Tortillas

Und noch ein weiteres „Basic“-Rezept hinterher.

Diese standen schon seit Ewigkeiten auf meiner Liste. Denn gefüllte Teigfladen, ob nun klassische Tortillas oder Weizenmehlwraps, meist mit gebratenen Sojastreifen und Guacamole gefüllt, waren eine Zeitlang in Jena das Standardabendessen meiner damaligen Freundin und mir, wenn wir bei mir speisten. Mit Gedanken an Tortillas im Hinterkopf nahm ich mir auch vor nunmehr zweieinhalb Jahren im Urlaub in Italien eine Packung Maismehl mit. Welche ich vor wiederum genau einem Jahr entsorgte, als ich zufällig in der Packung den Sproß einer Lebensmittelmottenfamilie entdeckte (Mama und Papa Motte gingen mir zuvor schon auf den Leim entsprechender Fallen). Nach dem Krieg hätte man Mehl und Made wahrscheinlich siebenderweise voneinander separiert, aber vermutlich hätte ich nie wieder würgreizfrei etwas essen können. Neulich im Angebotsladen des Vertrauens (Tipp für Leipzigerinnen und Leipziger: die in der Lützner- und der Eisenbahnstraße befindlichen Filialen des mit “Im Angebot” ziemlich treffend betitelten Lebensmitteleinzelhändlers, der neben permanent angebotenen Fleischbergen auch hin und wieder mal drastisch (!) reduziertes für Herr und Frau Herbivor bereithält; vor vier oder fünf Wochen waren dies bspw. verschiedene Artikel von “Veggielife” zu ca. einem Viertel ihres üblichen Preises) neues Maismehl gekauft und da die im Kühlschrank auf den Verfall zusteuernde Guacamole so schön damit harmoniert, war die Gelegenheit am Schopfe zu packen. Ging gar nicht schwer und entgegen meiner Befürchtung war das Ausrollen auch kein so großes Problem. Pro-Tipp: die Kügelchen erst mit den Händen flachdrücken (Untergrund und die Bälle selbst ordentlich bemehlen!) und dann mit wenigen Nudelholzzügen auswallen. Das erhöht die Chance, dass das Resultat eher nach Kreis denn Wolke oder Kleinkindzeichnung aussieht.
Achja, ich habe – bei den Mais-/Weizenmehlvarianten – zwei verschiedene Arten von Tortillateig ausmachen können: jener zum Ausrollen und jener Flüssige, der mittels Kelle in die Pfanne gegeben wird. Wie das Resultat bei letzteren ist, wird noch eruiert, ein anderes Mal jedoch.

2014-03-27 11-50-32 - P3275580

Zutaten für 12 Stück/6 Portionen

  • 260g Maismehl
  • 260g Weizenmehl
  • 2 TL Salz
  • 350ml Wasser

Zubereitung (Dauer: max. 1 Stunde)

Alle Zutaten miteinander vermischen, ein Rührgerät mit Knethaken bzw. eine entsprechend ausgestattete Küchenmaschine eignet sich hierbei gut. Der Teig sollte weich und nicht mehr klebrig sein, ggf. noch etwas Mehl zugeben.
Die Masse in 12 Teile teilen: bspw. zu einer Rolle formen und diese zerteilen. Ich habe immer etwa tischtennisballgroße Stücke genommen, die 12 als Anzahl war daher nicht Ziel, sondern zufälliges Resultat. Zu Kugeln formen und auf Backpapier bzw. eine bemehlte Arbeitsfläche geben, mit Mehl bestreuen und 10 Minuten ruhen lassen (ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob bzw. was es bringt; ich freue mich immer über einen Moment Freizeit um durch die Wohnung zu gehen und mir Gedanken zu machen). Die Kugeln einzeln auf einer wiederum gut bemehlten Fläche unter Zuhilfenahme weiteren Mehls zu dünnen Fladen ausrollen (siehe Pro-Tipp oben).
Eine Pfanne erhitzen. Ohne Öl. Die Tortillas einzeln darin ausbacken, ein bis zwei Minuten pro Seite sollten reichen; sie sollten braune Flecken bekommen. Aber nicht zu lange in der Pfanne lassen, denn dann verlieren sie ihre Flexibilität und werden spröde. Währenddessen schon die nächste Tortilla auswallen.
Füllen nach Gusto oder einfach so essen. Ich habe o.g. Guacamole und gebratene Tofubratstreifen aus dem Netto plus Tomaten und Lauchzwiebeln hineingetan.
Die Tortillas lassen sich wohl auch einfrieren. Am besten mit Folie oder Wachspapier oder so dazwischen, damit sie nicht brechen, wenn man einzelne Tortillas herausnehmen möchte.

2014-03-27 12-29-10 - P3275581

3 Gedanken zu “Tortillas

  1. Ah, das trifft sich ja gut! Ich habe mich (aus nicht ganz uneigennütziger Motivation) nämlich vor einer Weile mit der Herstellung von Maistortillas befasst (http://zeitohnegeld.blogspot.ch/2014/01/maistortillas-und-wo-man-sie-herbekommt.html). Dabei haben ich gelesen, man bräuchte dafür unbedingt nixtamalisiertes Maismehl. Das wiederum habe ich hier irgendwie nirgends finden können, weshalb ich meine Tortillaproduktion erst einmal aufgeschoben habe.

    Nun würde mich interessieren, ob du für deine Tortillas nixtamalisiertes Maismehl genommen hast und ob das Gelingen deines Rezepts von der Kombination aus Weizen- und Maismehl abhängt oder ob’s auch nur mit Maismehl ginge.

    • Ich las zum ersten Mal das Wort „nixtamalisiert“. Wow. Also damit ginge es wohl ohne Weizenmehl, bei Standardmaismehl braucht man solches aber wohl, wegen der Bindung. So habe ich es gelesen. Also ich habe ganz normales verwendet. Viel Erfolg also beim Nachmachen!

      • Danke! Ich kannte das auch nicht, bis ich erstmals mit dem Gedanken gespielt habe, Maistortillas selber zu machen, finde das Wort nun aber grossartig.

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