Pfannenpizza Hawaii

2013-02-23 13-06-53 - P2231530

So. Nichts neues an der Frankfront, zumindest nichts, was ich mal eben der Welt auf diesem Wege hier mitteilen sollte. Ich spiele mit dem Gedanken, noch einen weiteren Blog zu starten, auf dem ich meine Käsefantasien ausleben kann. Das mögen sicherlich so manche doof finden, aber dann ist das halt so. Als ich vor 3 Jahren im Norden Frankfreichs – Nord-Pas-de-Calais – und Belgien war, aß ich eine Lille’sche Spezialität namens „Tarte au Maroilles“, mit dem namens- (und Geschmack) gebenden Maroille-Käse als Hauptzutat. Eben diesen erstand ich zufälligerweise auch vor ein paar Tagen bei Aldi und mein Herz hätte kaum lauter schlagen können vor Freude. Auf soetwas möchte ich gerade ungern verzichten. Ich habe allerdings nach Studium des Buchs „Artisan Vegan Cheese„, welches in den letzten Monaten ein bisschen abgefeiert wurde, einen ersten Versuch gestartet, „Cheddar“, allerdings reift das Ganze noch vor sich hin und sieht dabei nicht unbedingt lecker aus, aber ich werde in absehbarer Zeit berichten. Wie dem auch sei, ich hatte und habe noch fast ein Kilogramm „Wilmersburger Pizzaschmelz“ im Kühlschrank rumfliegen sowie eine Dose Ananasstücke. Also, mal wieder Pizza, diesmal die Hawaiivariante. Eigentlich nicht wirklich erwähnenswert, aber die Pfannenzubereitung finde ich toll. [Einwurf: nach gründlicher Recherche bemerkte ich soeben, dass ich bereits hier ein anderes Pfannenpizzarezept gepostet habe, allerdings mit Teig, der nicht geknetet werden möchte. Das hier ist was völlig anderes!] Es geht relativ schnell (also verglichen mit dem eben verlinkten Beispiel) und der Boden wird superknusperdünn. Wirklich empfehlenswert! Das Grundrezept stammt von hier. Ehre, wem Ehre gebührt.

Also, an’s Werk.

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Zutaten für 2 Portionen:

  • 150g Mehl
  • Salz
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • Schluck Olivenöl
  • 70ml warmes Wasser
  • ein Sprizter Agavendicksaft
  • Passierte Tomaten
  • evtl. Aufschnitt nach Wahl
  • Dosenananas, in Stücken
  • Salz
  • Pfeffer
  • Oregano
  • Basilikum
  • Wilmersburger Pizzaschmelz
  • Zubereitung

Zubereitung: (Dauer: eine Stunde plus X)

Salz, Hefe und Mehl miteinander in einer Schüssel verrühren. Das Olivenöl und den Agavendicksaft zum Wasser geben. Und nun peu a peu die flüssigen unter die trockenen Zutaten rühren, mit einer Gabel oder so. Anschließend kurz zu einem homogenen Teig kneten und in einer Schüssel abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Eine halbe Stunde sollte mensch einplanen. Danach in 2 Teile teilen. Wer 2 gleiche, feuerfeste Pfannen hat, ist im Vorteil: die beiden Teiglinge dünn ausrollen, in die Pfannen geben. (ich bin mir der Tatsache bewusst, dass es sicherlich auch Vorteile bringt, die Pfannen erst ordentlich anzuheizen, bevor der Teig hineinkommt. So funktioniert’s aber auch, versprochen!) Wer nur eine Pfanne hat, muss die Pizzen dann leider nacheinander machen, also die erste verspeisen, während die Zweite zubereitet wird. Auf den Herd bei mittlerer Hitze geben. Den Ofen auf 250 Grad Celsius vorheizen. Derweil passierte Tomaten mit den Gewürzen verrühren. Nicht zu viel Tomaten nehmen, es darf alles nicht so flüssig werden, sonst weicht der Boden durch. Den Aufschnitt in Streifen schneiden. Die Tomatensauce auf die Pizzen streichen, den Wilmersburger dazugeben. Ananas und Aufschnittstreifen nach Geschmack darauf verteilen. Die (feuerfesten!) Pfannen in den Ofen geben, möglichst weit oben, und zwar so lange, bis der Käse gut geschmolzen ist, die Sauce blubbert und der restliche Belag ein bisschen Farbe bekommen hat. Das sollte nur ein paar Minuten dauern, auch abhängig von der Menge der Sauce.

2013-02-23 13-06-46 - P2231528

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Blätterteigschnecken mit „Feta“ und Räuchertofu

2013-02-19 13-48-26 - P2191522

Hallo liebe Leserin, hallo lieber Leser,

erneut gibt es nicht viel, was ich einleitend zum Besten geben könnte. Mittlerweile entspannt sich das Verhältnis zwischen meiner Katze und mir, was nicht heißt, dass ich sie bisher anfassen konnte oder so, um Gottes Willen. Aber sie verlässt häufiger ihr Versteck, soeben konnte ich ihr sogar kurz in’s Antlitz blicken. Für ein Foto war sie jedoch noch nicht gewappnet und nutzte die wenigen Sekunden, die ich benötigte, um die Kamera zu holen, für einen geordneten Rückzug. Ihre Flucht tritt sie zudem mittlerweile in weit gemächlicherem Tempo an, das ist keine Todesangst mehr, sondern nur noch Gewohnheit. Ich spüre, 2013 wird unser Jahr!

Naja, ich hatte noch ein paar Blätterteige rumfliegen, etwas Tofu und deshalb, da Filoteig und ich ja mehr Kumpels als Freunde sind, entschied ich mich, etwas strudelartiges zu machen. Bzw. Schnecken. Schnecken sind toll, meine Oma machte früher, als sie noch richtig sehen konnte und etwas rüstiger war, die allerbesten süßen Hefeteigschnecken der Welt, mit Zucker und Kakao, vielleicht werde ich mich da auch einmal dran versuchen. Meine Frau Mama scheiterte daran leider immer kläglich. Seit bestimmt über 10 Jahren habe ich soetwas nicht mehr gegessen. Eigentlich schade. Egal, Ende des Exkurses. Schnecken. Eigentlich wollte ich Spinat-„Feta“ Schnecken machen. (machte ich auch noch, allerdings mit ‚richtigem‘ Feta) Daher auch erst das Prozedere mit dem Tofu-„Feta“. Da dann allerdings kein Spinat mehr übrig, stattdessen aber auch noch Räuchertofu da war, eben diese Version. Gott, beim Schreiben fühlt sich das so langweilig an, ich möchte nicht die lesende Person sein. tl;dr (too long; didn’t read): Blätterteigschnecken mit verschiedenem Tofugedöns. Super für ein Buffet, oder auch einfach so, als Snack, bzw. Schneck (haha). Achso, wichtig: ziemlich vorteilhaft ist es, eine Art Küchenmaschine zu besitzen (und einzusetzen). Mit dem bloßen Pürierstab wird es wahrscheinlich nix. Ich habe für meinen Pürierstab einen Mixbehälteraufsatz, das ist superpraktisch und reicht gerade für die Menge in dem Rezept. Wer nichts dergleichen hat: Tofu mit den Händen zerkrümeln, Zwiebel superfein schneiden. Achja, aufgrund der Tofutrocknung sollte etwas Zeit eingeplant werden.

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Zutaten für 12 Stück (als Mahlzeit für maximal 3 Leutchen)

  • 200g Tofu
  • 175g Räuchertofu
  • 1 Rolle Blätterteig
  • 3 EL Tomatenmark
  • 2 Zwiebeln
  • 0-2 Zehen Knoblauch
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Basilikum
  • Oregano
  • 4-5 EL Olivenöl
  • Schluck Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung (insgesamt 90-120 Minuten, die meiste Zeit ist aber nur Warten angesagt)

Zuerst einmal den Tofu in Würfel schneiden. Auf einem Backblech verteilen und für etwa 20 Minuten bei 100-150 Grad Celsius in den Ofen. Je nach verwendeter Sorte dauert das unterschiedlich lang: ich benutze gerne den glibbrigen aus dem Asiashop, da dauert es länger. Der deutsche Supermarkttofu ist fester, da sollte es schneller gehen. Zwischendurch mal wenden. Aus Olivenöl, Zitronensaft und den Gewürzen eine Marinade herstellen. Die Tofuwürfel in eine flache ofenfeste Form geben, mit der Marinade übergießen und weitere 10-20 Minuten bei 180 Grad in den Ofen geben, zwischendurch mal umrühren. Am Ende sollte die Flüssigkeit aufgesaugt sein und der Tofu eine hübsche Farbe bekommen haben. Nun Action: Zwiebeln und evtl Knoblauch abziehen, halbieren und zusammen mit dem grob zerkleinerten Räuchertofu in die Küchenmaschine geben, kurz losschreddern, die „Feta“-Würfel und das Tomatenmark dazugeben und weiterschreddern bis es kein Püree, aber eine einigermaßen kleinstückige Masse ergibt.

Den Blätterteig ausrollen, die Masse daraufgeben und von einer der breiten Seiten her locker aufrollen. In Scheiben schneiden, in meinem Fall wares es 12. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und so 20 Minuten backen bzw. solange, bis sie ein bisschen braun werden. Rausnehmen und abkühlen lassen, denn warm sind sie noch ein bisschen fragil.

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Schwarze Pasta gefüllt mit Süßkartoffeln etc.

2013-02-14 13-04-20 - P2141488

Guten Tag holde Leserin, werter Leser,

tatsächlich gibt es heute abseits des Rezeptes keine mit Unsinn und Nichtigkeiten vollgestopfte Einleitung, ich kann nicht einmal genau sagen, wieso. Womöglich ist bereits alles, was ich der Welt je mitteilen wollte, niedergeschrieben. Das wäre eigentlich begrüßenswert, nicht alle Tage ist mensch – und vor allem ich! – schließlich in der Lage, ein derartiges Finale herbeizuführen. Mal sehen. Jedenfalls, zuletzt verarbeitete ich ja diese Süßkartoffeln. Was ich verschwieg, ist, dass sowohl von der Strudelfüllung etwas übrig war, als auch eine weitere Süßkartoffel in meinem Vorratsflur einem Ende entweder im Topf oder, wenn verschimmelt, im Biomülleimerchen entgegensah. Daher lag es an mir, zu handeln. Irgendwie kam ich auf Ravioli bzw gefüllte Pasta irgendeiner Art. Die ultimative Inspirationsquelle war dann dies hier. Schwarze Pasta mit orangefarbener Füllung; Food Porn, der hierzulande nicht einmal unter der Ladentheke gehandelt wird. Nur: wo schwarze Lebensmittelfarbe herbekommen? Tintenfischtinte fiel weg, da sich die entsprechenden Tiere ja leider nicht gewaltfrei melken lassen. Diverse Lebensmittelläden abgeklappert, aber es scheint nur eine sehr verhaltene Nachfrage nach Lebensmittel nicht in Bonbonfarben kleidende (und damit die Grauheit des Lebens verbergende) Colorationen zu bestehen. Nach ewig langen Telefonaten und Brieverkehr berichtete mir eine entfernte Bekanntschaft vom sog. Internet, welches mir bis dato nur als gigantisches Konvolut aus Pornografie und Katzenfotos erschien, darüber hinaus jedoch wohl auch die Möglichkeit der Bestellung von so gut wie allem Warenförmigen ermöglicht. Nundenn, Montag bestellt, Mittwoch geliefert, so lob ich es mir.

Als kleiner Wermutstropfen sei gesagt: hinsichtlich der Füllung kann ich keine genauen Angaben machen. Das ist ärgerlich, aber leider nicht zu ändern, denn wie gesagt benutzte ich noch Reste der Füllung vom vorhergehenden Rezept. Es ist jedoch alles nicht so wild, wenn noch Teig übrig bleibt, kann mensch schließlich noch weitere Pasta daraus herstellen und die Füllung lässt sich zur Not sicher auch mit Kartoffeln essen (oder so).

Achja, das Pastarezept stammt von hier, ich ließ jedoch Öl und Kurkuma weg und gab etwas (=zu wenig!) schwarze Lebensmittelfarbe hinzu.

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Zutaten für 4-6 Portionen (ganz grob geschätzt)

für die Pasta

  • 600g Hartweizengrieß
  • 100g Mehl
  • 340ml Wasser
  • Salz
  • Schwarze Lebensmittelfarbe

für die Füllung

  • 800g Süßkartoffel
  • Öl
  • Räuchertofu
  • Lauch
  • Paprikaschote
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Sonnenblumen- und Pinienkerne

zusätzlich: etwas Alsan, ggf. diverses Gemüse, Kresse, whatever

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Zubereitung: (Dauer 2,5-3 Stunden sollten eingeplant werden)

Zuerst Mehl, Salz und Griße vermischen, das Wasser mit der Lebensmittelfarbe verrühren und in die Trockenmischung einrühren, mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Abdecken und für 1 Stunde in den Kühlschrank geben.

Währenddessen die Süßkartoffel in ca. 2-3cm große Würfel schneiden und in Wasser weichkochen, abgießen.

Sonnenblumen- und Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl anrösten, in ein Gefäß geben. Räuchertofu, Lauch und Paprika in ein wenig Öl anbraten. Die weichgekochten Süßkartoffelwürfel zerstampfen, Lauch, Tofu, Paprika und die gerösteten Kerne dazugeben, mit den Gewürzen abschmecken.

Die Pasta mit einer Nudelmaschine (oder, wer den harten Weg bevorzugt, mit dem Nudelholz) dünn (!) ausrollen. Ich habe die Maschine zum ersten Mal seit fast 3 Jahren benutzt und stellte mich etwas doof an. So klappte es: jeweils einen Klumpen Teig so oft bei Stufe 1 durchdrehen und anschließend zusammenfalten, bis er nicht mehr reißt. Dann Schritt für Schritt die Stufen erhöhen, ggf. falten und mehrmals durchdrehen. Ich nutzte Stufe 5 (von 9), hatte aber auch keine Lust, noch Stunden mit reißendem Teig zu kämpfen. Zuerst jagte ich jede Teigbahn einzeln bis Stufe 5 durch die Maschine. Praktischer ist aber wohl, erst den gesamten Teig auf Stufe 1, danach auf Stufe 2 usw. zu verarbeiten, da erspart mensch es sich, ständig am Regler rumzuschrauben.

Ich benutzte so plastikgebissartige Förmchen, wie sie offenbar für polnische Piroggen zum Einsatz kommen. Der Markt hält ja vielerlei Pastafüllungsequipment bereit, da kann sich jede_r austoben, wie sie oder er mag. Die no-budget-Lösung ist wohl: 2 gleichgroße Teigbahnen; auf eine wird im Abstand von ein paar Zentimetern etwas Füllung gegeben, die zweite Teigbahn wird darauf gelegt, zwischen der Füllung festgedrückt, zerschnitten und das wars.

Die einzelnen Pastateile am besten auf einem dünn mit Grieß bestreuten Blech zwischenlagern, anschließend in einen Topf mit kochendem Salzwasser bugsieren und herausnehmen, wenn sie an der Oberfläche schwimmen.

Serviervorschlag: Während die Nudeln kochen, etwas Gemüse nach Wahl in ein wenig Öl oder Alsan anbraten, mit Salz, Pfeffer und nach Gusto würzen, anschließend die abgetropften Nudeln dazugeben, durchschwenken, auf Teller verteilen und bspw. mit Kresse bestreuen.

PS: Bei Überschuss lassen sich die Nudeln auch gut einfrieren; diese dann zur Zubereitung im gefrorenen Zustand in kochendes Wasser geben; beim Einfrieren mache ich das so: die Nudeln nebeneinander auf einem mit Grieß bestreuten Blech lagern, nach ein paar Stunden wenden, so dass sie nicht mehr so klebrig sind. Anschließend portionsweise in TK-Tüten packen und einfrosten.

PPS: KRESSE! Selber welche zu ziehen, nahm ich mir seit ca. 5 Jahren vor, letzte Woche setzte ich das endlich in die Tat um. Tolltolltoll. Auf Brot oder Brötchen mit etwas Alsan, zum Drüberstreuen bei allem möglichen, Kresse ist einfach toll und ich würde ihr mein Leben widmen und zum führenden Kressisten werden, wenn ich nur weniger lethargisch wäre.

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Süßkartoffel-Räuchertofu-Strudel

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Donnerstag! Die Woche ist fast vorüber, wobei ich Wochenenden fast noch anstrengender finde. Es schneit. Bei Netto gibt es gerade Eisenpfannen für 11,98€. Ich träumte vergangene Nacht, dass Uwe Mundlos mein neuer Mitbewohner wird. Also eigentlich ist alles verquer bis normal. Es begab sich vergangene Woche, dass eine größere Supermarktkette Süßkartoffeln für einen Kilopreis von 1,49€ feilbot, was mich, der zuvor dieses Gemüse weder jemals gegessen, geschweige denn gekauft hatte, einigermaßen kalt ließ, wäre ich nicht durch seltsame Umstände darauf aufmerksam gemacht worden, dass das wohl hammergünstig sei. Da ich, gleich meinem Namensbruder Felix Baumgartner, stets neue Herausforderungen bzw. schlichtweg Aufgaben suche, wurde das also gekauft, damit ich auch mal die Süßkartoffel in mein kulinarisches Curriculum vitae aufnehmen kann. Da ich auch noch Filoteig aufzubrauchen hatte, endete die Chefkoch.de-Suche recht schnell erfolgreich bei diesem Rezept. Ich wandelte ein bisschen ab, bspw. konnte ich meiner Antipathie gegen Nüsse Ausdruck verleihen, in dem ich diese durch ein paar Sonnenblumen- und Pinienkerne ersetzte, zudem briet ich alles an und, der Clou, ich nutzte, im Gegensatz zum Urheber des Rezeptes, G E W Ü R Z E. Aber ich schwamm halt schon immer gegen den Strom, was mancheiner als Orientierungslosigkeit fehldeutete. Gutes Essen auf jeden Fall, aber mit Filoteig werde ich einfach nicht warm, auch wenn die Katastrophe ausblieb. Blätterteig ist eine gute Alternative. Achja, das Grüne auf den Bildern war bzw. ist „Grüne Sauce“, gerne auch mit dem Attribut „Frankfurter“ versehen, kann mensch vegan zubereiten, war in meinem Fall aber ein Convenience-Produkt und diente primär der Aufhübschung der Bilder (was ich dank schlechter Lichtverhältnisse auch direkt wieder zunichte machte).

süßkartoffel-tofu-strudel

Zutaten für 3 (große) bis 6 (kleine) Portionen

  • 1000g Süßkartoffel
  • 200g Räuchertofu
  • 2 Hände voll TK-Lauch/Porree
  • 1 roter Paprika
  • Pinienkerne, Sonnenblumenkerne
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 6 Blätter Filoteig, als Alternative 1 Packung Blätterteig (nicht TK)
  • Öl

Zubereitung (Dauer insgesamt 60-90 Minuten)

Die Süßkartoffeln schälen und gleichmäßig in 1-2cm große Würfelchen schneiden, in kochendem Wasser weichkochen und anschließend das Wasser abgießen. In der Zwischenzeit den Räuchertofu würfeln und die Paprikaschote entkernen und ebenfalls grob würfeln. In einer Pfanne mit etwas Öl den Tofu ordentlich scharf anbraten, die Paprikawürfel dazugeben und kurz Farbe bekommen lassen, die Hitze reduzieren und die Pinien- und Sonnenblumenkerne dazu geben und ganz kurz mitrösten. Den Pfanneninhalt in ein Gefäß geben und in der Pfanne nun den Lauch gar ziehen lassen (ich habe weder Wasser noch Öl benutzt, nur Lauch rein, Deckel drauf, erhitzen und dann bei abgenommenem Deckel bei niedriger Hitze die Flüssigkeit verdampfen lassen). Mittlerweile sollten auch die Süßkartoffeln fertig sein. Die Würfel in eine große Schüssel geben, mit dem Kartoffelstampfer zu Brei verarbeiten. Tofu etc. darunter mischen. Wenn der Lauch fertig ist, diesen ebenfalls dazu geben. Alles vermischen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Jeweils 2 Filoteigblätter übereinander legen, ein Drittel der Mischung mittig auf die untere Hälfte der Blätter legen und zu kleinen Paketen zusammenfalten. Mit Öl bepinseln oder besprühen und auf einem Blech im Ofen bei 175 Grad Celsius für 20-25 Minuten backen (die Strudelchen sollten dann gut Farbe bekommen haben). Nach 15 Minuten wenden, damit die Unterseite nicht so matschig wird. In meinem Falle entsprach jeder Strudel 2 Portionen, aber das ist ja von Hunger zu Hunger unterschiedlich.

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Fleischbällchen, am Beispiel: „Meatball-Sandwich“

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Nicht gerade das beste Bild bisher, aber was soll’s.

Nachdem die Nacht für mich gegen 5 beendet war und sich der allmächtige Brainfuck ans Werk machte, eine albtraumdurchsetzte Nacht nahtlos in eine sicher ähnlich erfreuliche Woche übergehen zu lassen, vertändel ich meine Zeit bis zum Sonnenaufgang nun auf ungeahnt produktive Weise, nämlich mit einem neuen Eintrag ins digitale Rezepttagebuch. Hallo und guten Morgen liebes Rezepttagebuch, wie angekündigt machte ich mich kurz nach dem letzten Eintrag an die Herstellung der hier genannten „Fleischbällchen“ auf Grünkern- und Linsenbasis, wobei ich zugeben muss, dass ich große Befürchtungen hatte bzgl. der Pürierbarkeit von Linsen, denn bei allem, was irgendwie von mehr fester als flüssiger Konsistenz ist, besteht ja gerne mal die Gefahr von eingesauten Küchen und ewigem Rumrödeln und Durchgerühre, um dann irgendwann festzustellen, dass die Masse keineswegs auch nur im Entferntesten homogen ist, sondern nach wie vor stückiger als eine Matschsuppe mit Steineinlage (das Bild kam spontan). Und dann wieder von vorn und ein Wiederaufleben der gebannt geglaubten Gefahren von oben. Furchtbar. Aber: hier war das kein Problem, die Linsen haben super mitgespielt. Hail to the Lins. Als kleiner Tipp im Umgang mit Linsen nur noch dies: benutzte Gerät- und Geschirrschaften bitte direkt im Anschluss ordentlich wässern, eingetrocknet gewinnen Linsen ein Maß an Hartnäckigkeit, das sie beinahe für eine steile Karriere bei der Agentur für Arbeit qualifiziert. Nunja. Da die Studierendentage gezählt sind, erschien es mir töricht, innerhalb zweier aufeinander folgender Tage ein weiteres Pastagericht herzustellen und entschied mich für die ebenfalls stets und ständig in meinem Hirn präsente Fleischbällchenverwertungsassoziation: das sog. „Meatball-Sandwich“. Gibt es ja bekanntlich auch bei Subway(‚?)s und ploppt auch in den verfolgten Blogs aus der Neuen Welt regelmäßig auf. Der einzige Unterschied zu den notorischen Spaghetti mit Fleischbällchen liegt letztlich darin, dass statt Spaghetti Brötchen, Baguette oder dergleichen als Kohlenhydratkomponente zum Einsatz kommen. Ich hielt mich weitgehend an das verlinkte Rezept, ersetzte lediglich Sumach (aus Gründen der Nichtverfügbarkeit) durch Balsamico und benutzte Pizza- statt passierte Tomaten. Achja, und weil ich solche vom Zerfallen bedrohte Dinge ungern brate, bereitete ich sie im Backofen zu, was auch superb funktionierte. Nun denn, an’s Werk:

Rezept für ca. 40 Bällchen, damit lassen sich 10-20 (Baguette)-Brötchen belegen, was wiederum für 5-10 Portionen reicht

Für die Bällchen

  • 200g rote Linsen, über Nacht bzw mind. 8 Stunden in reichlich Wasser eingeweicht
  • 200g Grünkernschrot
  • 400ml Gemüsebrühe
  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-3 Zehen Knoblauch
  • Sojasauce
  • Balsamico
  • Salz
  • Pfeffer
  • Oregano (im Original wird Majoran verwendet, hatte ich aber nicht da)
  • Paprikapulver
  • Muskatnuss
  • ggf. ein Schluck Flüssigrauch
  • 2-3 EL Semmelbrösel
  • 1 TL Vitam-R/Hefeextrakt

Für die Sauce (für max. 2 Portionen)

  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Dose Pizzatomaten/geschälte Tomaten (diese dann bitte zerkleinern)
  • ein paar Cherrytomaten
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Basilikum
  • Oregano

Zubereitung (Dauer 60-90 Minuten, würde ich (aus der Erinnerung) schätzen)

Zuerst geht es an die Fleischbällchen. Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen, in einem Topf Öl erhitzen, beides anbraten. Den Grünkernschrot dazugeben, kurz mit anrösten und mit der Gemüsebrühe aufgießen, die Hitze reduzieren und öfter mal umrühren. Gegebenenfalls noch einen Schluck Wasser dazugeben, bei mir war die Flüssigkeit innerhalb weniger Minuten vom Grünkern absorbiert, dabei soll es eigentlich eine Weile, sprich, mindestens 10, 15 Minuten, köcheln. (ich schaute leider nicht auf die Uhr)

Währenddessen kann mensch schon einmal die Linsen mit einem Schluck, also zwei, drei, sieben Esslöffeln Wasser pürieren, sprich: wenig Wasser, aber genügend, damit es nicht zur Qual wird. Den Grünkerntopf von der Platte ziehen und ein bisschen abkühlen lassen. Linsenbrei und Grünkernmasse in einer Schüssel miteinander vermengen und mit Salz, Pfeffer, Sojasauce, Vitam-R, Paprika, Oregano, Balsamico, Muskatnuss und ggf. dem flüssigen Rauch gut abschmecken. Nicht zu sparsam sein, es ist schließlich viel Material. Mit den Semmelbröseln binden, so dass sich eine Masse ergibt, die einen gut formbaren Eindruck macht. Mit feuchten Händen zu ca. tischtennisballgroßen Bällchen formen, auf ein (ggf. gefettetes) Backblech geben, mit Öl bepinseln oder besprühen (solche Ölsprühdinger sind wirklich super, damit könnte mensch sich auch einsprühen um damit auszusehen wie diese Muskelatzen bei Muskelatzenwettbewerben, oder auch, um anschließend bäuchlings über den PVC-Boden gleiten zu können) und im Backofen bei 200 Grad Celsius 20 Minuten backen, sie sollten dann gut Farbe bekommen haben.

In der Zwischenzeit geht es an die Sauce: Zwiebel und Knoblauch abziehen, und in etwas Öl in einer Pfanne andünsten. Die Cherrytomaten halbieren, vierteln, hacken oder was auch immer und zusammen mit den Dosentomaten dazugeben. Die Lorbeerblätter in die Sauce geben, die Hitze reduzieren und ein bisschen einkochen lassen. In der Zwischenzeit kann mensch schon einmal die Brötchen vorbereiten, also aufbacken, aufschneiden oder so. Die Sauce mit den Gewürzen abschmecken, die Lorbeerblätter entfernen, die mittlerweile fertigen Fleischbällchen zur Sauce geben (bei mir waren es 2-3 Bällchen pro Brötchen und 2 Brötchen pro Frank). Die Bällchen in die aufgeschnittenen Brötchen manövrieren, Sauce darüber (also nicht über die Brötchen, sondern die Bällchen) geben, ggf. mit Salat oder so garnieren und genießen.