Imam Bayildi

Tjaja, es ist eine Weile her, genauer gesagt, ziemlich (bzw. exakt) genau ein halbes Jahr, seit ich die Zeit fand (haha), was für den Blog zu verfassen. Die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung der Aufzählung der Gründe, warum dies so sei, würde mir zwar einen der vorderen Plätze im Redundanzranking bringen – und ich stehe auf vordere Plätze! – aber, sofern ich nüchtern bin bzw. das bereits Gesagte erinnere, ist es mir ein Anliegen, die Wiederholung von bereits Gesagtem zu vermeiden, denn dieses fühlt sich schmutzig an und ruft Erinnerungen an die selben Witze bis zum geht-nicht-mehr erzählenden Alleinunterhalter hervor, einer Branche, in welcher ich meine berufliche Zukunft verorten würde, wäre ich nur nicht so verdammt menschenscheu. Die Kombination aus müssen, nicht-können und nicht-wollen ist es, die ein Unbehagen erzeugt, von dem die für mich zuständigen Sachbearbeiter_innen des Amtes für begleitetes Leben (‚begleiten‘ qua Finanzierung) nichts wissen; sollen, können und vermutlich auch wollen.

Gut, ein Häkchen hinter „Einleitungstext“ setzen. In den vergangenen Monaten habe ich diverse Kochbücher quer- und teilweise auch akribisch gelesen, viele hunderte Blogposts überflogen und die darin versammelte Professionalität sollte mich vielleicht dazu bringen, irgendetwas hintergründiges bzgl. der veganen Ernährung, der im Rezept verwendeten Lebensmittel, saisonaler Aspekte oder sonst irgendwas fernab gebündelter Selbstreflexion hier so hin zu tippen. Mach ich nicht. Nö. Das hier soll keine wissenschaftliche Arbeit sein, sondern ein Experiment, ob es gelingt, auf Dauer bei der Sache zu bleiben. Naja, Experiment nicht im wissenschaftlichen Sinne, da fehlt der Randomisierungsaspekt, die Kontrollgruppe und was auch immer ich noch in ca. 15 mit natur- und geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen verbrachten Jahren gelernt, vergessen, erneut gelernt und dabei ein Glücksgefühl der Erkenntnis verspürt und anschließend erneut vergessen habe.

Nun, da sich alle, bis auf den gerade Schreibenden, entnervt von all der pseudointelligenten Abhandlungen abwenden, komme ich zum offensichtlich trivialsten, der Ursache für das „Koch“ in „Kochblog“.

Hatte ’ne Aubergine daheim rumfliegen, wollte eigentlich Yotam Ottolenghis „Aubergine mit Buttermilchsauce“ verganversaubeutelnisieren, vergaß jedoch den dazugehörigen Granatapfel. Nicht, dass mich sowas normalerweise davon abhielt, aber die Kerne hätten dem ansonsten eher blassen Gericht ein paar hübsche Farbtupfer verpasst, auf die zu verzichten ich nicht bereit war. Daher gewissermaßen ein Klassiker. ‚Gewissermaßen‘, weil ich da vor ca. 4 Jahren oder so drauf stieß und es immer mal nachmachen wollte, mich aber nicht traute. Imam Bayildi (in lateinischer Schrift), „der Imam fällt in Ohnmacht“, das klingt abgefahren und suggeriert eine aromatische Schlagkraft der Härte, dass ich mich nie traute, es nachzumachen, meine Megalomanie verkraftet etwaige Enttäuschungen nur schwer. Nachgemacht, war gar nicht schwer, und festgestellt: das nächste mal lieber frischen Knoblauch nehmen, nicht den aus dem Glas. Fühlte mich keinen Moment sicher vor Vampiren, dabei habe ich 4 Stück oder so da reingeschnippelt. Aber halt blöd, wenn der vorhandene, frische Knoblauch nur noch ein vertrockneter Schatten seiner selbst ist und man ohne Auto sowie einigermaßen regelmäßigem ÖPVN in einer Provinz festsitzt, in welcher sich Fuchs und Hase nicht mehr gute Nacht sagen, sondern wo sie zum Sterben hinfahren. Fühlt sich an wie Urlaub, wenn man auf Hospitalismus steht. Für mich also: Urlaub.

Also husch an’s Küchengerät:

2012-04-02 11-21-10

Zutaten für 1 Portion

  • 1 Aubergine
  • 2 Zwiebeln
  • 3-5 Zehen Knoblauch
  • 8 Kirschtomaten
  • Olivenöl
  • 1 kleiner Bund Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Zimt
  • Zucker
  • dazu: Reis

Zubereitung (Dauer: max. ’ne Stunde)

Die Aubergine waschen und der Länge nach im Abstand von 1-2 cm auf einer Breite von ebenfalls 1-2 cm abschälen.

Die Zwiebeln und den Knoblauch würfeln, letzteren kann man auch pressen, sofern man geeignetes Küchengerät zur Verfügung hat.

Die Tomaten an der Unterseite kreuzweise einritzen, mit kochendem Wasser übergießen und die Haut abziehen. Anschließend würfeln.

Die Aubergine auf der Oberseite (also so hinlegen, dass sie liegen bleibt, und dann die obere Seite nehmen) längs tief einschneiden (aber nicht durchschneiden!), mit einem kleinen Löffel etwas vom Fruchtfleisch rauskratzen, selbiges kleinschneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch dazugeben, andünsten. Bevor der Knoblauch verbrennt, die Tomaten und das Auberginenfruchtfleisch dazugeben und das ganze bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Die Petersilie hacken und dazugeben. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Zimt würzen. Abkühlen lassen.

Die Öffnung der Aubergine auseinanderdrücken und soviel es geht von der Füllung hineingeben. Was nicht mehr hineinpasst, lässt sich gut unter bereits fast garen Reis mischen und dazureichen (so hab ich’s gemacht).

Den Ofen vorheizen. Die Aubergine mit Olivenöl bepinseln und etwas Zucker daraufstreuen. Bei 175°C für 15-20 Minuten backen. Zwischenzeitlich am besten den Reis oder was auch immer zubereiten.

Ta da.

2012-04-02 11-20-19

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