Fakefisch a la Bordelaise

So, die Bärlauchsaison ist ja seit ein paar Wochen so richtig im Gange und von meiner Seite werden auch einige Rezepte folgen. Ich möchte betonen, dass ich das nicht aus Gründen der Trendiness tue, sondern allein, weil ich es wunderbar finde, sich kostenfrei an dem zu laben, was die Natur so hergibt. Gerne ginge ich auch Pilze, bzw. “Schwammerl” – einer der meiner Meinung nach drolligsten Bezeichnungen, die die österreichische Mundart so zu bieten hat -, suchen, doch verspüre ich am Ende wahrscheinlich doch zu wenig Todessehnsucht (vgl. Vergiftung, die). Was mich bisher so manchen bis dato unversehrten Nerv kostete, ist meine Sorge, aufgrund gröbster Dummheit und Fahrlässigkeit aus dem Leben zu scheiden, wissend, dass sich in die Trauer der Hinterbliebenen das sich qua tiefer Fingerabdrücke im Stirn- und Schläfenbereich abzeichnende Unverständnis darüber, dass jemand so himmelsschreiend doof sein kann (und dabei einst die fitteste Spermie war!), mischt und damit all das schöne Gedenken trübt, ich sozusagen ins Planschbecken meines Andenkens pisse. Bei Bärlauch muss man zwar wohl auch ein wenig vorsichtig sein, aber die Orientierung anhand der schon recht herausstechenden olfaktorischen Bärlauchigkeit gelingt sogar mir, gibt mir Gewissheit und lässt mich den Schmaus ohne Todesfurcht genießen. Wer mal im Frühjahr Leipzig besuchte und womöglich gar vom Süden in die Stadt hinein fuhr, wird sich vielleicht auch der den größten Teil der Atemluft sich bemächtigenden Geruchsschwaden erinnern, hier steht echt alles voll mit diesem Kraut.
Wie dem auch sei, nach Bärlauchpesto und -suppe begab ich mich googlend auf die Suche nach wohlklingenden und -schmeckenden Verwertungsmöglichkeiten. Offenbar ist die Kombination mit Fisch eine recht populäre. Long story short, ich versuchte mich an etwas “Schlemmerfilet”-artigem. Die paar Mal, die ich das so bezeichnete Igloprodukt aß, mundete es mir sehr. Ich erinnerte mich, mal irgendwann hier drüber gestolpert zu sein, habe das aber letztlich frei Schnauze gemacht.

 

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Zutaten für 4 Portionen

Tofufisch

  • 400g Tofu
  • ein paar Gramm Algen (siehe hier)
  • Zitronensaft
  • Dill
  • 3 EL Hefeflocken
  • Wasser
  • ein paar EL Gluten Pulver
  • Salz
  • 100g Alsan
  • 2-3 TL Bärlauchpesto
  • Paniermehl

Kartoffelbrei (2-3 Portionen)

  • 400g Kartoffeln
  • 100ml Sojamilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat

Senfsauce (2-3 Portionen)

  • 200ml Brühe
  • 1 EL Alsan
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Senf

 

2014-03-18 19-41-06 - P3185574

Zubereitung (Dauer: eine Stunde oder so)
Wichtig hierbei ist: ein etwas tieferes Blech bzw. eine Fettpfanne, wie es wohl heißt. Denn der Tofufisch muss im Wasserbad garen, um wirklich ordentlich zu werden.
Zuerst einmal die Alsan aus dem Kühlschrank holen, damit sie schön weich ist.
Ein Mixer sei hier dringend empfohlen. Mit Pürierstab geht es im Zweifelsfall auch, aber es gestaltet sich teilweise schwieriger (und mit mehr herumfliegendem Nahrungsbrei verbunden). Den Tofu, etwas (!) Wasser und Algen (es waren wirklich nur wenige Gramm, aber das kann man nach Geschmack machen) in den Mixer werfen und pürieren. Die Menge Wasser richtet sich u.a. nach der Trockenheit des Tofus: es sollte sich halt eine schöne homogene Masse ergeben. Je nach Geschmack noch weitere Algen dazugeben und weiterpürieren. Mit Salz, Hefeflocken, Dill und Zitronensaft kräftig (!) abschmecken. Es kommt noch das Glutenpulver dazu, das ja auch streckt, also lieber etwas mehr würzen, es soll nicht fade werden.
Esslöffelweise Glutenpulver dazugeben und verkneten. Die Masse sollte weich sein, nicht so fest und zusammenhängend wie Seitan, aber eben auch nicht mehr klebrig. Ich habe mindestens 5 EL verwendet.
Diese Masse in eine Auflaufform geben und gleichmäßig verteilen. Diese schicken IKEA-Glasformen eignen sich gut.
Die Alsan sollte nun weich sein. Ggf. im Wasserbad noch etwas weicher machen. Mit Bärlauchpesto und Paniermehl verkneten, und zwar so, dass es eine kompakte Masse ergibt, die sich gut auf der Tofumasse verteilen lässt. Masse auf der Tofumasse verteilen.
Die Auflaufform in die o.g. Fettpfanne stellen und letztere mit kochendem Wasser auffüllen. Das Ganze in den Ofen geben und bei 175 Grad Celsius für 45 Minuten garen.
Für den Kartoffelbrei die Kartoffeln schälen, ggf. auf eine Größe zurechtschneiden (damit sie alle ungefähr gleichzeitig weich sind) und im kochenden, gesalzenen Wasser weich garen, 20 Minuten ist da so eine übliche Zeit. Daher: die Kartoffeln erst so 25 Minuten vor Ende der o.g. Backzeit in das Wasser geben.
Sojamilch erhitzen. Wasser abgießen, die Kartoffeln mit einem Stampfer zerdrücken, die Sojamilch dazugeben, alles mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Für die Sauce: Alsan schmelzen, Mehl dazugeben. Alles ein bisschen verrühren und blubbern lassen, mit Brühe aufgießen, Senf dazugeben und aufkochen lassen, Hitze reduzieren.

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