Erbazzone

Die wenigsten Dinge, die ich so tue, haben tatsächlich einen großen, dahinterstehenden Sinn oder sind Teil eines von mir verfolgten Plans oder Lebensentwurfs. Meistens handelt es sich vielmehr um bloße Übersprungshandlungen, ausgeführt, weil sich irgendwelche anderen Dinge nicht ändern lassen und sich auf diese Weise eine Form von Befriedigung herstellen lässt. Mein Umzug nach Leipzig oder die Anschaffung der Katze zählen bspw. in diese Kategorie. Und vor ca. 7 Wochen packte mich, nachdem ich bereits wieder einen größeren zweistelligen Eurobetrag in die neue Balkonbepflanzungssaison investiert hatte, die fixe Idee, einen eigenen Garten zu bewirtschaften und dort schalten und walten zu können, wie es mir beliebt. Ca. 2 Wochen später hatte ich den Vertrag unterschrieben und genügend Biomasse, um mich ein Jahr lang mit Energie zu versorgen, in Pflanzenform herumstehen. Die Vorpächterin hatte schon diverses Gemüse ausgesät, wobei die Differenz zwischen den an den Reihen befestigten Schildchen und den tatsächlichen Pflanzen zum Teil frappierend war. Was z. B. als Bohnen deklariert war, entpuppte sich, dank der umfänglichen Sachkenntnis meines Kumpels S., als Mangold, der jedoch so eng gesät war, dass knappe 80 Prozent der Pflanzen auf S.‘ Anraten direkt verwertet werden mussten. Ich habe glaube ich einmal in meinem Leben Mangold zubereitet, daher einfach mal das Internet durchforstet und dabei auf ein italienisches Gericht namens Erbazzone gestolpert. Vielfach mit Schinken oder Käse zubereitet, wurde die Entwicklung einer veganen Variante erforderlich. Im Grunde wie von hier, aber einfacher und mit etwas Spinat, weil nicht genügend Mangold vorhanden war. Ein wirklich simples Gericht, das aber auch recht praktisch ist für unterwegs und sich in meinen Augen perfekt zur Mangoldverwertung eignet.

2016-06-28 20-08-26 - P6287825.jpg

Zutaten für 2-3 Portionen

  • 300g Mehl
  • 80ml Olivenöl
  • Wasser nach Bedarf
  • Salz
  • 300g Mangold
  • 140g Spinat
  • 2 Zwiebeln
  • Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung (Dauer: ca. eine halbe bis ganze Stunde plus Backzeit)

Mehl und Öl miteinander mischen. Schrittweise so viel Wasser zugeben, dass ein knetbarer, geschmeidiger Teig entsteht. Zu einer Kugel formen und in den Kühlschrank legen.

Den Mangold ordentlich waschen und grob trockenschleudern. Mit dem Spinat, sofern es sich um frischen handelt, ebenso verfahren. Falls es sich um TK-Spinat handelt, diesen in eine weite Pfanne geben und langsam auftauen.

Die Zwiebeln abziehen und würfeln.

Den Mangold und ggf. frischen Spinat grob hacken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen (wenn, wie oben, bereits der Spinat in der Pfanne ist, diese so lange erhitzen, bis der Spinat aufgetaut und die Flüssigkeit verdampft ist, erst danach das Öl zugeben) und zuerst die Zwiebeln anbraten und danach den Mangold (plus ggf. Spinat) hineingeben und bei mittlerer Hitze zusammenfallen lassen. Häufig rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Petersilie hacken und dazugeben.

2016-06-28 20-04-52 - P6287823.jpg

Den Teig halbieren und mithilfe des Bodens einer Springform zu zwei Kreisen ausrollen, der eine etwas größer als der andere. Den größeren Teigkreis auf den Springformboden legen, die Mangoldfüllung drauf geben, den kleinen Teigkreis daraufgeben und die Ränder von unten hochklappen und den Teigfladen verschließen.

Mit etwas Öl bepinseln und bei 160 °C ca. eine Dreiviertelstunde lang backen. Vor dem Anschneiden kurz abkühlen lassen.

2016-06-28 20-08-50 - P6287830.jpg

Ein Gedanke zu “Erbazzone

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s