Kichererbsen-„Spareribs“

Hartz – you can’t come soon enough for meeee. (Tegan and Sara). Kurz- bis mittelfristige Stressfreiheit hat so ihre Vorteile. Wie unten bereits ausgeführt, die christlichen Feiertage sowie runde Geburtstage der Matriarchin sind immer wieder Anlass genug, dass sich alle, die den Genpool mit mir teilen, aus allen Teilen der Zone ehemaligen SBZ zusammenfinden, um auf Omas Kosten Kräuterlikör in Abfüllstationsdimensionen zu konsumieren und jede Menge Tiere auf den Grill zu hauen oder anderweitig deren Ableben zu zelebrieren. Vergangenen Donnerstag bspw. roch die ganze Bude nach Sülze (nicht nur eines der leckersten Gerichte der hiesigen Kultur, nein, auch der kongenial schöne Begriff weist bereits auf sprachlicher Ebene darauf hin, dass man es hier mit wahren Kulturmenschen, gustatorischen wie linguistischen Connaiseuren, zu tun hat) und um des Familienfriedens Willen entschied ich mich dagegen, das Epizentrum des Pansengestanks mit meinem Erbrochenen aromatisch zu vervollkommnen. Sollte sich der Traum meines Freundes S. von einer veganen Fleischerei umsetzen lassen, werde ich persönlich auf den Vertrieb fleischfreier Sülze insistieren.
Wie auch immer, in den elterlichen Gefilden zu sein hat nebenbei den großen Vorteil, dass eine große Tiefkühltruhe vorhanden ist, in der ich das von mir Zubereitete für spätere Aufenthalte parken kann. Also gleich mal ein Kilo Brokkoli-Polenta (Veganomicon) gekocht, dazu sollte es dann etwas schnitzelartiges geben. Da, wie schon erwähnt, am Wochenende auch noch gegrillt werden soll und ich so die Gelegenheit haben werde, mein Erzeugnis zweitzuverwerten, fiel meine Wahl im ersten Moment auf eine Art Seitan-“Spareribs”, die deutsche Übersetzung ist wohl Rippchen, nehme ich an. Das Rezept (k.A. ob ich das hier schonmal vorstellte, die sind jedenfalls Bombe, ggf. kommt das dann ein anderes Mal) wurde bereits ausprobiert und ist festivalerprobt. Im zweiten Moment dachte ich an die urleckeren “Chickpea-Cutlets” aus dem (ebenfalls) Veganomicon, und im Dritten dann schließlich an eine Synthetisierung beider. Heureka, dachte ich, stieg aus der Wanne, und ein neues Rezept ward geboren, als ich nackt und klatschnass am Herd stand.

Zutaten für 12 Stück, ca.

  • eine große Dose Kichererbsen
  • 1 ½ Tassen Paniermehl (mit Tasse meine ich große Kaffeebecher mit so 200-220ml Volumen)
  • 1 ½ Tassen Gluten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 150ml Barbecue-Sauce (mutmaßlich vegane bekommt mensch für ‘nen schmalen Kurs bei jedem Discounter), verrührt mit 100ml Wasser, 2 EL Sojasauce und 2 EL Olivenöl
  • Pfeffer, Salz, Paprikapulver, Thymian
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • wem’s gefällt: ein bisschen Senf
  • zum Bepinseln:
  • 2-3 TL Tahin
  • 2-3 EL Alsan

Zubereitung

Am Besten ein möglichst hohes Mixgefäß zur Hand nehmen, wo die Kichererbsen rein passen und auch noch etwas Luft nach oben ist. Hier dann, ihr ahnt es bereits, die Kichererbsen reingeben, plus etwas von dem bei den Zutaten erwähnten Flüssigkeitspamps, und munter drauflospürieren. Wer es einfach mag (mir fällt das erst jetzt ein) kann auch gleich den Knoblauchdazugießen, und alles schön zermußen. In eine Schüssel geben. Nun die restlichen “Sparerib”-Zutaten, außer Gluten und Paniermehl, dazugeben und munter drauflosrühren, ggf. Abschmecken. Nun zuerst das Panier-, danach das Glutenmehl einrühren und verkneten. Es darf nur noch ein kleines bisschen kleben, darf auf keinen Fall trocken sein, aber auch keine halbflüssige Pampe. Ggf. also noch etwas Wasser bzw. Gluten dazugeben.
Nun den Herd schonmal vorheizen auf 175 Grad Celsius, ein Backblech mit Backpapier auslegen, und aus dem Schnitzelkloß kleine feine “Spareribs” formen und auf das Blech legen. Wenn man nicht einen Herd von den Maßen eines Bungalows besitzt, wird man nicht drum herum kommen, im 2-Schichtbetrieb zu arbeiten. In der Mikrowelle (oder im … ?) Alsan und Tahin in einer Tasse erwärmen, sodass sich beides miteinander mühelos verrühren lässt, und das Produkt auf die Rippchen verteilen (sparsam arbeiten, da beide Seiten behandelt werden müssen), und letztere für 8-10 Minuten in den Herd packen, rausholen, wenden, Oberseite mit Tahin-Alsan-Masse bestreichen, wieder in den Ofen tun, rausholen, auf einen Teller packen, weitere ‘Spareribs’ formen, und blablabla. Wer noch eine Sauce auf Halde hat, kann die dazu servieren, bei mir gab’s Ketchup, was zusammen mit der Polenta zwar keine klassische Kombination darstellte, aber früher hatten die Leute nicht mal Ketchup, sondern mussten Steine zerreiben und das als Sauce essen, also nicht meckern, sondern essen, prost.

kichererbsenspareribs

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