Porno-Polonaise

Zutaten für 4 Portionen

  • 100g Sojagranulat
  • 300ml (möglichst kochendes) Wasser
  • 300g Tomaten
  • 300g Zucchini (2 mittelgrosze), etwas Salz zum drüber streuen
  • ’ne Zwiebel
  • 1 Schwapp Öl
  • 1 TL Salz
  • 150ml trockener Rotwein
  • 1 TL Brühpulver
  • 200ml passierte Tomaten
  • 1 TL schwarzer gemahlener Pfeffer
  • wer mag: Saucenbinder o.ä.
  • 400-500g (Vollkorn-)Spaghetti oder andere Nudeln nach Wahl und Verfügbarkeit

Zubereitung

Wasser und Brühpulver mischen, das Sojagranulat hinzufügen und quellen lassen. In der Zwischenzeit kümmern wir uns um das Gemüse. Die Zucchini vierteln wir der Länge nach und schneiden das Resultat in so 5-10mm dicke Scheiben, so dass wir dann lauter kleine Viertelscheiben haben.

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Auf ein Küchentuch, meinetwegen auch ein Schneidbrett, einen Teller oder so werfen, Salz drüberstreuen. Das entzieht der Zucchini das Wasser, damit reduziert sich die Kochzeit ein wenig. Wenn man darauf keine Lust hat, ist das auch keine Katastrophe. Die Tomaten vierteln wir ebenfalls (also quasi mit dem Strunk nach unten zeigend hinlegen und in 4 Teile schneiden. Jaja, sollte klar sein, aber ich hab auch schon vor Apotheken gekotzt) und schneiden mit einem scharfen Messer sowohl Kerngehäuse als auch den Strunk heraus. Bei Kirschtomaten ist das etwas mühselig, dient aber dazu, dass wir dann nicht die ganzen Kerne und diesen Tomatenglibber im Essen haben, letzterer erhöht wiederum die Kochzeit. Der Strunk (bzw. alles, was an Tomaten grün ist) ist giftig. Zwar müsste man wahrscheinlich ’ne komplette Schubkarre voll davon verdrücken, um sich über den Jordan zu schicken, aber da wir sowieso schon einen ungesunden Lebensstil haben und meinen, wenigstens mittels solch kleiner Gesten dies zu kompensieren, machen wir das einfach, Punkt.

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Zu guter letzt schneiden wir noch die Zwiebel in Ringe oder Würfelchen, ganz nach Belieben. Das war auch schon die Vorbereitung.
Das Sojagranulat sollte nun das Wasser komplett aufgenommen haben und hübsch hackig aussehen. Den berühmt berüchtigten Schwapp Öl erhitzen wir in einem Topf und geben die Zwiebel hinzu. Hübsch umrühren und das Sojahack hinzuwerfen. Die Hitze nicht reduzieren, sondern schön danebenstehen und häufiger mal umrühren, das brennt gut an! Wenn mensch den Eindruck hat, dass das Hack genug gebräunt oder -schwärzt ist, möge ErSieEs die Zucchinischnipsel dazugeben, rühren, rühren, popühren. Die Tomatenwürfel auch. Falls das geneigte nachkochende Individuum vorhin das Salzen der Zucchini unterlassen hat: jetzt einen Teelöffel Salz dazustreuen. Nach einer Weile sollte auf wundersame Weise ’ne Menge Flüssigkeit dazugekommen sein; diese bitte vollständig verkochen lassen! Wenn das geschehen ist, mit dem Rotwein ablöschen und die passierten Tomaten dazugeben, den Pfeffer dazugeben, nach Geschmack salzen. In einem anderen Topf Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Kleiner Tipp von wegen Energie- und Zeitersparnis: einen Topf mit ein wenig Wasser (1 Tasse oder so) mit Deckel auf den Herd stellen, erhitzen. Gleichzeitig die restliche Menge Wasser im Wasserkocher erhitzen und anschlieszend dazugeben. Die Nudeln reinwerfen, nochmal aufkochen lassen und die Hitze auf die Hälfte reduzieren. Nach Packungsanweisung kochen (10 Minuten, schätzungsweise). Nach Verstreichen der Zeit die Nudeln samt Wasser in ein Sieb kippen, abschrecken mit bösem Blick oder ner Menge kalten Wassers. Noch ein bisschen abtropfen lassen, und zum Schluss die Nudeln auf die Teller der EsserInnen verteilen, mit der Bolognese toppen, servieren und reingehaun!
knarF

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Pilz-Pörkölt

Da ich beim Discounter meines Vertrauens am Donnerstag ein knappes Kilo frischer Champignons abstauben konnte und das Tiefkühlfach derzeit leider berstend voll ist, entschied ich mich, mal ein leckeres Pilzgulasch auszuprobieren, da man auf diese Weise ohne Probleme gröszere Mengen Pilze verwerten kann. Nach kurzen Recherchen und mithilfe eines veganen Gulaschrezepts meiner Freundin Isi stand dann auch das grobe Konzept. Da ich letzte Woche auch noch Suppengemüse ergattern konnte, dachte ich mir, werte ich das Ganze noch ein bisschen auf und bau mir meine eigene Brühe, sodass das Gericht komplett ohne irgendwelche künstlichen Aromastoffe und so’n Mist auskommt. Durch die ganze Schnippelei war der Aufwand auch relativ grosz und die lange Kochzeit von insgesamt bestimmt 2 Stunden liess mich kurzzeitig überlegen, ob es nicht cleverer gewesen wäre, mir einfach ein paar Nudeln mit irgendner ad-hoc zusammengerührten Saucenkreation zuzubereiten. Aber was solls, geschmeckt hats prima, und so werd ich die nächsten Tage noch weiter davon zehren können. Als Beilage gibt es Semmelknödel, die in der veganen Variante sogar noch einfacher zuzubereiten sind, als so, wie sie meine Frau Mama imemr macht, mit Eiern und so.
Zum Namen: Pörkölt ist im Ungarischen das, was wir hierzulande als Gulasch kennen, wohingegen das ungarische „Gulasch“ mehr als Suppe daherkommt.
Prima dazugepasst hätten bestimmt noch ein paar Schoten Paprika, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Falls ein/e Leser/in dieses Eintrags hingegen noch so etwas übrig hat und hierbei verwenden möchte: in Würfel geschnitten am besten zeitgleich mit den Pilzen in den Topf geben!
Noch ein kurzer Nachtrag: Es ist wohl von Vorteil, wenn man im Besitz eines Mörsers ist, die Teile gibts ja hin und wieder auch günstig bei Aldi & co., oder aber für einen schmalen Preis bei Ebay. Empfehlenswert ist einer aus Steingut, denn die Holzteile neigen denke ich beispielsweise bei der Herstellung von Bärlauchpesto (Rezept folgt besimmt zu gegebener Zeit) dazu, Farbe der zerstossenen Nahrung anzunehmen, ausserdem ziehen sie Wasser und ich kann mir gut vorstellen, dass sie nicht ganz so lange halten.
Nun genug: Ludi incipiant!

Zutaten Pörkölt, 4-6 Portionen werden es bestimmt sein

  • 650g champignons
  • 300g suppengemüse (oder ein paar Löffel Instantbrühe; die Zubereitungszeit verkürzt sich in dem Fall extremst)
  • 1 Liter Wasser
  • 300ml trockener Rotwein
  • Salz
  • Öl
  • evtl. Saucenbinder/Stärke
  • Zutaten Gewürzmischung
  • 5 Pimentkörner
  • 5 wacholderbeeren
  • 1 TL Majoran
  • 1 TL Kümmel
  • 2-3 Zehen knoblauch, abgezogen, evtl. bereits ein bisschen kleingschnippelt
  • etwas Salz
  • 1 EL zitronensaft
  • 3 TL tomatenmark

Zutaten Semmelknödel (4 Portionen)

  • 200g trockenes Brot oder Brötchen, gewürfelt; ich kaufe zu diesem Zweck immer Dreikorntoast, würfele ihn und trockne ihn im Backofen bei 100 Grad für eine halbe Stunde oder so. Das ist unschlagbar günstig, und man kann das schön vorbereiten
  • 500ml Sojamilch
  • 2 EL Röstzwiebeln
  • 2 EL Petersilie (besser ist natürlich frische: in diesem Fall vielleicht so 3-4 EL nehmen)
  • ein wenig Salz und Pfeffer

Zubereitung

Wer die Variante mit der Dosenbrühe bevorzugt, möge die folgendene Schritt bitte überspringen und sich gleich ans Putzen der Champignons machen: wir reinigen und schälen das Suppengemüse und würfeln und scheiblieren es in viele kleine Stücke. Das Selleriegrün bitte auch nicht einfach wegwerfen, sondern mitverwenden. Nun nehmen wir einen ordentlich groszen Topf, erhitzen die entsprechende Herdplatte, werfen alles in den eben erwähnten Topf und rösten ein bisschen vor uns hin, bis es vielleicht ein bisschen lecker riecht. Immer schön umrühren, damit das Gemüse gleichmässig Farbe bekommt. Mein Suppengemüse hatte ich übrignes zwischenzeitlich eingefroren, daher nicht wundern.

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Nun geben wir das Wasser hinzu, kochen es auf und lassen die Suppe auf mittlerer Stufe für etwa eine halbe Stunde ohne Deckel köcheln. Ist zwar jetzt das Gegenteil von Energiesparen, aber so reduziert das Ganze noch schön ein. Während das alles kocht, widmen wir uns den Pilzen und den anderen Sachen.

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Also: die Pilze am Besten in ein Sieb geben und unter fliessendem Wasser mittels kreisender, kräftiger Bewegungen des Siebes durch Reibung und Fliehkräfte den groben Schmutz entfernen. Das soll nicht heissen, dass man minutenlang die Champignons umherwirbeln soll, nein, das dauert vielleicht maximal eine Minute. Nicht zu lange machen, die Pilze ziehen ordentlich Wasser! Mit Küchentüchern trocken reiben, damit entfernt man auch gut eventuell noch daranhaftenden Schmutz. Das untere Ende (an’s obere kommt man wohl auch nicht so ohne weiteres ran) der Stiele mit einem scharfen Messer abschneiden, die Champignons anschlieszend in Scheibchen schneiden.

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Anschlieszend die Zwiebeln abziehen und Ringe draus machen. Wenn wir uns Zeit gelassen haben, ist das Suppengemüse nun auch schon weich gekocht => probieren! Wenn nein: noch ein paar Minütchen warten. In der Zwischenzeit böte es sich beispielsweise an, schonmal die Gewürzmischung herzustellen: dafür werfen wir erstmal Piment, Wacholderbeeren und Kümmel in den Mörser und klopfen mit dem Stöszel solange darauf rum, bis wir mehr kleine als grosse Teile haben.

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Majoran, Salz, Knoblauch und Zitronensaft dazugeben und unter Druck und Rühren eine Art Paste herstellen. Eventuell noch ein bisschen Salz hinzugeben, das erhöht die Schmirgelwirkung. Zu guter letzt das Tomatenmark dazu und mit einem Löffelchen schön umrühren. Geschafft!

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Nun sollte endlich auch die Brühe fertig sein. Vom Herd ziehen (heiss!), mit einem Pürierstab zu einer unansehnlichen Pampe verarbeiten. Wieder zurück auf den Herd, dort kann sie weiter ohne Deckel noch ein wenig Volumen abgeben. Nun wird’s spannend: einen Schwapp Öl (wer’s hat, möge zu kaltgepresstem Olivenöl greifen, ansonsten tut’s auch das billige Pflanzenöl aus’m Discounter) in einen ebenfalls grossen Topf geben (in den die ganzen Champignons reinpassen!) erhitzen und die Zwiebeln und die Pilze dazugeben. Nicht erschrecken: die Champignons schrumpfen noch ordentlich zusammen! Erstmal den Deckel drauf und hin und wieder umrühren. Wenn sich das Ganze in eine Art Pilzsuppe verwandelt hat, Deckel abnehmen, bei mittlerer Temperatur weiterköcheln. Hin und wieder umrühren, es soll nach Möglichkeit nicht anbrennen. Obwohl, neulich las ich irgendwie, dass ein gutes Gulasch (bzw. Pörkölt) dreimal anbrennen muss: beim Anbraten, beim Kochen und beim Aufwärmen. Faulere Naturen haben also Vorteile! So. Warten. Wenn die Flüssigkeit verdampft ist, werfen wir die Gewürzmischung von vorhin dazu, rühren ordentlich um und warten so 2-3 Minuten. Nun löschen wir mit dem Rotwein ab und geben die Brühe dazu. Jene, die die Instant-Variante durchführen: Wasser und Brühepulver dazugeben, ordentlich umrühren. Nun kochen wir das alles ohne Deckel und am besten so lange wie möglich, 1-2 Stunden wären schon gut, denn dann kann sich der Geschmack gut entfalten und das Pörkölt wird zudem schön sämig. Wer weniger Zeit zur Verfügung hat: entweder Saucenbinder einrühren oder einen gehäuften Teelöffel Stärke in einem Gläschen kalten (!) Wassers auflösen und dazugeben. Die Konsistenz darf auf keinen Fall wässrig sein, dann lieber noch ein paar Minuten länger kochen!
Zwischenzeitlich bereiten wir die Semmelknödel vor.

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Dazu geben wir die Brotwürfel in eine ausreichend grosze Schüssel und übergieszen sie mit der Sojamilch. Ein paar Minuten warten, umrühren, warten, umrühren, usw. usf., solange, bis die Bröckchen alle aufgeweicht sind. Bei Bedarf noch ein wenig Sojamilch dazugeben. Sowohl Röstzwiebeln, als auch die Petersilie und Salz und Pfeffer dazugeben, nochmal kräftig umrühren. In eine Feuer- bzw. Mikrowellen-feste Schüssel geben, welche wir im Idealfall vorher auch schonmal mit Öl oder einem anderen Fett eingerieben haben. Ist kein Zwang, erleichtert aber u.U. die spätere Entnahme des Knödels.

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Nun haben wir zwei oder sogar 3 Möglichkeiten, von denen ich Möglichkeit 1 vorziehe, aus dem einfachen Grund, dass ich die anderen beiden noch nicht ausprobiert habe. Also:

1) die Schüssel abdecken (falls kein passender Deckel existiert, tut es auch ein (ebenfalls mikrowellengeeigneter – sprich, ohne Goldrand oder so!) Teller. Für 5-7 Minuten bei circa 700 Watt in die Mikrowelle stellen, 5 Minuten ziehen lassen, anschlieszend den Deckel entfernen und nochmal kurz stehen lassen, damit die Oberfläche antrocknet.
2) das Gefäsz ebenfalls abdecken und bei 150°C in den Herd geben. Diese Variante dauert jedoch ungleich länger, ich würde von circa einer halben Stunde ausgehen, vielleicht auch länger. Zwischendurch mit einem Holzspiesschen (Welches wir in den Knödel stecken und wieder rausziehen, um zu schauen, ob die Masse noch klebrig ist) kontrollieren, ob er durch ist.
3) Ok, das Umfüllen in eine andere Schüssel war überflüssig, tut mir leid. Stattdessen müssen wir die Knödelmasse auf ein grosses Stück Alufolie schmieren, das Ganze zu einer möglichst wasserdichten Wurst rollen, die Enden wie bei einem Bonbon zusammendrehen und im köchelnden Wasser für sagen wir 20 Minuten garen. Wer einen Dampfeinsatz besitzt, kann die Knödelwurst auch dadrauf packen und dämpfen. Anschlieszend herauspellen, hoffen, dass es in Form bleibt, und in Streifen schneiden.

Bei den Varianten 1) und 2): Den Knödel auf einen Teller stürzen (Anleitung: Teller verkehrtherum auf die Schüssel legen, vorsichtig aber mit Schwung umdrehen, behutsam die Schüssel abheben) und mit einem scharfen Messer in Tortenstücke schneiden.

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Auf die Teller geben, das Pörkölt dazu, fertig.
Eignet sich auch hervorragend zum aufwärmen, wie alle anderen Gulaschvariationen, Chili etc. Wichtig, v.a. bei sommerlichen Temperaturen, ist, Pilzspeisen wie diese im Kühlschrank aufzubewahren. Vor ein paar Jahren hatte ich mir mal eine Pilz-Spinat-Lasagne gemacht, 2-3 Tage in der Küche stehen lassen und schliesslich zum ersten Mal seit wirklich, wirklich langer Zeit das Essen auf gleichem Wege veräussert, wie ich es einnahm.
Mazel Tov!
frnk

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Tach!

Schrott sei Dank, einE BesucherIn!

Hab mir sagen lassen, so ein kurzer Begrüszungstext käme immer ganz gut, schlieszlich ist es auch nicht in meinem Interesse, dem nicht-geneigten Betrachter wertvolle Zeit mit für ihn/sie nicht relevanten Informationen zu stehlen. Daher kurze Vorstellung: primär soll es in diesem sympathischen Weblog mit dem treudoofen Hundeblick um veganes Essen, bzw. dessen Zubereitung gehen. Später wird das Themenspektrum sicher noch um weitere Aspekte ergänzt, welche mein Leben tagtäglich begleiten,  Weiterlesen

Pfirsich-Curry mit Fakefleisch

Nachdem mich ein nächtlicher Ausflug zum Discounter meines Vertrauens mit einer Unmenge verzehrwerter Nektarinen (nein, keine Pfirsiche. Da das eine aber nur ne Mutation des anderen ist und Pfirsiche irgendwie „truer“ und „realer“ (englisch ausgesprochen) sind, heisst das Ganze „Pfirsich-Curry“. Probleme damit?) belohnte, ich dem meisten Obst in roher, unpürierter Form aber wenig abzugewinnen vermag, begab ich mich googelnd auf die Suche nach einer Verwertungsmöglichkeit, in welcher mindestens ein Kochtopf vorkommt. Ziemlich schnell fand ich somit Inspiration in der chinesischen Küche. Da ich aber auch noch ein paar Bananen vor der Biotonne retten musste und zudem noch Appetit auf Fakefleisch hatte, blieb mir schlieszlich nichts anderes übrig, als nach eigenem Gutdünken zu verfahren und zu hoffen, dass ich mir im Anschluss nicht die Gedärme aus dem Leib reiern muss. Experiment geglückt! Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass Curry und China eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Ausserdem bin ich eigentlich auch kein Freund von fertig zusammengepanschtem Currypulver, bei indischen Gerichten bevorzuge ich daher auch das eigenhändige Verrühren von Koriander, Cumin usw. Da ich von asiatischer Küche allerdings relativ wenig Ahnung habe, vor allem, wenn noch Zutaten wie Obst Verwendung finden, wollte ich mich nicht allein auf mein Gespür verlassen. Daher könnte man das Ganze vielleicht als Art „Crossover-Küche“ bezeichnen, böswilligere Zeitgenossen würden die Formulierung „Vergewaltigung der chinesischen Esskultur“ benutzen. Mit zunehmenden Erfahrungen werde ich versuchen, dies nachträglich zu korrigieren, versprochen. Vorteil dieses Gerichts ist aber, dass es nicht sonderlich lang dauert, wenig Aufwand erfordert und zudem auch noch gut schmeckt, wenigstens aber „interessant“.

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Zutaten für circa 3 Portionen:

  • 3 Nektarinen oder Pfirsiche
  • 2 Bananen
  • 1 Schwapp Öl (Sesamöl ist relativ authentisch. Gerne aber auch Nullachtfuffzehn Pflanzenöl)
  • 1 Zwiebel
  • 100ml Sojamilch (oder -sahne. Ist aber teurer. Und Öl+Milch ergibt schlieszlich auch irgendne Art Sahne, oder?)
  • 1TL 5-Gewürzpulver (chinesisch)
  • 1TL Ingwer (wer frischen bevorzugt, möge diesen nehmen. nicht vergessen: vorher schälen, anschliessend raspeln oder kleinschneiden)
  • 1TL Cayennepfeffer
  • 1TL Currypulver
  • 1-2 Zehen Knoblauch, gepresst, gequetscht oder zerschnibbelt, oder das Äquivalent in Streugut
  • 2EL Zitronensaftkonzentrat (aus diesen kleinen niedlichen Fläschchen. Ich weiss: der Saft einer frischen Zitrone ist besser, leckerer etc., ich hatte aber keine da und ausserdem auch kein Geld)
  • Salz nach Geschmack
  • 200-300g Fakefleisch, ganz nach individuellen Vorlieben (Seitan, Sojasteakli, Tofu, Tempeh; Zubereitung siehe unten)
  • Reis: Menge je nach Angaben auf der Packung, lieber etwas mehr.

Zubereitung

Wenn es sich um ungewürztes Fleischimitat handelt, sollte mensch es vorher irgendwie geschmacklich „aufpimpen“. Ich entschied mich im übrigen für die fabelhaften Chickpea-Cutlets aus dem Veganomicon, die hatte ich vorher schon ein wenig überwürzt und so gingen sie in diesem Gericht geschmacklich nicht vollkommen unter.

  • Sojasteakli: wie gewohnt in starker Brühe kochen, diese nach Bedarf noch mit Sojasauce und diversen schärferen Ingredienzien aufmöbeln. Wenn die Schnitzelchen durch sind, auspressen, in Streifen schneiden. Die Brühe kann mensch noch ein bisschen einkochen lassen und als Fond für ’ne Sauce oder so verwenden. Dies sollte mensch allerdings in den nächsten Tagen tun, oder aber mit Einkochgläsern und heissem Wasser oder wie auch immer mensch das macht haltbar machen. Einmal tat ich weder das eine, noch das andere und bewahrte über Monate hinweg eine mehr und mehr lebendig aussehende Flüssigkeit, die ich irgendwann Klaus taufte, auf meinem Fensterbrett auf. Besucher nahmen das immer wieder verwundert zur Kenntnis und fragten mich auch hin und wieder, ob er denn schon laufen oder sprechen kann, wann er denn in die Schule kommt und solche Sachen. Irgendwann warf ich Klaus ins Klo.
  • Seitan oder Tempeh: mit Sojasauce beträufeln, gerne auch noch Cayennepfeffer oder so drauf streuen.
  • Tofu: ordentlich auspressen! Trick: in kleine, 0,5-0,8cm dicke Streifen schneiden, auf einen Teller legen (zwischen den Streifen Platz lassen!), in die Mikrowelle packen, bei höchster Stufe so 5 Minuten erhitzen, anschließend die Teile wenden und noch mal für ein paar Minuten (am besten erstmal nur so 2 Minuten, es soll schlieszlich nicht zu trocken werden) durchwellern. So bekommt der Tofu eine spitzen Textur, mensch muss nur echt aufpassen, dass er nicht zu trocken und zäh wird. Anschlieszend mit Sojasauce und Gewürzen nach Wahl (auch hier: scharf is best) malträtieren.

Weitere Vorbereitung: Die Zwiebel scheiblieren, das Steinobst würfeln oder in Scheiben schneiden (ich bin da ganz undogmatisch), die Bananen – sofern sie noch einigermassen in Form sind – in Scheiben schneiden.

Nun der schöne Part: Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebeln ein bisschen verglasen lassen, die Bananenscheibchen dazu geben und auch ein wenig anschwitzen lassen. Nun die Steinobstscheiben, -würfel oder was auch immer dazugeben und beobachten, wie die ganze Chose immer breiiger wird. Nicht verzweifeln! Was man an Gewürzen von dort oben in seiner Küche finden konnte, kann nun auch dazu geworfen werden, umrühren. Wiederholung von letzter Stunde: Streugewürze über den Umweg eines Löffels, eines Tellers oder aber der blanken (gewaschenen!) Hand an heisse Speisen geben! Aufpassen, nicht anbrennen lassen! Mit Sojamilch ablöschen, umrühren, noch ein wenig einkochen lassen. Währenddessen schonmal den Boden einer Aufflaufform mit den Fakefleischstreifchen auskleiden, gerne auch überlappend, und bedenke: lieber zu viel als zu wenig. Den Ofen schonmal auf 180-200° C vorheizen. Den Inhalt des Topfs mit viel Liebe und gaaanz behutsam in die Auflaufform gieszen, wir wollen schlieszlich nicht rumsauen und uns auch nichts von der heissen Pampe auf unsere stählernen Bodies kippen. Form in den Ofen schieben, wo sie sich gut eine halbe Stunde der tropischen Zustände erfreuen darf. In der Zwischenzeit kann mensch sich um den Reis kümmern. Wenn wir stinknormalen weissen Reis haben, gehen wir wie folgt vor: für eine Person rechnen wir circa eine dreiviertel Tasse plus die doppelte Menge Wasser. Den Reis in einen Topf geben, Herdplatte anschalten, unter Rühren ein wenig anrösten => zaubert ein wenig zusätzliches Aroma rein. Basmati ist im Übrigen King! Der Reis soll nicht schwarz werden, also nicht übertreiben. Das Wasser dazu (also pro Person circa anderthalb Tassen), dazu noch etwas Salz, umrühren, Deckel drauf, aufkochen lassen. Wenn es erst einmal kocht, die Temperatur auf maximal die Hälfte reduzieren, nochmal umrühren, weiter Deckel drauf lassen und so für 10 bis 20 Minuten köcheln lassen. Das Tolle daran ist, dass am Ende der Reis das Wasser vollständig aufgenommen hat, den perfekten Biss hat und man nicht mit Kochbeuteln kämpfen muss, aus denen heisses Wasser fliesst, welches es nur darauf abgesehen hat, unsere göttlichen Hände zu verbrennen. Bei Naturreis kann man prinzipiell genauso verfahren, nur erstens dauert es da mindestens eine halbe Stunde und zweitens kann es sein, dass man am Ende ohne Deckel kochen muss, weil der Reis sich dagegen sträubt, das gesamte Wasser aufzusaugen.

Nachdem wir auch diese Hürde gemeistert haben, geht es nun an’s Anrichten. Toll sieht es aus, wenn man eine möglichst flache Tasse mit Reis füllt, diesen festdrückt, einen Teller mittig auf die Tasse setzt, die ganze Konstruktion voooorsichtig umdreht und die Tasse anhebt. Voila, eine wunderhübsche Reiskugel! Nun kann man das Curry aus der Auflaufform schön drumherum drapieren und wenn man sich anspruchsvoll oder betrunken genug fühlt, kann man noch mit Kräutern oder Gewürzen (für das Foto entschied ich mich für getrocknete Petersilie) eine hübsche Dekowinterlandschaft modellieren.

Buon appetito

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„Aloo-Gobi-Dal“ – Blumenkohl-Linsen-Curry mit Kartoffeln (indisch)

Vermutlich wird jeder, der Ahnung von indischem Essen hat, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er den Titel dieses Rezepts liest. Ich hingegen schütze mich mit einem Schild aus Dummheit und Unwissen, und es zählt ja wenigstens der Versuch, eine nicht dem heimischen Kulturkreis entstammende Speise mit ihrem ursprünglichen Namen zu bezeichnen. Dieses Gericht ist ziemlich einfach zu realisieren, benötigt aber eine relativ lange Kochzeit, zumindest verglichen mit Nudeln mit Feuerwehrsauce. Da es auch super aufgewärmt werden kann, lohnt sich diese Investition auf jeden Fall, denn es ist ein wahrer Gaumenschmeichler. Das Originalrezept hab ich aus dem Veganomicon, habe es aber ein wenig modifiziert. Here we go:

Zutaten:

  • 1 Blumenkohl
  • 250g rote Linsen
  • 150g Kartoffeln (gerne auch die doppelte Menge, in dem Fall aber die Menge an Gewürzen evtl. erhöhen)
  • 2 mittelgrosse Zwiebeln
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • 1 TL Kreuzkümmel/Cumin, gemahlen
  • 1 TL gemahlener Ingwer oder ein Stück frischer (diesen dann schälen und hacken oder reiben)
  • 1 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1 Chilischote, gehackt; alternativ etwas Cayennepfeffer, nach Bedarf
  • Öl oder veganes Ghee (?)
  • Perfekt dazu passend: frisches Fladenbrot!

Zubereitung:

Die Linsen in ein Sieb geben, ordentlich mit Wasser abbrausen. Keine Ahnung, ob der Dreck, der ansonsten noch dran hängen könnte, evtl. Vitamin B12 enthält oder aber zu einem raschen, schmerzvollen Tod führt… Den Blumenkohl in Röschen teilen, was an „Ästen“ anfällt, in kleinere Stücke schneiden, in einem Sieb gründlich abspülen (Tiere im Essen fetzen nicht).

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Die Kartoffeln schälen und würfeln. Die Zwiebeln in Ringe schneiden.

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Etwas Öl (oder pflanzliches Ghee, welches angeblich existiert) in einem Topf, der groß genug ist, damit alles reinpasst und man es auch noch umrühren kann, erhitzen. Die Zwiebeln und die Kartoffeln dazugeben, hin und wieder umrühren und warten, dass die Zwiebeln glasig werden und die Kartoffeln eine leichte Sommerbräune bekommen.

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Die Chilischote und den Rest der Gewürze dazugeben, umrühren, 2 Minuten warten. Wer keine Lust auf klumpiges Schüttgut hat (abgesehn davon besteht auch noch die Gefahr, dass die Haltbarkeit der Gewürze unter der Feuchtigkeit leidet), kippt die Gewürze nicht direkt ins dampfende Essen (Dampf = Wasser…), sondern geht den Umweg über ein kleines Tellerchen. Muss gestehen, dass ich mir das auch erst vor Kurzem angewöhnt habe.

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Die Brühe dazugiessen, die Linsen mit reinwerfen, alles umrühren. Diese jetzt nicht ganz appetitlich aussehende Chose aufkochen lassen, danach die Hitze runterdrehen und einen Deckel auf den Topf setzen (Energie sparen!). Nun warten wir circa 10 Minuten, rühren noch mal kräftig um und geben nun den Blumenkohl dazu, voller Hoffnung, dass er auch wirklich noch in den Topf passt. Schön umrühren, damit er (der Blumenkohl, nicht der Topf) auch gut mit der Brühe bedeckt ist. Ab jetzt ohne Deckel warten: mindestens 20 Minuten, je nach Größe der Blumenkohl-Brocken kann es auch etwas länger dauern. Nach 20 Minuten kann man alle 5 Minuten mal probieren, ob der Blumenkohl schon schön weich ist. Falls das Gericht noch zu suppig ist, ohne Deckel weiterkochen, die Konsistenz sollte irgendwo zwischen dickem Eintopf und Schlamm liegen…

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Zwar ein Kulturclash, aber türkisches Fladenbrot passt super dazu. Indisches Naan-Brot wahrscheinlich sogar noch besser, ist aber auch teurer und enthält bisweilen nicht-vegane Bestandteile. Das Brot sollte es sich auf jeden Fall für ein paar Minuten im Ofen gemütlich machen, bevor es dazugereicht wird. Selbstverständlich kann mensch auch Basmati- oder sonstigen Reis dazu verzehren.

Zugegeben, wenn dieses Gericht ein Kind wär, würde es von den anderen Gerichten bzw. Kindern aufgrund seines Aussehens ständig gehänselt werden, aber wir wissen ja, Godzilla sei Dank!, dass es auf die inneren Werte ankommt, welche in diesem Fall weder Gedärm, noch Charakter sind, sondern Geschmack und Nährwert. Letzteres ist nur eine Vermutung, aber Blumenkohl und Hülsenfrüchte sind bestimmt gesünder als ’ne Portion Fritten.

Also: reingehaun!

Frnk

Schokobrötchen

Da ein kleiner „Snack“ für zwischendurch an der Uni oder in der Bibliothek eine nette Sache ist, gekaufte Riegel aber auf Dauer erstens zu teuer sind und zweitens nicht sonderlich sättigen, fing ich vor ein paar Wochen an, selber Schokobrötchen zu backen. Das ist kein grosser Aufwand, geht ziemlich schnell und ist auch noch wesentlich billiger. Eine Charge ergibt so circa 15 Brötchen. Diese gehen beim Backen nochmal ordentlich auf, daher nicht wundern, dass sie anfangs sehr klein erscheinen. Geklaut habe ich dieses Rezept übrigens von hier: http://www.vegetarierforum.com, super Seite! Nachdem ich schon mehrfach Vollkornbaguettes von der Konsistenz härteren Gesteins vom Ofen direkt zum Biomüll tragen durfte, möge man bitte nicht von mir verlangen, dass ich mir selber Rezepte für irgendwelche Backwaren ausdenke, sofern sie anschließend nicht nur dekorative Zwecke zu erfüllen haben.

Zutaten:

  • 500g Mehl (405er ist super!)
  • 75g Zucker
  • 75ml Öl
  • 250ml warmes Wasser
  • 1 Würfel Hefe
  • 75g Zartbitter-Schokotropfen o. Schokoraspel; noch billiger ist es, 3/4 einer Tafel mit einem scharfen Messer in viele kleine Stücke zu schneiden

Zubereitung:

Mehl, Zucker und die Schokolade in einer grossen Schüssel miteinander verrühren. Die Hefe im Wasser auflösen, das Öl dazugeben. Die Wasser-Öl-Mischung schlückchenweise zu der Mehl-Mischung geben, mit einer Gabel ständig umrühren. Den Teig solange kneten, bis er nicht mehr klebt und gleichmässig „glatt“ ist.

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Die Schüssel mit einem Tuch bedecken und den Teig mindestens eine halbe Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen. Das Volumen des Teigs sollte sich nach Möglichkeit verdoppeln!

Anschliessend kleine Stücke vom Teig abtrennen, zwischen den Händen zu Kugeln rollen, ein wenig (! es sollen schließlich keine Burger werden) flach drücken und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.

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Die geformten Brötchen noch einmal gehen lassen, bis sie schön aufgehen. Den Ofen auf 175° Celsius vorheizen und die Schokobrötchen circa 20 Minuten backen. Abkühlen lassen, oder – noch besser! – gleich verputzen.

Mahlzeit.

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Hallo Welt!

Hiermit stosse auch ich zur gnadenlos übervölkerten Welt der sog. „Food-Blogs“ hinzu. Das Konzept, bzw. der Anspruch, welchem die hier veröffentlichten Rezepte genügen sollen, ist Veganismus sowie ein möglichst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Als hauptberuflicher Student mit mehr Zeit als Geld sehe ich nicht ein, 2 Euro für ein Mahl in der Mensa zu zahlen, welches dann doch nur wieder mit Geschmacksverstärkern und Convenience-Produkten angereichert ist. Die dritte Anforderung könnte somit lauten, möglichst vollständig auf Fertigprodukte zu verzichten, vielleicht mal abgesehen von Gemüsebrühe, je nach Geldbeutel kann mensch da zum Glutamaterzeugnis Marke Aldi greifen oder dann doch zum hochwertigeren Alnatura-Pendant. Ich finde, dass gutes Essen einfach Freude bereitet, und zwar nicht nur beim Verzehr, sondern auch bei der Zubereitung. Zudem bekommt mensch ein anderes Verhältnis zu seiner Nahrung – und das meine ich nicht in irgendeinem hippie-esken Sinne – wenn er oder sie frische Zutaten selber bearbeitet und nicht fertig zusammengerührte Tiefkühl- oder Konservenkost vom Supermarkt nach Hause wuchtet. Wenn mensch die Nahrungszubereitung nicht als Hindernis auf dem Weg zur Befriedigung des Hungergefühls ansieht, sondern als Teil des Rituals der Essensaufnahme, wird mensch die dafür notwendige Zeit auch nicht als Ressourcenverschwendung ansehen und lernen, sich bewusster und gleichzeitig womöglich auch günstiger zu ernähren.

Gleichzeitig verfolge ich mit diesem Blog längerfristig das Ziel, mich im Umgang mit der Kamera zu verbessern, denn schöne Fotos von gutem Essen sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern verdienen eine eigene ästhetische Kategorie.

Das war er nun, der Prolog. Ich schließe mit einem „Guten Appetit“ und hoffe, genug Durchhaltevermögen zu besitzen, um das Ganze auch länger durchzuziehen.

Frank