Königsberger Klopse

2011-09-09 19-21-09 - Z9090075

Die letzten Wochen habe ich häufiger Mal gekocht, auch die Zutaten usw notiert, aber aufgrund der ganzen Kocherei keine Zeit gefunden, das alles auszuformulieren. Zudem befinde ich mich gerade in der ungewohnten Situation, für etwas, was ich tue, Geld zu bekommen, was meinen Zeitrahmen noch weiter einschränkt. Passenderweise spielt sich die gesamte Tätigkeit auch noch in einer Küche ab, es fühlt sich daher ein bisschen jackpotmäßig an. Wie dem auch sei, es folgt direkt ein Schwenker zum aktuellen Rezept. Gleich am ersten Tag – jedoch bestimmt nicht aufgrund einer unterernährten Erscheinung – wurde mir die Frage, ob ich denn zu den Fleischverzichtern gehöre, gestellt, wobei deren Bestätigung mich zum Feierabend in den Besitz eines Klumpen Tofus gelangen ließ. Da meine Freundin meine bisherigen Versuche damit nicht unter ihren Lieblingsgerichten einordnen konnte, war ich anfangs ein wenig ratlos, was ich denn nun damit anfangen sollte. Aus Gründen, deren Ausführungen den Einleitungstext in epische Dimensionen verlängern würden, entschied ich mich dazu, Königsberger Klopse zu basteln. Da ich in meinem nicht mehr so jungen Leben erst einmal bewusst dieses Gericht – und zwar ebenfalls ohne Fleisch – zu mir nahm, stand die obligatorische Google-Suche am Anfang der Rezeptwerdung. Da ich aber weder Eiersatz noch sonstige abgefahrenen Zutaten auffahren wollte und mich auch – grundlos – dafür entschied, kein (reines) Gluten zu verarbeiten, war es dann doch wieder mehr Improvisation als tatsächliches Nachkochen. Um so besser, so habe ich ein neues Rezept zu verbloggen. Da das Ganze beinahe ohne Bindemittel auskommt, schwitzte ich dann auch Blut und Wasser, als ich die Klößchen zum Baden in die Sauce schubste, denn just in dem Moment kamen dramatische Erinnerungen an ein Semmelknödelexperiment hoch, bei dem sich die praktisch perfekt proportionierten Knödel mit dem Kochwasser zu einer sämigen Suppe vereinigten. Daher, ganz wichtig: die Sauce darf nicht kochen, wenn die Klößchen dazugegeben werden. Also knapp unterm Siedepunkt lassen.

Zutaten für 4-6 Portionen

Klößchen

  • 200g Tofu
  • 175g Räuchertofu
  • Zitronensaft
  • Pfeffer
  • Salz
  • 2 TL Kapern
  • 1-2 EL Petersilie
  • 2 EL Paniermehl
  • 2 EL Mehl
  • edelsüßer Paprika
  • Schluck Sojasauce
  • 1 TL Senf
  • getrocknete Zwiebeln

Sauce

  • Schwapp Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 4 EL Mehl
  • 4 Lorbeerblätter
  • 1l Gemüsebrühe
  • Petersilie
  • 6 TL Kapern
  • 2 Päckchen Reis/Soja-Cuisine
  • Pfeffer
  • Salz

2011-09-09 19-21-35 - Z9090081

Zubereitung

Am Anfang war der Mord, in diesem Fall am unschuldigen Tofu, welcher (beide Sorten!) mittels geeigneten Instrumentariums, wie Gabel, Händen etc., in eine krümelige Form gebracht wird. Also richtig schön kleinbröseln bzw zerdrücken. Die restlichen Klößchenzutaten dazugeben und alles miteinander vermischen, ggf. mit den Händen Kneten. Es sollte einen gut zu verarbeitenden Teig ergeben, ggf. noch etwas Flüssigkeit oder Mehl dazugeben. Walnussgroße Kügelchen formen und beiseite stellen. (Ich hatte glaube ich so 22-24 Exemplare rausbekommen)
Die beiden Zwiebeln hacken, in einem Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebeln glasig dünsten. Das Mehl dazugeben und verrühren, mit der Gemüsebrühe ablöschen, den Sahneersatz, die Kapern und die Lorbeerblätter hineingeben, mit Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken, aufkochen lassen und danach die Hitze reduzieren, sodass die Sauce nicht mehr kocht, sondern nur noch gleichmäßig heiß bleibt. Nun vorsichtig die Klößchen hineingeben und selbige 45 Minuten darin ziehen lassen. Am besten mit Kartoffeln servieren.

2011-09-09 19-30-00 - Z9090086

Kürbistarte, work in progress

2011-08-27 16-46-39 - Z8270172

Kürbiszeit ist Kürbissuppenzeit bzw. Kürbisquichezeit. Leckere Kürbis-Kokossuppe finde ich zwar nach wie vor wundervoll, aber schon seit längerem hatte ich die Idee, eine Quiche zu machen, welche den Geschmack der Suppe hat, das beste aus zwei Welten, sozusagen. Andersherum ginge es leichter: Quiche in den Mixer, anschalten, fertig. Das hier Hergestellte war dann auch echt lecker, jedoch, oh nein oh nein, die Konsistenz noch nicht perfekt. Falls dennoch der Wunsch besteht, sowas nachzukochen: entweder damit leben, dass die Füllung nicht fest, sondern eher dickflüssig ist. Oder: mit diversen Eiersätzen rumexperimentieren. Ich würde bspw. Stärke empfehlen. Oder NoEgg oder so. Trotzdem schonmal vielversprechend!

Zutaten für eine 16,5cm-Springform/2-3 Portionen

  • 70g 405er Mehl
  • 55g Dinkel VK Mehl
  • 4 EL Wasser
  • 50g Alsan, in Flocken
  • Salz, Pfeffer
  • 1-2 EL geröstete Sonnenblumenkerne
  • 1 halber mittelgroßer Hokkaido-Kürbis
  • ½ Dose Kokosmilch
  • 1 TL Ingwer
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Sojamehl, mit wenig Wasser verrührt
  • ein paar geröstete Kürbiskerne
  • 175 Grad Celsius

Zubereitung

Je nachdem, in welchem Zustand der Kürbis vorliegt, entscheidet sich, womit wir beginnen. Falls die andere Hälfte des Kürbis bereits verwendet wurde, und mensch sozusagen den halben Kürbis vor sich liegen hat, geht’s am einfachsten: die Innenseite mit etwas Öl bepinseln und mit der Schnittfläche nach oben bei 150 Grad Celsius für 30 bis 40 Minuten in den Herd, bis der Kürbis schön weich ist. Im anderen Fall: Den Kürbis erstmal für 20 Minuten bei 150 Grad in den Ofen, bis er weich genug ist, dass er leicht zerteilt werden kann. Danach wie oben fortfahren.
So oder so, in der Zwischenzeit machen wir uns an den Mürbeteig. Dafür Mehl, Wasser, Alsan, Salz, Pfeffer und Sonnenblumenkerne miteinander verkneten, zu einer Kugel formen und kalt stellen.
Den nun fertigen halben Kürbis in Stücke schneiden und zusammen mit der Kokosmilch pürieren. Die Gewürze dazugeben. Zum Schluss das in Wasser gelöste Sojamehl hinzugeben und ordentlich verrühren.
2011-08-27 15-53-25 - Z8270148

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und eine kleine Springform damit auskleiden (der Rand muss nicht so hoch sein). Die Kürbismasse einfüllen und bei 175 Grad Celsius für 40 Minuten in den Ofen.

2011-08-27 15-54-25 - Z8270160

2011-08-27 16-39-57 - Z8270169

2011-08-27 16-56-33 - Z8270179

Gefüllte Paprika mit Zucchinisauce auf Spaghettinestchen

2011-08-14 20-02-42 - Z8140012

Kurz vor Ladenschluss noch ein Paket roter Spitzpaprika zum Superspitzensonderpreis ergattern und damit vor dem Kompost retten, das ist so für gewöhnlich meine gute Tat des Tages, wenn sich nicht irgendwelche Omis über die Straße tragen lassen oder so. Da aktuell in meinen Augen noch keine Gulasch- bzw. Pörkölt-Zeit ist, kommt mein zweitliebster Paprikaverwendungszweck zum Zuge: Füllen! Zwar hier schonmal vorexerziert, aber nochmal abgewandelt neu probiert. Ebenfalls gut und prinzipiell der Erwähnung wert. Auf der Suche nach geignetem Tellerumfeld fokussierte ich mich auf saisonal Verfügbares und landete bei, tada: Zucchini. Die sommerliche Zucchinischwemme finde ich nach wie vor eher toll. Da sich die ‘kleinen Kürbisse’ ja auch einige Zeit halten, greife ich gerne mal zu, wenn sie günstig zu haben sind.
Ich hatte mir vor längerer Zeit mal einen Kugelformer angeschafft, weil ich die Idee, Gemüse (und prinzipiell auch Obst) in handlichen, mundgerechten Kügelchen auf Teller zu drapieren wirklich reizend fand und finde. Nur fristete die Neuanschaffung dann doch nur ihr Dasein im Schrank, bis ich mir kürzlich endlich ein Herz fasste. Und es nicht bereuen muss(te). Ich wollte eine sommerliche Nudelsauce machen, die ausnahmsweise ohne Tomaten auskommt und zudem auch nett anzuschauen ist. Die wenigen Verwendung findenden Gewürze betonen den zarten Eigengeschmack der Zucchini, ohne ihn zu übertönen. Schmackofatz, um es einfacher zu formulieren.
Dazu passen, wie schon erwähnt, Spaghetti, oder auch Tagliatelle, welche sich halt ganz gut anrichten lassen, sodass die Sauce obenauf thront und es alles nett anzuschauen ist.

2011-08-20 14-42-55 - Z8200001

Zutaten (3-4 Portionen)

  • für die Paprika:
  • 500g Spitzpaprika, rot oder gelb
  • 150g Linsen, 24 Stunden zuvor in Wasser einweichen
  • Sojasauce, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe,
  • etwas gekörnte Brühe
  • Salz, Pfeffer
  • Senf
  • für die Sauce:
  • 1 Zucchino
  • 200-300ml Wasser
  • Salz
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen

2011-08-20 14-49-54 - Z8200003

Zubereitung

Die Paprika waschen, den Stielansatz herausschneiden, das Kerngehäuse entfernen, beiseite legen. Die Linsen zusammen mit den restlichen Zutaten pürieren und mit den Gewürzen abschmecken. In die Paprika füllen. Diese mit Öl bepinseln und für 30 Minuten in den auf 175 Grad Celsius vorgeheizten Ofen geben.
Mit dem Kugelformer soviele Kugeln aus dem Zucchino ausstechen, wie es möglich ist (also solange noch halbwegs vollständige Kugeln rauskommen und nicht nur Halbmonde). Den Rest der Frucht grob würfeln und zusammen mit dem Wasser pürieren.

2011-08-20 14-52-23 - Z8200006

Olivenöl im Topf erhitzen, die Zwiebel würfeln und dazugeben und glasig dünsten. Den Knoblauch hineinpressen, kurz mitdünsten, aufpassen, dass er nicht anbrennt. Die Zucchinikugeln dazugeben und kurz andünsten, Mehl darüber stäuben und gut durchrühren. Mit der pürierten Zucchini-Wasser-Mischung ablöschen, aufkochen und mit Salz ablöschen.

2011-08-14 20-02-03 - Z8140002

Heidelbeerrisotto

2011-08-10 15-09-06 - Z8100235 2

Wie unten schon erwähnt, war ich vor kurzem bei meinen Eltern zugegen, welche, wie ebenfalls berichtet, nicht da waren. Dafür aber meine Oma, welche mir dann auch gleich eine Schale frischer Blaubeeren in die Hand drückte. Im Garten hingen zudem auch etliche, ich war daher ein bisschen überfordert. Einige fror ich daher zunächst ein, ein paar aß ich direkt, aber ich entsann mich, erst kurz zuvor zufällig über ein herzhaftes Blaubeergericht stolperte, und zwar hier. Vollkommen überraschende Idee und daher erst recht wert, von mir ausprobiert zu werden. Süße Reisspeisen finde ich persönlich eher unappetitlich, mit Reis- sowie mit Griesbrei kann mensch mich nackt die Deutsche Weinstraße hoch und runter jagen, das muss nicht sein. Dieses Gericht besitzt jedoch nur eine sehr sehr zarte Süße, ist daher auch ideal für Zuckermuffel wie mich. Im Original ist Rotwein angegeben, ich fand im Kühlschrank jedoch nur eine von meinen (weinliebenden) Eltern angebrochene Flasche Rosé mit dem für mich überraschenden Untertitel “süß”. Und Schraubverschluss. Wurde hoffentlich zuvor auch lediglich als Kochwein verwendet. Prinzipiell lässt sich alles verwenden, was an Wein so da ist und vielleicht nicht zu hochpreisig ist. Ich würde in Richtung halbtrocken tendieren, aber dieser ‘süße’ tat es auch. Um das Resultat auf den Punkt zu bringen: Fantastisch! Selten zuvor ein so gutes Risotto gegessen. Unbedingt nachmachen. Das ist mein Ernst.

2011-08-10 17-49-19 - Z8100245

Zutaten für 3-4 Portionen

  • 1 Zwiebel
  • 125g Heidelbeeren
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 50g Alsan
  • 200g Risotto Reis
  • 150 ml Rosé (lieblich)
  • 500ml Brühe
  • 1 EL Hefeflocken
  • Salz, Pfeffer

2011-08-10 17-51-45 - Z8100252

Zubereitung. Dauer: 30-40 Minuten

Die Hälfte der Alsan in einem Topf erhitzen. Währenddessen die Zwiebel und den Knoblauch hacken. Den Risotto reis kurz anschwitzen, die Zwiebel und den Knoblauch dazu, ständig rühren, die Zwiebel darf keine Farbe bekommen. Nach ca. 5 Minuten mit 100ml des Rosés ablöschen und ständig weiterühren, bis die Masse dickflüssig wird.

2011-08-10 17-53-13 - Z8100259

2/3 der Heidelbeeren dazugeben. Von nun an ständig rühren, und wenn die Flüssigkeit vom Reis aufgenommen wurde, eine Schöpfkelle der Brühe hinzugeben. Die Heidelbeeren nach Möglichkeit zerquetschen, bspw. mit einem Löffel. Nach 15 Minuten den restlichen Wein dazugeben. Nach weiteren 5 Minuten – die Brühe sollte nun komplett im Topf sein – die restliche Alsan und die Hefeflocken dazugeben. Unterrühren und nun die restlichen Heidelbeeren in den Topf geben. Diese sollen nicht zerquetscht werden. Für wenige Minuten mit erhitzen. Die Masse sollte nun sehr dickflüssig sein: wenn mensch nun einen Löffel am Boden entlangzieht, sollte dieser kurz zu sehen sein. Mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Rasch servieren.

2011-08-10 19-12-52 - Z8100322

 

2011-08-10 19-15-07 - Z8100332

Gurkensalat (mit Kartoffeln und Rührei)

2011-08-09 19-37-06 - Z8090115

 

Dieses Gericht habe ich vor 4 Wochen oder so zubereitet. Ich war bei meinen Eltern, welche nicht da waren, dafür war der Garten gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten, um die ich mich – gießender- und erntenderweise – zu kümmern hatte. Unter anderem 2 Gurken landeten am ersten Tag in meinem Ernteeimerchen. Da ich (noch) kein Rohkostfan bin, fand ich Gurken bisher auch immer eher überflüssig (das ändert sich gerade). Also: wohin damit? Denkdenkdenk, Gurkensalat. Den fand ich eigentlich auch immer furchtbar, bis auf ein Gericht, in welchem er eine nicht wegzudenkende Komponente darstellt: Gurkensalat mit Rührei und Kartoffeln. Soulfood, nichts weniger. Ich hatte keinen Tofu im Haus, und dachte mir: wenn man aus Kichererbsenmehl auch Tortilla Espagnola
machen kann, warum dann nicht auch schnödes Rührei? Also, im Internet rumgeglotzt, was gefunden und das Rezept schlecht kopiert. Kichererbsen-Wasser-Mischung statt im Verhältnis 1:2 mit 1:1,5 gemischt. (Gewürzt natürlich und) In die Pfanne gekippt, dort nicht gleich gerührt, sondern stocken gelassen (wie mensch das bei Rührei immer macht) und dann zerteilt, es hatte quasi was von einem herzhaften Kaiserschmarrn. Es schmeckte nicht schlecht und sah auch super aus, war meines Erachtens jedoch zu kompakt, nicht fluffig genug. Die Mutter aller Kichererbsenrühreier findet sich daher hier. Der Salat war jedoch toll, v.a. weil er vollkommen improvisiert war und ich vorher noch nie Gurkensalat machte, noch wusste, was da überhaupt so reingehört.
Am besten mit frisch gekochten (Pell-)Kartoffeln servieren, welche im zerquetschten Zustand die Flüssigkeit des Gurkensalats hervorragend aufnehmen.

Zutaten für so 3 Portionen

  • 200 ml Sojamilch
  • 2 EL neutrales Öl
  • Salz, Pfeffer, Zucker, Dill
  • 1 EL Essig
  • 2 kleine Gurken (straight from the Garten; von den riesigen Supermarktgurken reicht wahrscheinlich schon eine)

Zubereitung

Also Sojamilch und Essig in ein hohes Gefäß geben. Kurz stehen lassen. Zwischenzeitlich kann/können die Gurke/n in Scheiben gehobelt werden. Diese dann in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Mit dem Pürierstab die Sojamilch-Essigmischung mit dem Öl verschlagen, sie sollte nun dickflüssiger werden. Mit den Gewürzen würzen und zu den Gurken geben, alles verrühren und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank packen. So simpel, so gut.

2011-08-09 19-37-30 - Z8090119

 

2011-08-09 19-37-04 - Z8090114

Ziemlich gutes Rührei

2011-08-29 12-54-21 - Z8290004

Ich war schon “ewig und drei Tach” auf der Suche nach indischem Kala Namak, auch Schwarzsalz oder Black Salt genannt. Selbiges zeichnet sich dadurch aus, dass es einen sehr hohen Schwefelgehalt besitzt, wodurch es, so wurde im Internet behauptet, deutliche geschmackliche Ähnlichkeit mit gekochten Eiern hat. Nun ist es nicht so, dass gekochte Eier auf mich eine ungemein hohe Attraktivität ausüben und ich mich des nachts danach verzehre, nein. Aber ich bin einfach fasziniert davon, mit einfachen Mitteln andere Sachen zu imitieren, geschmacklich nachzuahmen und Sachen aus der omnivoren Welt rüber ins Schattenreich des veganen ‘Lifestyles’ zu retten, ich sehe mich selbst sozusagen als Wanderer zwischen den Welten. DIY und sowas ist meine Welt, und wenn ich irgendwann im Internet ein Rezept finde, wie man aus in jedem Haushalt verfügbaren Gegenständen eine lebende Spinne erschafft, dann werde ich auch das tun, dabei finde ich Spinnen zum Kotzen, und da können die Antispeziezisten gerne Sturm laufen, das ist mir boogie, ich mag schließlich auch die meisten Menschen nicht, dann kann ich mir auch rausnehmen, alle Spinnen zu hassen, so einfach. Jedenfalls: der Weg ist das Ziel, und in diesem Fall ist er auch noch sehr kurz und vollkommen unspektakulär, aber was soll’s. Falls jemand Bock auf eben dieses Salz haben sollte, aber es im örtlichen Asialaden nicht findet, empfehle ich, einen Blick bei eBay reinzuwerfen. Dort gibt es das Salz in Brockenform für knapp 7 Euro pro Kilo (inkl. Versand), woanders werden gerne mal auch 3 Euro für 100g verlangt, und da kommt dann auch noch Versand hinzu. Allerdings sollte mensch sich dann darauf einlassen, einen kleinen Kampf mit dem Salz zu führen, denn es ist recht widerborstig, erst der Mixer brachte einige der Brocken dazu, zu zerbröseln, aber angeblich funktioniert es auch, indem man das Salz in ein Geschirrtuch wickelt und gegen irgendwas hartes haut, ggf. dann halt noch mit Hammer draufeinprügeln. Steht auch auf meiner Todoliste, aber vorerst reicht mit das Mixerresultat.
Achso, die Inspiration stammte von hier.

Zutaten für 1-2 Portionen

  • 1/3 Tasse Kichererbsenmehl
  • 2/3 Tasse Wasser
  • ½ TL Kala Namak (Schwarzes indisches Steinsalz)
  • etwas Kurkuma
  • Salz, Pfeffer
  • optional: Kräuter, Zwiebel, Tomaten etc.

Zubereitung

Wieder zwei Möglichkeiten: entweder das Mehl sieben, oder später länger rühren müssen (ggf. mit Pürierstab oder Mixer arbeiten). Ich entschied mich für Möglichkeit zwei, mit einem batteriebetriebenen Milchaufschäumer ging das auch ganz hervorragend. Also Kichererbsenmehl und Wasser miteinander verrühren, das Kala Namak, das Salz, den Kurkuma, den Pfeffer und ggf. die anderen Kräuter und Gewürze hinzugeben, alles gründlich verrühren. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen. Falls Zwiebel(n) zum Einsatz kommen soll(en), diese nun hineingeben und glasig dünsten. Die Masse dazugeben und mit Holzlöffel o.ä. immer wieder durchrühren, sodass sich recht schnell eine relativ kompakte Masse bildet, die anfangs noch sehr klebrig ist. Darauf achten, dass auch die am Rand der Pfanne klebenden Teigreste mit dem Teigklumpen vermengt werden. Nach ein paar Minuten rühren erhält man einen immer mehr zusammenhängenden Klumpen, immer wieder rühren und wenden. Das Ganze ist fertig, wenn die Masse nicht mehr klebt, sie sollte dann aber trotzdem noch ein bisschen locker-fluffig sein. Die jeweilige Herdplatte ausschalten, den Klumpen auf ein hitzeunempfindliches Schneidbrett packen und 5 Minuten ruhen lassen. Mit den Fingern in kleine Stückchen zupfen und nochmal kurz in der Pfanne erwärmen (wenn kein Gas- oder Induktionsherd verwendet wird, reicht es wahrscheinlich schon, wenn die Pfanne auf die vorhin benutzte Platte gestellt wird).
Prinzipiell lässt sich mit Kala Namak auch Rührtofu veredeln, aber ich war explizit auf der Suche nach einem Rezept ohne Tofu, was sich bestenfalls mit Sachen, die ich sowieso immer da habe – und dazu gehört Tofu nicht – realisieren lässt. Versuch gelungen, und das ‘Rezept’ geht schnell genug, um damit auch den Frühstückstisch bereichern zu können.