Fleischbällchen, am Beispiel: „Meatball-Sandwich“

2013-02-01 20-10-36 - P2011341

Nicht gerade das beste Bild bisher, aber was soll’s.

Nachdem die Nacht für mich gegen 5 beendet war und sich der allmächtige Brainfuck ans Werk machte, eine albtraumdurchsetzte Nacht nahtlos in eine sicher ähnlich erfreuliche Woche übergehen zu lassen, vertändel ich meine Zeit bis zum Sonnenaufgang nun auf ungeahnt produktive Weise, nämlich mit einem neuen Eintrag ins digitale Rezepttagebuch. Hallo und guten Morgen liebes Rezepttagebuch, wie angekündigt machte ich mich kurz nach dem letzten Eintrag an die Herstellung der hier genannten „Fleischbällchen“ auf Grünkern- und Linsenbasis, wobei ich zugeben muss, dass ich große Befürchtungen hatte bzgl. der Pürierbarkeit von Linsen, denn bei allem, was irgendwie von mehr fester als flüssiger Konsistenz ist, besteht ja gerne mal die Gefahr von eingesauten Küchen und ewigem Rumrödeln und Durchgerühre, um dann irgendwann festzustellen, dass die Masse keineswegs auch nur im Entferntesten homogen ist, sondern nach wie vor stückiger als eine Matschsuppe mit Steineinlage (das Bild kam spontan). Und dann wieder von vorn und ein Wiederaufleben der gebannt geglaubten Gefahren von oben. Furchtbar. Aber: hier war das kein Problem, die Linsen haben super mitgespielt. Hail to the Lins. Als kleiner Tipp im Umgang mit Linsen nur noch dies: benutzte Gerät- und Geschirrschaften bitte direkt im Anschluss ordentlich wässern, eingetrocknet gewinnen Linsen ein Maß an Hartnäckigkeit, das sie beinahe für eine steile Karriere bei der Agentur für Arbeit qualifiziert. Nunja. Da die Studierendentage gezählt sind, erschien es mir töricht, innerhalb zweier aufeinander folgender Tage ein weiteres Pastagericht herzustellen und entschied mich für die ebenfalls stets und ständig in meinem Hirn präsente Fleischbällchenverwertungsassoziation: das sog. „Meatball-Sandwich“. Gibt es ja bekanntlich auch bei Subway(‚?)s und ploppt auch in den verfolgten Blogs aus der Neuen Welt regelmäßig auf. Der einzige Unterschied zu den notorischen Spaghetti mit Fleischbällchen liegt letztlich darin, dass statt Spaghetti Brötchen, Baguette oder dergleichen als Kohlenhydratkomponente zum Einsatz kommen. Ich hielt mich weitgehend an das verlinkte Rezept, ersetzte lediglich Sumach (aus Gründen der Nichtverfügbarkeit) durch Balsamico und benutzte Pizza- statt passierte Tomaten. Achja, und weil ich solche vom Zerfallen bedrohte Dinge ungern brate, bereitete ich sie im Backofen zu, was auch superb funktionierte. Nun denn, an’s Werk:

Rezept für ca. 40 Bällchen, damit lassen sich 10-20 (Baguette)-Brötchen belegen, was wiederum für 5-10 Portionen reicht

Für die Bällchen

  • 200g rote Linsen, über Nacht bzw mind. 8 Stunden in reichlich Wasser eingeweicht
  • 200g Grünkernschrot
  • 400ml Gemüsebrühe
  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-3 Zehen Knoblauch
  • Sojasauce
  • Balsamico
  • Salz
  • Pfeffer
  • Oregano (im Original wird Majoran verwendet, hatte ich aber nicht da)
  • Paprikapulver
  • Muskatnuss
  • ggf. ein Schluck Flüssigrauch
  • 2-3 EL Semmelbrösel
  • 1 TL Vitam-R/Hefeextrakt

Für die Sauce (für max. 2 Portionen)

  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Dose Pizzatomaten/geschälte Tomaten (diese dann bitte zerkleinern)
  • ein paar Cherrytomaten
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Basilikum
  • Oregano

Zubereitung (Dauer 60-90 Minuten, würde ich (aus der Erinnerung) schätzen)

Zuerst geht es an die Fleischbällchen. Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen, in einem Topf Öl erhitzen, beides anbraten. Den Grünkernschrot dazugeben, kurz mit anrösten und mit der Gemüsebrühe aufgießen, die Hitze reduzieren und öfter mal umrühren. Gegebenenfalls noch einen Schluck Wasser dazugeben, bei mir war die Flüssigkeit innerhalb weniger Minuten vom Grünkern absorbiert, dabei soll es eigentlich eine Weile, sprich, mindestens 10, 15 Minuten, köcheln. (ich schaute leider nicht auf die Uhr)

Währenddessen kann mensch schon einmal die Linsen mit einem Schluck, also zwei, drei, sieben Esslöffeln Wasser pürieren, sprich: wenig Wasser, aber genügend, damit es nicht zur Qual wird. Den Grünkerntopf von der Platte ziehen und ein bisschen abkühlen lassen. Linsenbrei und Grünkernmasse in einer Schüssel miteinander vermengen und mit Salz, Pfeffer, Sojasauce, Vitam-R, Paprika, Oregano, Balsamico, Muskatnuss und ggf. dem flüssigen Rauch gut abschmecken. Nicht zu sparsam sein, es ist schließlich viel Material. Mit den Semmelbröseln binden, so dass sich eine Masse ergibt, die einen gut formbaren Eindruck macht. Mit feuchten Händen zu ca. tischtennisballgroßen Bällchen formen, auf ein (ggf. gefettetes) Backblech geben, mit Öl bepinseln oder besprühen (solche Ölsprühdinger sind wirklich super, damit könnte mensch sich auch einsprühen um damit auszusehen wie diese Muskelatzen bei Muskelatzenwettbewerben, oder auch, um anschließend bäuchlings über den PVC-Boden gleiten zu können) und im Backofen bei 200 Grad Celsius 20 Minuten backen, sie sollten dann gut Farbe bekommen haben.

In der Zwischenzeit geht es an die Sauce: Zwiebel und Knoblauch abziehen, und in etwas Öl in einer Pfanne andünsten. Die Cherrytomaten halbieren, vierteln, hacken oder was auch immer und zusammen mit den Dosentomaten dazugeben. Die Lorbeerblätter in die Sauce geben, die Hitze reduzieren und ein bisschen einkochen lassen. In der Zwischenzeit kann mensch schon einmal die Brötchen vorbereiten, also aufbacken, aufschneiden oder so. Die Sauce mit den Gewürzen abschmecken, die Lorbeerblätter entfernen, die mittlerweile fertigen Fleischbällchen zur Sauce geben (bei mir waren es 2-3 Bällchen pro Brötchen und 2 Brötchen pro Frank). Die Bällchen in die aufgeschnittenen Brötchen manövrieren, Sauce darüber (also nicht über die Brötchen, sondern die Bällchen) geben, ggf. mit Salat oder so garnieren und genießen.

2 Gedanken zu “Fleischbällchen, am Beispiel: „Meatball-Sandwich“

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