Paprika-Sahne-Geschnetzeltes nach (grob) ungarischer Art mit böhmischen Knödeln

2013-08-24 19-34-25 - P8244017

So, wie schon neulich einmal angekündigt: Hefeknödel! Aka böhmische Knödel. Mein unaufmerksames Ich hat jahrelang nicht gecheckt, dass die selbstgemachten Semmelknödel meiner Mutter und die gekauften Hefeknödel eigentlich gar nicht so viel gemeinsam haben. Die gekaufte Variante gab es recht häufig, v.a. an Feiertagen, wohingegen ich, wenn ich nicht auf Convenienceprodukte zurückgreifen wollte, auch immer nur Semmelknödel machte, was ich allerdings dann doch aufwändiger, hinsichtlich Zeit als auch Materialaufwand, finde. Und ich hab ja auch nicht immer Zeit oder Lust oder beides. Auf jeden Fall sehr simpel, sehr lecker und in Zukunft häufiger bei mir anzutreffen.
Wer die letzten Wochen nicht unter einem Stein verbracht hat, wird sicherlich die Diskussion mitbekommen haben, dass manche Menschen, die grob zu der Menschengruppe, welche bisweilen mit dem (meist) negativ konnotierten Begriff “Zigeuner” bezeichnet wird, gehören, keine Lust mehr darauf hatten, dass dieser Begriff noch umherschwirrt, insbesondere im Kontext einer Paprikasauce, deren Ursprung auch eh nicht viel mit besagter Menschengruppe zu tun hat. Die sog. “Zigeunersauce”. Ohne in die Diskussion einzusteigen – ich kann eh nur sagen, dass auf der Seite derer, die gänzlich die Orientierung in der Welt verlören, würden sie plötzlich im Supermarkt nach “Paprikasauce” schauen müssen, die größeren, und irgendwie auch zahlreicheren Idioten vertreten waren, wobei aber manche der eigentlich Betroffenen ja ebenfalls gegen diese Sprachregelung waren und sind. Als außenstehender kann man bei solchen Diskussionen eh nur verlieren, daher beschränkte ich meine Überlegungen auf die kulinarischen Aspekte. Die wiederholte Konfrontation mit dem Begriff ließ mich dann auch bei meinem geliebten Wochenmarkt ein knappes Kilo der roten Schoten einpacken, für einen Preis, für den man nicht mal den billigsten Rausch bekäme. Nach ein bisschen Recherche – und der beim Überblicken meiner Vorräte gemachten Erkenntnis, dass ich schnellstmöglich meine Sahne loswerden muss – fand ich die ursprünglichen Versionen allesamt öde, weil ohne Sahne, ohne Sojaschnetzel und überhaupt. Ohne besagte Sachen wäre es vielleicht eine “echte” sauce zingara, wie der Franzos’ wohl sagt. Aber man muss ja auch mit der Zeit gehen, denn sonst muss man mit der Zeit gehen, wie Bernd Stromberg mir einst vermittelte.

2013-08-24 19-23-13 - P8244012

Zutaten für 3-4 Portionen (die Hefeknödel reichen bei mir definitiv für 4, bei der Sauce ist es noch ein bisschen ungewiss, ob ich beim vierten Mal satt werde)

  • 450g Mehl
  • 1 Würfel Hefe (womöglich reicht auch ein halber?)
  • 200ml Sojamilch
  • 1 TL Salz
  • 500g Spitzpaprika
  • 1-3 (rote Zwiebeln)
  • 6-8 Sojamedaillons
  • 250ml (heiße) Gemüsebrühe
  • 1 TL Senf
  • Olivenöl
  • ein Glas trockener Weißwein
  • 1 TL Sambal Oelek (bzw. nach Geschmack; mir treibt der eine bereits den Schweiß auf die Stirn)
  • getrocknete Paprika
  • ein Päckchen Sahne nach Wahl
  • ein Schluck heller Weinessig

2013-08-24 19-34-15 - P8244015

Zubereitung (Dauer: Die reine Kochzeit der Sauce dauerte exakt so lang wie die beiden Hefeklöße, also 2×25=50 Minuten)

Zuerst der Funpart: zuerst jeweils Hefe und Sojamilch und Mehl und Salz und anschließend alles mischen, zu einem Hefeteiglein verkneten. Falls es noch ein bisschen arg trocken ist, ein wenig Wasser dazugeben, es sollte wie immer ein gleichmäßiger Teig entstehen. Abdecken und so lange wie möglich gehen lassen.

Senf in Gemüsebrühe einrühren, die Sojamedaillons damit übergießen, beiseite stellen.
Nun konnte der Hefeteig hoffentlich schon ein bisschen gehen.

Die Zwiebel(n) abziehen und würfeln. die Paprika waschen, die Kerngehäuse entfernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Sojamedaillons in Schnetzel schneiden, die Brühe aber aufheben. Die Schnetzel in einen Topf geben und erhitzen, damit die Flüssigkeit verdampft (sie direkt in heißes Öl zu geben, würde sehr viel unnötiges Spritzen ergeben).
Zwischenzeitlich den Hefeteig in 2 Teile teilen, zu länglichen Laiben formen. Etwas Wasser in einen anderen Topf geben, Dämpfeinsatz hineinsetzen, einen der beiden Hefeknödel darauf geben, Deckel drauf und das Wasser zum Kochen bringen, danach die Hitze reduzieren. Gardauer ca. 20-25 Minuten.
Wenn die Flüssigkeit der Sojaschnetzel verdampft ist, Öl dazu und die Zwiebeln und die Paprika, alles noch auf höchster Stufe und ohne Deckel erhitzen, häufig umrühren. Das Tomatenmark dazugeben und noch kurz mit anrösten. Mit Weißwein ablöschen. Die Brühe und die Sahne dazu, aufkochen lassen und die Hitze reduzieren. Sambal Oelek, Paprikapulver und Essig dazu.
Zwischenzeitlich nach dem Hefeknödel schauen und irgendwann herausnehmen und beiseite stellen, den anderen stattdessen in den Dämpfeinsatz geben, kontrollieren, ob noch Wasser im Topf ist ggf. nachgießen. Wieder auf die Uhr schauen, 20-25 Minuten, ge?! Wenn der zweite Hefeknödel gar ist, dann ist auch die Sauce soweit, diese noch rasch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn das Gericht direkt für 4 Leute serviert wird: nachdem der zweite Knödel herausgenommen wurde, den ersten in Scheiben schneiden und nochmal für wenige Minuten dämpfen, mit dem Anschnitt des anderen Knödels noch kurz warten. Die Scheiben werden angeblich super mit Garn durchschnitten. Zumindest im abgekühlten Zustand lassen sie sich aber auch gut mit einem Messer zerteilen (ausprobiert!)

2013-08-24 19-34-45 - P8244020

Ein Gedanke zu “Paprika-Sahne-Geschnetzeltes nach (grob) ungarischer Art mit böhmischen Knödeln

  1. Pingback: Grünkernpilzbraten mit Bratensauce | Hail Seitan! or Can't believe it's not that blahblah jesus guy!

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