Käsekuchenmuffins, 2 Variationen, alles nur provisorisch

Nun, nach dem Erwerb einer kleinen Gefriereinrichtung, mit der sich frisch zubereitetes auf Dauer konservieren und auch in stressigen Zeiten mal eben schnell aufgetaut eine zeitsparende Mahlzeit auf den Tisch bringen lässt, lässt sich auch ein alter Kindheitstraum von mir in die Wirklichkeit transformieren: Muffins! Als nur-in-kleinen-Portionen-Süßmaul fand ich die, seitdem der US-amerikanische Kulturimperialismus (und das ist keinesfalls negativ gemeint) sie auch bis nach Deutschland spülte, schon immer hinreißend und nachbauenswert, meine erste Muffinform stammt aus dem Jahr 2003 oder so. Nur: was will ich mit 12 oder bestenfalls 6 so kleinen Teilchen, wenn mein Süßgebäckhunger weder festen Zyklen gehorcht, noch ein Abebben innerhalb von Minuten unwahrscheinlich ist? Daher fristete die Muffinform in den letzten Jahren meist ein sehr einsames, unnützes Dasein. Aber das ist nun vorbei, jajaja. Achja, gleichzeitig möchte ich meine 1-2 Leser noch auf einen netten Blog aus dem näheren Umfeld aufmerksam machen: Moni Monacos Zauberofen, der Blog einer jungen Society-Dame aus der Jenaer Upperclass, welche zwischen Charity und Jetset tatsächlich noch Muße findet, ihre Umwelt mit Backwaren zu beglücken. Übrigens auch ausschlaggebend für mich, mal wieder das Thema “Kleingebäck” auf’s Tapet zu bringen.
Nunja, vor ein paar Tagen schlenderte ich so durch die städtische Mall, und verliebte mich unsterblich in ein farbenfrohes 12er Set Silikonmuffinförmchen, ich musste an die dicke, schwere, ungemütliche und farbarme olle Aluform daheim denken und schlagartig wurde mir bewusst, dass wir zwei keine gemeinsame Zukunft haben werden, zumindest keine solche, wie ich sie mir mit den neuen, bunten Dingern ausmalte.
Ich dokumentiere hier also mein erstes Wochenende mit “den Neuen”, ich muss mich da erst noch dran gewöhnen und an die Zubereitung von Muffins sowieso, daher, wie die Überschrift schon unmissverständlich klarmacht: als Provisorium.
Da Käse- bzw. Quarkkuchen meine (un)heimliche Leidenschaft hinsichtlich Süßgebäcks darstellt, sollte es auch diesmal sowas in der Art sein. Fündig wurde ich hier, auf dem Blog gibt es auch abertausend andere tolle Sachen, die ich am liebsten im Akkord nachbauen würde, allein, es fehlt die Zeit.
Aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände aber auch wieder nur in abgewandelter, dafür doppelter Form.

Version 1: Käsekuchenmuffins mit Mürbeteig
Zutaten für 12 Stück

Teig

  • 4 gehäufte EL Dinkelvollkornmehl, mit anderem klappt es zwar auch, aber da muss mensch die Menge anpassen, fürchte ich.
  • 2 EL Wasser
  • 1-2 EL weiche Alsan
  • eine Prise Salz
  • 2 EL Roh-Rohrzucker
  • 1 EL Haferflocken
  • ein klein wenig Backpulver
  • 1-2 TL Kakao

Füllung

  • 500g Sojajoghurt
  • 3 EL Rohrohrzucker
  • 50g Alsan, geschmolzen
  • 1 Päckchen Puddingpulver Vanillegeschmack
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung

Aus den Teigzutaten einen Mürbeteig herstellen. Ich habe einst von meiner Frau Mama ein olles DDR-Rührgerät bekommen, und probierte jüngst zum ersten Mal mit den dazugehörigen Knethaken den Mürbeteig zuzubereiten. Ein Traum! Ich hasse es normalerweise sehr, Teig zuzubereiten, abgesehen von Rührteig, weil immer ungewiss ist, wie lange es dauern wird, bis das ganze irgendwie einigermaßen homogen ist, und dann ists entweder zu bröselig oder zu klebrig oder oder oder. Ich verneige mich jedoch vor dem Rührgerät: große Klasse!
Zu einer Kugel rollen und für eine Stunde in den Kühlschrank.
Die Füllung geht fix: Alles zusammenrühren, ggf. mit Schneebesen Klümpchen beseitigen.
Den Teig zu einer Rolle formen, in 12 gleich große Stücke schneiden (also erst halbieren, dann vierteln, dann jedes Viertel in 3 Teile schneiden), zu kleinen Kugeln formen, ausrollen, die Förmchen damit auskleiden, mit der Füllung füllen und für 30 Minuten bei 200 Grad in den Ofen => Tada!

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Version 2: Käsekuchenmuffins ohne Teig (“Crustless”), dafür mit Kirsche drinne
Zutaten für 12 Stück

  • 500g Sojajoghurt
  • 1 Päckchen Puddingpulver Vanillegeschmack
  • 3 EL Rohrohrzucker
  • 50g Alsan, geschmolzen
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 12 Kirschen, entsteint

Zubereitung

Nunja, dem bzw. der aufmerksamen Beobachter_in wird die inhaltliche Nähe zur ersten Variante auffallen. Die Zubereitung ist auch so ähnlich: alles verrühren, in die Förmchen kippen, jeweils eine Kirsche hineindrücken, bei 200 Grad 30 Minuten in den Ofen, gut ist.

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PS: Die Verkettung der unglücklichen Umstände geht übrigens folgendermaßen: Zu faul, die Silikonteile erst einzufetten (laut Verpackung: vor dem ersten Gebrauch solle mensch dies tun), daher extra nochmal so Papierteile verwendet. Dem Irrglauben angehangen, die Muffinformen dürften nicht bis zum Rand gefüllt werden, daher den Teig nicht groß genug ausgerollt. Die Kombination davon führte zu einem viel zu niedrigen Rand innerhalb der Förmchen. Daher passte auch die Füllung nicht komplett hinein, für die eigentlich von Anfang an vorgesehene Kirsche war auch kein Platz. Also Muffins gebacken, diese sind jedoch eine ganze Ecke zu klein (aber lecker!). Mit der übrig gebliebenen Füllung 5 Förmchen gefüllt, Kirschen dazu, sah nett aus und schmeckte auch schön. Folgerung: Alles ganz schnell aufessen, wobald wie möglich das Ganze nochmal in RICHTIG GUT nachbauen, fotografieren und für perfekt befinden. Yay.

Blätterteig-Veta-Taschen

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Nachdem eine Freundin von mir neulich zum Picknick Blätterteigspinattaschen mitbrachte und die auch wirklich formidabel schmeckten, wollte ich sowas auch endlich mal wieder machen. Ich glaube, ich hatte das früher mal mit Feta probiert, das war ganz lecker. Allgemein ist die Kombination Spinat/Feta ja sowas wie ein Klassiker, daher gab ich mich nicht mit einer schnöden Spinat-only Füllung zufrieden. Eigentlich ja ganz simple Idee, aber dieses Fetahafte des Tofus ist durchaus erwähnenswert. Ein Rezept gefunden habe ich dann hier.

Ich habe hierbei so circa 300g Kräutertofu aus dem Kaufland genommen, diesen gewürfelt und erstmal für ‘ne halbe Stunde oder so bei 100 Grad Celsius im Ofen getrocknet, damit er die Marinade besser aufzunehmen bereit ist. Desweiteren kamen 2 Pakete Blätterteig zum Zug, wobei trotzdem nicht der gesamte Spinat Verwendung finden konnte, daher nahm ich den Rest dann für einen Gnocchi-Auflauf. Also entweder den Rest ebenfalls zweckentfremden, oder eine weitere Rolle Blätterteig verwenden. Als Pastasauce, aber sicherlich auch zu Kartoffeln o.ä. ist das wirklich sehr lecker und wandert auf Dauer in meinen Speiseplan. Ich hab außerdem einiges an Zutaten weggelassen, teilweise unbewusst, teilweise aber auch (bei der Marinade), weil der Tofu ja eh bereits mit ein bisschen Geschmack ausgestattet war.

Der Vollständigkeit halber liste ich hier trotzdem nochmal meine Vorgehensweise auf, verweise aber auf “funkymunky”, welchem das Rezept eigentlich entstammt.

Zutaten für circa 18 Taschen (insgesamt irgendwas zwischen 4 und 5 Euro)

  • 3 Pakete Blätterteig
  • 300g Tofu
  • Salz, Pfeffer, 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Packung junger Spinat, gehackt
  • halbe Packung Sojasahne
  • 2 EL Mehl oder Speisestärke
  • 1 EL Hefeflocken
  • ein paar EL Sojasauce
  • 1-2 EL Olivenöl
  • 2 EL Apfelessig
  • Kräuter nach Belieben

Zubereitung

Zuallerallererst den Spinat zwecks Auftauens aus dem Gefrierfach holen, auspacken und in einen Topf packen.
Danach den Tofu würfeln und im Ofen bei 100-120 Grad eine halbe Stunde lang trocknen, zwischenzeitlich mal wenden. Nebenher die Marinade herstellen: Apfelessig, Sojasauce, Hefeflocken, Kräuter, Salz, Pfeffer und Olivenöl miteinander verrühren. Wenn der Tofu soweit ist, ihn in eine Schüssel geben, mit der Marinade übergießen und umrühren. Für mindestens eine Stunde beiseite stellen, gelegentlich umrühren.
Jetzt kann mensch entweder was spannenderes tun, oder sich zwecks Zeitvertreibens um ein Auftauen des Spinats bemühen. Am besten so 200-300ml Wasser in den Topf zum Spinat geben, Deckel drauf und das Ganze kurz aufkochen und bei anschließend schwacher Hitze vor sich hindümpeln lassen, so ein Block Spinat braucht eine Weile, bis er aufgetaut ist. Wenn er denn dann mal irgendwann soweit ist, die Hitze wieder erhöhen, die Sojasahne dazu, den Knoblauch hineinpressen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Stärke oder das Mehl in etwas kaltem (!) Wasser auflösen, dazugeben. Weiterköcheln lassen, bis der größte Teil der Flüssigkeit verdampft ist. Dank des Mehls bzw. der Stärke wird die ganze Chose gebunden und dickt beim Abkühlen auch noch etwas an.
Unbedingt den Spinat abkühlen lassen, idealerweise hat er nur noch Raumtemperatur! Die marinierten Tofuwürfel (ohne evtl. noch nicht eingezogene Marinade!) dazugeben.
So, nun kann es an das Taschen bauen gehen: ich habe den Blätterteig der Länge nach halbiert, also quasi die Mitte der kürzeren Seite abgemessen und dort dann den Schnitt gesetzt. Dann habe ich aus jeder entstehenden Bahn Quadrate geschnitten, es waren ziemlich genau 3 Stück jeweils. Auf jede dann mit einem Esslöffel einen Klecks der Spinat-Tofumischung und dann diagonal zusammenfallen, damit Dreiecke entstehen. Am Anfang lieber etwas weniger Füllung nehmen, es ist ärgerlich, wenn diese dann an den Seiten herausquillt und sich die Taschen nicht verschließen lassen. Die zusammengedrückten Ränder kann mensch dann noch mit einer Gabel etwas besser verschließen. Im Anschluss für 15-20 Minuten bei 200 Grad in den Backofen, bzw. solange, bis der Blätterteig dekorativ gebräunt ist. Falls am Ende der Garzeit die Unterseiten noch blass und/oder weich sind, wenden und nochmal für ein paar Minuten backen.
Ta da, wieder mal simpel, aber etwas zeitaufwändig.

2011-06-26 19-20-14 - Z6260005

Achja, hier die Gnocchigeschichte:

2011-06-25 18-35-46 - Z6250013

Radieschen-Rucola-Salat

Radieschen gab es früher immer bei meinen Eltern, so auf’s Brot mit Butter und obendrauf ein bisschen Salz, das schmeckte eigentlich ganz gut. Aber was, wenn mensch 2 Bund davon rumfliegen hat und sie ungern verderben lassen möchte? Soviel Brot oder Brötchen hätte ich kaum vertilgen können, daher begab ich mich googlend auf die Suche nach einem passenden Salatrezept. Glücklicherweise fand auch noch ein Paket Rucola den Weg in meine Küche, und so ergab sich eine interessante Kombination, orientiert an diesem Rezept.

Zutaten für mindestens 4 Portionen

  • 2 Bund Radieschen, gewaschen und in Scheiben geschnitten
  • 1/2 Paket Rucola, gewaschen und in kleinere Stücke gezupft
  • 2 TL Salz
  • 1 EL Zucker
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Sojasauce
  • Pfeffer

Zubereitung

Also die Radieschen in eine Schüssel geben, Salz und Zucker dazugeben und gut verrühren. Eine halbe Stunde marinieren, die Flüssigkeit in ein anderes Gefäß abgießen. Die restlichen Zutaten sowie 3 EL des soeben abgegossenen Radieschensafts dazugeben, mit Pfeffer abschmecken und mindestens eine Stunde kühl stellen. Fertsch!

2011-06-05 18-55-57 - Z6050015

Gemüselasagne

Ich hatte hier eigentlich keine genauen Mengenangaben, weil ich mehr nach Gefühl bzw. blindem Zusammenkippen ‘gearbeitet’ habe. Nichtsdestotrotz mochte ich die Kombination sehr, und dieses Rösten des Brokkoli hat mir auch viel Freude bereitet, also so um die Geschmacksknospen rum. Ich versuche, einigermaßen genaue Angaben zu machen, ich schwör! Außerdem, Asche über mein Haupt, gab es hier leider keine Dosentomaten mehr, daher griff ich zu einer fertigen Pastasauce, Napolitana oder so.

Zutaten für 4-6 Portionen (ich aß zusammen mit meinen Eltern exakt die Hälfte, aber wenn der Hunger vielleicht noch etwas größer ist…)

  • 250g TK Brokkoli, frisch funktioniert natürlich auch, muss allerdings erst geputzt und in Röschen zerteilt werden
  • 200g Champignons, geputzt und in Scheiben geschnitten
  • 2 rote Paprika, geputzt und gewürfelt
  • 10-15 Cherrytomaten, geviertelt und das Kernzeugs entfernt
  • etwas Lauch (hatte noch circa eine Drittel Stange von einem anderen Essen übrig)
  • 1 Zucchino, in Halbmonde geschnitten
  • 1 Päckchen passierte Tomaten, welche nach gusto mit Gewürzen zu einer Sauce verarbeitet werden
  • 50g Alsan
  • 3 EL Mehl
  • Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • 3 EL Hefeflocken
  • 300ml Sojamilch
  • 100ml Brühe
  • Salz, Pfeffer
  • Lasagneblätter

Zubereitung (Dauer insgesamt 2-2,5 Stunden)

Also das eigentlich Tolle an dieser Lasagne ist das Röstgemüse. In einer Pfanne, zu der auch zwingend ein Deckel verfügbar ist, Olivenöl erhitzen, und zwar richtig heiß, bis es anfängt, sanft zu qualmen. sofort den Brokkoli dazu, Deckel drauf, und 3 Minuten anrösten. Hitze etwas reduzieren, von voll auf dreiviertel. Pfanne kurz von der Platte nehmen, mit einem Pfannenwender den Brokkoli ein bisschen umdrehen, zurück auf die Platte, mit Deckel weitere 3 Minuten anrösten. Mit dem Pfannenwender den Brokkoli in eine Schüssel geben und das gleiche Spiel mit den anderen Gemüsen spielen. Natürlich muss dann nicht für jedes Gemüse die Prozedur gesondert durchgezogen werden, ich nahm im zweiten Rutsch Champignons, Tomaten, Zucchino und Lauch und im dritten dann (zugegeben: ich hatte vorher die Paprika vergessen gehabt, aber von der Menge her hat das genau gepasst) die Paprikawürfel. Alles beiseite stellen.
In einem Topf die Alsan schmelzen, die Hefeflocken und das Mehl dazugeben, umrühren, weiter erhitzen, bis es blubbert. Mit der Brühe ablöschen, die Sojamilch dazugeben und aufkochen, Senf dazu, mit Salz und Pfeffer abschmecken, also es schmeckt im Idealfall etwas käsig. (Nachtrag: Wie Zitrone anmerkte, zwecks Vitaminerhalt der Hefeflocken diese erst zum Schluss zugeben.)
Nun in einer Auflauf- bzw Lasagneform das ganze Zeugs reinschichten. Ich hatte insgesamt nur 3 Schichten, nämlich als unterste das ganze Gemüse mitsamt der Tomatensauce, dann darüber eine dünne Schicht mit der käsigen Bechamelsauce und letzteres nochmal oben drauf, als Käseersatz. Aber macht nur, wie ihr wollt, meine Eltern fanden es jedenfalls super, meinem Vater entfleuchte sogar ein “sehr gut”.

2011-06-10 11-48-46 - Z6100221

Ragout Fin bzw Raggu Feng

2011-06-06 12-32-23 - Z6060025

Ich kann mich echt nicht erinnern, wann ich das original Zonen-Ragout Fin das letzte Mal gegessen habe, meine Mutter hat sicherlich bereits aufgehört, es zuzubereiten, bevor ich den Weg in die Fleischfreiheit einschlug. Jedoch begab es sich neulich, dass ich endlich Worcester(shire)Sauce mit ohne Fischgekröse drin fand, und ich wollte sie nicht für irgendwas verschwenden, wo mensch dann die Sauce dran gibt, weil sie halt da ist, sondern eben für das Gericht aufheben, wo die Sauce nunmal dran gehört. Die beinahe jahrzehntelange Ragoutfindeprivation war dann auch der Grund, warum ich bereits gleich zu Beginn der Zubereitung den ersten gravierenden Fehler machte, nämlich, die Zutaten nicht kleinzuwürfeln. Der zweite Fehler war, dass ich glaubte, wenn mensch Muffinförmchen mit Blätterteig auskleidet und anschließend ungefüllt backt, wäre das Resultat Blätterteigpastetchen. Diesen Fehler bitte nicht machen! Der dritte Fehler war, dass ich glaubte, “Santiciano blanco”-”Käse” eigne sich gut zum Überbacken. Das Ego war am Ende der Kochsession dementsprechend am Boden, zumal auch noch Sonntag war und die Tankstelle hier um die Ecke keinen Blätterteig führt, glaube ich zumindest. Am nächsten Tag konnte ich jedoch mit dem Rest der Masse und einem neuen Blätterteig noch ein paar einigermaßen ansehnliche Teilchen bauen und mein Herz erneut frohlocken. Wer keine Muffinförmchen hat oder eine wie auch immer geartete Aversion gegen Blätterteig, kann natürlich auch einfach irgendwelche kleinen Schälchen (bei Xenos sah ich neulich sowas) nehmen, es gibt wohl auch spezielle Portionsnäpfe für eben dieses Gericht.
Whatever, mal loslegen:

Zutaten für irgendwas zwischen 4 und 12 Portionen, je nachdem, ob als Vorspeise oder Hauptgericht, Muffinförmchen oder kleine Schälchen

  • 150g Sojageschnetzeltes, in heißer Brühe aufgeweicht (die 150g beziehen sich auf das Trockengewicht)
  • die Sojaschnetzeleinweichbrühe bitte aufheben!
  • 400g Champignons, geputzt und in Scheiben geschnitten oder: TK-Champignons
  • 150ml Sojamilch
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Sojasahne
  • 2 EL Mehl
  • Alsan
  • Salz, Pfeffer, Worcester(shire)sauce (schauen, dass da kein Fischgekröse drin ist!), Zitronensaft(konzentrat)
  • 1-2 Pakete Blätterteig, also der zum Ausrollen, nicht diese TK-Platten
  • Veganer Käse oder auch Hefeschmelz

Zubereitung

So, liebe_r Leser_in, gleich zu Anfang die Entscheidung: mehr so Original oder mehr so weniger Aufwand? Fällt die Wahl auf Ersteres: das aufgeweichte und ausgedrückte Sojageschnetzelte klein würfeln, selbiges mit den Champignons machen. Ansonsten: lassen! Zwiebeln abziehen und würfeln, im Topf in Alsan andünsten. Champignons und Sojaschnetzel dazu, scharf anbraten, es soll schon alles etwas knuspriger werden. Alles, bis auf das Öl, in eine Schüssel geben. Ggf. noch etwas Alsan in den Topf geben, es soll für ‘ne ausgewachsene Mehlschwitze reichen. Das Mehl dazu, verrühren, erhitzen, bis die Mischung Blasen schlägt und mit der Brühe ablöschen. Sojasahne und -milch dazu, aufkochen. Die vorhin aus dem Topf entfernten Sachen wieder dazugeben, alles mit den Gewürzen und der Worcester(shire)sauce abschmecken. Abkühlen lassen. Wer die Blätterteigvariante bevorzugt: mit einem größeren Glas (bei mir war’s ein Messbecher) Kreise aus dem Blätterteig ausstechen (Probieren, ob sich damit eine der Muffinformen (nahezu) komplett auskleiden lässt, dann ist’s perfekt. Das Ragout Fin sollte komplett ausgekühlt sein, weil es dann auch nochmal dicker wird und Blätterteig mag es ja auch eher weniger warm und weniger flüssig.
Backofen auf 175 Grad Celsius vorheizen, und erst die Muffinförmchen mit dem Teig auskleiden, die Masse reingießen, Käse oder Hefeschmelz oben drauf und aus den Teigresten lässt sich noch schön ein Gitter für oben drauf anfertigen.
Bei der non-Blätterteig-Version dann eben einfach alles in die Förmchen gießen und da dann den Käse oder Hefeschmelz drauf, 20 Minuten backen, bzw so lange, bis die Oberseite fesch gebräunt aussieht oder eben der Blätterteig gut aufgegangen und ebenfalls braun geworden ist. Achja, um die Teilchen aus den Muffinformen heil rauszubekommen, sollte mensch sie noch ein paar Minuten abkühlen lassen.

2011-06-06 12-33-11 - Z6060034

Käsekuchen und anderes.

Das Verschriftlichen von Rezepten sowie eines kaum gezwungen originell wirkenden Einleitungstextes ist aktuell das determinierende Moment des Blogwachstums, was einigermaßen blöd ist, denn wie soll ich bitte meinen Romanzyklus beginnen, wenn ich bereits beim Verfassen von so ein paar wenigen Zeilen scheitere? Dafür habe ich vorgestern meinen ersten Finanzamtszettel ausgefüllt, Antrag auf eine Steuernummer, wie aufregend, und gleichzeitig ob der Menge der erfassten Daten so unglaublich verstörend, ich fühlte mich nackt, und zwar nicht nur nackt, sondern auch nackt und dabei beglotzt, von emotionslos dreinblickenden Finanzbeamt_innen, welche mich mit nüchternem Blicke mustern und sich dabei Notizen mit ihren angespitzten Bleistiften (oder neuer: iPads(tm)) machen. Aber wie dem auch sei, es gab hin und wieder mal ein paar nette Sachen, ich beginne mit einem unglaublich guten Käse- respektive Quarkkuchen. Allerdings ist der eigentlich nur eine geringfügige Abwandlung vom Zupfkuchen, aber der war und ist bekanntlich auch sehr lecker. Wie mir meine Mutter erzählte, ist das neulich anlässlich der familiären Feierlichkeit zubereitete Exemplar von der buckligen Verwandtschaft wohl recht gut aufgenommen wurden, und von denen hat wirklich keine_r auch nur den Funken eines Interesses, tierfreier Ernährung das Wort zu reden, wobei ich jetzt aber auch keine Urteile über deren Feinschmeckerqualitäten abgeben kann. Seis drum.

2011-06-04 18-55-57 - Z6040105

Rezeptänderungen (ggü. dem Original), für eine kleine eckige Springform (meine ist 18x28cm groß), ein kleines Blech (eines, wo mensch die Größe anpassen kann, sollte auch funktionieren)

  • Kakaopulver im Teig weglassen
  • 1kg Sojajoghurt statt 750g
  • 2 Päckchen Puddingpulver statt 1,5
  • Sojamilch weglassen
  • 200g Alsan statt 190g

Ich bzw. wir haben, weil das noch so rumflog, circa 100g kleingeschnittene Erdbeeren dazugeworfen und ein paar Schokoteilchen oben drauf geschmissen.

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Desweiteren gab es auch mal selbstgemachte Pizza, ganz simpel mit Fertigteig, einer simplen Tomatensauce, diversem Gemüse (Paprika, Tomate, Brokkoli) und Hefeschmelz.

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Nachdem ich neulich größere Mengen Cherrytomaten ergaunern konnte, entschied ich mich mal wieder, diese zu dörren, damit ich länger etwas davon habe, ich hoffe nun, dass mir nicht die Hälfte davon wegschimmelt, sowas passiert ja gerne mal. Da ich auch mal wieder Lust auf Risotto hatte, entschied ich mich, die Tomaten dort unterzubringen. Desweiteren waren auch noch ein paar frische Tomaten und ein bisschen Lauch beteiligt. Damit es auf dem Teller nicht gar so nackt aussieht, noch ein Spieß aus gebratenen Sojamedaillons.

2011-06-09 12-01-20 - Z6090065

Und zu guterletzt ein paar Falafel (voller Dummheit aufgenommen ohne Blitz bei eher suboptimalen Lichtverhältnissen), welche ich mit meinem nagelneuen Falafelformer baute, welcher bei einem Doppelpack Fertigmix dabei war. Das Foto ist wirklich mies, aber die Falafel sehen sehr schnuckelig aus.

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So, in Kürze weitere Rezepte. Moment…