Tofu im (Pizza-)Teigmantel

An Orten, an denen ich mich aktuell herumzutreiben gezwungen bin, wird viel Fleisch verarbeitet. In tausendundeiner Variation, Shehezerade live aus dem Schlachthof. Gewillt, das Ideal vom lebenslangen Lernen (und anschließendem Vergessen) am Objekt bzw. Subjekt auszuprobieren, finde ich, sollte ich hinterher auch nicht dümmer sein als zuvor (wie z.B. Adorno nach einem Kinobesuch). Daher eine optisch prinzipiell ganz ansprechende Variante eines Fleischgerichts, wenn man noch 400g Tofu daheim rumfliegen hat, zuviel Zeit sowie Spaß an der Arbeit mit scharfen Messern hat: hier ist dein Disneyland! Also das hat diesmal wirklich etwas länger gedauert, Teig kneten (ich hasse Teig kneten!), Julienne-Karikaturen schnitzen etc. Den Teig wollte ich eh machen, weil ich für die darauffolgenden Tage noch einen Calzone-Versuch in der Pipeline hatte (der einigermaßen misslang und daher keine exponierte Stellung in diesem Blog (via eigenem Eintrag) erfahren wird). Aber für festliche Anlässe oder so ist das ’ne tolle Sache.

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Also los:

Zutaten für 4 Portionen

  • 1/2 Tütchen Hefe
  • 175g Mehl
  • 100ml Wasser
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 400g (Kräuter-)Tofu
  • Olivenöl, Senf, Weißwein
  • 2 Möhren
  • 1/2 Strunk (!) Brokkoli
  • 1/4 Stangensellerie
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1 roter Paprika
  • ca. 100g Knollensellerie
  • 100ml Weißwein
  • Pfeffer, Salz
  • Paniermehl
  • etwas Sojasahne

Zubereitung (Dauer: 2 Stunden sollten eingeplant werden)

Den Tofu in 8 Scheiben schneiden. Auf bspw. ein mit Küchenpapier ausgelegtes Brett geben, mit Küchenpapier abdecken und ein weiteres Brett darauf legen, welches zusätzlich mit einem mit Wasser gefüllten Topf oder so beschwert wird. Aka: auspressen.

Danach aus den ersten 5 Zutaten einen Hefeteig kneten, warmstellen und gehen lassen.

Eine Marinade aus Senf, Olivenöl und Weißwein herstellen, den Tofu darin baden, ggf. hin und wieder wenden bzw. umschichten.

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Möhren, Brokkoli, Sellerie und Lauch in Julienne-artige Stiftchen schneiden: d.h.: ca. Streichholzlänge und -dicke. Dazu jeweils dünne Scheiben schneiden und diese dann wiederum in Stifte schnippeln. Das dauert gerne seine Weile, aber solange kann der Tofu marinieren. Den Paprika ebenfalls kleinschneiden. Nicht unbedingt Julienne, aber halt dünne, kleine Streifen.

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Den Tofu mitsamt Marinade in eine Pfanne geben, solange köcheln, bis die Flüssigkeit verdampft ist, ggf. Olivenöl nachgießen und anbraten. aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen.

Ggf. weiteres Öl nachgießen und die Juliennestreifchen anbraten: zuerst Möhren, Brokkoli, Paprika und Sellerie, später erst den Lauch dazugeben (der braucht nicht so lang). Mit 100ml Weißwein ablöschen, Herdplatte ausstellen. Soviel Paniermehl dazugeben, dass eine einigermaßen feste, d.h. formbare Masse entsteht. Salzen, pfeffern. Abkühlen lassen.

Nun die Tofusandwiches bauen: Tofuscheibe, ein Viertel der Masse darauf geben, zweite Tofuscheibe oben drauf, festdrücken. An den Seiten auch, damit es halt einigermaßen kompakt wird.

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Den Teig nochmal kurz kneten, in 4 Teile teilen. Jeden Teil dünn ausrollen, je ein Tofusandwich in die Mitte geben, den Teig nach oben hin zusammenklappen. 2012-04-01 12-46-39

Mit der „Naht“ nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, mit etwas Sojasahne bestreichen und bei 180 Grad für 15-20 Minuten in den Ofen geben.

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PS: Die Sauce bestand Zwiebeln und kleingeschnittenen Möhren, die zu einer dunklen Mehlschwitze verarbeitet wurden; durchpüriert, Gemüsebrühe, Lorbeerblätter, Weißwein, Sojasahne. War ganz lecker.

Ein Gedanke zu “Tofu im (Pizza-)Teigmantel

  1. Eine tolle Idee, ist aber eh fast ein Bisschen wie Calzone oder?! Klingt jedenfalls total spannend und würde ich wahrscheinlich eher mal mit Blätterteig außen rum versuchen.

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