Äthiopische Linsensuppe

Ein seltener Gast auf diesem meinem Blog: Suppe! Mutti wäre stolz auf mich. Abgesehen von der notorischen Kürbissuppe und einer letzten Jahres zubereiteten Bärlauchsuppe kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal freiwillig zur Zubereitung einer fluiden Speise schritt. Ich habe glaube ich auch noch nie irgendwo für Suppe bezahlt bzw. freiwillig, wenn ich eine Wahl hatte, zur Suppe gegriffen. Neh, Suppe und ich sind eigentlich mehr so friedvolle Koexistenz. Aber der Reihe nach:
Ich weiß gar nicht, wie ich da vor ungefähr zwei Wochen überhaupt drüber stolperte, denn das Rezept hat Frau Jupiter ja bereits im Dezember gepostet. Auf jeden Fall passte es supergut zu meinem schon länger bestehenden (und leider viel zu selten umgesetzten) Plan, häufiger mir unbekannte Länderküchen zu versuchen. Äthiopien. Puh. Während Kindheit und Jugend kannte ich dieses Land eigentlich nur als Synonym für Armut und Hunger, wobei ich gar nicht weiß, woher das rührte. Wie auch immer, genuin afrikanische Küche habe ich frevelhafterweise bisher kaum auf dem Schirm gehabt, geschweige denn probiert. Vielleicht einmal etwas marokkanisches, wobei die Grenzen zum Arabischen dann ja doch eher unscharf sind. Hier in der Nähe (von Leipzig-Lindenau gesehen) gibt es bspw. ein Restaurant mit angegliedertem Orientlädchen namens “Cassablanca Salon”, wo ich zum ersten Mal Tabouleh probierte.
Mit Berbere als primärem Geschmacksgeber war meine Neugier jedenfalls erst recht geweckt. Eine kurze Internetrecherche ergab, dass die Überschneidungen mit dem kürzlich Verwendung findenden “Baharat” recht groß sind, und so habe ich beide Gewürzmischungen auch in einem Rutsch hergestellt. Chefkoch half mal wieder aus.
Wie dem auch sei, angesichts der aktuellen Temperaturen ist es vielleicht nicht gaaanz das richtige, denn es “burnt” schon ganz gut von innen heraus, dennoch durchaus zu empfehlen.
Ausnahmsweise würde ich mir sogar wünschen, dass der Blog hier nicht so eine Frontalunterrichtsveranstaltung wäre, sondern mehr Interaktion herrschte, denn dann könnte ich die erfahrenen Leserinnen und Leser fragen, was sich denn noch so an empfehlenswerten Spezialitäten mit dem noch reichlich vorhandenen Berbere-Gewürz herstellen ließen. Als Einzelschicksal werde ich das aber bestimmt auch irgendwie in Erfahrung bringen können. Übrigens ist das hier eines der am schnellsten zuzubereitenden Rezepte, die ich je verbloggen durfte! Zumindest, sofern die Gewürzmischung schon vorhanden ist. Daher: unbedingt zum Nachmachen anempfohlen!

2014-03-03 20-02-56 - P3035497

Zutaten für eine große Portion

  • 80g Linsen
  • 1 Schluck Essig
  • 350ml Brühe
  • 1 TL Berbere
  • 50ml passierte Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • Knoblauchöl (alternativ: gehackter Knoblauch nach Belieben)

Zubereitung (Dauer: < 30 Minuten)
Die Linsen waschen. Die Zwiebel abziehen und würfeln. Zwiebelwürfel in Öl anschwitzen, Linsen dazugeben. Anrösten und mit Essig ablöschen. Brühe und passierte Tomaten dazugeben und mit Deckel aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren und 20 Minuten mit offenem Deckel köcheln. Anschließend pürieren. Berbere hinzugeben und ohne Deckel noch etwas einreduzieren lassen, sodass die Suppe schön sämig wird. Öfter mal umrühren, da es ab einem bestimmten Punkt dann schnell anbrennt.

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