Arancini

Nachdem ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von diesem sizilianischen Gericht hörte, wollte ich das immer wieder mal nachmachen. Keine Ahnung, warum ich’s nicht tat. Lag vermutlich daran, dass die Rezepte, die ich fand, alle immer mit Ei zwecks Stabilisierung versehen waren, und auch, als mich mit Veganismus noch nicht so sehr befasst hatte, fand ich Rezepte, in denen Eier primär dafür verantwortlich sind, dass das Endprodukt nicht auseinanderfällt, immer ziemlich doof. Bei irgendwelchen Bratlingsmischungen stand beispielsweise auch immer in den Zubereitungshinweisen, mensch „kann“ noch ein Ei hinzufügen. Was eine totale Untertreibung war, denn ohne Ei verwandelten sich die Teile bei mir regelmässig in unmotiviertes Gekrümel, welches dann wiederum schnell anbrennt und als Burger-Ersatz ist das sowieso alles total doof. Jedenfalls, Rundkornreis, den mensch für wenige Groschen beim Lebensmitteldealer seines Vertrauens unter dem Namen „Milchreis“ erwerben kann, klebt wie Hecke, weitere Zusätze, deren Verwendung ich im Vorfeld im Schädelchen durchspielte, wie (Soja-)Mehl sind vollkommen überflüssig.
Es sieht jedenfalls echt gut aus, wie ich finde, dass es lecker ist, muss ich nicht extra erwähnen.  Die Füllung ist jedenfalls relativ stark am Original orientiert, und so kam ich dann auch mal dazu, Erbsen aus dem Glas zu erwerben. Tiefgefrorene oder gar frische sind selbstverständlich wesentlich besser, aber die Erbsen sind jetzt geschmacklich nicht so weit im Vordergrund, dass mensch gröszere Unterschiede bemerken würde. Ausserdem hatte ich kein Geld!

Zutaten für etwa 20 Stück bzw. 6 Portionen. Kosten pro Stück: circa 10 Cent

  • 600g Milchreis (70 Cent)
  • 1,4l Wasser
  • 2 TL Salz
  • 2 TL Brühe
  • etwas Öl (insgesamt: 15 Cent)
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 50g Pilze, gehackt (10 Cent?)
  • 50g Tofu, gewürfelt (Kantenlänge max. 5mm); Räuchertofu wäre empfehlenswert, wegen des geschmacklichen Mehrwerts (20 Cent)
  • 50g Tomaten, gewürfelt (10 Cent)
  • 100g Erbsen (aus dem Glas: 20 Cent)
  • 100ml passierte Tomaten (10 Cent)
  • Thymian, Bohnenkraut, Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum
  • 300ml Sojamilch (30 Cent)
  • 200g Paniermehl bzw altes Brot nehmen und kleinhäckseln
  • 100ml Öl

Zubereitung

Also: Wasser, Reis, Salz und Gemüsebrühe in einen gedeckelten Topf geben, aufkochen, Hitze reduzieren und weiterköcheln lassen, hin und wieder umrühren, solange, bis das Wasser vollständig aufgenommen wurde. Das dauert vielleicht so 20 Minuten. Von der Herdplatte ziehen und abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel würfeln, in ein wenig Öl andünsten, den Tofu dazugeben, kurz anbraten und die gewürfelten Tomaten, die Pilze und die Erbsen dazugeben. Die Hitze reduzieren und solange weiterköcheln, bis die Flüssigkeit des Gemüses verdampft ist. Dann die passierten Tomaten dazu, mit den Gewürzen abschmecken (kann ruhig kräftig sein, da der ja eher geschmacklose Reis mengenmässig dominiert) und weitereinkochen lassen, bis nahezu keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Von der Herdplatte ziehen, abkühlen lassen. Wenn sowohl Reis als auch Füllung kühl sind, gehts los: jeweils eine Portion Reis (genau kann ich es nicht sagen, ist Gefühlssache) in eine Hand nehmen, mit der anderen Hand flachdrücken. Etwas weniger als ein Teelöffel der Füllung in die Mitte des Reisfladens geben. Eine weitere Portion Reis darauf geben, und das Ganze zu einer Kugel formen, welche idealerweise die Grösze einer Mandarine hat. Ich weiss, eigentlich lautet der Name übersetzt „kleine Apfelsine“, aber das ist jetzt mein Rezept und Orangen find ich ein Stück zu gross, ja, auch kleine! So. Schön festdrücken und im Anschluss zuerst in Sojamilch wenden, dann im Paniermehl, danach nochmal in der Sojamilch und nochmal im Paniermehl. Wenn der Reis aufgebraucht ist, ist es hoffentlich auch die Füllung. Die 100ml Öl in einer Pfanne oder einem Topf erhitzen und bei grosser Hitze die Arancini nach und nach rundherum braten. Wer eine Friteuse hat, möge diese benutzen. Ich hatte auch mal versucht, die Teile mit Öl eingepinselt im Backofen zuzubereiten, aber sie wurden einfach nicht knusprig. Zum Wiederaufwärmen ist das aber ok. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und warm oder kalt servieren. Passt z.B. gut für Buffets oder so. Ich asz sie zusammen mit der Sommersauce, 3 Stück reichten dann auch, um davon satt zu werden, für grossen Hunger aber dann lieber einen mehr einkalkulieren. Prinzipiell funktioniert hierbei denke ich jede weitere Pastasauce, aber alles was ordentlich stückig ist, is best.
Essen!
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Ein Gedanke zu “Arancini

  1. Pingback: Arancini (Reloaded) | Hail Seitan! or Can't believe it's not that blahblah jesus guy!

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