Salami

Als groszer Freund von Frühstückscroissants (die es in Dosenform für wenig Geld im Netto gibt, und von denen ich zumindest glaube, dass sie vegan seien. falls dem nicht so sein sollte, bitte ich um Feedback) und nicht so groszem Freund von Aufstrichen und Süszkram wie Marmelade, stand ich immer sehr auf lecker Hörnchen mit lecker Brie oder so drauf. Da die bisherigen Käseselbstmachversuche jedoch enttäuschend genug verliefen, dass ich mit den Resultaten NIEMALS ein unschuldiges Croissant zu deflorieren wagen würde, bleiben als Alternativen höchsten noch (Räucher-)Tofu, veganer Kaufkäse und Wurst. Wurst ist toll, Wurst for President. Also schnell ein Rezept von irgendner Seite geklaut, kleine Änderungen (weisse Stückchen wie in echter Salami!) dran vorgenommen und schwups, hier auf die Seite gestellt. Halt: Props (Probs?) gehen natürlich an ….
Geht schnell, macht wenig Arbeit und zum Frühstück gibt es wenig besseres. Wissenschaftlich bewiesen!

Zutaten für 2 Stück a circa 300g. Kosten pro Stück: 80-90 Cent

  • 100ml Tomatenpaprika mit Einlegewasser (30 Cent)
  • 1EL Flüssigrauch
  • 1 EL Sojasauce
  • 1 EL roter Essig
  • circa 200ml Wasser
  • 75g Räuchertofu (50 Cent)
  • 300g Gluten (80 Cent)
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Pfeffer

Zubereitung

Zuallererst pürieren wir in einem Messbecher die Tomatenpaprika. Eigentlich sollte mensch Röstpaprika nehmen, die fand ich allerdings nicht. Oder waren zu teuer, weiss ich grade nicht. Das hier funktioniert jedenfalls auch. Also: Pürieren! Danach den Flüssigrauch, die Sojasauce und den Essig dazugeben, alles schön verrühren. Soviel Wasser dazugeben, bis insgesamt 300ml im Messbecher sind. In einer Schüssel vermischen wir nun das Gluten mit dem Salz und dem Pfeffer. Den Räuchertofu schnippeln wir in tausende kleeeeiner Stückchen und werfen auch diese zu dem Gluten. Schön vermischen, alles. Im Anschluss gieszen wir die Paprikasuppe dazu und mischen weiter und weiter. Nun ein wenig kneten, bis alles gleichmäsig miteinander vermischt ist. Nun schnappen wir uns Alufolie, packen die Hälfte des Kloszes drauf, formen selbigen zu einer Wurst mit Salamidurchmesser (bei mir warens so circa 4 Zentimeter, glaub ich), rollen diese mit Alufolie ein und verdrehen die Enden wie bei einem Bonbon. Zur Sicherheit kann mensch vielleicht noch eine Lage Alufolie drumrumwickeln, aber so wichtig ist das glaube ich nicht. Mit der anderen Kloszhälfte genauso verfahren, und beide Würste in einem groszen Topf mit Wasser 1 Stunde lang kochen. Rausnehmen, abkühlen lassen, geil finden!

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Brokkoli-Dal

Nein, ich hab eigentlich nichts besseres zu tun, als Rezepte zu veröffentlichen, trotzdem hatte ich in den vergangenen 2 Wochen irgendwie nicht so richtig Lust, Texte zu tippen und dabei aufzupassen, keine inhaltlichen Fehler einzubauen. Is‘ ja wie Studieren! Ja, eine Substantivierung, daher mit groszem ‚S‘ am Anfang. Egal. Da ich jedoch trotzdem fast jeden Tag irgendwelche Lebensmittel zusammenwerfe und darauf hoffe, dass das Resultat mehr als die Summe aus Einzelteilen, Wärme veritablem Hungergefühl ist, habe ich selbstverständlich auch in der Zwischenzeit neue Sachen ausprobiert. Folgendes ist nicht wirklich neu, aber Dal ist nach wie vor die Königin unter den einfach zuzubereitenden, sättigenden und wunderbar schmeckenden Gerichten. Diesmal nur mit Brokkoli und ohne Blumenkohl.

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Brokkoli
  • 1 Möhre, gerieben
  • 250g rote Linsen
  • 1l Wasser
  • 2 TL Brühe
  • 1TL Koriander
  • 2TL Cumin
  • 1/2TL Kurkuma
  • 1 Chili, gehackt
  • 1TL grobes Meersalz
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1TL Zimt
  • 1TL Ingwer
  • 150g Tomate(n)

Zubereitung

Diesmal nur stichpunkthaft: Die Linsen in einem Sieb abbrausen, oder auch nicht, je nachdem, wie die Laune es gerade zulässt. In einen Topf geben, den Liter Wasser dazu, kurz mal umrühren, Deckel drauf und aufkochen. Wenn das Ganze dann irgendwann kocht, kann der Deckel runter und die Hitze reduziert werden. Aber soweit sind wir noch nicht. Wir putzen den Brokkoli, und zwar nicht mit Reinigungsmitteln und Wurzelbürste, sondern schnippeln alles in kleine Röschen, und alles was kein Röschen ist wird solange gewürfelt, bis keine Kante mehr länger als 5 Millimeter ist. Für all jene, die es mit Längenangaben nicht so haben: Millimeter ist weniger als Zentimeter. Sollte jedenfalls alls recht klein sein. Danach in einem Sieb sauberkärchern. So, Zeitsprung: Das Wasser der Linsen kocht, ja? So seit 10 Minuten? Gut! Brokkoli und Möhre dazu. Und die Gewürze. Nun geht es den Tomaten an den Kragen: ich machte den Fehler, diese nicht zu skalpieren, und so Tomatenhaut kann manchmal echt nicht so toll sein, wenn sie mirnichtsdirnichts plötzlich im Mund auftaucht. Daher: Tomate(n) nehmen, die Unterseite mit einem Messer kreuzweise einschneiden, so 2 Zentimeter lang vielleicht. In eine Schüssel setzen. Wasser in einem Wasserkocher zum kochen bringen, dieses dann auf die Tomaten kippen. Wenn sie sich wieder anfassen lassen, ohne dass mensch sich dabei die Fingerchen burnt, lässt sich die Schale ganz leicht abziehen. So. Anschlieszend ebenfalls würfeln und zu dem Linsen-Brokkoli-Matsch geben. Solange kochen lassen, bis der Brokkoli schön weich ist und die Tomaten ihre klar abgegrenzte Form gegen ein eher diffuses Dasein eintauschten.

Fladenbrot als Beilage funktioniert auch hier superb!

 

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Arancini

Nachdem ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von diesem sizilianischen Gericht hörte, wollte ich das immer wieder mal nachmachen. Keine Ahnung, warum ich’s nicht tat. Lag vermutlich daran, dass die Rezepte, die ich fand, alle immer mit Ei zwecks Stabilisierung versehen waren, und auch, als mich mit Veganismus noch nicht so sehr befasst hatte, fand ich Rezepte, in denen Eier primär dafür verantwortlich sind, dass das Endprodukt nicht auseinanderfällt, immer ziemlich doof. Bei irgendwelchen Bratlingsmischungen stand beispielsweise auch immer in den Zubereitungshinweisen, mensch „kann“ noch ein Ei hinzufügen. Was eine totale Untertreibung war, denn ohne Ei verwandelten sich die Teile bei mir regelmässig in unmotiviertes Gekrümel, welches dann wiederum schnell anbrennt und als Burger-Ersatz ist das sowieso alles total doof. Jedenfalls, Rundkornreis, den mensch für wenige Groschen beim Lebensmitteldealer seines Vertrauens unter dem Namen „Milchreis“ erwerben kann, klebt wie Hecke, weitere Zusätze, deren Verwendung ich im Vorfeld im Schädelchen durchspielte, wie (Soja-)Mehl sind vollkommen überflüssig.
Es sieht jedenfalls echt gut aus, wie ich finde, dass es lecker ist, muss ich nicht extra erwähnen.  Die Füllung ist jedenfalls relativ stark am Original orientiert, und so kam ich dann auch mal dazu, Erbsen aus dem Glas zu erwerben. Tiefgefrorene oder gar frische sind selbstverständlich wesentlich besser, aber die Erbsen sind jetzt geschmacklich nicht so weit im Vordergrund, dass mensch gröszere Unterschiede bemerken würde. Ausserdem hatte ich kein Geld!

Zutaten für etwa 20 Stück bzw. 6 Portionen. Kosten pro Stück: circa 10 Cent

  • 600g Milchreis (70 Cent)
  • 1,4l Wasser
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Brühe
  • etwas Öl (insgesamt: 15 Cent)
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 50g Pilze, gehackt (10 Cent?)
  • 50g Tofu, gewürfelt (Kantenlänge max. 5mm); Räuchertofu wäre empfehlenswert, wegen des geschmacklichen Mehrwerts (20 Cent)
  • 50g Tomaten, gewürfelt (10 Cent)
  • 100g Erbsen (aus dem Glas: 20 Cent)
  • 100ml passierte Tomaten (10 Cent)
  • Thymian, Bohnenkraut, Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum
  • 300ml Sojamilch (30 Cent)
  • 200g Paniermehl bzw altes Brot nehmen und kleinhäckseln
  • 100ml Öl

Zubereitung

Also: Wasser, Reis, Salz und Gemüsebrühe in einen gedeckelten Topf geben, aufkochen, Hitze reduzieren und weiterköcheln lassen, hin und wieder umrühren, solange, bis das Wasser vollständig aufgenommen wurde. Das dauert vielleicht so 20 Minuten. Von der Herdplatte ziehen und abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel würfeln, in ein wenig Öl andünsten, den Tofu dazugeben, kurz anbraten und die gewürfelten Tomaten, die Pilze und die Erbsen dazugeben. Die Hitze reduzieren und solange weiterköcheln, bis die Flüssigkeit des Gemüses verdampft ist. Dann die passierten Tomaten dazu, mit den Gewürzen abschmecken (kann ruhig kräftig sein, da der ja eher geschmacklose Reis mengenmässig dominiert) und weitereinkochen lassen, bis nahezu keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Von der Herdplatte ziehen, abkühlen lassen. Wenn sowohl Reis als auch Füllung kühl sind, gehts los: jeweils eine Portion Reis (genau kann ich es nicht sagen, ist Gefühlssache) in eine Hand nehmen, mit der anderen Hand flachdrücken. Etwas weniger als ein Teelöffel der Füllung in die Mitte des Reisfladens geben. Eine weitere Portion Reis darauf geben, und das Ganze zu einer Kugel formen, welche idealerweise die Grösze einer Mandarine hat. Ich weiss, eigentlich lautet der Name übersetzt „kleine Apfelsine“, aber das ist jetzt mein Rezept und Orangen find ich ein Stück zu gross, ja, auch kleine! So. Schön festdrücken und im Anschluss zuerst in Sojamilch wenden, dann im Paniermehl, danach nochmal in der Sojamilch und nochmal im Paniermehl. Wenn der Reis aufgebraucht ist, ist es hoffentlich auch die Füllung. Die 100ml Öl in einer Pfanne oder einem Topf erhitzen und bei grosser Hitze die Arancini nach und nach rundherum braten. Wer eine Friteuse hat, möge diese benutzen. Ich hatte auch mal versucht, die Teile mit Öl eingepinselt im Backofen zuzubereiten, aber sie wurden einfach nicht knusprig. Zum Wiederaufwärmen ist das aber ok. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und warm oder kalt servieren. Passt z.B. gut für Buffets oder so. Ich asz sie zusammen mit der Sommersauce, 3 Stück reichten dann auch, um davon satt zu werden, für grossen Hunger aber dann lieber einen mehr einkalkulieren. Prinzipiell funktioniert hierbei denke ich jede weitere Pastasauce, aber alles was ordentlich stückig ist, is best.
Essen!
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Ravioli mit Hackfüllung und fruchtiger Sommersauce

Ravioli Baby! Da stinknormale Pastaprodukte auf Dauer recht öde sind, bin ich in den letzten Jahren auf den Trichter gekommen, mir häufiger so Sachen wie Ravioli und Tortellini zu kaufen. Im Kaufland bspw. gibt es eine nette Auswahl vegetarischer Varianten, die zwar teurer als „normale“ Nudeln sind, dafür braucht Mensch aber auch weniger Sauce, um die Geschmacksknospen ordentlich in Wallung zu bringen. Da manche Leute jedoch immernoch auf dem Kurs sind, dass Eier in Nudelproukten ein „Qualitätsmerkmal“ seien, sind diese ganzen leckeren Teigteilchen zumindest aus o.g. – ja sehr preiswerten – Läden samt und sonders für die vegane Ernährungsweise ungeeignet. Daher hab ich mir letzte Woche bei eBay ein Dreierset Ravioliformern gekauft, inklusive Versand 7,40 Euro, also noch im grünen Bereich. Beim nächsten Mal werd ich dann auch die Ravioliherstellung bebildern. Tolle Sache jedenfalls, kann mensch auch allerlei anderes Gefülltes mit zubereiten, auch so apfeltaschenmäsziges. Da ich allgemein jedoch kein groszer Freund von Knet-Action bin, stell ich lieber mit einem Mal gröszere Mengen her, um dann Teile davon einzufrieren. Hierbei bietet es sich übrigens an, die ausgestochenen Raviolikreise – mit etwas Backpapier o.ä. dazwischen, damit mensch am Ende nicht doch wieder mit einem dicken Klumpen Teig dasteht – einzufrieren, die können bei Bedarf dann schnell aufgetaut und gefüllt werden.

Die Füllung reicht so für 3-4 Portionen würde ich schätzen, das entspricht irgendwas zwischen 20 und 30 Ravioli.

Die Sauce ist mehr aus der Not heraus, noch irgendwie weitere Karotten zu verwerten, entstanden. Ich bin eigentlich kein Fan dieses Gemüses, zumindest nicht im gekochten Zustand, was vermutlich daran liegt, dass ich es immer eklig fand, wenn die eigentlich feste Möhre dann irgendwann nur noch Matsch ist. Könnte vielleicht auch an der enthaltenen Süsse liegen, zerkochte Kartoffeln find‘ ich nämlich beispielsweise gar nicht schlimm. Diese Sauce ist jedenfalls unerwartet sommerlich angehaucht, was zum einen an der Knackigkeit von Karotten und Zwiebeln liegt, zum anderen an der leichten Säure der Cherrytomaten und des Balsamicos. Daher bitte, bitte die Möhren nicht zerkochen, sonst wird es vermutlich ziemlich schnell ziemlich bäh. Ich fand das jedenfalls echt lecker. Also, ab gehter.

Zutaten. Kosten pro Portion: 40-50 Cent

Teig für ca. 140 Ravioli. Kosten: 1,00-1,20 Euro

  • 900g Vollkornweizenmehl
  • 6 TL Salz
  • circa 450ml Wasser, evtl. etwas mehr, wenn’s zu trocken ist (bei mir waren es exakt 460ml…)
  • 50ml Olivenöl
  • Mehl zum Ausrollen (hier tut es das billige Weiszmehl für 35 Cent. am besten ein paar hundert Gramm als Reserve da haben)

Füllung für 3-4 Portionen. Kosten pro Portion: 10 Cent

  • 25g Sojagranulat
  • 1/2 TL Senf
  • 1/2 TL Brühe
  • Pfeffer
  • 1/3 Karotte
  • 1 Zwiebel

Sauce für 4 Portionen. Kosten pro Portion: 25 Cent

  • 2EL Öl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Karotten
  • 1 Päckchen passierte Tomaten
  • 1 EL weisser Balsamico Essig
  • 100g Cherrytomaten

Zubereitung

Etwas mehr Aufwand diesmal, aber dafür kann mensch dann in den nächstne Wochen (oder Monaten) immer schnell frische Ravioli selbst herstellen.

Das Mehl mit dem Salz in einer Schüssel vermischen. In einem Messbecher verrühren wir das Wasser mit dem Olivenöl und geben diese Mixtur langsam zu dem Mehl, während wir die dabei entstehende Mehl-Wasser-Mischung ständig mit einer Gabel verrühren. Mit den Händen solange bearbeiten, bis ein nicht mehr klebender, leicht formbarer Teig entstanden ist. In Alufolie oder so wickeln (gegen Austrocknung!) und in den Kühlschrank (oder auch irgendwo anders hin) stellen. Für

In der Zwischenzeit das Sojagranulat mit einer halben Tasse heissen Wassers mischen, das Brühpulver und den Senf dazugeben und quellen lassen. Nach 10 Minuten schauen, ob alles Wasser aufgenommen wurde. Wenn dem so sein sollte, prüfen, ob nicht noch die Hälfte des Granulats trocken und hart ist. Falls doch: noch etwas Wasser dazu. Danach die Drittel Karotte dazuraspeln, alles miteinander vermengen.

Nun geht es an die Ravioli: Wir schneiden vom Teig Stücke ab von der Grösze, dass sie noch problemlos in die Handfläche passen. Diese Stücke jeweils nochmal kurz durchkneten, zu einer Kugel formen, auf eine (überall!) bemehlte Arbeitsfläche (so Holzbretter von Mutti eignen sich dafür gut, oder aber diese groszen Kunststoffschneidbretter von Ikea) und schöööön ausrollen. Richtig schön dünn, so 1 Milimeter oder so. Ich empfehle ernsthaft die Verwendung solcher Ravioliformen, ich nahm die mit dem Durchmesser von 6cm. Andernfalls: Irgendein Glas oder etwas anderes, was sich zum Ausstechen eignet und idealerweise so um die 6cm Durchmesser hat, benutzen. Was auch immer mensch nimmt, ganz viele Kreise ausstechen, diese

  1. in die Mitte des Ravioliformers legen, ein wenig Füllung (ein gehäufter Teelöffel ist schon zuviel!) mittig draufsetzen, zusammenklappen. Oder
  2. in die Mitte der Teig-Kreise (Voll-Kornkreise in diesem Fall…) jeweils ein wenig Füllung geben (siehe 1!), vorsichtig zusammenklappen, die Ränder mit einer Gabel zusammendrücken.

Das Resultat auf einen bemehlten Teller o.ä. geben. Solange weitermachen, bis die Füllung aufgebraucht ist. Wenn die Ravioli an- oder aufeinander liegen, Mehl dazwischenstreuen, sonst kleben sie schlimmstenfalls aneinander fest. Der restliche Teig kann wieder in Folie gepackt und später verwendet werden.

Nungeht es an die Sauce: Wir erhitzen das Öl in einem Topf, werfen die Karotten hinzu und schwitzen diese 7 Minuten lang an. Nun gesellen sich die Zwiebelringe dazu, öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt. Nach weiteren 5 Minuten geben wir die Tomatenviertel dazu und löschen das Ganze mit dem Balsamico ab. Nochmal 5 Minuten ziehen lassen, anschlieszend die passierten Tomaten und das Brühpulver dazu. Bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Während dessen können die Ravioli ins mittlerweile hoffentlich kochende Wasser hüpfen. Wenn sie dann (nach ein paar Minuten, 5 oder so?) nacheinander an die Wasseroberfläche steigen, können sie entweder mit einem Schaumlöffel oder so entnommen, oder – die klassische Variante, die ich bevorzuge – in ein Sieb gekippt und mit kaltem Wasser kurz abgeschreckt werden. Auf die Teller, Sauce drüber, go!

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Spinat-Tofu-Cannelloni mit Brokkolisauce

Bei den Crespelle hatte ich mich bei der Grösze der Auflaufform verschätzt, glücklicherweise hatte ich aber auch zu wenig Teig gemacht. Jedenfalls hatte ich noch gut die Hälfte der Spinat-Tofu-Mischung über. Ich hätte sie natürlich einfach über ein paar Nudeln geben können, da es bei Aldi jedoch Ende letzter Woche 2 Brokkoli für insgesamt 40 Cent gab (hier muss ich mal ’ne Lanze für Aldi brechen: die beiden Brokkoli stammten tatsächlich aus einem nicht mal 10 Kilometer von hier gelegenen Kaff!) und ich Angst hatte, dann irgendwas wegwerfen zu müssen, dachte ich mir, versuche ich auch diesen zu verwenden. Ein paar Cannelloni hatte ich auch noch da, die sind aber insgesamt auch nicht so teuer, circa ein Euro für eine Packung mit 250 Gramm, und in einem solchen Gericht isst mensch auch mehr Füllung als Nudeln. Sieht ausserdem auch auf dem Teller ganz nett aus, und – was ja noch wichtiger ist – schmeckt sehr lecker.

Zutaten für 3-4 Portionen. Kosten pro Portion: 60-80 Cent

Cannelloni

  • 1 Brokkoli (70 Cent)
  • 11-12 Cannelloni (50 Cent)
  • 50ml Sojamilch (insgesamt 25 Cent)
  • 100g Tofu (40 Cent)
  • 250g Spinat (25 Cent)
  • Salz, Pfeffer, Knoblauch, Muskat

Sauce

  • 200ml trockener oder halbtrockener Weisswein (20 Cent)
  • 200ml Sojamilch
  • 150ml Wasser
  • 1 TL Brühe
  • 1 TL Mehl

Zubereitung

Wenn TK-Spinat verwendet werden soll, diesen zuerst mal auftauen. Das geht super in einer Schüssel in der Mikrowelle, oder aber auch in einem Sieb im Waschbecken, wobei letzteres ungleich länger dauert. Um das Prozedere zu beschleunigen, kann mensch immer mal heisses Wasser drauf fliessen lassen. Ich geh jetzt einfach mal von der kurz-und-schmervoll-Lösung aus, nämlich der Mikrowellen-Lösung. Idealerweise ist der Spinat hinterher dann noch ziemlich heiss, daher steht das hier am Anfang, schlieszlich wollen wir uns nicht unsere Zarten Pfötchen verbrühen.

Weiter gehts: Den Brokkoli bearbeiten wir wie folgt: wir entfernen erstmal die Blätter und alles was nicht unbedingt essbar daran aussieht. Danach zerlegen wir ihn zuerst in so viele kleine Röschen wie möglich. Alles andere, also den äh „Stamm“ und diese ganzen Verästelungen, zerschnippeln wir in maximal 10mal10 Millimeter grosze Stücke. Diese geben wir in ein Sieb und spülen den möglicherweise vorhandenen Dreck ab. Ein bisschen abtropfen lassen. Nun erhitzen wir in einem Topf (in den der ganze Brokkoli reinpasst!) das Öl und geben die soeben zerschnippelten Brokkolibrocken dazu (nicht die Röschen!) und schwitzen diese an. Die Hitze können wir dann erstmal auf die Hälfte ungefähr reduzieren. Hin und wieder umrühren, 5 Minuten auf dem Herd stehen lassen. Nun können wir auch schonmal die Brokkoliröschen abspülen und ebenfalls abtropfen lassen. Wenn die 5 Minuten vorüber sind, mit dem Wein ablöschen, mit Sojamilch und Wasser aufgiessen, Brühpulver einrühren. Jetzt müssen wir warten, bis der Brokkoli weich genug ist, dass man ihn pürieren kann. Bei mir dauerte das so 20 Minuten. Ist natürlich abhängig davon, wie grosz letztlich die Würfel sind. Im harten Zustand kann das Pürieren schnell mal in ’ne ziemliche Sauerei ausarten. Daher lieber etwas warten. Diese Wartezeit nutzen wir nun wie folgt: Der Spinat sollte mittlerweile aufgetaut und auch nicht mehr heiss sein. Wenn viel Flüssigkeit dabei ist, vorsichtig versuchen, diese abzugieszen, ein Sieb hilft da bisweilen. Den Tofu zu dem Spinat (der sich spätestens jetzt in einer Schüssel befinden sollte) bröckeln, die 50 ml Sojamilch dazu, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Muskat würzen. Nun geht’s ans Füllen! Bei meinen ersten Cannelloniversuchen mühte ich mich immer mit Löffeln ab, das gibt aber mehr Sauerei und dauert letztlich auch wesentlich länger. Wir haben ja gewaschene Hände (Wink mit dem Zaunpfahl!), daher nutzen wir sie auch: wir nehmen jeweils einen Cannelono (? oder Cannellonikus? Kurz: einen dieser Teigzylinder), halten ihn senkrecht, verschlieszen dabei mit der einen Hand die untere Öffnung, mit der anderen geben wir in kleinen Portiönchen die Füllung oben rein, immer ein bisschen nachschieben. Wenn diese „Geräte“ einigermassen voll sind, in die Aufflaufform legen. Am besten irgendwie parallel und nicht kreuzundquer. Wenn langsam gearbeitet wird: zwischendurch immer mal schauen, ob der Brokkoli schon schön weich ist. Wenn dies der Fall sein sollte: mal kurz inne halten, den Pürierstab zücken und die Sauce in eine etwas grünere, dickflüssigere Sauce verwandeln. In einer Tasse das Mehl und ein wenig (kaltes!) Wasser vermischen, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Diese Mischung, und die Brokkoliröschen, zu der Sauce geben. Mit Pfeffer abschmecken und aufkochen lassen. Die Herdplatte ausstellen. Wenn die Cannelloni fertig gefüllt sind, geben wir die Sauce darüber. Bei 175 Grad Celsius für 60 Minuten in den Herd schieben (wie vielleicht schonmal erwähnt: mein Herd hier schliesst nicht mehr so gut, alles dauert immer etwas länger. Einfach nach 30 Minuten alle 5 Minuten mit einer Gabel kontrollieren, ob die Cannelloni weich sind).

Mahlzeit.

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