Zucchinilasagne

Eigentlich steh ich ja auch auf diese Dreifaltigkeit von „Fleisch“, Gemüse und Sättigungsbeilage plus Söszchen, das sieht nett aus, es ist alles dran, was das Herz begehrt, und mensch ist, nunja, schon sehr darauf ge“primed“- hab ich den Eindruck. Denn auch bei den vegetarischen Gerichten in der Mensa oder so wird einem meist dieses Bild geboten, dann halt mit ’nem Gemüseschnitzel oder so. Allerdings ist es mir persönlich meistens zu viel Aufwand, Seitanschnitzel herzustellen, auch wenn sie sich super einfrieren lassen. Nachdem ich dann noch gesehen habe, dass ich noch ein paar grüne Lasagneplatten rumfliegen hatte, vermutlich aus Zeiten, in denen noch Ost- oder Reichsmark gültige Währung waren, entschied ich mich, doch mal wieder ’ne Lasagne zuzubereiten. Im Kaufland gab oder gibt es sehr leckere Gemüselasagne für 1,30 Euro oder so, ziemlich lecker, natürlich nicht vegan und zudem jenseits des Betrags, den ich für eine Portion Tiefkühlkost auszugeben bereit bin. Naja. An frischem Gemüse hatte ich leider nicht so viel da, aber es war eigentlich ’ne ganz okaye Kombination. Auch hier gilt: unbedingt ausprobieren, toll funktioniert beispielsweise auch Aubergine, und, unter uns Pfarrerstöchtern: es gibt besseres als grüne Paprika, ich würde sogar fast sagen, fast alle Vorabendserien sind wahrscheinlich besser als grüne Paprika. Aber da der elterliche Gemüsegarten just, als ich dort war, grüne Paprika für mich bereithielt, blieb mir keine Wahl. Sei’s drum:

Zutaten für 4-5 Portionen; Kosten pro Portion: ca. 1 Euro

Lasagne

  • 2 Zwiebeln (insgesamt 30 Cent)
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • 2 Paprika , in meinem Fall eine gelbe und eine grüne (50 Cent); wer mag, kann selbstverständlich auch so ein komplettes Tri-Colore Paket nehmen, das ist farbenfroh und glänzt bestimmt auch mit geschmacklichen Qualitäten
  • ein schwapper Öl
  • 150g Tofu (70 Cent)
  • 4 TL Rucolapesto
  • 100ml Sojamilch (75 Cent insgesamt)
  • Salz, Pfeffer, Salbei, Thymian, Oregano, Basilikum, Minze
  • 3 kleinere Zucchini, ca. 300 Gramm (30 Cent)
  • Lasagneplatten (30 cent)

Bechamelsauce

  • 2 gehäufte EL Mehl
  • 2 EL Hefeflocken
  • Salz
  • 1TL Senf
  • 1EL Zitronensaft
  • 50g Margarine (15 Cent)
  • 400ml Sojamilch
  • eine Handvoll Sonnenblumenkerne

Tomatensauce

  • Noch ein Schwapper Öl
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 1 grosze Dose geschälte Tomaten oder 2 Dosen Pizzatomaten (50 Cent-1 Euro)
  • 200ml Sojamilch
  • 4 EL Balsamico-Essig
  • Salz, Pfeffer, Basilikum, Oregano, Rosmarin

Geschirr

  • 1 Schneidbrett
  • 1 Schüssel
  • 1 Auflaufform, in die alles reinpasst
  • 1 Pfanne
  • 1 relativ kleiner Topf (Pfanne kann notfalls weggelassen werden, das verringert die Grösze des Abwaschs)

Zubereitung
Wir schälen und zerschneiden zuerst die Zwiebeln. Ringe oder Würfel, das ist mir vollkommen egal, ich bin allerdings groszer Zwiebelring-Aficionado, ausserdem geht das schneller. Danach geht es den Paprika an den Kragen, Strunk raus, Kerngehäuse raus, würfeln. Zum Schluss den Knoblauch abziehen und klein würfeln. Öl in Pfanne oder kleinem Topf erhitzen, Zwiebeln, Knoblauch und Paprika darin (an)dünsten. Schwarz sollten sie nicht werden, daher hin und wieder umrühren. In der Zwischenzeit in einer Schüssel den Tofu zermatschen, mit Salz, Pfefer, Salbei, Thymian, Oregano und Minze mischen, Sojamilch dazugeben, und auch das Rucolapesto. Zum Schluss die Zucchini zuerst waschen und dann – ohne Strunk! – dort hineinraspeln. Alles schön umrühren. Nun sollten auch Zwiebeln und Paprika soweit sein, zu der Tofupampe geworfen zu werden. Den Herd heizen wir schonmal auf 175 Grad Celsius vor. Wir schnappen uns den kleinen Topf, geben das Mehl, Salz und die Hefeflocken hinein und rühren ein wenig um. Auf eine Herdplatte stellen, diese einschalten und de Sojamilch in den Topf gieszen. Mit Schneebesen rühren und rühren, bis kleine Klümpchen mehr vorhanden sind. Senf und Zitronensaft dazu, und aufkochen lassen. Zum Schluss die Margarine einrühren. Nun gehts los: in der Auflaufform schichten wir die Lasagneplatten und die Tofupampe schön übereinander: am besten zuerst eine Schicht Tofu, dann die Platten, dann wieder Tofu, nochmal Platten, jedenfalls solange, bis die Tofumische leer ist. Die oberste Schicht sollte dann wieder aus den Platten bestehen. Nun kippen wir unsere Sauce (die, die wir eben gekocht haben. der oder die ein oder andere erinnert sich vielleicht) oben drauf, verstreichen alles noch ein bisschen, streuen Sonnenblumenkerne drauf und ab in den Ofen, für 40 Minuten mindestens. Allerdings ist mein Herd auch ein bisschen komisch, vielleicht geht es auch schneller. Mit Gabel überprüfen, ob die Platten weich sind!
Den gleichen Topf wie vorhin können wir nun für die Tomatensauce wiederverwenden. Dazu wieder etwas Öl erhitzen und die ebenfalls geschälten und zerschnippelten Zwiebeln andünsten. Wenn ganze Tomaten verwendet werden: vorher bitte klein schneiden. Andernfalls besteht die Gefahr, sich daran zu verschlucken. Die Tomaten samt Saft zu den Zwiebeln geben, aufkochen. Gewürze, Balsamico und Sojamilch dazugeben, weiterkochen. Wenn noch etwas mehr Bindung gewünscht wird: etwas Mehl (1-2 EL, schätz ich) mit dem Schneebesen einrühren, oder Fertigsaucenbinder. Wenn die Lasagne durch ist (also wenn sich eine Gabel von oben durchstechen lässt ohne exzessive Gewalt aufwenden zu müssen) in Stücke schneiden, mit Pfannenwender auf Teller bugsieren, Sauce rübber und fertch!

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