Thai-Curry

Zuerst, beim Betrachten der dazugehörigen Fotos: Boah, was ein hässliches Essen. Wäre mir nicht der Geschmack noch im gustatorischen Gedächtnis präsent, ich würde es vor die Tür setzen, das Schloss austauschen und die Fenster vernageln. So machten das meine Eltern damals auch, und ich kann sie verstehen. Aber hier, man möge sich selbst davon überzeugen:

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Nein, kein Text. Nach 3 Einträgen an einem Tag könnte ich jetzt nur noch über Sachen schreiben, die mir nicht einfallen, was wiederum natürlich ein Widerspruch in sich wäre, die Konsequenzen wären unvorstellbar (schlimm) und vermutlich implodierte das Universum, mindestens jedoch mein Kopf. Wenn ich morgen früh immer noch so voller Energie sein sollte (die Chancen liegen sogar noch unter 0%), kommt aber weiteres, ich hab hier noch einige Sachen auf Halde. Versprochen, bzw. nicht.

Zutaten für 4-5 Portionen

  • 10 Sojamedaillons
  • 150ml stark gewürzte Gemüsebrühe
  • 1 EL rotes Curry (darauf achten, dass es vegan ist! meistens ist wohl irgendeine Fischpaste drin)
  • 2 große Zwiebeln
  • 3 Möhren
  • 300-400g Brokkoli und Blumenkohl (insgesamt), in Röschen
  • Öl
  • 1 kleines Glas Mungobohnensprossen oder Bambussprossen oder so
  • 1 EL Erdnussbutter
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 1 TL Zitronengras
  • 1 TL brauner Zucker
  • 1 EL Sojasauce
  • ½ Knolle chinesischer Knoblauch

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(darin verbirgt sich das Elend!)

 

Zubereitung (Dauer: 45-75 Minuten (je nachdem, wie relaxt man da rangeht)

Die Sojamedaillons mit heißer Gemüsebrühe übergießen, die Sojasauce dazugeben. Hin und wieder wenden, damit sie alle gleichmässig die Flüssigkeit aufnehmen können. Nach ca. 20 Minuten die Medaillons samt Flüssigkeit in einen Topf geben und bei geschlossenem Deckel aufkochen und 5 Minuten köcheln, den Deckel entfernen und die Flüssigkeit verdampfen lassen. Etwas Öl hinzugeben und die Sojamedaillons von beiden Seiten anbraten, auf einen Teller/ein Schneidbrett geben. Die Zwiebeln würfeln, die Möhren schälen, längs halbieren und in Scheiben schneiden. Das Öl in einem Wok oder einer sehr großen Pfanne erhitzen, die Zwiebeln und die Möhren dazugeben und anschwitzen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, die Currypaste dazugeben und durchrühren, kurz mitrösten. Die Erdnussbutter dazugeben und schmelzen lassen. Mit der Kokosmilch ablöschen und Brokkoli, Blumenkohl und die Sprossen dazugeben. Nun 15-20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Nach ca. 10 Minuten die Sojamedaillons in Streifen schneiden und dazugeben. Nach Ende der o.g. Garzeit den Knoblauch fein würfeln und zusammen mit dem Zitronengras und dem braunen Zucker dazugeben. Mit Reis – am besten natürlich Thailändischem Duftreis – servieren.

Falsche Prinzregententorte/Kürbislasagne

Wo wir gerade bei aufwändigen Rezepten sind: Bei Spon gelesen und für gut befunden. Hier die vegane Version. Zubereitungszeit ca. 4-5 Stunden, der Vorabend ging mit drauf. Brunoisewürfel sind Teufelszeug! Dafür lecker, gut aussehend und sogar der ausschließlich von Fleisch betriebene Schwager zollte mir Respekt. Yiha. Die Fotos leider noch weniger doll als sonst, da wenig Zeit etc.

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Zutaten für 8 Portionen

  • 1-1,5kg Kürbisfleisch
  • 300ml Brühe
  • 250ml Weißwein, trocken
  • 2 EL brauner Zucker
  • 2 Zwiebeln, gewürfelt
  • Brunoise, bestehend aus: 200g Petersilienwurzel, 200g Knollensellerie, 200g Pastinake, 3 Stangen Staudensellerie; Wurzelgemüse und Staudensellerie voneinander getrennt aufbewahren
  • 250g gemischte Pilze
  • 5 Zehen Knoblauch
  • 250ml Sojasahne
  • 150g Frühlingszwiebeln
  • 100g Lauch
  • 2 mittelgroße Tomaten, gehäutet, Kerngehäuse entfernt und gewürfelt
  • 200g veganer Käse
  • ca. 10 gleich große braune Champignons (gesondert, kommen erst zur Deko oben drauf)
  • 1 Dose Cashewkerne, geröstet und gesalzen
  • Salz, Pfeffer, Marjoran, Oregano
  • 30-50g getrocknete Pilze (gemischt); eingeweicht; gewürfelt; 100ml Einweichwasser aufheben

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Zubereitung (Dauer: lang lang lang!)

Diesmal weniger Prosa, mehr Telegrammstyle: Kürbis in 5mm Scheibchen schneiden; Wurzelbrunoise: in (circa…) 2mm Würfelchen schneiden (erst Scheibchen, dann Stifte, dann Würfel); Lauch und Frühlingszwiebeln längs halbieren und in feine Halbringe schneiden. Die Cashewkerne im Mixer grob zerkleinern.
Zwiebeln in Olivenöl andünsten, Knoblauch und 2 Zucker dazugeben, Karamellisieren lassen, mit Wein ablöschen. Die Pilze und den Staudensellerie dazugeben, 5 Minuten köcheln, danach das Wurzelgemüse dazugeben und etwas einkochen lassen. Die Tomaten dazugeben und 5 Minuten köcheln, anschließend Lauch und Frühlingszwiebeln dazu und weitere 10-15 Minuten bei mittlerer Hitze garen. In ein (oder je nach Grüße auch 2) Sieb(e) geben und ein paar Minuten stehen lassen. In einer Schüssel mit den Cashewkernen vermischen, mit Salz, Pfeffer, Oregano und Majoran abschmecken.
Schichten von unten nach oben: Kürbis, Gemüsemischung, Käse, Sahne, Kürbis, Gemüsemischung, Käse, Sahne, Kürbis, Käse, Sahne.
Im Ofen bei 200 Grad 40 Minuten garen, davon die letzten 15 Minuten mit Alufolie abdecken. Aus dem Ofen nehmen, und auf die Alufolie einen mit Wasser gefüllten Topf stellen, um die Torte etwas zu komprimieren, kompakter zu machen. Für mindestens 30 Minuten. (Im Originalrezept ist von 24 Stunden oder so die Rede, tja, aber dafür muss man halt das Rezept vorher auch gründlich lesen, und wer das macht, hat wahrscheinlich weder Freunde noch Alkohol. Pah!) Topf und Alufolie entfernen und bei 150 Grad weitere 30 Minuten garen, nach 10 Minuten die Champignons wie Belegkirschen auf der Torte drapieren. Nach Ende der Garzeit aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten setzen lassen.

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Tofu im (Pizza-)Teigmantel

An Orten, an denen ich mich aktuell herumzutreiben gezwungen bin, wird viel Fleisch verarbeitet. In tausendundeiner Variation, Shehezerade live aus dem Schlachthof. Gewillt, das Ideal vom lebenslangen Lernen (und anschließendem Vergessen) am Objekt bzw. Subjekt auszuprobieren, finde ich, sollte ich hinterher auch nicht dümmer sein als zuvor (wie z.B. Adorno nach einem Kinobesuch). Daher eine optisch prinzipiell ganz ansprechende Variante eines Fleischgerichts, wenn man noch 400g Tofu daheim rumfliegen hat, zuviel Zeit sowie Spaß an der Arbeit mit scharfen Messern hat: hier ist dein Disneyland! Also das hat diesmal wirklich etwas länger gedauert, Teig kneten (ich hasse Teig kneten!), Julienne-Karikaturen schnitzen etc. Den Teig wollte ich eh machen, weil ich für die darauffolgenden Tage noch einen Calzone-Versuch in der Pipeline hatte (der einigermaßen misslang und daher keine exponierte Stellung in diesem Blog (via eigenem Eintrag) erfahren wird). Aber für festliche Anlässe oder so ist das ’ne tolle Sache.

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Also los:

Zutaten für 4 Portionen

  • 1/2 Tütchen Hefe
  • 175g Mehl
  • 100ml Wasser
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 400g (Kräuter-)Tofu
  • Olivenöl, Senf, Weißwein
  • 2 Möhren
  • 1/2 Strunk (!) Brokkoli
  • 1/4 Stangensellerie
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 roter Paprika
  • ca. 100g Knollensellerie
  • 100ml Weißwein
  • Pfeffer, Salz
  • Paniermehl
  • etwas Sojasahne

Zubereitung (Dauer: 2 Stunden sollten eingeplant werden)

Den Tofu in 8 Scheiben schneiden. Auf bspw. ein mit Küchenpapier ausgelegtes Brett geben, mit Küchenpapier abdecken und ein weiteres Brett darauf legen, welches zusätzlich mit einem mit Wasser gefüllten Topf oder so beschwert wird. Aka: auspressen.

Danach aus den ersten 5 Zutaten einen Hefeteig kneten, warmstellen und gehen lassen.

Eine Marinade aus Senf, Olivenöl und Weißwein herstellen, den Tofu darin baden, ggf. hin und wieder wenden bzw. umschichten.

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Möhren, Brokkoli, Sellerie und Lauch in Julienne-artige Stiftchen schneiden: d.h.: ca. Streichholzlänge und -dicke. Dazu jeweils dünne Scheiben schneiden und diese dann wiederum in Stifte schnippeln. Das dauert gerne seine Weile, aber solange kann der Tofu marinieren. Den Paprika ebenfalls kleinschneiden. Nicht unbedingt Julienne, aber halt dünne, kleine Streifen.

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Den Tofu mitsamt Marinade in eine Pfanne geben, solange köcheln, bis die Flüssigkeit verdampft ist, ggf. Olivenöl nachgießen und anbraten. aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.

Ggf. weiteres Öl nachgießen und die Juliennestreifchen anbraten: zuerst Möhren, Brokkoli, Paprika und Sellerie, später erst den Lauch dazugeben (der braucht nicht so lang). Mit 100ml Weißwein ablöschen, Herdplatte ausstellen. Soviel Paniermehl dazugeben, dass eine einigermaßen feste, d.h. formbare Masse entsteht. Salzen, pfeffern. Abkühlen lassen.

Nun die Tofusandwiches bauen: Tofuscheibe, ein Viertel der Masse darauf geben, zweite Tofuscheibe oben drauf, festdrücken. An den Seiten auch, damit es halt einigermaßen kompakt wird.

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Den Teig nochmal kurz kneten, in 4 Teile teilen. Jeden Teil dünn ausrollen, je ein Tofusandwich in die Mitte geben, den Teig nach oben hin zusammenklappen. 2012-04-01 12-46-39

Mit der „Naht“ nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, mit etwas Sojasahne bestreichen und bei 180 Grad für 15-20 Minuten in den Ofen geben.

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PS: Die Sauce bestand Zwiebeln und kleingeschnittenen Möhren, die zu einer dunklen Mehlschwitze verarbeitet wurden; durchpüriert, Gemüsebrühe, Lorbeerblätter, Weißwein, Sojasahne. War ganz lecker.

Imam Bayildi

Tjaja, es ist eine Weile her, genauer gesagt, ziemlich (bzw. exakt) genau ein halbes Jahr, seit ich die Zeit fand (haha), was für den Blog zu verfassen. Die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung der Aufzählung der Gründe, warum dies so sei, würde mir zwar einen der vorderen Plätze im Redundanzranking bringen – und ich stehe auf vordere Plätze! – aber, sofern ich nüchtern bin bzw. das bereits Gesagte erinnere, ist es mir ein Anliegen, die Wiederholung von bereits Gesagtem zu vermeiden, denn dieses fühlt sich schmutzig an und ruft Erinnerungen an die selben Witze bis zum geht-nicht-mehr erzählenden Alleinunterhalter hervor, einer Branche, in welcher ich meine berufliche Zukunft verorten würde, wäre ich nur nicht so verdammt menschenscheu. Die Kombination aus müssen, nicht-können und nicht-wollen ist es, die ein Unbehagen erzeugt, von dem die für mich zuständigen Sachbearbeiter_innen des Amtes für begleitetes Leben (‚begleiten‘ qua Finanzierung) nichts wissen; sollen, können und vermutlich auch wollen.

Gut, ein Häkchen hinter „Einleitungstext“ setzen. In den vergangenen Monaten habe ich diverse Kochbücher quer- und teilweise auch akribisch gelesen, viele hunderte Blogposts überflogen und die darin versammelte Professionalität sollte mich vielleicht dazu bringen, irgendetwas hintergründiges bzgl. der veganen Ernährung, der im Rezept verwendeten Lebensmittel, saisonaler Aspekte oder sonst irgendwas fernab gebündelter Selbstreflexion hier so hin zu tippen. Mach ich nicht. Nö. Das hier soll keine wissenschaftliche Arbeit sein, sondern ein Experiment, ob es gelingt, auf Dauer bei der Sache zu bleiben. Naja, Experiment nicht im wissenschaftlichen Sinne, da fehlt der Randomisierungsaspekt, die Kontrollgruppe und was auch immer ich noch in ca. 15 mit natur- und geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen verbrachten Jahren gelernt, vergessen, erneut gelernt und dabei ein Glücksgefühl der Erkenntnis verspürt und anschließend erneut vergessen habe.

Nun, da sich alle, bis auf den gerade Schreibenden, entnervt von all der pseudointelligenten Abhandlungen abwenden, komme ich zum offensichtlich trivialsten, der Ursache für das „Koch“ in „Kochblog“.

Hatte ’ne Aubergine daheim rumfliegen, wollte eigentlich Yotam Ottolenghis „Aubergine mit Buttermilchsauce“ verganversaubeutelnisieren, vergaß jedoch den dazugehörigen Granatapfel. Nicht, dass mich sowas normalerweise davon abhielt, aber die Kerne hätten dem ansonsten eher blassen Gericht ein paar hübsche Farbtupfer verpasst, auf die zu verzichten ich nicht bereit war. Daher gewissermaßen ein Klassiker. ‚Gewissermaßen‘, weil ich da vor ca. 4 Jahren oder so drauf stieß und es immer mal nachmachen wollte, mich aber nicht traute. Imam Bayildi (in lateinischer Schrift), „der Imam fällt in Ohnmacht“, das klingt abgefahren und suggeriert eine aromatische Schlagkraft der Härte, dass ich mich nie traute, es nachzumachen, meine Megalomanie verkraftet etwaige Enttäuschungen nur schwer. Nachgemacht, war gar nicht schwer, und festgestellt: das nächste mal lieber frischen Knoblauch nehmen, nicht den aus dem Glas. Fühlte mich keinen Moment sicher vor Vampiren, dabei habe ich 4 Stück oder so da reingeschnippelt. Aber halt blöd, wenn der vorhandene, frische Knoblauch nur noch ein vertrockneter Schatten seiner selbst ist und man ohne Auto sowie einigermaßen regelmäßigem ÖPVN in einer Provinz festsitzt, in welcher sich Fuchs und Hase nicht mehr gute Nacht sagen, sondern wo sie zum Sterben hinfahren. Fühlt sich an wie Urlaub, wenn man auf Hospitalismus steht. Für mich also: Urlaub.

Also husch an’s Küchengerät:

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Zutaten für 1 Portion

  • 1 Aubergine
  • 2 Zwiebeln
  • 3-5 Zehen Knoblauch
  • 8 Kirschtomaten
  • Olivenöl
  • 1 kleiner Bund Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Zimt
  • Zucker
  • dazu: Reis

Zubereitung (Dauer: max. ’ne Stunde)

Die Aubergine waschen und der Länge nach im Abstand von 1-2 cm auf einer Breite von ebenfalls 1-2 cm abschälen.

Die Zwiebeln und den Knoblauch würfeln, letzteren kann man auch pressen, sofern man geeignetes Küchengerät zur Verfügung hat.

Die Tomaten an der Unterseite kreuzweise einritzen, mit kochendem Wasser übergießen und die Haut abziehen. Anschließend würfeln.

Die Aubergine auf der Oberseite (also so hinlegen, dass sie liegen bleibt, und dann die obere Seite nehmen) längs tief einschneiden (aber nicht durchschneiden!), mit einem kleinen Löffel etwas vom Fruchtfleisch rauskratzen, selbiges kleinschneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben, andünsten. Bevor der Knoblauch verbrennt, die Tomaten und das Auberginenfruchtfleisch dazugeben und das ganze bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Die Petersilie hacken und dazugeben. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Zimt würzen. Abkühlen lassen.

Die Öffnung der Aubergine auseinanderdrücken und soviel es geht von der Füllung hineingeben. Was nicht mehr hineinpasst, lässt sich gut unter bereits fast garen Reis mischen und dazureichen (so hab ich’s gemacht).

Den Ofen vorheizen. Die Aubergine mit Olivenöl bepinseln und etwas Zucker daraufstreuen. Bei 175°C für 15-20 Minuten backen. Zwischenzeitlich am besten den Reis oder was auch immer zubereiten.

Ta da.

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