Zucchini-Kichererbsen-Pfannkuchen

Und noch eines hinterher. Wie ich eben mit Erschrecken feststellte, sind ja bereits auch erst zwei Wochen vergangen seit den letzten beiden Einträgen. Fühlte sich weit länger an, was insofern ganz praktisch ist, als dass ich vielleicht langsam wieder zurück finde zum regelmäßigeren Verfassen. Sagt man nicht auch, dass in der Hölle die Zeit viel langsamer vergeht? Ist ja zumindest beim Zahnarzt so. Würde zumindest so manches erklären. Dank einer seit nunmehr drei Monaten ausgeübten Erwerbstätigkeit, bei der ich nicht nur ausgiebig die Abgründe menschlichen Miteinanders, sondern auch bis dato unbekannte Dimensionen körperlicher Manifestationen diverser Angstscheiße kennenlernen und erforschen darf, verhält es sich mit der sog. Reproduktionssphäre eher so, dass ich diese weniger den angenehmen Dingen widme, als vielmehr den unermässlichen Drang zu verspüren, so schnell wie möglich einen Prozess des Vergessens herbeizuführen. Wenn ich die passende Anleitung finde, werde ich an der Wohnungstür eine Konstruktion anbringen, die mittels Timing, Präzision und Vorschlaghammer das Abschalten zum Feierabend bei Betreten der Wohnung automatisiert und beschleunigt. Zu Beginn war es noch so, dass ich selbst bei zwei freien Tagen am Stück frühestens am letzten irgendwann in der Lage war, die Gedankenspirale zu unterbrechen und mich voll und ganz mit etwas Schönem zu beschäftigen. Da sich der Zeitraum mittlerweile halbiert hat, besteht die freudige Hoffnung, dass aus mir kleinem, verkrüppelten Zahnrad dann doch noch ein gut geöltes, funktionales Element dieser ganzen Todesmaschine werden könnte. Ein komplett rund geschliffenes Zahnrad verkeilt zumindest nicht. Ist jetzt so meine Behauptung und ich hoffe, hier liest kein Mechaniker oder Mechanikerin mit.

Wie dem auch sei. Frau Mama sandte mir vor zwei Wochen einige der sprichwörtlichen Früchte ihrer Gartenarbeit in Form von Zucchini, Gurke und Tomaten (danke Mutti!). Beim Rumstöbern im Interweb kam ich hier vorbei und wie es Schicksal und Asiasupermarkt wollten, hatte ich gerade heute neues Kichererbsenmehl gekauft. Dank Häckselmaschine musste ich nicht einmal das Messerchen schwingen und es ging wirklich außergewöhnlich fix. Das Resultat war sogar noch besser als erhofft und das just verbloggte Kürbischutney passt, oh wunder, auch hervorragend dazu. Da ich noch eingedosten Mais hatte, landete der auch noch daneben. Ich betone: das hier ist wirklich sehr sehr lecker!

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Zutaten für 2-4 Portionen

  • 150g Kichererbsenmehl
  • 100ml Wasser
  • 100g Zucchini
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stück Ingwer von der Größe eines Daumennagels
  • 1/2 TL Garam Masala
  • etwas Kreuzkümmel
  • etwas Knoblauchöl, normales Öl tut’s auch
  • frischer Koriander
  • Salz

Zubereitung (Dauer: 15-20 Minuten)

Kichererbsenmehl und Wasser vermischen. Das geht am besten im Mixer. Zwiebel und Ingwer schälen (bei Ingwer geht das ganz gut mit einem Löffel). Falls ein Gemüsehäcksler zur Verfügung steht: Zucchini, Zwiebel, Koriander und Ingwer darin fein zerkleinern. Falls nicht: fein reiben/hacken. Mit der Kichererbsenmischung verrühren. Gewürze und Öl zugeben, abschmecken. Eine Pfanne mit etwas Öl erhitzen. Ich habe insgesamt 2 große Pfannkuchen gemacht, das ist aber Geschmackssache. Einen Teil der Mischung in die Pfanne gießen, anbraten bzw. stocken lassen, wenden und die andere Seite auch kurz braten. Fertig.

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Kürbis-Chutney

So, liebe Freunde der untergehenden Sonne und der seltenen Blogaktualisierungen, anbei ein Rezept für Kürbischutney, welches seit vergangenem November (!) darauf harrt, hier veröffentlicht zu werden. Ich kann das so genau datieren, da auf den Gläsern, in denen sich das Chutney befindet, das Datum vermerkt ist. Als bekennender und nur semi-anonymer Lebensmittelmessie habe ich es tatsächlich erst am heutigen Tag geschafft, das damals Produzierte zu probieren und zu fotografieren. Was zumindest mit der Erkenntnis einherging, dass sich das Chutney, unter einigermaßen hygienischen Bedingungen hergestellt, mindestens 9 Monate hält und dann immer noch ziemlich geil schmeckt. Kein Eintrag ohne Inspiration, in diesem Fall war es von hier. Die Menge reicht exakt für zwei dreihundertnochwas Mililiter fassende Sturzgläser und an sich passt das zu allem möglichen, Fleischersatz, als Dip für Diverses, Gemüse etc.

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Zutaten

  • 200g Kürbis
  • 1 säuerlicher Apfel
  • 2 Zwiebeln
  • 50g Ingwer
  • 150ml Orangensaft
  • 200ml Weißwein
  • Saft einer Zitrone
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cayennepfeffer

Zubereitung

Kürbis recht fein würfeln. Apfel schälen und etwas grober würfeln. Zwiebeln abziehen und ebenfalls würfeln. Ingwer schälen und – ebenfalls – fein würfeln. Olivenöl in einem weiten Topf erhitzen und alles eben geschnittene andünsten. Knoblauch abziehen und hineinpressen, mit Osaft und Weißwein ablöschen. Zitronensaft dazugeben. Deckel drauf und aufkochen, die Hitze reduzieren und solange köcheln lassen, bis alles weich ist. Den Deckel abnehmen und alles noch etwas dick einkochen lassen. Mit den Gewürzen abschmecken. Ich habe an dieser Stelle alles noch mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet, man kann es aber wahrscheinlich auch einfach zerkochen lassen. Wenn das geschehen ist, in heiß ausgepülte Twist-Off-Gläser füllen und mit ebenfalls heiß ausgespülten Deckeln verschließen. Das war’s!

Brokkoli-Dal

Nein, ich hab eigentlich nichts besseres zu tun, als Rezepte zu veröffentlichen, trotzdem hatte ich in den vergangenen 2 Wochen irgendwie nicht so richtig Lust, Texte zu tippen und dabei aufzupassen, keine inhaltlichen Fehler einzubauen. Is‘ ja wie Studieren! Ja, eine Substantivierung, daher mit groszem ‚S‘ am Anfang. Egal. Da ich jedoch trotzdem fast jeden Tag irgendwelche Lebensmittel zusammenwerfe und darauf hoffe, dass das Resultat mehr als die Summe aus Einzelteilen, Wärme veritablem Hungergefühl ist, habe ich selbstverständlich auch in der Zwischenzeit neue Sachen ausprobiert. Folgendes ist nicht wirklich neu, aber Dal ist nach wie vor die Königin unter den einfach zuzubereitenden, sättigenden und wunderbar schmeckenden Gerichten. Diesmal nur mit Brokkoli und ohne Blumenkohl.

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Brokkoli
  • 1 Möhre, gerieben
  • 250g rote Linsen
  • 1l Wasser
  • 2 TL Brühe
  • 1TL Koriander
  • 2TL Cumin
  • 1/2TL Kurkuma
  • 1 Chili, gehackt
  • 1TL grobes Meersalz
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1TL Zimt
  • 1TL Ingwer
  • 150g Tomate(n)

Zubereitung

Diesmal nur stichpunkthaft: Die Linsen in einem Sieb abbrausen, oder auch nicht, je nachdem, wie die Laune es gerade zulässt. In einen Topf geben, den Liter Wasser dazu, kurz mal umrühren, Deckel drauf und aufkochen. Wenn das Ganze dann irgendwann kocht, kann der Deckel runter und die Hitze reduziert werden. Aber soweit sind wir noch nicht. Wir putzen den Brokkoli, und zwar nicht mit Reinigungsmitteln und Wurzelbürste, sondern schnippeln alles in kleine Röschen, und alles was kein Röschen ist wird solange gewürfelt, bis keine Kante mehr länger als 5 Millimeter ist. Für all jene, die es mit Längenangaben nicht so haben: Millimeter ist weniger als Zentimeter. Sollte jedenfalls alls recht klein sein. Danach in einem Sieb sauberkärchern. So, Zeitsprung: Das Wasser der Linsen kocht, ja? So seit 10 Minuten? Gut! Brokkoli und Möhre dazu. Und die Gewürze. Nun geht es den Tomaten an den Kragen: ich machte den Fehler, diese nicht zu skalpieren, und so Tomatenhaut kann manchmal echt nicht so toll sein, wenn sie mirnichtsdirnichts plötzlich im Mund auftaucht. Daher: Tomate(n) nehmen, die Unterseite mit einem Messer kreuzweise einschneiden, so 2 Zentimeter lang vielleicht. In eine Schüssel setzen. Wasser in einem Wasserkocher zum kochen bringen, dieses dann auf die Tomaten kippen. Wenn sie sich wieder anfassen lassen, ohne dass mensch sich dabei die Fingerchen burnt, lässt sich die Schale ganz leicht abziehen. So. Anschlieszend ebenfalls würfeln und zu dem Linsen-Brokkoli-Matsch geben. Solange kochen lassen, bis der Brokkoli schön weich ist und die Tomaten ihre klar abgegrenzte Form gegen ein eher diffuses Dasein eintauschten.

Fladenbrot als Beilage funktioniert auch hier superb!

 

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„Aloo-Gobi-Dal“ – Blumenkohl-Linsen-Curry mit Kartoffeln (indisch)

Vermutlich wird jeder, der Ahnung von indischem Essen hat, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er den Titel dieses Rezepts liest. Ich hingegen schütze mich mit einem Schild aus Dummheit und Unwissen, und es zählt ja wenigstens der Versuch, eine nicht dem heimischen Kulturkreis entstammende Speise mit ihrem ursprünglichen Namen zu bezeichnen. Dieses Gericht ist ziemlich einfach zu realisieren, benötigt aber eine relativ lange Kochzeit, zumindest verglichen mit Nudeln mit Feuerwehrsauce. Da es auch super aufgewärmt werden kann, lohnt sich diese Investition auf jeden Fall, denn es ist ein wahrer Gaumenschmeichler. Das Originalrezept hab ich aus dem Veganomicon, habe es aber ein wenig modifiziert. Here we go:

Zutaten:

  • 1 Blumenkohl
  • 250g rote Linsen
  • 150g Kartoffeln (gerne auch die doppelte Menge, in dem Fall aber die Menge an Gewürzen evtl. erhöhen)
  • 2 mittelgrosse Zwiebeln
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • 1 TL Kreuzkümmel/Cumin, gemahlen
  • 1 TL gemahlener Ingwer oder ein Stück frischer (diesen dann schälen und hacken oder reiben)
  • 1 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1 Chilischote, gehackt; alternativ etwas Cayennepfeffer, nach Bedarf
  • Öl oder veganes Ghee (?)
  • Perfekt dazu passend: frisches Fladenbrot!

Zubereitung:

Die Linsen in ein Sieb geben, ordentlich mit Wasser abbrausen. Keine Ahnung, ob der Dreck, der ansonsten noch dran hängen könnte, evtl. Vitamin B12 enthält oder aber zu einem raschen, schmerzvollen Tod führt… Den Blumenkohl in Röschen teilen, was an „Ästen“ anfällt, in kleinere Stücke schneiden, in einem Sieb gründlich abspülen (Tiere im Essen fetzen nicht).

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Die Kartoffeln schälen und würfeln. Die Zwiebeln in Ringe schneiden.

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Etwas Öl (oder pflanzliches Ghee, welches angeblich existiert) in einem Topf, der groß genug ist, damit alles reinpasst und man es auch noch umrühren kann, erhitzen. Die Zwiebeln und die Kartoffeln dazugeben, hin und wieder umrühren und warten, dass die Zwiebeln glasig werden und die Kartoffeln eine leichte Sommerbräune bekommen.

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Die Chilischote und den Rest der Gewürze dazugeben, umrühren, 2 Minuten warten. Wer keine Lust auf klumpiges Schüttgut hat (abgesehn davon besteht auch noch die Gefahr, dass die Haltbarkeit der Gewürze unter der Feuchtigkeit leidet), kippt die Gewürze nicht direkt ins dampfende Essen (Dampf = Wasser…), sondern geht den Umweg über ein kleines Tellerchen. Muss gestehen, dass ich mir das auch erst vor Kurzem angewöhnt habe.

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Die Brühe dazugiessen, die Linsen mit reinwerfen, alles umrühren. Diese jetzt nicht ganz appetitlich aussehende Chose aufkochen lassen, danach die Hitze runterdrehen und einen Deckel auf den Topf setzen (Energie sparen!). Nun warten wir circa 10 Minuten, rühren noch mal kräftig um und geben nun den Blumenkohl dazu, voller Hoffnung, dass er auch wirklich noch in den Topf passt. Schön umrühren, damit er (der Blumenkohl, nicht der Topf) auch gut mit der Brühe bedeckt ist. Ab jetzt ohne Deckel warten: mindestens 20 Minuten, je nach Größe der Blumenkohl-Brocken kann es auch etwas länger dauern. Nach 20 Minuten kann man alle 5 Minuten mal probieren, ob der Blumenkohl schon schön weich ist. Falls das Gericht noch zu suppig ist, ohne Deckel weiterkochen, die Konsistenz sollte irgendwo zwischen dickem Eintopf und Schlamm liegen…

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Zwar ein Kulturclash, aber türkisches Fladenbrot passt super dazu. Indisches Naan-Brot wahrscheinlich sogar noch besser, ist aber auch teurer und enthält bisweilen nicht-vegane Bestandteile. Das Brot sollte es sich auf jeden Fall für ein paar Minuten im Ofen gemütlich machen, bevor es dazugereicht wird. Selbstverständlich kann mensch auch Basmati- oder sonstigen Reis dazu verzehren.

Zugegeben, wenn dieses Gericht ein Kind wär, würde es von den anderen Gerichten bzw. Kindern aufgrund seines Aussehens ständig gehänselt werden, aber wir wissen ja, Godzilla sei Dank!, dass es auf die inneren Werte ankommt, welche in diesem Fall weder Gedärm, noch Charakter sind, sondern Geschmack und Nährwert. Letzteres ist nur eine Vermutung, aber Blumenkohl und Hülsenfrüchte sind bestimmt gesünder als ’ne Portion Fritten.

Also: reingehaun!

Frnk