Kartoffelpuffer

… gehören auch zu den Dingen, die ich früher hasste. Allerdings wahrscheinlich einfach, weil ich die Kombination von herzhaften Sachen mit bspw. Apfelmus schon immer furchtbar fand und auch heute noch finde, und in anderer Darreichungsform wurden mir Kartoffelpuffer früher nie kredenzt. Daher mochte ich auch Eierkuchen nie, und Hefeknödel auch nicht. Da ich allerdings momentan ziemlich pleite bin und mir daher den guten Kartoffelbrei mit der guten Sojamilch noch aufsparen möchte, derzeit aber noch ein Kilo Kartoffeln rumfliegen habe, dachte ich mir, mach ich halt einfach mal Kartoffelpuffer. Sehr lecker jedenfalls, wie ich finde. Die Rezepte, die ich so fand, waren alle irgendwie ähnlich, naja, ein paar komplett andere gab es auch. Hier also meine Variante für sechs Stück, was so 2-3 Portionen ergeben sollte, mensch isst ja sicherlich noch was dazu, Schnitzelzeug oder so.

Zutaten für 6 Stück. Je nach Hunger der Mitesser und ob Bio oder nicht, containert oder nicht, kostet das pro Portion zwischen 0 und 25 Cent

  • 350g geschälte Kartoffeln, ungeschält also etwas mehr, maximal 500g (momentan keine 20 Cent, in Bioqualität wären’s vielleicht 50 Cent)
  • 1 Zwiebel
  • 6 EL Haferflocken
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 1TL Brühpulver
  • 3EL Vollkornmehl
  • ein paar EL Öl

Die Kartoffeln, sofern sie’s nicht schon sind, schälen. Anschließend mit ’ner Multireibe, also diesen eckigen Teilen, die’s für eins fuffzig in irgendwelchen Haushaltsklitschen gibt, klein hobeln. Die Zwiebel schälen und schön würfeln, dazu geben und die anderen Zutaten auch, alles miteinander verkneten. Das Öl in einer möglichst groszen Pfanne erhitzen, aus der Kartoffelmatsche Kugeln formen und die dann zwischen den Handflächen plattdrücken, damit quasi eine Art Fladen entsteht. Bratlinge gehen ja ähnlich. In die Pfanne geben, evtl noch mit dem Pfannenwender plattdrücken, und von beiden Seiten schön braun brutzeln. Nicht anbrennen lassen, bitte.

Auch hier keine Fotos, da die Kamera wie gesagt grade verborgt ist. Sehen aber aus wie Kartoffelpuffer, kein Scheisz!

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Rosenkohl in Apfel-Sauce

Da ich neulich ein paar Kilo Rosenkohl ergaunern konnte und hier auch noch ein Paket natürtrüben Aldi-Apfelsaft (eigentlich zum Mischen mit Amaretto gedacht), dachte ich mir, vielleicht lässt sich das ja kombinieren. Das Internet durchstöbert, und ta da, es kommt sogar noch Meerrettich drin vor, und solchen hatte ich neulich in dem Gefühl, dass man damit bestimmt auch nette Sachen anstellen kann, gekauft. Leider in unvegan, „Molkenerzeugnis“ ist drin, super. Stellte ich aber ehrlich gesagt erst eben fest. Naja. Es gibt von Zwergenwiese ja auch einen Meerrettich-Aufstrich und ausserdem kann mensch ja auch einfach frischen nehmen und den reiben oder so.

Zutaten für 4 Personen. Pro Portion: 50 Cent

  • 700g geputzter Rosenkohl, ungeputzt quasi ein Kilo (1,50?)
  • Öl
  • 1 EL Mehl
  • 150ml Tetra-Pack-Weisswein (15 Cent)
  • 300ml Apfelsaft (30 Cent)
  • 300ml Brühe
  • 1EL Meerrettich
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz, Pfeffer
  • Spritzer Zitronensaft

Zubereitung

Den Rosenkohl putzen, also die welken Blätter entfernen, den Strunk absäbeln und am unteren Ende kreuzweise einritzen, anschließend entweder dampfgaren oder in kochendes Wasser werfen, und so 20 Minuten garen. Anschließend etwas Öl in einem ausreichend groszen Topf erhitzen und den Rosenkohl darin rundherum anbraten. Den Knoblauch dazu und den auch nochmal ’ne Minute anschwitzen (nicht anbrennen lassen!), 1 EL Mehl darüber stäuben und mit dem Wein ablöschen. Mit Apfelsaft und der Brühe aufgieszen, aufkochen lassen, den Meerrettich einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und
je nach gewünschter Bindung evtl. mit etwas Stärke, welche in kaltem Wasser aufgelöst wurde, andicken.

Bild gibt’s leider keins, da die Kamera gerade verborgt ist. Ausserdem war der Rosenkohl, als ich ihn gefunden habe, eingefroren (ist ja Winter draussen), und in Folge dessen erblasste er (wie vornehm) beim Kochen. Geschmacklich egal, sieht halt nicht so schön aus. Schmeckt gut zu Kartoffelpuffern, Rezept hier auch gleich.

Leberkäse. Fleischkäse. Leberfleisch. Käsekäse.

Leberkäse, Fleischkäse, naja, so richtig lecker klingt das ja nicht. Ich hab auch ehrlich keine Ahnung mehr, wie das geschmeckt hat, aber ich weiss, dass es ja Sojafleischkäse gibt, den mensch am besten wie ein Schnitzel in angebratener Form genieszt. Aber recht teuer sowas. Im wundervollen Chefkoch.de Forum hat jedoch eine gewisse „hada1712“ (ich gehe davon aus, dass die vier Ziffern nicht das Geburtsjahr repräsentieren sollen) etwas ähnliches auf Quarkbasis vorgestellt. Vor 2 Jahren oder so hab ich das auch schonmal nachgekocht und fand das auch hinreichend lecker, da ich ja aber seit geraumer Zeit nur mit veganen Ausgangsprodukten koche und der Veganisierungsvorschlag dieser Dame Seidentofu enthielt, hatte ich bisher gezögert, das auszuprobieren, denn Seidentofu zählt ja nun wirklich nicht zu den nur-mal-eben-so Sachen, dafür isser zu teuer. Aber da ich eh davon überzeugt bin, dass pürierter Tofu + Sojamilch = Seidentofu, liesz ich es neulich mal auf einen Versuch ankommen. Und – tata! – es funktionierte wunderbar. Mein nonveganer Gast fand es auch sehr lecker, allerdings meinte ersiees, dass es nicht wie Fleischkäse schmeckte. ‚Frevel‘ brüllte ich und warf mit Besteck. Lecker ist es allemal und die Konsistenz ist auch hervorragend. Anbraten lässt es sich, aber auch einfach so auf Brot oder Brötchen knallen. Da ich mich nicht mit fremden Federn schmücken möchte, hier das Originalrezept: http://www.chefkoch.de/forum/2,34,338006/Vegetarisch-Veganer-Basisteig-hier-Quarkfleischkaese.html . Aber zumindest variiere ich ja ein bisschen…

Zutaten. Kosten insgesamt: 1,60

  • 400g Tofu (1,50)
  • 100ml Sojamilch (10 Cent)
  • 6 EL Haferflocken
  • 2 EL Stärke
  • 1 EL Hefeflocken
  • 1 EL Knödelflocken (k.A. ob wirklich notwendig, ich hatte mir damals halt einfach mal ’ne Packung gekauft. wird ja nicht schlecht)
  • 1 EL Öl
  • 2 TL Grafschafter Goldsaft (ein Sirup, der steht zumindest hier bei den Brotaufstrichen)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 EL Maggi
  • 2 TL Gemüsebrühe
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Hackfleischgewürz, Hähnchengewürz oder ähnliches
  • 1 EL Sojamehl, verrührt mit 2 EL Wasser
  • ein bisschen Curry

Zubereitung

Herd vorheizen auf 150 Grad. Schüssel schnappen, Tofu reinbröckeln, alles andere (ausser die Sojamehl-Wasser-Matsche) dazugeben, mit dem Pürierstab alles musen und dabei versuchen, nicht allzusehr in der Gegend rumzusauen. Danach das Sojamehl mit dem Wasser dazu geben, alles kräftig umrühren. Eine Kastenbrotform (auch bekannt als Kaiserkuchenf. oder so) mit Alufolie auskleiden (andernfalls weiss ich nicht, ob der Fleischkäse nicht ein symbiotisches Verhältnis mit der Form beginnt. Falls aber keine Alufolie am Start ist: die Form mit ein bisschen Margarine einreiben (INNEN!) und Semmelbrösel reinstreuen), die Tofupampe hineinwerfen, ein bisschen glattstreichen und hopp in den Ofen für 45-60 Minuten, einfach mal gucken, soll ja nicht schwarz werden. Abkühlen lassen, essen. Hammer.

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Filet Wellington-artiger Festtagsspasz

Soho. Neues Jahr, neue Action. Ich wünschte, die Lethargie würde mich aus ihren schmutzigen Fängen lassen, aber ich hab einfach auch eine Menge andern Stuff umme Ohren. Wenn ich daher in den letzten Wochen gekocht hab, waren es meistens bereits hier vorgestellte Rezepte bzw. Varianten davon. Allerdings war ja neulich Weihnachten, wie ich hörte, und wenn ich schon ein paar Tage bei Muddi rumhänge, kann ich wenigstens auch die Küche ordentlich einsauen. Zumal man ja, wenn sich der carnivorische Rest allerlei festlich dekoriertes Getier zwischen die Kauleisten schaufelt, auch nicht hinten an stehen, sondern gleichfalls sowohl lecker aussehendes, als auch vorzüglich schmeckendes auf dem Teller liegen haben möchte. Zuerst wollte ich daher – wie im übrigen bereits im Jahr zuvor – einen Tofuvogel bauen (nachzulesen unter veganwelt.de, Veganer Truthahn oder so nennt sich das dort) – da ich allerdings bereits ein paar Tage zuvor zwecks Übung soetwas machte, dachte ich mir, wäre das Anlass genug, mir etwas neues, für Festivitäten Adäquates zu überlegen. Blätterteig fetzt, und nach kurzer Recherche stand es fest: Filet Wellington. Naja, zumindest so etwas ähnliches. Ohne Leberwurstersatz (bzw pâte de foie gras, also Stopfleberpastete), weil ich auch etwas faul war und mir auch nicht so wirklich vorstellen konnte, dass das passt, geschmacklich. Sah jedenfalls super aus und schmeckte auch entsprechend. Dazu passend wäre eine Bratensauce, deren Rezept noch folgt (ja, vielleicht ja sogar direkt im Anschluss!), sowie Semmelknödel und Rotkraut. Ist ja schliesslich Weihnachten. Gut, go on. Achja, also den Seitanbraten sowie die Pilzfarce kann mensch bereits am Tag vorher zubereiten (und im Kühlschrank lagern), denn bei Festlichkeiten springen ja gerne mal mehrere Menschen in der Küche rum, und so erspart mensch sich Stress und Schläge von Muddi (oder wer auch immer sonst grad die Küche besetzt).

Zutaten für 5-6 Hunger. 1,00-1,20 Euro pro Verdauungstrakt.

  • 400g Tofu (1,50)
  • 200 ml Sojamilch (20 Cent)
  • 1 TL Vitam-R
  • 2 EL Hefeflocken
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Maggi
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 TL Gemüsebrühe
  • 1 EL getrocknete Zwiebel (oder ’ne halbe frische)
  • 9 EL Gluten
  • Margarine oder Öl
  • 400g Champignons (1,50)
  • 200g Lauch (vielleicht 50 Cent?)
  • 2 EL Madeira (portogiesischer Rotwein(-Likör?), der glaube ich nicht ganz billig ist, aber für Würzzwecke gibt es ihn in 50ml Flaschen für um die 2 Euro)
  • Blätterteig (ca 3/4 Packung, ich nehm immer den gerollten aus dem Kühlregal) (70 Cent)

Zubereitung

Zuerst schnappen wir uns eine grosze Schüssel, bröckeln den Tofu hinein und geben alle Zutaten der Liste bis einschlieszlich der Zwiebel dazu. Naja, zur Sicherheit nochmal: Sojamilch, Vitam-R, Hefeflocken, Sojasauce, Maggi, Salz, Pfeffer, Tomatenmark, Gemüsebrühe, Zwiebel. Mit einem Pürierstab musen wir das alles zu einer homogenen Masse. Nun das Glutenpulver einrühren und alles gut miteinander vermischen. Der nun entstandene Teig sollte weich und vielleicht noch ein bisschen klebrig sein, aber auf keinen Fall auseinanderfallen. Zur Not noch etwas Gluten dazu geben. Nun schnappen wir uns ein groszes Stück Alufolie, klatschen die Pampe da so drauf und formen so eine Art „Laib“, wie bei Brot, bzw wie halt so ein Braten normalerweise auszusehen hat. In Alufolie einschlagen, die Enden verdrehen, zur Not noch eine Schicht Alufolie drum rum geben, der „Braten“ sollte einigermassen gut verpackt sein. In einem groszen, mit Wasser gefüllten Topf 1 Stunde lang köcheln. Danach herausnehmen und abkühlen lassen.

Die Champignons putzen und in Scheibchen schneiden, den Lauch ebenfalls putzen und in nicht so breite Ringe schnibbeln. 2-3 EL Margarine oder Öl in einer ausreichend groszen Pfanne erhitzen und das eben erwähnte Gemüse dazugeben, anbraten, die Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis die austretende Flüssigkeit (auch bekannt als Wasser) verdampft ist, zwischenzeitlich selbstverständlich immer wieder mal umrühren. Den Madeira einrühren, mit Salz und Pfeffer würzen und wiederum warten, bis der Wein(-Likör?) verkocht ist, das Aroma bleibt ja erhalten, und der Alkohol verflüchtigt sich auch, zumindest teilweise. Alles abkühlen lassen.

Den Herd können wir schonmal auf 150 Grad Celsius vorheizen. Wer TK-Blätterteig benutzt, lege ein paar Scheiben überlappend nebeneinander, und zwar so, dass sich ein Blätterteigviereck ergibt, welches grosz genug ist, um den Braten (s.o.) darin einzurollen und walzt ein paar mal mit dem Nudelholz oder so drüber, sodass aus vielen kleinen Platten eine grosze wird. Mittels höchster Akribie spielen wir jetzt Zwiebellook und packen den Braten in einen Pulli aus Pilzmatsche und stülpen ihm eine Blätterteigjacke über. Ist schwer, das jetzt anders zu beschreiben. Siehe Bild, so muss es jedenfalls aussehen, wenn mensch dann später das Messer zückt. Vorher stechen wir allerdings mit einer Gabel noch ein paar Löcher in den Blätterteig und legen unser kleines eingepacktes Jesusbaby in den Backofen, wo es 45 Minuten lang so richtig schön schlummern kann. Ta ta! Fertig!

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