Cassoulet

2013-11-03 19-36-11 - PB034931

Mein irgendwann angekündigtes Vorhaben, über die Zeit angehäufte Lebensmittelvorräte aufzubrauchen, geht bisher nur allzu schleppend voran. Zu oft kann ich nicht daran vorbeigehen, wenn ich irgendwo frisches Gemüse sehe, welches, womit ich immer rechne, womöglich am nächsten Tag entweder zehn mal so teuer oder gar ganz (für immer!) aus den Geschäften verschwunden ist, denn das Damoklesschwert der anschließenden Reue schwingt beharrlich über meinem Haupt. Ich erinnere an den Rucola, der vor ein paar Jahren aus den Discountern verschwand, nachdem in einer Packung irgendein seltsames anderes und wohl auch der Gesundheit nicht unbedingt zuträgliches Gewächs gefunden wurde. Und das, als ich gerade Frieden, nein: Freundschaft mit diesem bis dato eher gemiedenen Kraut schließen wollte. Folgendes Szenario: bei der Kartoffelernte rutscht ein kartoffelgroßer Stein mit in die Erntemaschinerie, windet sich wieselartig durch alle Qualitätskontrollen und landet schließlich auf dem Teller eines zum ersten Mal mit Erdäpfeln hantierenden Menschen, der sich beim beherzten Biss in den sich trügerisch als Nachtschattenfrucht herausgeputzten Fels den Eckzahn gen Augenhöhle schickt. Also Leute, bunkert! Der Tag wird kommen! Wie dem auch sei, vor ein paar Jahren erhielt ich von einem Freund ein Gläschen Cassoulet, und abgesehen davon, dass ich Essensgeschenke in etwa so liebe wie frischgebackene Eltern ihren Spross – mal hundert! , war das auch sehr leckerschmeckend und eine schöne Möglichkeit, Hülsenfrüchte in die Ernährung einzubauen. Da ich in den kommenden Tagen wegen diverser Verpflichtungen, wie Waffenschieberei, Menschenhandel, Zuhälterei und Verstoßes gegen das BtMG, abends vermutlich wenig Lust und noch weniger Zeit habe, mich mit der Nahrungszubereitung auseinanderzusetzen, dachte ich mir, ist das doch eine gute Gelegenheit, mal wieder etwas mehr zu kochen, um dann zum Feierabend ins gemachte Nest bzw. Essen zu schlüpfen (im übertragenen Sinne, ge?!).
Das “Rezept” bzw. dessen (fehlende) Mengenangaben folgten im Übrigen einzig der Maßgabe, soviele in Dosen und im Tiefkühlfach schlummernde Relikte wie möglich zu verwenden. Irgendwann einmal habe ich bspw. selber Seitanwurst hergestellt, und da Cassoulet im Original ein Sammelsurium verschiedener Fleisch- und Wurstsorten darstellt, war das ganz gut passend. Des Weiteren hatte ich mal weiße Bohnen gekocht und anschließend eingefroren, genauso wie die letzten Winter gewürfelten Wurzelgemüsen, deren Schicksal eigentlich eine Saucenbasis sein sollte.

Zutaten

  • Hülsenfrüchte (bei mir: weiße und Berlottibohnen)
  • Wurzelgemüse (bei mir Möhren, Pastinaken, Petersilienwurzel)
  • Vegane Wurst
  • Zwiebel
  • Brühe
  • Weißwein
  • Lorbeerblätter
  • Oregano
  • Thymian
  • Estragon
  • Paprikapulver
  • Salz
  • Pfeffer
  • Alsan
  • Semmelbrösel

Zubereitung (Dauer: 2 Stunden sollten eingeplant werden)

Die Wurzelgemüse ggf. putzen und würfeln. Hülsenfrüchte sollten in bereits gekochter Form vorliegen, ansonsten: in reichlich Wasser einweichen und am nächsten Tag kochen und dann fortfahren. Die Zwiebel abziehen und würfeln. Den Knoblauch ebenfalls abziehen. Die Wurst in Streifen oder Würfel schneiden. Etwas Olivenöl erhitzen und Zwiebel, Wurzelgemüse und Wurst andünsten. Die Hülsenfrüchte hinzugeben mit Weißwein ablöschen und mit Gemüsebrühe aufgießen (es muss jetzt keine dünne Suppe sein, sondern ein dicker Eintopf; wenn es zu dünn sein sollte, ohne Deckel köcheln lassen, ansonsten mit), Lorbeerblätter dazugeben. Köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Die Lorbeerblätter entfernen und mit den Gewürzen abschmecken.
Die Eintopfmasse in eine große bzw mehrere kleinere Aufflaufformen geben.
30 Minuten bei 180 Grad Celsius in den Backofen geben. Etwas Alsan schmelzen und mit Semmelbröseln und noch etwas Thymian zu einer dicken Paste verrühren, diese dann auf der Masse in den Aufflaufformen verteilen und nochmal 15 Minuten backen, bis die Kruste gut gebräunt ist. Baguette passt ganz gut dazu, ein Salat auch.
2013-11-03 19-37-05 - PB034939

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