuten)

Kichererbsenmehl und Wasser vermischen. Das geht am besten im Mixer. Zwiebel und Ingwer schälen (bei Ingwer geht das ganz gut mit einem Löffel). Falls ein Gemüsehäcksler zur Verfügung steht: Zucchini, Zwiebel, Koriander und Ingwer darin fein zerkleinern. Falls nicht: fein reiben/hacken. Mit der Kichererbsenmischung verrühren. Gewürze und Öl zugeben, abschmecken. Eine Pfanne mit etwas Öl erhitzen. Ich habe insgesamt 2 große Pfannkuchen gemacht, das ist aber Geschmackssache. Einen Teil der Mischung in die Pfanne gießen, anbraten bzw. stocken lassen, wenden und die andere Seite auch kurz braten. Fertig.

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Kürbis-Chutney

So, liebe Freunde der untergehenden Sonne und der seltenen Blogaktualisierungen, anbei ein Rezept für Kürbischutney, welches seit vergangenem November (!) darauf harrt, hier veröffentlicht zu werden. Ich kann das so genau datieren, da auf den Gläsern, in denen sich das Chutney befindet, das Datum vermerkt ist. Als bekennender und nur semi-anonymer Lebensmittelmessie habe ich es tatsächlich erst am heutigen Tag geschafft, das damals Produzierte zu probieren und zu fotografieren. Was zumindest mit der Erkenntnis einherging, dass sich das Chutney, unter einigermaßen hygienischen Bedingungen hergestellt, mindestens 9 Monate hält und dann immer noch ziemlich geil schmeckt. Kein Eintrag ohne Inspiration, in diesem Fall war es von hier. Die Menge reicht exakt für zwei dreihundertnochwas Mililiter fassende Sturzgläser und an sich passt das zu allem möglichen, Fleischersatz, als Dip für Diverses, Gemüse etc.

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Zutaten

  • 200g Kürbis
  • 1 säuerlicher Apfel
  • 2 Zwiebeln
  • 50g Ingwer
  • 150ml Orangensaft
  • 200ml Weißwein
  • Saft einer Zitrone
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cayennepfeffer

Zubereitung

Kürbis recht fein würfeln. Apfel schälen und etwas grober würfeln. Zwiebeln abziehen und ebenfalls würfeln. Ingwer schälen und – ebenfalls – fein würfeln. Olivenöl in einem weiten Topf erhitzen und alles eben geschnittene andünsten. Knoblauch abziehen und hineinpressen, mit Osaft und Weißwein ablöschen. Zitronensaft dazugeben. Deckel drauf und aufkochen, die Hitze reduzieren und solange köcheln lassen, bis alles weich ist. Den Deckel abnehmen und alles noch etwas dick einkochen lassen. Mit den Gewürzen abschmecken. Ich habe an dieser Stelle alles noch mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet, man kann es aber wahrscheinlich auch einfach zerkochen lassen. Wenn das geschehen ist, in heiß ausgepülte Twist-Off-Gläser füllen und mit ebenfalls heiß ausgespülten Deckeln verschließen. Das war’s!