2 mal Fast-, einmal Slow-Food: (G)Raupenrisotto ala ‚bunt‘.

So, die Herren und Damen, neue Woche, neues Glück. Nachdem ich gestern abend überraschend nach langem Bangen und Hoffen erfuhr, dass ich wohl tatsächlich meinen Magister (der dunklen Künste aka Artium) erhalten werde, ist mir nach relativ guter Laune zumute, und das am Montag Morgen um Viertel vor neun, jaja, das ist wohl die Altersmilde. Das Wochenende brachte hinsichtlich der Gemüsepreise einige vollkommne Überraschungen zutage, so bspw. Spargel für 50 Cent sowie gänzlich kostenfreie Champignons. Aber ich greife zu weit voraus. Beim örtlichen „Muselmannlädchen“, einem kleinen arabischen Lebensmittelhändler, entdeckte ich neulich hervorragendes riesengroßes dünnes Fladenbrot, welches sich nach etlichen nicht mit Erfolg gekrönten Versuchen der „Wrap“-Herstellung anbot, mir endlich mal ein Erfolgserlebnis zu verschaffen. Zu sehen auf den ersten Bildern. Da kriegt mensch bei Bedarf auch jede Menge Füllung rein. Falls es jemanden interessiert, gefüllt habe ich einmal mit Sojamedaillons (zubereitet nach Schema F, sprich: einfach nur mit Gemüsebrühe) und Cherrytomaten, anschließend den gesamten Fladen für 5 Minuten bei 125 Grad Celsius in den Ofen und zum Schluss dann noch Guacamole dazu, zusammenrollen.

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Beim Zweiten Mal mit ebenfalls Cherrytomaten, Tofu-Bratstreifen aus dem Netto sowie Tsatsiki (selbstgemacht). Spitzenessen, viel billiger als „Wraps“ aus dem Supermarkt (4 Stück/1,30€) und superschnell gemacht.

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Wollte dann beim allsonntäglichen Gemeinschaftsessen ähnliches auftischen, aber das schöne Fladenbrot war Samstag Mittag aus. Nach kurzem Rumgooglen sowie dem Erwerb des Spargels der Entschluss: Risotto! Leider kein entsprechender Reis mehr im Haus, dafür Graupen en masse. St. Containerus schenkte mir dann noch ein halbes Kilo Champignons (die waren in besserem Zustand also die meisten, die ich bisher kaufte), und der Rest ist Geschichte. Achja, ich hatte noch ein Paket Kräutertofu, der dringend wegmusste, und einen Essensgast, der dem Tofu nicht mit ausgesprochener Zuneigung gegenübersteht. Aber ich fand, es war dennoch ganz lecker, die Gastperson wohl auch.

Zutaten für: 8 Personen (Vorspeise)/4 Personen (Hauptspeise)

Graupenrisotto

  • 500g Graupen (mittel)
  • 500g Spargel (weiß)
  • 200g Champignons
  • 70-100g Cherrytomaten (bei mir warens so 10-15 Stück)
  • Wasser (zum kochen des Spargels)
  • 2 TL gekörnte Brühe
  • Salz, Pfeffer, Zitronensaft
  • etwas Öl

—-

Tofuschnitzel(chen) (kein wirkliches Rezept, sondern mehr als Zubereitungshinweis zu verstehen)

Vorbereitung (kann (und im Fall des Tofus: sollte!) bereits ein paar Stunden vor der eigentlichen Mahlzeit gemacht werden)

Damit der Tofu bestenfalls nicht gänzlich geschmacksneutral bleibt, beginnen wir mit dessen Zubereitung. Ich hab leider keine Vergleichsmöglichkeit mit den Ergebnissen professioneller Tofupressen (welche im Internet für teuer Geld verhökert werden), aber mit folgender Möglichkeit bekommt der Tofu eine weit bessere Konsistenz, als ich es mit normalem Pressen je hinbekam. Also erst einmal in Scheiben schneiden, insgesamt kam ich auf 10 Stück. Diese dann a) auf einem Teller nebeneinander ausgebreitet in der Mikrowelle für 5 Minuten bei höchster Stufe durchtrocknen, wenden, und weitere 3 Minuten bestrahlen oder b) in ein möglichst flaches, feuerfestes Gerät nicht-überlappend packen, und so 10 bis 15 Minuten bei 125 Grad, wenden, und nochmal 10 Minuten. Der Tofu ist im Anschluss wesentlich kompakter und wird wesentlich „zäher“, also hervorragend für Fleischersatzzwecke. Habe die Methode mit dem Herd gestern zum ersten Mal angewandt, und abgesehen vom höheren Zeitaufwand ist das Ergebnis identisch. Nun die Marinade herstellen, je nach Geschmackspräferenzen. Ich hatte mal ein Fläschchen besagter Marinade kostengünstig erhalten und freut emich schon lange auf eine Gelegenheit, diese endlich einmal einzusetzen. Also ein Schuss davon plus so 100-150ml Wasser miteinander verrührt und den Tofu im Anschluss darin baden geschickt. Währenddessen mit der restlichen Zubereitung weitermachen, hin und wieder wenden.

Das holzige Ende vom Spargel abschneiden, selbigen schälen und in Stücke schneiden (ich habe jede Stange gedrittelt), die Schalen ebenfalls aufheben. Beiseite stellen. Die Champignons putzen, das trockene Ende vom Stiel abschneiden, ebenfalls aufheben; die Champignons in Scheiben schneiden. In einen ausreichend großen Topf die Champignonstiele und die Spargelschalen geben, Wasser dazu (soviel, dass auch der restliche Spargel noch Platz findet). Wer hat: ein Siebeinsatz, wie man ihn fürs Dampfgaren verwendet, ist sehr hilfreich: unten die Reste, oben das Beste. Wasser zum Kochen bringen, salzen, den Spargel dazu und 10 Minuten garen. Die Spargelstücke mit einem Schaumlöffel (oder einer Gabel) herausfischen, beiseite stellen. Vom Spargelsud (also dem Wasser, in dem der Spargel eben kochte) 900ml abmessen, die gekörnte Brühe einrühren, der Rest kann weggegossen werden.

Zubereitung

Den Tofu mitsamt seiner Marinade für 20 Minuten bei 125 Grad in den Backofen geben, damit er schön trocken ist, das erleichtert auch das spätere Anbraten ungemein.

Einen möglichst weiten Topf (oder eine sehr hohe Pfanne) auf mittlerer Stufe erhitzen, Champignons und Tomaten dazugeben, mit Deckel abdecken. Wenn die Champignons soweit sind, dass sie ordentlich Wasser abgegeben haben, den Deckel wieder entfernen und ab jetzt öfter mal rumrühren, so lang, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Öl dazugießen, den Spargel dazugeben und alles anbraten, dabei aufpassen, dass nix anbrennt. Die Graupen dazugeben, schön umrühren (brennt schnell an) und ein paar (!) Minuten anschwitzen lassen. Eine Schöpfkelle vom Spargelsud dazugeben, umrühren. Also ein Risotto funktioniert ja so, dass immer etwas Flüssigkeit zugegeben wird und dann rührt mensch so lange, bis diese verdampft bzw. vom Reis aufgenommen wurde. Das sorgt dafür, dass das Risotto durch die Reisstärke so schön ’schlotzig‘ wird. Bei den Graupen würde ich diesen Effekt jetzt mal verneinen, zumal das Resultat (Empirie, Baby!) mich darin bestätigt. Also theroetisch kann mensch einfach die gesamte Flüssigkeit dazukippen und warten. Da aber trotzdem ständig rumgerührt werden sollte (brennt wie gesagt schnell an), ist es Jacke wie Hose, da mensch ja eh am Herd steht. Ich mache das daher ganz klassisch wie ein Risotto, aber das unterliegt den eigenen Präferenzen. Wenn der Spargelsud aufgebraucht und auch im Topf die Flüssigkeit gänzlich aufgenommen wurde, mit den Gewürzen abschmecken und auf geringe Energiezufuhr herunterdrehen. In einer weiteren Pfanne nun noch etwas Öl erhitzen und die Schnitzel anbraten.

Auf einem Teller hübsch anrichten und verzehren.

graupenrisotto mit tofuschnitzelchen

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