Messer-Blog-Event, ein paar Essensbilder

Blog-Event Zeigt her eure Messer  (Einsendeschluss 30. April 2013)
Eigentlich bin ich ja nicht so der Blog-Event-Typ, denn Vorgaben jeglicher Art empfinde ich meist als unangenehme Einschränkung. Das macht auch vor bspw. saisonalen Zutaten nicht unbedingt Halt, irgendwie finde ich es anstrengend, dass nur jetzt in dem schmalen Zeitfenster April-Mai Spargel oder Bärlauch “verfügbar” sind (wenn man jetzt nicht unbedingt von allzuweit importieren möchte). Wie dem auch sei, derdiedas Blog-Event “Zeigt her eure Messer” von „The Vegetarian Diaries“ erregte meine Aufmerksamkeit, denn nachdem ich mir vor ca. 3 Jahren mein erstes einigermaßen hochwertiges (für meine Ansprüche!) Messer kaufte, bin ich diesbezüglich schon ein bisschen sensibel (soll heißen, wenn irgendwo was mit „Messer“ steht, lese ich mir das durch; ich versuche, meine Messer zu pflegen und allgemein sind sie tatsächlich das Beste, was meine Küche zu bieten hat). Was im Kontrast zu dem Geld, was ich bisher für meine Messer ausgab, eigentlich wie Hohn klingt. Denn das ist wirklich kein Vermögen. Angefangen hat alles vor ca. 11 Jahren mit diesem (mittlerweile etwas in Mitleidenschaft gezogenen) Exemplar,

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kein Scherz, ein Ikeamesser, das, verglichen mit den von Zuhause gewohnten Teilen (primär so kleine Fünf-Stück-für-einen-Euro-Schälmesser), eine so übermäßige Schärfe aufwies, dass ich mich anfangs wirklich sehr sehr oft damit verletzte – ganz entgegen der Aussage, dass man sich mit wirklich scharfen Messer weniger verletzte, da weniger Druck aufgewandt und damit das Risiko des Abrutschens stark vermindert würde – wenn man ein Grobmotoriker ist, gelingt das auch mit scharfen Messern problemlos. Als ständig klammer Student war es mir, nachdem ich mit dem Messer irgendwann umzugehen verstand und selbiges auch langsam, aber sicher etliche Schärfegrade einbüßte, weiterhin nicht möglich – oder zumindest war ich nicht gewollt – Beträge von 50, 70 oder gar noch mehr Euro für ein vernünftigtes Messer auszugeben, zumal auch die Vielfalt ja enorm ist, und nach einem Kauf zu denken, „Hätteste mal lieber 10 Euro mehr ausgegeben“ oder so, neeeh neh. Doch dann, eines Tages, in einem Netto-Prospekt: ein “Damastmesser” zum (für mich) stattlichen (und eigentlich ja lächerlichen) Preis, von ich glaube, 25 Euro.

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Vorher noch nie gehört oder gesehen, brachten diverse Googleien die Erkenntnis, dass das eigentlich nix sooo schlechtes ist bzw sein kann. Sicher, die “Damasttapete” hat keine Funktion (ist entgegen häufiger Forenmeinungen jedoch auch nicht einfach nur “aufgeätzt”; allerdings auch nicht händisch, sondern maschinell gefaltet und gewalzt), sieht aber schick aus und das Messer war schärfer als alles, was ich bis dato in der Hand hatte – und auch schärfer als die verwendeten Messer in der Küche, in der ich letztes Jahr noch arbeitete: meinen Arm konnte ich damit problemlos rasieren. Irgendwann nahm die Schärfe aber auch ab, ein Wetzstab konnte nur teilweise Abhilfe schaffen und für Schleifsteine wollte ich nie Geld ausgeben, da ich irgendwie Angst hatte, mir das Messer nur noch stumpfer oder gar kaputt zu machen. Das änderte sich alles, als ich im März in einem Aldiprospekt erneut Damastmesser fand: diesmal in japanischer Form, 3 verschiedene Arten und Klingenlängen, zum Preis von ich glaube 9,99 bis knapp 18 oder 19 Euro. Sahen sehr schön aus, Internetrecherchen ergaben aber nichts, bis auf die Erkenntnis, dass die fertigende Schmiede zwar eher preiswert, aber nicht unbedingt unterste Schublade ist. Also, Montag morgens losgezogen und leider erst im 2. oder 3. Aldi fündig geworden, ich war offenbar nicht der einzige, der genau darauf erpicht war. Dann schließlich das größte Messer der Reihe gefunden und gekauft.

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Zuhause, beim Auspacken, die erste Enttäuschung: das Teil kam nicht annähernd an mein erstes Damastmesser heran. Das Profil des Messers genauer betrachtend stellte ich fest: lauter kleine Scharten in der Klinge. Dolle Wurst. Umtauschen oder nicht? Erstmal ein Schleifset in China geordert (für einen ähnlichen Preis wie das Messer), in der Hoffnung, die Klinge gesundschleifen zu können. Lieferdauer: 3-5 Wochen. Neugierig wie ich bin, juckte es mir trotzdem noch in den Fingern. Ein paar Tage nach dem Kauf des Messers fuhr ich in einen weiteren Aldi in einer recht kaufschwachen Gegend – mit dem Kalkül, dass die Leute dort vielleicht nicht knapp 20 Euro für ein Messer auszugeben bereit sind. Und: Treffer! Messer vor Ort ausgepackt: keine Scharten. Daheim festgestellt, dass es auch einen Tacken schärfer ist, wenn auch noch nicht optimal. Das erste Messer habe ich daher dann wieder zurückgebracht und anstandslos mein Geld erhalten. Das Schleifset kam überraschenderweise dann auch nur kurze Zeit später und damit hatte ich nun ein mächtiges Werkzeug in der Hand!

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Die jeweiligen Winkel der Schneide lassen sich einstellen, für “populäre” Winkel sind bereits Markierungen vorhanden. Nach ein bisschen Übung war ich so auch in der Lage, die wirklich sehr sehr ungleichmäßig geschliffene Klinge auf ein (gutes) Niveau zu bringen. Da der Stahl des Messers jedoch recht hart ist, sollte die Schärfe recht lang bestehen bleiben und nur ein Abziehen mittels Wetzstahl hin und wieder nötig sein. Um mal die Fragen des Events zu beantworten: alle genannten Messer würde ich so wieder kaufen. Das Ikeamesser hat damals etwas in der Region um 5 Euro gekostet. Als ich jedoch vor ein paar Jahren ein weiteres Exemplar erwerben wollte, gab es nur noch Sets mit u.a. exakt gleich geformten, jedoch anders gefärbten und ungleich stumpferen Messern, für einen ähnlichen Kurs (oder etwas weniger). Das war enttäuschend und diese seien auch definitiv nicht empfohlen. Das erste Damastmesser konnte ich mittlerweile auch wieder mit einer guten Schärfe ausstatten und es war mir auch vorher schon 3 Jahre lang eine große Hilfe. Leider ist eines Tages, als es auf den gefließten Küchenboden fiel, die Spitze zuerst verbogen und, als ich sie wieder zurechtbiegen wollte, abgebrochen. Das letzte Messer muss sich erst noch bewähren, dank der Härte des Stahls, die auf einem ähnlichen Niveau wie die des anderen Damastmessers liegt, sehe ich jedoch positiv in die Zukunft. Einziges mögliches Manko: wenn ich länger als eine Viertel Stunde damit am Stück arbeitete, empfand ich den Griff zunehmend als unangenehm. Es kann jedoch sein, dass das einfach nur Gewohnheitssache ist. Jedoch las ich schon mehrfach, dass reine Stahlgriffe bei Messerexpert_innen generell eher unbeliebt sind. Irgendwann würde ich gerne ein Messer von Toso Hocho kaufen, die sind handgeschmiedet und sehen auch recht nett aus und haben Holzgriffe. Achja, das Ikeamesser bewahrte ich bis vor kurzem in der Besteckschublade, das erste Damastmesser in seiner hölzernen Schachtel auf. Mittlerweile habe ich mir jedoch einen Messerblock angeschafft, da so etwas weniger Platz beansprucht wird und die Messer mit einem Griff verfügbar sind.
Zum Schluss hier noch ein paar Fotos von Dingen, die ich in den letzten Tagen zubereitete, wo ein Rezept aber Unsinn wäre.

Nudeln mit Bärlauch-Sahnesauce, grünen Bohnen und Zuckerschoten

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Verwackeltes Bild von Ajvar-Pizza mit bunten Tomaten und Aldi-Aufschnitt

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Bockwurst im Schlafrock (mit ekeligem veganen Blauschimmelkäse)

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Bonusbild: Katze (rechts) mit Katzengras

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Ein Gedanke zu “Messer-Blog-Event, ein paar Essensbilder

  1. vielen dank für den tollen beitrag!
    die zusammenfassung und verlosung folt in den nächsten tagen bei mir im blog

    lg arne von the vegetarian diaries

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