Filet Wellington-artiger Festtagsspasz

Soho. Neues Jahr, neue Action. Ich wünschte, die Lethargie würde mich aus ihren schmutzigen Fängen lassen, aber ich hab einfach auch eine Menge andern Stuff umme Ohren. Wenn ich daher in den letzten Wochen gekocht hab, waren es meistens bereits hier vorgestellte Rezepte bzw. Varianten davon. Allerdings war ja neulich Weihnachten, wie ich hörte, und wenn ich schon ein paar Tage bei Muddi rumhänge, kann ich wenigstens auch die Küche ordentlich einsauen. Zumal man ja, wenn sich der carnivorische Rest allerlei festlich dekoriertes Getier zwischen die Kauleisten schaufelt, auch nicht hinten an stehen, sondern gleichfalls sowohl lecker aussehendes, als auch vorzüglich schmeckendes auf dem Teller liegen haben möchte. Zuerst wollte ich daher – wie im übrigen bereits im Jahr zuvor – einen Tofuvogel bauen (nachzulesen unter veganwelt.de, Veganer Truthahn oder so nennt sich das dort) – da ich allerdings bereits ein paar Tage zuvor zwecks Übung soetwas machte, dachte ich mir, wäre das Anlass genug, mir etwas neues, für Festivitäten Adäquates zu überlegen. Blätterteig fetzt, und nach kurzer Recherche stand es fest: Filet Wellington. Naja, zumindest so etwas ähnliches. Ohne Leberwurstersatz (bzw pâte de foie gras, also Stopfleberpastete), weil ich auch etwas faul war und mir auch nicht so wirklich vorstellen konnte, dass das passt, geschmacklich. Sah jedenfalls super aus und schmeckte auch entsprechend. Dazu passend wäre eine Bratensauce, deren Rezept noch folgt (ja, vielleicht ja sogar direkt im Anschluss!), sowie Semmelknödel und Rotkraut. Ist ja schliesslich Weihnachten. Gut, go on. Achja, also den Seitanbraten sowie die Pilzfarce kann mensch bereits am Tag vorher zubereiten (und im Kühlschrank lagern), denn bei Festlichkeiten springen ja gerne mal mehrere Menschen in der Küche rum, und so erspart mensch sich Stress und Schläge von Muddi (oder wer auch immer sonst grad die Küche besetzt).

Zutaten für 5-6 Hunger. 1,00-1,20 Euro pro Verdauungstrakt.

  • 400g Tofu (1,50)
  • 200 ml Sojamilch (20 Cent)
  • 1 TL Vitam-R
  • 2 EL Hefeflocken
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Maggi
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Pfeffer
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 TL Gemüsebrühe
  • 1 EL getrocknete Zwiebel (oder ’ne halbe frische)
  • 9 EL Gluten
  • Margarine oder Öl
  • 400g Champignons (1,50)
  • 200g Lauch (vielleicht 50 Cent?)
  • 2 EL Madeira (portogiesischer Rotwein(-Likör?), der glaube ich nicht ganz billig ist, aber für Würzzwecke gibt es ihn in 50ml Flaschen für um die 2 Euro)
  • Blätterteig (ca 3/4 Packung, ich nehm immer den gerollten aus dem Kühlregal) (70 Cent)

Zubereitung

Zuerst schnappen wir uns eine grosze Schüssel, bröckeln den Tofu hinein und geben alle Zutaten der Liste bis einschlieszlich der Zwiebel dazu. Naja, zur Sicherheit nochmal: Sojamilch, Vitam-R, Hefeflocken, Sojasauce, Maggi, Salz, Pfeffer, Tomatenmark, Gemüsebrühe, Zwiebel. Mit einem Pürierstab musen wir das alles zu einer homogenen Masse. Nun das Glutenpulver einrühren und alles gut miteinander vermischen. Der nun entstandene Teig sollte weich und vielleicht noch ein bisschen klebrig sein, aber auf keinen Fall auseinanderfallen. Zur Not noch etwas Gluten dazu geben. Nun schnappen wir uns ein groszes Stück Alufolie, klatschen die Pampe da so drauf und formen so eine Art „Laib“, wie bei Brot, bzw wie halt so ein Braten normalerweise auszusehen hat. In Alufolie einschlagen, die Enden verdrehen, zur Not noch eine Schicht Alufolie drum rum geben, der „Braten“ sollte einigermassen gut verpackt sein. In einem groszen, mit Wasser gefüllten Topf 1 Stunde lang köcheln. Danach herausnehmen und abkühlen lassen.

Die Champignons putzen und in Scheibchen schneiden, den Lauch ebenfalls putzen und in nicht so breite Ringe schnibbeln. 2-3 EL Margarine oder Öl in einer ausreichend groszen Pfanne erhitzen und das eben erwähnte Gemüse dazugeben, anbraten, die Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis die austretende Flüssigkeit (auch bekannt als Wasser) verdampft ist, zwischenzeitlich selbstverständlich immer wieder mal umrühren. Den Madeira einrühren, mit Salz und Pfeffer würzen und wiederum warten, bis der Wein(-Likör?) verkocht ist, das Aroma bleibt ja erhalten, und der Alkohol verflüchtigt sich auch, zumindest teilweise. Alles abkühlen lassen.

Den Herd können wir schonmal auf 150 Grad Celsius vorheizen. Wer TK-Blätterteig benutzt, lege ein paar Scheiben überlappend nebeneinander, und zwar so, dass sich ein Blätterteigviereck ergibt, welches grosz genug ist, um den Braten (s.o.) darin einzurollen und walzt ein paar mal mit dem Nudelholz oder so drüber, sodass aus vielen kleinen Platten eine grosze wird. Mittels höchster Akribie spielen wir jetzt Zwiebellook und packen den Braten in einen Pulli aus Pilzmatsche und stülpen ihm eine Blätterteigjacke über. Ist schwer, das jetzt anders zu beschreiben. Siehe Bild, so muss es jedenfalls aussehen, wenn mensch dann später das Messer zückt. Vorher stechen wir allerdings mit einer Gabel noch ein paar Löcher in den Blätterteig und legen unser kleines eingepacktes Jesusbaby in den Backofen, wo es 45 Minuten lang so richtig schön schlummern kann. Ta ta! Fertig!

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2 Gedanken zu “Filet Wellington-artiger Festtagsspasz

  1. Pingback: Sojamedaillons a l’orange « Hail Seitan! or Can't believe it's not that blahblah jesus guy!

  2. hallo!

    werde das menü dieses jahr zu weihnachten für meine familie zubereiten, vielleicht gibst du mir noch n tipp für n soßenrezept!

    viele dank

    jan

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