Sojamedaillons a l’orange

Mal wieder eine familiäre Festlichkeit, wodurch ich gezwungen war und bin, mich hinter bzw. vor den Herd zu klemmen, damit der arme, arme fleischfreie Bub sich nicht dem Mitleid der versammelten Verwandtschaft aussetzen muss, wenn er wieder nur mit knurrendem Magen und fahlweisem Gesicht an einer dürren Selleriestange knabbert. Zudem macht es Spaß, Muttis Küche zu verwüsten, da hier einfach viel mehr Platz ist. Gerichte, bei denen Obst zum Zuge kommt, üben eine diffuse Faszination auf mich aus, wahrscheinlich, weil ich ansonsten eher selten zu den süßen Verwandten des Gemüses greife. Der (zumindest in meinen Augen) Klassiker “Canard a l’orange” stand schon lange auf meiner To-do-Liste, und nachdem ich mich auch endlich dazu überwinden konnte, knapp 3 Euro für ‘ne Marmelade auszugeben, die ich voraussichtlich nur zu einer sehr überschaubaren Anzahl an Gelegenheiten verwenden werde, stand mir diese Möglichkeit nun endlich offen. Keine Ahnung, wie das Original schmeckt, bzw. ob da eine geschmackliche Ähnlichkeit besteht, aber es ist auf jeden Fall recht lecker, und ich denke, das werde ich mir in Zukunft dann doch mal hin und wieder zubereiten, denn soviel Aufwand ist’s wirklich nicht, und ich bin oft genug am Verzweifeln, weil ich nicht weiß, was für eine Sauce ich zu einem ansonsten fertigen Essen machen soll. Uff gehts:

Zutaten für 3-5 Portionen (von den Medaillons her sinds nur 3 Portionen, da kann man theoretisch noch ein paar mehr nehmen, denn von der Sauce her reichts auch für 4-5)

  • ca. 10 Sojamedaillons, ggf. „Sojasteakli“ aus dem Reformhaus oder, ganz ordinär, Sojageschnetzeltes. Prinzipiell geht aber auch Seitan oder Tempeh, dann muss mensch eben die Zubereitung anpassen
  • ca. einen halben Liter Brühe
  • Olivenöl
  • Saft und abgeriebene Schale von 2 Orangen (unbehandelt!!)
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Zwiebel
  • 200ml trockener Rotwein
  • 200ml Sojamilch, etwas Speisestärke; nach Belieben: 200ml Sojasahne
  • 2 EL Bitterorangenmarmelade

Zubereitung

Die Medaillons im Olivenöl anbraten. Wenn man sie vorher nicht ausdrückte, dann dauert das etwas länger, da die Medaillons beim Braten einen Großteil der Flüssigkeit wieder abgeben. Sie müssen nicht unbedingt knusprig oder dunkelschwarz werden, sondern es reicht, wenn sie etwas an Volumen verlieren und vielleicht ein kleines bisschen anbräunen. Danach die Medaillons aus dem Topf nehmen und am besten gleich weiterverfahren, und zwar folgendermaßen: Im heißen Topf (ggf. noch etwas Olivenöl dazugeben) die Zwiebeln glasig dünsten, zum Ende der Garzeit noch die abgeriebene Orangenschale dazugeben. Aufpassen, dass nicht alles schwarz wird, sondern vorher 2 EL der Bitterorangenmarmelade dazugeben und alles schön verrühren, die Marmelade wird dann auch wieder flüssig. 200ml Rotwein sowie den Orangensaft reinkippen, mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn noch etwas von der Flüssigkeit, mit denen die Medaillons “renaturiert” wurden, vorhanden ist, kann man die auch noch dazugießen. Verschiedene Rezepte, die ich im Vorfeld überflog las, verlangten noch nach Sahne, ein Pendant hatte ich nicht da, entschied mich daher, einfach noch ca 200ml Sojamilch, die ich mit 1-2 TL Maisstärke verührte (zwecks Bindung, da die Sauce vielleicht sonst doch etwas flüssig ist), dazuzugeben. So kann das Ganze noch eine Weile vor sich hin köcheln (in meinem Fall so ca. 20 Minuten), fünf Minuten, bevor das Essen serviert werden soll, dann noch die Medaillons wieder dazugeben, damit sie sich wieder erwärmen und natürlich auch noch etwas Saucengeschmack aufnehmen. Idealerweise mit Beilagen, welche eher schwammartigen Charakter besitzen und viel Flüssigkeit aufnehmen können, wie bspw. Semmelknödeln, servieren, in meinem Fall gab es Kartoffeln und das funktionierte auch ganz prächtig.

PS: Ja, Das Bild ist nicht wirklich schön geworden, Gerichte mit viel Sauce bekomme ich optisch nicht wirklich ansprechend angerichtet. Naja.

soja a lorange

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s