Seitan-Gyros

Gyros! Dazu gibt’s nicht viel zu sagen. Eines der wenigen griechischen Gerichte, die ich kenne und mir gleichsam schmeckten. Wenn ich mich selber an einem veganen Pendant versuchte, nahm ich meistens der Einfachheit halber Sojaschnetzel. Wenn ich dann aber mal in irgendeiner Dönerbude zu Gast war, fand ich, dass diese dünn vom Dönerspieß abgeschabten Streifchen einfach auf eine andere Art lecker aussahen. Da ich nun hier wieder etwas mehr Zeit und auch den nötigen Platz hatte, dachte ich mir, mach ich das diesmal auch ‘richtig’. Noch besser wäre es lediglich gelungen, wenn ich einen Mini-Dönerspieß zur Verfügung gehabt hätte, also so richtig mit Hitze von der Seite und Rotation usw. Ich schwöre, sobald ich reich bin und ’ne eigene Bude habe, kommt mir sowas auch in’s Haus, einfach so, weil ich’s kann.
Achja, ich habe, da vom Naan noch Joghurt übrig war, daraus noch versucht, einen Tsatsiki zu zaubern. Das Produkt war Alpro Natur. Nachdem ich irgendwann letztes Jahr in diversen Blogs von einer Rezepturänderung las, ahnte ich schon das schlimmste, aber ich habe hierzulande noch keinen Sojajoghurt einer anderen Firma gesehen. Naja. Die Befürchtungen sind schon so eingetreten, wenn ich vielleicht nicht ganz so krass: unglaublich vanillig und süß, das Ganze. Keine Ahnung, mit wieviel anderen Gewürzen mensch das zuballern müsste, um geschmacklich auf das Niveau eines echten Tsatsikis zu kommen, ich hatte auch keine Lust darauf, dass meine Geschmacksrezeptoren den Generalstreik antreten. Es war und ist essbar, aber das letzte, was in Tstatsiki gehört, ist Vanille. Naja.

Zutaten für 4-5 Portionen

  • 300g Gluten
  • 2 EL Gyros Gewürzmischung
  • 1 EL gekörnte Brühe
  • 350ml Wasser
  • 50ml Olivenöl
  • 1-2 EL Zuckerkuleur
  • 1 EL getrocknete Zwiebeln
  • Salz, Pfeffer
  • 3 Zwiebeln

Zubereitung (90 Minuten Zubereitungszeit (davon 45 Dampfgaren))

Ganz simpel: die trockenen Zutaten grob vermischen, das Gleiche mit den nassen Sachen veranstalten und alles zusammenkippen, durchrühren, verkneten, bis eine nicht mehr klebrige Masse entsteht. In einem Topf mit einem Dämpfeinsatz ein paar Handbreit Wasser erhitzen. Die Glutenmasse zu einer dicken Wurst (wie so ein Dönerteil!) formen, in einem größeren Stück Aluflolie wie ein Bonbon verschnüren und über dem gerade erhitzten Wasser für 60 Minuten mit Deckel dämpfen. Abkühlen lassen, auspacken.

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Am Besten nun die Wurst hochkant auf ein Schneidebrett stellen und mit einem scharfen (!) Messer dünne Streifen von allen Seiten herunterhobeln.

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Das ist jetzt auch das aufwändigste des ganzen Gerichts und dauert vielleicht ein paar Minuten.

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Die Zwiebeln abziehen und in Ringe schneiden. Nun in einer Pfanne Olivenöl erhitzen, die Zwiebeln und die Gyrosstreifen hineingeben und rundherum anbraten. Noch mit etwas Salz und Pfeffer und ggf. Gyrosgewürz abschmecken. Saulecker und schöne Konsistenz. Am besten natürlich mit Fladenbrot und Tstatsiki servieren.

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7 Gedanken zu “Seitan-Gyros

  1. Schaun’n se für Sojajoghurt mal im lokalen Biosupermarkt, da gibts zumindest noch welchen von „Denree“, wenn ich nicht irre, jedenfalls nicht von Alpro.

  2. Ah ok, danke für den Tipp. Bin dort eher selten anzutreffen, weil nicht direkt in meiner ‚Hood‘ gelegen, aber so hab ich mal wieder einen Grund.

  3. gluten meint das reine gluten-„mehl“, also das weizeneiweiß, was industriell von der stärke (?) getrennt wird. das bekommst du im bioladen/reformhaus (teuer) oder (günstig!) bei veganwonderland oder aber auch bei irgendwelchen mühlen, adlermühle, z.B, das ganze sieht eben aus wie normales weizenmehl, einen tick gelber. damit kannst du seitan sehr leicht selbst herstellen und musst das mehl nicht mühsam auswaschen. weitere vorteile, und eben in diesem rezept von belang: du kannst geschmack und konsistenz sehr gut beeinflussen, in dem die die wassermenge, mit der du den seitan machst, variierst, desweiteren lassen sich gewürze direkt hineinkneten und man muss keinen stark gewürzten kochsud herstellen.

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