FISCHSTÄBCHEN!!! JA, FISCHSTÄBCHEN, OHNE FISCH!

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Kinderessen! Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Titel von Jonathan Safran Foer! Es ist nunmehr über 13 Jahre her, seit ich zum letzten Mal Fisch gegessen habe. Ich mochte das damals, aber es war nicht so, dass es mir dann besonders gefehlt hätte. Aber es ist, wie so oft, einfach eine Frage der Machbarkeit. Zu behaupten, ich liebte Herausforderungen, wäre eine stramme Lüge, denn für gewöhnlich vermeide ich jegliche Situationen, in denen ich scheitern könnte, das sieht man auch an diesem Blog: Maßnahmen zu ergreifen, die den Bekanntheitsgrad erhöhen könnten, indem ich ganz viel bei anderen kommentiere oder Gewinnspiele veranstalte oder weiß der Geier, vermeide ich bewusst, denn wenn irgendwelche investierte Zeit oder Energie sinnlos verpuffen würde und nicht das gewünschte Resultat erbrächte, würde mich das vermutlich in einen Taumel aus Selbstzweifeln oder so stürzen. Außerdem wachsen dann ja auch gleichzeitig die Erwartungen von außen.. Wie dem auch sei, kulinarisch bin ich da minimal aufgeschlossener, zumal hier auch seit einigen Jahren das wunderbare Buch “Neue vegetarische Rezeptideen” einer Brigitta Klingel rumfliegt. Darin sind viele z.T. wirklich außergewöhnliche Ingredienzkonglomerate versammelt, wobei die Resultate vielleicht nicht immer so ganz dem tierischen Äquivalent nahekommen, aber das macht nichts, meiner Meinung nach, allein der Versuch bekommt schon Punkte von mir, ist wie bei Olympia. Jedenfalls sind dort auch ein paar Rezepte für vegetarische/vegane Fischgerichte versammelt, u.a. eben auch für Fischstäbchen. Ich habe das Rezept auch bereits vor ein paar Jahren mal nachgemacht, jedoch mit Seetang statt Algen, was ein böser Fehler war, denn egal, wie ich mit dem Tang verfuhr, er ließ sich nicht zerkleinern. Ich bin mir sicher, es wäre auch eine gute Einlage für schusssichere Westen, wenn ich die Zähheit als Indikator heranziehe. Neulich dann mal im örtlichen Asiasupermarkt eine Packung Algen (siehe unten!) gecheckt und das Bedürfnis verspürt, mal wieder so einen Quatsch zu machen. Da das Rezept ein wenig von mir modifiziert wurde, bin ich so frei, es hier reinzustellen. Falls jemand das Bedürfnis hat, dagegen gerichtlich vorzugehen, habe ich so zumindest die Rolle des Märtyrers inne – mehr, als Mutti je von mir erhofft hatte. Ein Bild der Verpackung der benutzten Algen ist unten angefügt. Der Geschmack ist nicht so richtig fischig; als ich neulich in Hamburg bei einer Art Fischmarkt an irgendeiner Art Hafen war, war bereits in der Luft die Konzentration an Fischaromen höher als in diesem Essen. Interessierte können daher die Algenmenge gerne erhöhen, wobei ich als Warnung vorausschicken muss, dass nach dem ganzen Herumhantieren während der Zubereitung so manches Mal ein “OMG, wenn das schmeckt wie es riecht, kochste grad für den Mülleimer” in mir hochstieg (zum Glück nur das). Das Resultat war aber trotzdem schmackhaft. Achso, die Stäbchen lassen sich gut einfrieren, die Menge entspricht ca. 5 Portionen (beim ersten Mal aß ich 5 Stück, beim zweiten mal 4). Man hat dann also auch für spätere kein’-Bock-Momente was schnelles, was man in Ofen oder Pfanne werfen kann, während Pommes oder Instantkapü “zubereitet” werden. Was gut passt: Kartoffelpüree und Ketchup oder Senfsauce oder so. Gourmets packen noch ’ne Scheibe Zitrone druff!

Zutaten für 5 Portionen

  • ½ Liter Wasser
  • 1 EL Gemüsebrühpulver
  • 8 Pimentkörner
  • 8 Wacholderbeeren
  • 5 Nelken
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1/3 Packung Algen
  • ein Block Tofu
  • 1 Zwiebel
  • Zitronensaft
  • 10 EL Hefeflocken
  • Salz
  • Pfeffer
  • Glutenpulver
  • Mehl
  • Wasser/Sojamilch
  • Paniermehl
  • Öl zum Braten

Zubereitung (Dauer: insgesamt schon ein paar Stunden)

Wasser, Gemüsebrühpulver, Piment- und Wacholderbeeren, Nelken und Lorbeerblätter in einen Topf geben und aufkochen. Die Hitze reduzieren und ein wenig abkühlen lassen, die Lorbeerblätter entfernen. Die Algen dazugeben, die Zwiebel abziehen und vierteln und ebenfalls dazugeben und stehen lassen. Wenn alles abgekühlt ist, zusammen mit dem Tofu pürieren bzw in einen Mixer geben und mixen. Hefeflocken und Zitronensaft dazugeben und mit Salz und Pfeffer _kräftig_ abschmecken. Nun nach und nach Glutenpulver einrühren, bis es eine formbare Masse ergibt, es sollte nicht zu weich sein: Fischstäbchen sollten sich daraus formen lassen. Nun die Masse auf eine Unterlage streichen, am besten genau rechteckig und so ca. 2 cm dick. Mit einem scharfen Messer in Stäbchen schneiden, bei mir waren es genau 9×3 = 27 Stück.
Eine Panierstraße bauen: in 3 tiefe Teller jeweils Mehl, Wasser/Sojamilch und Paniermehl geben. Letzteres kann bei Bedarf noch mit Gewürzen vermischt werden.
Öl in einer Pfanne erhitzen und die Temperatur auf ? reduzieren. Die Stäbchen erst in Mehl, dann in Wasser oder Sojamilch und abschließend in Paniermehl wenden und in der Pfanne von beiden Seiten anbraten. Auf Küchenpapier geben, um sie etwas fettärmer zu machen.

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3 Gedanken zu “FISCHSTÄBCHEN!!! JA, FISCHSTÄBCHEN, OHNE FISCH!

  1. Pingback: Fakefisch a la Bordelaise | Hail Seitan! or Can't believe it's not that blahblah jesus guy!

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