Ziemlich gutes Rührei

2011-08-29 12-54-21 - Z8290004

Ich war schon “ewig und drei Tach” auf der Suche nach indischem Kala Namak, auch Schwarzsalz oder Black Salt genannt. Selbiges zeichnet sich dadurch aus, dass es einen sehr hohen Schwefelgehalt besitzt, wodurch es, so wurde im Internet behauptet, deutliche geschmackliche Ähnlichkeit mit gekochten Eiern hat. Nun ist es nicht so, dass gekochte Eier auf mich eine ungemein hohe Attraktivität ausüben und ich mich des nachts danach verzehre, nein. Aber ich bin einfach fasziniert davon, mit einfachen Mitteln andere Sachen zu imitieren, geschmacklich nachzuahmen und Sachen aus der omnivoren Welt rüber ins Schattenreich des veganen ‘Lifestyles’ zu retten, ich sehe mich selbst sozusagen als Wanderer zwischen den Welten. DIY und sowas ist meine Welt, und wenn ich irgendwann im Internet ein Rezept finde, wie man aus in jedem Haushalt verfügbaren Gegenständen eine lebende Spinne erschafft, dann werde ich auch das tun, dabei finde ich Spinnen zum Kotzen, und da können die Antispeziezisten gerne Sturm laufen, das ist mir boogie, ich mag schließlich auch die meisten Menschen nicht, dann kann ich mir auch rausnehmen, alle Spinnen zu hassen, so einfach. Jedenfalls: der Weg ist das Ziel, und in diesem Fall ist er auch noch sehr kurz und vollkommen unspektakulär, aber was soll’s. Falls jemand Bock auf eben dieses Salz haben sollte, aber es im örtlichen Asialaden nicht findet, empfehle ich, einen Blick bei eBay reinzuwerfen. Dort gibt es das Salz in Brockenform für knapp 7 Euro pro Kilo (inkl. Versand), woanders werden gerne mal auch 3 Euro für 100g verlangt, und da kommt dann auch noch Versand hinzu. Allerdings sollte mensch sich dann darauf einlassen, einen kleinen Kampf mit dem Salz zu führen, denn es ist recht widerborstig, erst der Mixer brachte einige der Brocken dazu, zu zerbröseln, aber angeblich funktioniert es auch, indem man das Salz in ein Geschirrtuch wickelt und gegen irgendwas hartes haut, ggf. dann halt noch mit Hammer draufeinprügeln. Steht auch auf meiner Todoliste, aber vorerst reicht mit das Mixerresultat.
Achso, die Inspiration stammte von hier.

Zutaten für 1-2 Portionen

  • 1/3 Tasse Kichererbsenmehl
  • 2/3 Tasse Wasser
  • ½ TL Kala Namak (Schwarzes indisches Steinsalz)
  • etwas Kurkuma
  • Salz, Pfeffer
  • optional: Kräuter, Zwiebel, Tomaten etc.

Zubereitung

Wieder zwei Möglichkeiten: entweder das Mehl sieben, oder später länger rühren müssen (ggf. mit Pürierstab oder Mixer arbeiten). Ich entschied mich für Möglichkeit zwei, mit einem batteriebetriebenen Milchaufschäumer ging das auch ganz hervorragend. Also Kichererbsenmehl und Wasser miteinander verrühren, das Kala Namak, das Salz, den Kurkuma, den Pfeffer und ggf. die anderen Kräuter und Gewürze hinzugeben, alles gründlich verrühren. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen. Falls Zwiebel(n) zum Einsatz kommen soll(en), diese nun hineingeben und glasig dünsten. Die Masse dazugeben und mit Holzlöffel o.ä. immer wieder durchrühren, sodass sich recht schnell eine relativ kompakte Masse bildet, die anfangs noch sehr klebrig ist. Darauf achten, dass auch die am Rand der Pfanne klebenden Teigreste mit dem Teigklumpen vermengt werden. Nach ein paar Minuten rühren erhält man einen immer mehr zusammenhängenden Klumpen, immer wieder rühren und wenden. Das Ganze ist fertig, wenn die Masse nicht mehr klebt, sie sollte dann aber trotzdem noch ein bisschen locker-fluffig sein. Die jeweilige Herdplatte ausschalten, den Klumpen auf ein hitzeunempfindliches Schneidbrett packen und 5 Minuten ruhen lassen. Mit den Fingern in kleine Stückchen zupfen und nochmal kurz in der Pfanne erwärmen (wenn kein Gas- oder Induktionsherd verwendet wird, reicht es wahrscheinlich schon, wenn die Pfanne auf die vorhin benutzte Platte gestellt wird).
Prinzipiell lässt sich mit Kala Namak auch Rührtofu veredeln, aber ich war explizit auf der Suche nach einem Rezept ohne Tofu, was sich bestenfalls mit Sachen, die ich sowieso immer da habe – und dazu gehört Tofu nicht – realisieren lässt. Versuch gelungen, und das ‘Rezept’ geht schnell genug, um damit auch den Frühstückstisch bereichern zu können.

Ein Gedanke zu “Ziemlich gutes Rührei

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