Cheeseburgersuppe

Verdammte Faulheit… Ja, ja, ja, wenn mensch eigentlich wichtiges a la Unistuff zu tun hätte, erscheinen Aufgaben wie das Fotografieren von Essen bzw das Verschriftlichen der dazugehörigen Rezepte bisweilen als nicht zu bewältigen, das hat tatsächlich etwas mit schlechtem Gewissen zu tun! Wenn ich hingegen einfach nebenher am Computer rum“dallere“, dann sind das quasi Verkettungen vieler einzelner 5-Minuten-Sitzungen, die mensch sich ja erlauben darf, wohingegen das Schreiben eines Rezeptes ja meist irgendwas zwischen 10 und 30 Minuten verschlingt und daher auf der Seite der Tätigkeiten steht, für die jetzt „keine Zeit“ zur Verfügung steht. Naja. Das nur erstmal als Entschuldigung.

Seitdem ich ausschliesslich vegan koche, habe ich mich erfolgreich darum gedrückt, eine meiner Lieblingsspeisen, bzw sogar meine allerliebste Lieblingshalbflüssigspeise zuzubereiten. Nachdem ich mir jedoch letztens ein Kilo Porree/Lauch ins Haus holte, war das Grund genug, mich endlich mal an eine vegane Version zu machen: Die Allseitsbeliebte Hack-Lauch-Käse-Suppe, bzw. auch „Cheeseburgersuppe“, wie sie in der Familie meiner Ex-Freundin genannt wurde. Als Vegetarier war das kein Problem, die Geschmacksnerven waren zu dem Zeitpunkt, als ich mich erstmals daran machte, eh schon total entwöhnt von „echtem“ geschredderten Kadaver (sorry), und Sojahack ist schliesslich ein absolut hinreichendes Surrogat. Aber dieser Schmelzkäse, zartglänzendes Geschenk der Industriegötter mit ihren Schmelzsalzen und dem anderen Hokuspokus. Whatever, ich hatte noch Tofu da, und püriert mit Sojamilch ergibt das zumindest ’ne gut dickflüssige Angelegenheit, die mit diverser Würzerei auch geschmacklich auf Kurs gebracht werden kann. Ich gehe nicht davon aus, dass es tatsächlich schmeckt wie el Originale, aber das ist ja auch total boogie, denn erstens schmeckt es wirklich gut, zweitens macht es pappsatt und drittens ist es tierfrei, und dabei wieder mal auch keinen Cent teurer als die Version mit den zerlegten Bambis, Lassies, Flippers und äh ETs. Naja, vielleicht 5 Cent mehr, aber dafür klauen wir einfach mal ne leere Flasche auf Disko und haben das wieder drin. GentleWomen, start yo‘ engines.

Zutaten (3-4 Portionen). Pro Portion: 70-80 Cent.

  • 100g Sojahack (1 Euro)
  • 1 1/2 TL Gemüsebrühe
  • 400ml kochendes Wasser
  • 1 Schwapper Öl
  • 1 Zwiebel
  • 100g Champignons (30 Cent (frisch!))
  • 600-700g Porree (2 Stangen) (70 Cent)
  • 200g Tofu (70 Cent)
  • 150ml Sojamilch (20 Cent)
  • 3EL Hefeflocken
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 300ml Wasser
  • 1TL Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Paprika
  • 1/2 TL Muskatnuss
  • 1 TL Senf
  • 1/4 TL Cayennepfeffer

Zubereitung

Aaaalso: Wir schnappen uns eine Schüssel, die einigermassen grosz ist und keine Löcher bekommt, wenn mensch heisses Wasser reingieszt. Da werfen wir das Sojahack rein, die Gemüsebrühe, kippen das kochende Wasser hinterher und rühren ein bisschen um. So 15-30 Minuten sollte mensch das Quellen lassen, wir können aber schonmal weiter machen. Die Zwiebel würfeln, quadern oder äh trapezen wir, die Champignons waschen wir kurz und rubbeln den gröbsten Schmutz ab, schneiden, falls der Stiel unten holzig aussehen sollte, dieses Holzartige ab, falls Biber mitlesen sollten, so können sie das auch dran lassen. Anschliessend erst in Scheiben schneiden und diese dann noch halbieren, vierteln und so. Den Porree befreien wir von seinen Wurzelhaaren und schneiden ihn in so Ringe, schräg z.B. MancheineR nimmt da ja nur das weisse, was ich jedoch nicht verstehe, denn dann ist die Hälfte des Porrees ja Abfall. Also: soviel wie möglich verwenden, zum Ende hin müssen natürlich immer mehr von den äusseren Blättern (?) aussortiert werden. Naja, ihr kommt schon klar! Teil 1 der Vorbereitung beendet! Nun das Öl erhitzen, die Zwiebel und die Champignons dazu, schön anbraten, aber nicht abfackeln. Die Zwiebelns sollten glasig sein, die Pilze etwas eingeschrumpelt. Danach das Hack (falls noch Flüssigkeit dabei sein sollte, ebenfalls dazugeben, sie verkocht und Würzsachen bleiben im Topf) dazu, und häufiger mal rühren, weil das bäckt ganz gut an. Solange anbraten (und umrühren), bis kein Wasser mehr dazwischen rumblubbert. Den Lauch Schrägstrich Porree dazu, Hitze reduzieren, Deckel drauf und ’ne Viertelstunde bei gelegentlichem Umrühren weiterköcheln lassen, der Lauch enthält ordentlich Wasser und wir kochen ihn quasi im eigenen Saft weich, jaja. Wir schnappen uns ein hohes Gefäsz, bröckeln den Tofu da hinein, geben die Sojamilch dazu und pürieren bis wir schwarz werden und eine cremige Tofuschmiersache bekommen. Geht ja fix. Die Hefeflocken und den Kurkuma (der Farbe wegen) dazu. Also die Reihenfolge, ob wir die Gewürze jetzt zum Tofu oder zum Wasser geben, ist natürlich vollkommen irrelevant, aber es soll ja alles idiotensicher sein, möchte nicht für seelische Deformationen aufkommen müssen, weil jemand damit nicht klarkam. Daher: wenn die viertel Stunde (die von eben) rum ist, giessen wir die 300ml Wasser zum Lauch-Hack-Pilz-Zwiebel-Gemüsebrühe-Potpourrie, werfen danach den weiteren Teelöffel GEmüsebrühe, den Pfeffer, das Salz, das Paprikagewürz, die gemahlene Muskatnuss, den Senf und den Cayennepfeffer hinzu und giessen zuletzt unseren in Gestalt der Tofumatsche dahergehenden Käseersatz dazu, rühren alles kräääftig rum, tun den Deckel wieder drauf und lassen alles noch so ’ne halbe Stunde köcheln, damit der Lauch nicht mehr soviel Bisswiderstand leistet.

Bild gibt’s vielleicht morgen, aber dieses Gericht ist wiedermal ein solches, welches, in Menschengestalt, nur ’ne Frau abbekäme, wenn es nebenher genug Geld anhäufen könnte. Ich weiss, das war sexistisch, aber das Gericht ist nunmal hässlich wie die Nacht in Mecklenburg, so.

Straft mich ab!

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