Socca

2011-07-29 17-48-25 - Z7290067

In verschiedenen Blogs las ich in den letzten Wochen von einem neuen Kochbuch eines gewissen Yotam Ottolenghi, welcher wohl ein recht gefragter Essenszubereiter zu sein scheint und dessen neues Werk mit dem Titel “Genussvoll vegetarisch” sich, Leute mit siebtem Sinn ahnen es bereits, ausschließlich vegetarischer Schlemmerei widmet. Da vegetarische Speisen im Allgemeinen leichter als Fleischmahlzeiten veganisiert werden können, war ich sogleich angefixt. Die örtliche Stadtbibliothek führt jedoch bisher kein Exemplar, ich werde vielleicht in den nächsten Wochen die Crackpfeife am einen oder anderen Abend liegen lassen und stattdessen Taler um Taler beiseite legen, um mir ebendieses Büchlein zu gönnen. Ich glaube, die Recherche nach Rezepten dieses Herrn brachte mich auf einen Blog, von welchem auch die folgende Mahlzeit stammt. Passenderweise suchte ich gleichzeitig auch nach Verwendungmöglichkeiten für mein neugekauften Kichererbsenmehl, welches beim freundlichen Muselmanen ungefähr ein Viertel dessen kostet, was im nicht minder freundlichen, aber sich eher an ‚westlicheren‘ Preisniveaus orientierten Reformhaus zu bezahlen ist. Und hier haben wir quasi die Komponenten Yotam Ottolenghi, Kichererbsenmehl und vegan vereint, die Dreifaltigkeit gustatorischer Geilheit, Verzeihung.
Also an’s Werk, mindestens ebenso geile_r Leser_in!

2011-07-29 16-59-57 - Z7290060

Zutaten für 2 Portionen; Dauer: ca. 60 Minuten; Kosten pro Portion: ~ 1 Euro

  • 6 kleine Zwiebeln
  • 100g Cherrytomaten
  • 90g Kichererbsenmehl
  • 170ml Wasser
  • Thymian
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • eine Prise Zucker
  • 2 TL NoEgg + 1 EL Wasser (ggf. tuts auch Sojamehl, oder notfalls weglassen)
  • Ein Schuss Weißweinessig
  • 1/3 Zucchini, in dünnen (!) Scheiben

2011-07-29 16-55-57 - Z7290056

Zubereitung

Backofen auf 130 Grad Celsius vorheizen. Die Tomaten halbieren und mit den Schnittflächen nach oben zusammen mit den Zucchinisceiben auf ein mit Backpapier belegtes Backblech oder Gitter geben, salzen und pfeffern und in den Ofen für 25-30 Minuten. Währenddessen die Zwiebeln abziehen und in Scheibchen schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebln dazu, mit Thymian, Salz, Pfeffer und der Prise Zucker würzen, bei hoher Hitze eine Minute anbraten und bei schwacher Hitze 20 Minuten weitergaren, hin und wieder umrühren. Am Schluss einen kleinen Schuss Weißweinessig einrühren. Zwischenzeitlich das Kichererbsenmehl in eine Schüssel sieben, Wasser, Olivenöl, Salz und Pfeffer dazu, zu einem glatten Teig verrühren. Das NoEgg mit dem Wasser verrühren, wer genug Ausdauer hat, kriegt das auch beinahe steif geschlagen. Unter den Kichererbsenteig heben. Wenn die Zwiebeln fertig sind, diese in eine Schüssel geben, die Pfanne wieder stärker erhitzen und die Hälfte des Teigs hineingießen und jeweils 2 Minuten pro Seite 2 hübsche Pfannekuchen ausbacken und auf einen Teller stapeln. Die Tomaten sollten nun auch fertig sein, den Backofen nun auf 170 Grad Celsius vorheizen. Auf die beiden Pfannkuchen jeweils die Hälfte der Zwiebeln geben und gut verteilen und schließlich die Tomaten und Zucchinischeiben darauf geben und für 5 Minuten in den Backofen geben. Yay.

2011-07-29 17-48-13 - Z7290065

2011-07-29 17-48-41 - Z7290071

Mozzarella

2011-07-26 15-29-21 - Z7260052

geklaut von hier.

Ok, zu diesem Käsesurrogat sage ich erstmal nicht viel, da er aktuell noch danach schreit, in diversen Kontexten zum Einsatz zu kommen. Verwendung fand er jedoch schonmal hier. Seidentofu hatte ich nicht, und in einem anderen Zusammenhang las ich davon, dass Bockshornklee (EHEC!) wohl bisweilen käsige Aromen spendet (?). Wer mag, kann natürlich auch noch ein paar Hefeflocken verarbeiten. Ich befinde mich noch am Anfang meiner Experimentierphase, vegane Käse sind ja meist eher mau.

Zutaten für ca. 300g

  • 1 Block Kräutertofu, 175g (Kaufland)
  • ½ Packung Sojasahne
  • 3 TL Agar-Agar
  • 2 EL Rapsöl
  • 3 Msp Bockshornklee
  • Salz
  • Knoblauchpulver

Zubereitung

Alles in ein hohes Gefäß geben und mit dem Pürierstab zerhäckseln. In einen Topf geben, unter ständigem Rühren (brennt schnell an!) aufkochen, Temperatur verringern und bei mittlerer Hitze 5 Minuten köcheln. In ein plastenes Gefäß geben (Tupperdöschen oder so), in den Kühlschrank packen und ein paar Stunden abkühlen lassen. Auf einen Teller stürzen und anschneiden. Schmilzt angeblich und soll wohl auch als Brotbelag schmecken. Wird ausprobiert! Ggf. werden neuartige Erkenntnisse dann auch auf diesem Blog kundgetan, also lauscht, ihr kleinen Elfen!

2011-07-26 15-30-01 - Z7260056

Veganguerillas „GEFÜLLTER BRATEN MIT THYMIAN-AHORNSIRUP-KRUSTE“

2011-07-26 21-00-53 - Z7260078

Die nächsten paar Posts befassen sich ausschließlich mit nachgekochten und dabei wenig modifizierten Rezepten. Aber ich denke mal, es ist vielleicht auch für jene, von denen die originalen Zubereitungshinweise stammten, ganz nett, so ein bisschen Feedback zu bekommen, wenn etwas aus ihrem Oeuvre nachgebaut wurde. Ich beginne mit einem Rezept der wunderbaren Sarah vom wunderbaren Blog Veganguerilla. Ich glaube, viele Worte brauche ich hier nicht zu verlieren; wer es geschafft hat, meinen Blog zu finden, kennt mit Sicherheit auch ihren. Schöne, originelle Rezepte und wirklich tolle Fotos, gepaart mit einem augenschmeichelnden Layout, definitiv alles richtig gemacht. Da ich im letzten Jahr häufiger mit Freunden größere Mengen an Nahrung zum gemeinsamen Verzehr zubereitete, hat sich eine Vorliebe für vegane Braten eingeschlichen. Es hat einfach etwas angenehm ‘Gewohntes’, sich gemeinsam an einem großen Brocken gefüllten Irgendwasses zu laben, ich denke mal, die meisten hierzulande Sozialisierten sind mit so Sachen wie Weihnachsgans o.ä. einigermaßen vertraut, und irgendwie verbindet das ja auch ein bisschen. Zwar bin ich generell gegen jede Form von Kollektivierung, aber manchmal hat das halt etwas Heimeliges, zumindest, sofern das auf freiwilliger Basis geschieht. Es gab jedenfalls gefüllten Seitan-Tofu-Braten mit Tahin-Ahornsirup-Kruste und einer Füllung aus veganen Käsesorten. ich hatte noch etwas No-Muh-Chäs da plus etwas selbstgemachtem “Mozzarella”.

2011-07-26 19-05-34 - Z7260058

Ansonsten habe ich quasi von allem die doppelte Menge vom Rezept genommen, mit folgenden Abwandlungen
für 7-8 Portionen
350g Räuchertofu
keine Mandeln
14 EL Gluten
8 EL Mehl
2 Zwiebeln für den Teig
2 Zwiebeln angebraten in die Füllung
keine Zwiebeln in die Kruste
Die Garzeit blieb im Grunde gleich, vielleicht ein paar Minuten länger. Die Zubereitungshinweise bitte ich, ebenfalls Sarahs Seite zu entnehmen. Ist eh sehr toll dort!

2011-07-26 20-50-56 - Z7260071

Zwiebelvurst

2011-07-25 13-44-31 - Z7250043

Brotbelag, der: absolut notwendig für all jene, denen handelsüblicher Aufstrich beim Hineinbeißen zu wenig Bisswiderstand entgegenbringt. Ich habe schon ungefähr tausend Mal diese kleinen Gläschen und Aludöschen heimgeschleppt, um dann beim ersten Probieren festzustellen, dass sie mich zwar geschmacklich bisweilen wirklich erfreuen können, ich es aber öde finde, wenn da nur diese viskose Masse und nix mit Knack und Biss zwischen meinen beiden Brötchenhälften liegt. Bei der letzten Vegan Wonderland Bestellung lag daher auch eine Onion-Cold-Cut-Roll (ne dicke Wurst mit Zwiebelgeschmack) im Paket, und ich fand die eeeecht großartig. Preislich auch soweit ok. Aber erstens _muss_ ich einfach irgendwie mal alles selber machen (und das wird dann meist auch teurer, als wenn ich’s gleich ‚fertig‘ kaufen würde), und zweitens kann ich mir auch nicht ständig so ‘ne Bestellung leisten. Und da die Alternativen der letzten Wochen (diverse Salate im Glas, bspw.) nun zur Neige gingen, mal wieder ein Versuch. Ganz zufrieden bin ich noch nicht damit, aber es geht in die richtige Richtung, es schmeckt ein bisschen schinkig, beim nächsten Mal werde ich die Zwiebelmenge verdoppeln, bzw. vielleicht mit so Zwiebelsaft arbeiten. Gleich im Anschluss versuche ich mich erneut an veganem Käseersatz, mal gucken, was dabei rauskommt. Naja, zuerst mal jetzt die Vurst:

2011-07-25 13-17-23 - Z7250022

Zutaten für 800g Vurst

  • 6 kleinere Zwiebeln
  • auf 400ml mit Wasser auffüllen (+ evtl. 1-2 EL Wasser)
  • 3 EL flüssiger Rauch
  • 1 EL Agavendicksaft
  • 1 gehäufter EL Senf
  • 1 EL Bohnenkraut
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 EL Salz
  • Pfeffer
  • 400g Gluten

2011-07-25 13-24-34 - Z7250034

Zubereitung

Zwiebeln schälen und vierteln, in einen Messbecher geben und mit Wasser auf 400ml aufgießen. Mit dem Pürierstab zermusen. Die flüssigen und halbflüssigen Zutaten dazugeben. In einer Schüssel das Glutenmehl mit Salz, Pfeffer und Bohnenkraut würzen (ruhig ordentlich dran kippen, denn es werden ja schließlich auch 800g Vurst!). Gut vermischen und die Zwiebelflüssigkeit einrühren und alles miteinander verkneten. Falls es auch nach längerem Kneten noch zu trocken sein sollte (so dass noch Gluten in der Schüssel bleibt), noch 1-2 EL Wasser dazugeben und weiter verkneten. Zu einer Wurst formen, in Alupapier einrollen, die Enden wie bei einem Bonbon verdrehen. In einem relativ weiten Topf (weit genug, dass die Vurst reinpasst) Wasser zum Kochen bringen und die Wurst auf einem Dämpf-Einsatz für 45-60 Minuten mit Deckel garen.

2011-07-25 13-44-48 - Z7250045

Tortilla Espanola 2 – Besser, schöner, unverwüstlicher

… und das Ganze nicht in der Pfanne zubereitet, sondern in der Springform.
Ich hab mich vergangenes Wochenende nochmal an der Tortilla Espanola versucht, ein bisschen abgewandelt und diesmal gelang es auch zu meiner vollsten Zufriedenheit. Keine großen Worte, sondern anfangen:

2011-07-23 17-56-47 - Z7230011

 

Zutaten für 4 Portionen

  • 1200g Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 100g Champignons, gefroren (optional)
  • 100ml Sojamilch
  • 100ml Wasser
  • 10 EL Kichererbsenmehl (leicht gehäuft)
  • 2 EL Apfelessig
  • Salz, Pfeffer, 3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Tomatenmark
  • ½ TL Kurkuma
  • Olivenöl

2011-07-23 18-07-50 - Z7230016

Zubereitung

Kartoffeln schälen und grob würfeln, Kantenlänge so 2cm, sag ich mal. Olivenöl in der Pfanne erhitzen und die Kartoffeln erst bei starker Hitze anbraten, dann Hitze reduzieren. DIe Zwiebeln und die Champignons (optional) dazugeben und alles umrühren. Derweil kann mensch sich bereits an den Eiersatz machen. Ich habe festgestellt, dass das Kichererbsenmehl, wenn mensch es siebt, gar nicht mehr diese Klumpenaffinität besitzt, es lässt sich dann geschmeidig zusammenrühren. Falls kein Sieb zur Hand ist, geht’s jedoch auch mit dem Pürierstab. Also Kichererbsenmehl, Sojamilch, Wasser, Apfelessig, gepresste Knoblauchzehen, Kurkuma und Tomatenmark zusammenrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, es sollte schon “nach ‘was schmecken”. Herd vorheizen, 175 Grad Celsius. Wenn die Kartoffeln gar sind, Kichererbsenmasse und Pfanneninhalt miteinander vermischen. Eine runde Springform ggf. mit Backpapier auskleiden, mit der Gesamtmasse füllen und für 20-30 Minuten backen. Ist dann zwar nicht so stilecht, aber leichter zu handhaben.

2011-07-23 18-08-20 - Z7230019

Farinata-Blasphemie

Guten Tag Welt,
ich beginne den heutigen Eintrag ausnahmsweise nicht mit einem beinahe nie enden wollenden Monolog über mich, meine aktuelle Lebenssituation, die Herkunft der rezeptarisch vorgestellten Speise o.ä., denn ich habe keine Lust. Desweiteren ist die Idee für das gleich aufgeführte Gericht mehr oder weniger von jetzt auf gleich entstanden, was mir quasi die Möglichkeit abhanden kommen ließ, mich eingehend und brainstormend mit diesem Text hier im Vorfeld auseinanderzusetzen. Ja richtig, Montag oder Dienstag, wenn mal wieder die Deadline für einen neuen Blogpost ansteht, ist der komplette Tag minutiös durchkomponiert. Es beginnt damit, dass ich mich mit meinen Ghostwritern hier im Headquarter am Couchtisch treffe, wir trinken Kaffee mit Sojamilch, besprechen die bedeutenden Ereignisse der vergangenen Woche (Tagespolitik, Baby! Und natürlich ein bisschen Gossip.) und versuchen dann, ausgehend von den Kochtrends, die sich aus dem Kokon des Zeitgeistes herausschälten, ein Rezept zu entwickeln. Meist gegen Mittag steht das grobe Konzept und dann geht es meistens bereits an die Zielgruppenforschung. Umfragebögen werden erstellt, Telefonlisten zusammengestellt und eine repräsentative Befragung via Telefonat durchgeführt. Am frühen Nachmittag werden die von unseren fleißigen Hiwis (ich nenne sie scherzhaft/abwertend “Hilfsäffchen”) eingebenen Daten ausgewertet, das Konzept ggf. angepasst und die Details ausgearbeitet. Dann müssen wir noch jemand Dummen finden, der oder die die Rezepte ausprobiert, wir nehmen meistens Leute, die bei der Blutspende aussortiert wurden, weil sie zu wenig Eisen- und/oder zu viel Schlamm im Blut haben, die machen für ‘nen Zehner fast alles (ich könnt’ Geschichten erzählen!). Nachdem die Gerichte zubereitet wurden, schießen wir ein paar Bilder mit unserem hochprofessionellen Equipment, womit wir leider nicht umgehen können, daher landen, nach ein paar vergeblichen Photoshop-Retusche-Experimenten, die Bilder im virtuellen Papierkorb und wir suchen uns meistens halbwegs passende Bilder bei Google zusammen. Hat bisher immer ganz gut geklappt, und der Moneyflow gibt uns recht.
Jedenfalls: der neulich vorgestellte Kichererbsensnack konnte sich irgendwie nicht so richtig ins Repertoir meiner Heimkinorequisiten einpflegen, da war mir ‘ne Spur zuviel Knusprigkeit mit drin, und nachdem eine veritable Anzahl meiner Zähne nach diversen kleinkindlichen Begegnungen mit Hartholzkanten o.ä. aus einem Material besteht, welches bei Villeroy & Boch bei der Herstellung von Kloschüsseln Verwendung findet und in Dentalform sogar noch viel teurer ist, sind Angst und Bonusheft meine ständigen Begleiter, erstere vor allem, weil letzteres in den vergangenen Jahren sich schrumpfender Beachtung missfreute. Missfreute. Ein schönes Wort. Zahnersatz ist jedenfalls eine furchtbar kostspielige Angelegenheit, ich kann nur jeder_m davon abraten. Zurück zum Punkt: ich erinnerte mich an eine furchtbar leckere Speise, die ich vor ein paar Jahren im italienischen Livorno kennenlernte: Cecina aka Farinata. Hauptzutat: Kichererbsenmehl. So called Arme-Leute-Essen. Ich entschloss mich also, den bereits zubereiteten Kichererbsen eine zweite Chance zu geben, also ab in die Kaffeemühle. Zwar waren sie, wie bereits im anderen Rezept erwähnt, mit Garam Masala gewürzt, aber das war nicht so wild. Wo ich schon dabei war, mal wieder ein traditionelles Rezept zu vergewaltigen, hab’ ich dann noch ein paar selbst getrocknete Cherrytomaten und Paprika dazugegeben. Insgesamt ganz nett, ich werde in nächster Zeit jedoch auch mal das Original hier reinstellen, das schmeckt nämlich ganz schön.

2011-07-19 11-49-58 - Z7190074

Zutaten für 2 Portiönchen

  • 110g Kichererbsenmehl, in meinem Fall geröstet
  • 200ml Wasser
  • Salz
  • Pfeffer
  • Rosmarin
  • 2 EL Olivenöl
  • ein paar getrocknete Tomaten, ggf. ein paar Streifen getrockneter Paprika

Zubereitung

Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl miteinander verrühren. Der Pürierstab sei dein Freund, denn sonst wird das eine mühselige Angelegenheit, Stichwort Klumpenbildung. Für mindestens eine Stunde stehen lassen. Den Rest der Zutaten einrühren, in eine kleine runde Springform geben, und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad 20-30 Minuten backen. Kann mensch notfalls auch kalt essen, aufwärmen funktioniert wohl nicht so gut, weil die Farinata dann sehr hart wird.

2011-07-19 11-49-50 - Z7190073

Tortilla Espanola, kinda like.

2011-07-09 19-22-21 - Z7090005

Vor 6 Jahren verbrachte ich einen meiner ersten “selbständigen” Urlaube im wunderschönen Santander, spanische Nordküste. Den Ort kannte ich vorher nicht, meine damalige Freundin und ich ließen die Wahl unseres Feriendomizils vielmehr von RyanAir bestimmen, denn unweit des besagten Ortes liegt ein von der erwähnten Fluggesellschaft angeflogener Flughafen. Der zuvor gekaufte Reiseführer war voller nützlicher Hinweise, verschwieg jedoch auch nicht, dass der spanische Norden, touristisch noch eher unerschlossen, hinsichtlich des kulinarischen Angebotes eher traditionell orientiert, auf Vegetarier nicht unbedingt Rücksicht nehme. An einem der ersten Abende dort kehrten wir in eine Bodega ein und ich orderte, der spanischen Sprache nicht wirklich mächtig, ein paar “Croquettes”, zumal die Karte nicht viele (vegetarisch klingende) Alternativen bot. Meine omnivore Freundin kostete glücklicherweise vor, denn die ‘Kroketten’ bestanden nicht, wie hierzulande üblich, aus Kartoffeln, sondern aus püriertem Huhn! Stellt sich die Frage, wer zur Hölle unbedingt Fleisch pürieren muss, bzw. auf was für eine Kindheit des Pürierenden das schließen lässt. Naja. An einem anderen Tag wählte ich, mangels Alternativen, “manchego”, und bekam, wie sollte es anders sein, ein Stück Käse. Pur. Auf einem Teller. So ungefähr 100-150g. Guten Appetit!

Der Reiseführer verriet jedoch auch einen Geheimtipp, um gut und günstig zu frühstücken: am Bahnhof! in den 14 Tagen, die wir dort waren, verbrachten wir dann an mindestens 7 unseren Morgen ebenda. Es gab fantastischen Café con Leche und, ta da: tortilla espanola. Zuvor noch nie gegessen, dort in mein Herz geschlossen. Später noch ein paar mal versucht, nachzumachen, aber so richtig gelang es nicht. Zumal die dort angebotenen Exemplare irgendwie ‘gefüllt’ wurden, ich check’s bis heute nicht, denn eigentlich zerfällt das doch, wenn mensch da versucht, noch einen Schnitt zu machen und das so fladenbrotmäßig zu befüllen. Ich hab auch nix im Internet dazu gefunden, und mensch möge mir glauben, das verfolgt mich praktisch seit der Rückkehr aus diesem Urlaub. Mein Favorit war die Variante mit Champignons, dazu noch dick Mayo und einem Brocken Weißbrot. So hatten wir bereits morgens vor 9 die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs absorbiert und konnten entsprechend gut gerüstet die Umgebung erkunden. Aus irgendeinem Kochbuch hatte ich dann auch mal die wundervolle Erläuterung, dass die spanische Tortilla nicht nur heiß schmecke, sondern auch kalt und sogar … trommelwirbel … lauwarm! Also praktisch immer, und allein das ist doch schonmal was! Wahrlich wunderbares Essen, ich werde es wahrscheinlich ewig mit diesem wunderbaren Urlaub assoziieren. Bitte unbedingt alle mal nach Santander fahren und am (Haupt-?)Bahnhof essen (jener gehörte, sofern mich meine Erinnerung nicht trübt, zum Netz der FEVE; es gibt noch einen weiteren Bahnhof für das Netz der RENFE, da war es aber weniger toll ), die Leute dort sprechen weder englisch noch andere Sprachen, mit denen anderswo versucht wird, sich bei den Touris einzuschleimen, allein das finde ich halt sympathisch, denn es wirkt alles irgendwie sehr “authentisch”. Ist jedenfalls sehr lecker und sieht auch schön aus, sofern es gelingt, die Tortilla am Stück aus der Pfanne zu wuchten. Zu diesem Zweck ist es mehr oder weniger unerlässlich, dass eine beschichtete Pfanne Verwendung findet. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn die Pfanne einen abnehm- bzw. schraubbaren Griff besitzt, sodass sie in den Ofen gestellt werden kann.

Das Rezept habe ich jedenfalls von hier, zumindest so in etwa.

Zutaten für 3-4 Portionen (als Hauptspeise) bzw. 6-8 (als Vorspeise)

  • 1 kg Kartoffeln (geschältes Gewicht)
  • 2 Zwiebeln
  • 8 EL Kichererbsenmehl
  • 1 EL Apfelessig
  • 100ml Sojamilch
  • 100g Champignons, in Scheiben geschnitten/TK (fakultativ)
  • 50ml Wasser
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Die geschälten Kartoffeln zuerst würfeln (je kleiner, desto kürzer die Zubereitungszeit!), Zwiebeln abziehen und ebenfalls würfeln. Ordentlich Olivenöl in der Pfanne erhitzen, Kartoffeln und Zwiebeln dazu, anschwitzen. Die Temperatur ein bisschen reduzieren und alles gar werden lassen, hin und wieder mal umrühren bzw. wenden.
Zwischenzeitlich Sojamilch, Apfelessig, Wasser und Kichererbsenmehl in einem hohen Gefäß zu einer homogenen Flüssigkeit verrühren. Mit dem Pürierstab geht das am besten, da es sonst müßig ist, die ganzen Klümpchen aus dem Kichererbsenmehl zu entfernen.
Die Masse in eine größere Schüssel kippen. Wenn die Kartoffeln gar sind – also weich – mit einem Pfannenwender oder ähnlichem (sofern noch Öl in der Pfanne ist, soll dieses am besten auch drinne bleiben und nicht mit zum Rest gekippt werden) Zwiebeln und Kartoffeln zu der Kichererbsenflüssigkeit geben, alles verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Ggf. die Champignons ebenfalls nun dazu geben. Das Öl in der Pfanne wieder erhitzen, ggf neues dazu geben. Die Kartoffel-Zwiebel-Kichererbsenmasse in die Pfanne gießen, glatt streichen, Deckel drauf und auf mittlerer (!) Temperatur ein bisschen garen, 5-10 Minuten. Falls alles danach noch sehr flüssig erscheint: Deckel abnehmen und die Flüssigkeit verdampfen lassen. Nun zwei Möglichkeiten: den Griff der Pfanne abnehmen und bei 200 Grad für weitere 5-10 Minuten in den Ofen, idealerweise ziemlich weit oben, bei eingeschaltetem Grill. Oder vorsichtig die Tortilla aus der Pfanne auf einen größeren Teller gleiten lassen und gewendet zurück in die Pfanne werfen und ebenfalls 5-10 Minuten garen, bzw. solange, bis die Masse nicht mehr flüssig erscheint.
So oder so, im Anschluss auf einen Teller stürzen und wie eine Torte in Stücke schneiden.

PS: Ein besseres Foto existiert leider nicht, denn weder war meine Pfanne irgendwie antihaftend ausgelegt, noch berücksichtigte ich den oben angemerkten Hinweis auf nicht zu hoch eingestellte Temperatur, bzw. komm ich mit der Induktionskochplatte, die hierbei zum Zuge kam, nicht so richtig zurecht. Resultat: Angebrannt, aber so richtig. Ich konnte das zwar noch einigermaßen retten, aber die schöne Tortenform war dahin. Wird auf jeden Fall bald nochmal probiert und dann lasse ich auch die nötige Sorgfalt walten.

2011-07-09 19-22-55 - Z7090010