Ravioli mit Hackfüllung und fruchtiger Sommersauce

Ravioli Baby! Da stinknormale Pastaprodukte auf Dauer recht öde sind, bin ich in den letzten Jahren auf den Trichter gekommen, mir häufiger so Sachen wie Ravioli und Tortellini zu kaufen. Im Kaufland bspw. gibt es eine nette Auswahl vegetarischer Varianten, die zwar teurer als „normale“ Nudeln sind, dafür braucht Mensch aber auch weniger Sauce, um die Geschmacksknospen ordentlich in Wallung zu bringen. Da manche Leute jedoch immernoch auf dem Kurs sind, dass Eier in Nudelproukten ein „Qualitätsmerkmal“ seien, sind diese ganzen leckeren Teigteilchen zumindest aus o.g. – ja sehr preiswerten – Läden samt und sonders für die vegane Ernährungsweise ungeeignet. Daher hab ich mir letzte Woche bei eBay ein Dreierset Ravioliformern gekauft, inklusive Versand 7,40 Euro, also noch im grünen Bereich. Beim nächsten Mal werd ich dann auch die Ravioliherstellung bebildern. Tolle Sache jedenfalls, kann mensch auch allerlei anderes Gefülltes mit zubereiten, auch so apfeltaschenmäsziges. Da ich allgemein jedoch kein groszer Freund von Knet-Action bin, stell ich lieber mit einem Mal gröszere Mengen her, um dann Teile davon einzufrieren. Hierbei bietet es sich übrigens an, die ausgestochenen Raviolikreise – mit etwas Backpapier o.ä. dazwischen, damit mensch am Ende nicht doch wieder mit einem dicken Klumpen Teig dasteht – einzufrieren, die können bei Bedarf dann schnell aufgetaut und gefüllt werden.

Die Füllung reicht so für 3-4 Portionen würde ich schätzen, das entspricht irgendwas zwischen 20 und 30 Ravioli.

Die Sauce ist mehr aus der Not heraus, noch irgendwie weitere Karotten zu verwerten, entstanden. Ich bin eigentlich kein Fan dieses Gemüses, zumindest nicht im gekochten Zustand, was vermutlich daran liegt, dass ich es immer eklig fand, wenn die eigentlich feste Möhre dann irgendwann nur noch Matsch ist. Könnte vielleicht auch an der enthaltenen Süsse liegen, zerkochte Kartoffeln find‘ ich nämlich beispielsweise gar nicht schlimm. Diese Sauce ist jedenfalls unerwartet sommerlich angehaucht, was zum einen an der Knackigkeit von Karotten und Zwiebeln liegt, zum anderen an der leichten Säure der Cherrytomaten und des Balsamicos. Daher bitte, bitte die Möhren nicht zerkochen, sonst wird es vermutlich ziemlich schnell ziemlich bäh. Ich fand das jedenfalls echt lecker. Also, ab gehter.

Zutaten. Kosten pro Portion: 40-50 Cent

Teig für ca. 140 Ravioli. Kosten: 1,00-1,20 Euro

  • 900g Vollkornweizenmehl
  • 6 TL Salz
  • circa 450ml Wasser, evtl. etwas mehr, wenn’s zu trocken ist (bei mir waren es exakt 460ml…)
  • 50ml Olivenöl
  • Mehl zum Ausrollen (hier tut es das billige Weiszmehl für 35 Cent. am besten ein paar hundert Gramm als Reserve da haben)

Füllung für 3-4 Portionen. Kosten pro Portion: 10 Cent

  • 25g Sojagranulat
  • 1/2 TL Senf
  • 1/2 TL Brühe
  • Pfeffer
  • 1/3 Karotte
  • 1 Zwiebel

Sauce für 4 Portionen. Kosten pro Portion: 25 Cent

  • 2EL Öl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Karotten
  • 1 Päckchen passierte Tomaten
  • 1 EL weisser Balsamico Essig
  • 100g Cherrytomaten

Zubereitung

Etwas mehr Aufwand diesmal, aber dafür kann mensch dann in den nächstne Wochen (oder Monaten) immer schnell frische Ravioli selbst herstellen.

Das Mehl mit dem Salz in einer Schüssel vermischen. In einem Messbecher verrühren wir das Wasser mit dem Olivenöl und geben diese Mixtur langsam zu dem Mehl, während wir die dabei entstehende Mehl-Wasser-Mischung ständig mit einer Gabel verrühren. Mit den Händen solange bearbeiten, bis ein nicht mehr klebender, leicht formbarer Teig entstanden ist. In Alufolie oder so wickeln (gegen Austrocknung!) und in den Kühlschrank (oder auch irgendwo anders hin) stellen. Für

In der Zwischenzeit das Sojagranulat mit einer halben Tasse heissen Wassers mischen, das Brühpulver und den Senf dazugeben und quellen lassen. Nach 10 Minuten schauen, ob alles Wasser aufgenommen wurde. Wenn dem so sein sollte, prüfen, ob nicht noch die Hälfte des Granulats trocken und hart ist. Falls doch: noch etwas Wasser dazu. Danach die Drittel Karotte dazuraspeln, alles miteinander vermengen.

Nun geht es an die Ravioli: Wir schneiden vom Teig Stücke ab von der Grösze, dass sie noch problemlos in die Handfläche passen. Diese Stücke jeweils nochmal kurz durchkneten, zu einer Kugel formen, auf eine (überall!) bemehlte Arbeitsfläche (so Holzbretter von Mutti eignen sich dafür gut, oder aber diese groszen Kunststoffschneidbretter von Ikea) und schöööön ausrollen. Richtig schön dünn, so 1 Milimeter oder so. Ich empfehle ernsthaft die Verwendung solcher Ravioliformen, ich nahm die mit dem Durchmesser von 6cm. Andernfalls: Irgendein Glas oder etwas anderes, was sich zum Ausstechen eignet und idealerweise so um die 6cm Durchmesser hat, benutzen. Was auch immer mensch nimmt, ganz viele Kreise ausstechen, diese

  1. in die Mitte des Ravioliformers legen, ein wenig Füllung (ein gehäufter Teelöffel ist schon zuviel!) mittig draufsetzen, zusammenklappen. Oder
  2. in die Mitte der Teig-Kreise (Voll-Kornkreise in diesem Fall…) jeweils ein wenig Füllung geben (siehe 1!), vorsichtig zusammenklappen, die Ränder mit einer Gabel zusammendrücken.

Das Resultat auf einen bemehlten Teller o.ä. geben. Solange weitermachen, bis die Füllung aufgebraucht ist. Wenn die Ravioli an- oder aufeinander liegen, Mehl dazwischenstreuen, sonst kleben sie schlimmstenfalls aneinander fest. Der restliche Teig kann wieder in Folie gepackt und später verwendet werden.

Nungeht es an die Sauce: Wir erhitzen das Öl in einem Topf, werfen die Karotten hinzu und schwitzen diese 7 Minuten lang an. Nun gesellen sich die Zwiebelringe dazu, öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt. Nach weiteren 5 Minuten geben wir die Tomatenviertel dazu und löschen das Ganze mit dem Balsamico ab. Nochmal 5 Minuten ziehen lassen, anschlieszend die passierten Tomaten und das Brühpulver dazu. Bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Während dessen können die Ravioli ins mittlerweile hoffentlich kochende Wasser hüpfen. Wenn sie dann (nach ein paar Minuten, 5 oder so?) nacheinander an die Wasseroberfläche steigen, können sie entweder mit einem Schaumlöffel oder so entnommen, oder – die klassische Variante, die ich bevorzuge – in ein Sieb gekippt und mit kaltem Wasser kurz abgeschreckt werden. Auf die Teller, Sauce drüber, go!

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