Gemüsebratlinge mit Tofu

Gemüsebratlinge mit Tofu. Mache ich leider viel zu selten. Bzw. fast nie. Dabei ist das echt praktisch, dank Tofu und den Hülsenfrüchten auch recht eiweißreich und auch ein prima “Fingerfood”, zusammen mit einem Dip und einem Brötchen eine einfache, schnelle Mahlzeit (sofern man das schon vorbereitet und bspw. eingefroren hat). Es können selbstverständlich auch andere Gemüsesorten verwendet werden. Für mich dient es eher als eine Art Blaupause für Tofubratlinge an sich. Whatever, das Rezept:

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Zutaten für 10-30 Stück (je nach Größe; bei mir waren es exakt 10 Stück, aber teilweise auch ganz schöne Riesenteile)

  • 200g Möhren
  • 200g Mais
  • 1 Dose Chilibohnen in Sauce
  • 500g Tofu
  • 100ml Sojamilch
  • 2 EL Sojamehl
  • 10 EL Semmelbrösel
  • Olivenöl
  • Röstzwiebeln
  • Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • Öl zum Braten

Zubereitung (Dauer: 1 Stunde, circa)

Die Möhren raspeln. Den Tofu mit der Sojamilch zusammen pürieren. Zu den Möhren geben. Dazu auch den Mais und die Chilibohnen geben, gut vermischen. Das Sojamehl am besten hineinsieben, weil es leicht verklumpt. Einen Schluck Olivenöl, Petersilie und Röstzwiebeln dazugeben. Mit den Gewürzen abschmecken. Die Semmelbrösel dazugeben und alles miteinander verkneten. Die Masse sollte nun  recht fest sein. Mittels eines Deckels eines Schraubglases oder Servierringen oder freihand Burger bzw. Bratlinge formen und auf ein gefettetes Blech geben. Mit Öl bepinseln oder besprühen und bei 180 Grad Celsius 30 Minuten backen. Nach dem Abkühlen werden sie noch etwas fester.

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Kartoffel-Pastinaken-Püree mit Champigonragout und Sojamedaillons

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Werte Leserschaft,
eine gewisse Kochmüdigkeit hat sich zwischenzeitlich meiner bemächtigt, was wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen ist, dass die Stimme in mir, die darauf drängt, jetzt doch mal bitte was Sinnvolles, nicht lediglich dem unmittelbaren Genuß Dienendes zu tun, aka “Ändere dein Leben, Lies, Schreib, Fahr Rad!”, in letzter Zeit eine Lautstärke erreicht hat, die sich nur noch schwer geflissentlich weg-ignorieren lässt. Ich hab mir neulich zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder Toastbrot gekauft und war erfreut darüber, wie weit die Nutzung eines Sandwichtoasters bei der Hauptmahlzeitzubereitung meinem fehlenden Zeitmanagement entgegenkommt. Und erfand en passant die Vokabel Hauptmahlzeitmanagement. Als ich jedoch beim wöchentlichen Marktbummel mit den Augen über einen Eimer Pastinaken stolperte, entsann ich mich meines persönlichen gustatorischen Highlights bei der Hochzeit meiner Schwester vier Jahre zuvor: Pastinakenpüree ward aufgetischt worden und so oft ich mir seitdem vornahm, dies mal selber zu kochen, so oft verwarf, besser: -gaß ich das Vorhaben wieder. Als, wie ich meine, Herbstgemüse, passt irgendetwas pilziges da ja generell auch gut dazu, auch wenn Champignons vielleicht nicht unbedingt das verlässlichste Instrument zur Jahreszeitenabschätzung darstellen. Bei der Schnapsinventur fiel mir auch die Flasche Calvados in die Hände, die ich einst ausschließlich mit dem Hintergedanken des damit-kochens erwarb. Mein Freund S. erzählte mir mal vor Jahren von der Kombination Zwiebeln/Calvados, daher stand das seit jeher im Raum.

Als Marinade nahm ich ein vor langer Zeit mal fertig gekauftes Produkt, das Ewigkeiten im Kühlschrank Platz wegnahm. Üblicherweise nehme ich sonst eine Kombination aus Gemüsebrühe, Sojasauce, Paprika, Senf, manchmal auch Bier.

Vor allem das Pilzragout eignet sich im Übrigen hervorragend, um bspw. Kinder behutsam an Alkohol heranzuführen. Im Ernst, mit grob geschätzt 60ml Wein pro Portion plus Calvados auch ein solides Frühstück für Spiegeltrinker! Der kluge Koch verteilt den verbleibenden halben Liter Wein auf sich und einen hoffentlich anwesenden Gast und gießt (!) sich damit direkt das Fundament eines gelungenen Abends (selbst, wenn das Essen nicht mundet, bspw. alkoholbedingt verbrannt ist oder so).

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Zutaten für 4 Portionen

Püree

  • 500g Kartoffeln
  • 500g Pastinaken
  • 150-200ml Sojasahne, 100ml Wasser
  • Kürbiskernöl
  • Salz

Champignonragout

  • 500g Champigons
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 250ml Weißwein
  • 20ml Balsamico
  • Rosmarin
  • Salz
  • Pfeffer
  • 35g Alsan
  • Saucenbinder/Kartoffelmehl

Sojamedaillons

  • 12 Sojamedaillons
  • Marinade nach Wahl
  • 1 Zwiebel
  • Öl
  • Calvados

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Zubereitung (Dauer: max. 2 Stunden)
Eigentlich geht das ganz fix, die Sojamedaillons benötigen am Längsten. In Wasser mehrere Minuten kochen und abgießen, ausdrücken. Die Marinade nach Wahl ggf. mit Wasser verdünnen und die Medaillons hineingeben. 1 Stunde ziehen lassen.
Die Pastinaken und Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, bestenfalls in einem Gefäß mit Wasser abdecken, damit die Kartoffeln sich nicht verfärben.
Zwiebel und Knoblauch abziehen und hacken. Champignons putzen und je nach Größ0e halbieren bzw. vierteln. Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin 2 Minuten anbraten. Die Champignons dazugeben und kurz scharf anbraten, mit dem Wein ablöschen. Balsamico und die Gewürze dazugeben und bei mittlerer Hitze einköcheln lassen. Währenddessen die Kartoffel- und Pastinakenscheiben im Wasser kochen, so 20 Minuten, bis sie wirklich weich sind.
Die Sojamedaillons zusammen mit der Marinade in eine Pfanne geben und die Flüssigkeit verdampfen lassen. Öl angießen und scharf anbraten. Zwiebel in Ringe schneiden und dazugeben, kurz mit anbraten und mit Calvados ablöschen. Bei geringer Hitze warmhalten.
Alsan ins Champigonragout rühren. Saucenbinder mit wenig kaltem Wasser verrühren und dazugießen, noch kurz aufkochen lassen und die Herdplatte ausschalten.
Das Wasser, in dem Kartoffeln und Pastinaken schwimmen, abgießen und selbige in einer Schüssel mit der Sojamilch zerstampfen. Mit Salz würzen, Kürbiskernöl unterrühren.
Servieren, Prost.
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Fatayer mit Sojahack und Tahinsauce

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Und wieder verging eine lange Weile, die ironischerweise gar nicht von Langeweile gefüllt war, sondern von Veränderungen hier, da und dort, die mich sehr oft sehr erfolgreich daran hinderten, zu kochen oder zu backen, abseits der 97. Pasta- und Pizzavariation, die ich hier gewiss nicht breittreten werde. Dazu kommt, dass ich mir in den letzten Monaten aus diversen Gründen angewöhnt habe, den Computer so oft es geht auszuschalten und mich anderen Dingen zu widmen, sodass auch die eigentlich noch auf Halde befindlichen, bereits zumindest teilweise verschriftlichten und fotografierten Rezepte weiterhin auf der Festplatte ruhen und ihrerseits sicher schon teilweise die Hoffnung auf Veröffentlichung und damit einhergehendem Ruhm gemeinsam mit ihrer Selbstachtung begraben haben und nunmehr vor sich hin dämmern, den Job hinschmeißen, soziale Kontakte abbrechen und sich den flüchtigen Eskapismen in Form von Alkohol und Crystal (großes Thema ja derzeit) hingeben. Also: immer gut auf eure Rezepte achtgeben! Wie dem auch sei, da ich grad mal ein paar Tage frei habe und gestern dann auch der erste war, an dem weder Verpflichtungen noch -katerung mich davon abhielten, kam ich mal wieder zum Kochen, gleich zwei mal. Das erste ist eine leichte Variation von bereits Verbloggtem, nämlich die guten, besser: geilen, Fatayer. Diesmal nicht mit Blumenkohl-, sondern Sojahack, desweiteren mit Za’atar und Joghurt-Tahin-Sauce. Wie gesagt, ziemlich geil, ich spielte kurz mit dem Gedanken, anzufangen, Sport zu treiben, um mehr essen zu können. Aber die Zeit zum Kochen fehlte mir dann. Ach, schwierig. Whatever:

Zutaten für 3-4 Portionen

Hefeteig

  • 350g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • etwas Zucker
  • Salz
  • 200ml Wasser
  • etwas Olivenöl

Füllung

  • 75g Sojahack
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 150-200ml heiße Brühe
  • 2 TL Za’atar
  • etwas Zimt
  • Pfeffer

Tahinsauce

  • 150g Sojajoghurt
  • 2 TL Tahin
  • Salz
  • Zitronensaft

Zubereitung (Dauer: 60-90 Minuten)

Aus den Hefeteigzutaten einen Hefeteig herstellen und abgedeckt mindestens 30 Minuten gehen lassen. Vor allem im Sommer hab zumindest ich hier regelmäßig eine Armada an Essig- oder Obstfliegen im Kochbereich (u.a. dank Katzenfutter und Obst), daher ein gut abgedichtetes Gefäß wählen.

Den Joghurt in ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb geben und abtropfen lassen.

Sojagranulat mit den andern Hackzutaten vermischen und quellen lassen, hin und wieder umrühren. Nach 15 Minuten in ein Sieb geben um eventuell überschüssige Flüssigkeit abzugießen.

Den Hefeteig relativ dünn ausrollen und Kreise von ca. 10cm ausstechen. Ich hatte am Ende 14 Stück, aber habe den Teig auch etwas dicker ausgerollt als beim letzten Mal (damals hatte ich 20 Stück). Etwas Füllung in die Mitte geben und die Kreise von 3 Seiten her nach oben zusammenfügen, es kann oben ein bisschen offen bleiben, muss aber nicht. Die offene Variante kenne ich so aus Jena, aber hab es im Netz auch schon anders gesehen. Noch 15 Minuten gehen lassen und anschließend im Ofen bei 200 Grad 10-12 Minuten backen.

Den Joghurt mit Tahin, Salz und Zitronensaft mischen. Zumindest das von mir verwendete Tahin war recht fest, ich nutzte daher einen Mixer.

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Fakefisch a la Bordelaise

So, die Bärlauchsaison ist ja seit ein paar Wochen so richtig im Gange und von meiner Seite werden auch einige Rezepte folgen. Ich möchte betonen, dass ich das nicht aus Gründen der Trendiness tue, sondern allein, weil ich es wunderbar finde, sich kostenfrei an dem zu laben, was die Natur so hergibt. Gerne ginge ich auch Pilze, bzw. “Schwammerl” – einer der meiner Meinung nach drolligsten Bezeichnungen, die die österreichische Mundart so zu bieten hat -, suchen, doch verspüre ich am Ende wahrscheinlich doch zu wenig Todessehnsucht (vgl. Vergiftung, die). Was mich bisher so manchen bis dato unversehrten Nerv kostete, ist meine Sorge, aufgrund gröbster Dummheit und Fahrlässigkeit aus dem Leben zu scheiden, wissend, dass sich in die Trauer der Hinterbliebenen das sich qua tiefer Fingerabdrücke im Stirn- und Schläfenbereich abzeichnende Unverständnis darüber, dass jemand so himmelsschreiend doof sein kann (und dabei einst die fitteste Spermie war!), mischt und damit all das schöne Gedenken trübt, ich sozusagen ins Planschbecken meines Andenkens pisse. Bei Bärlauch muss man zwar wohl auch ein wenig vorsichtig sein, aber die Orientierung anhand der schon recht herausstechenden olfaktorischen Bärlauchigkeit gelingt sogar mir, gibt mir Gewissheit und lässt mich den Schmaus ohne Todesfurcht genießen. Wer mal im Frühjahr Leipzig besuchte und womöglich gar vom Süden in die Stadt hinein fuhr, wird sich vielleicht auch der den größten Teil der Atemluft sich bemächtigenden Geruchsschwaden erinnern, hier steht echt alles voll mit diesem Kraut.
Wie dem auch sei, nach Bärlauchpesto und -suppe begab ich mich googlend auf die Suche nach wohlklingenden und -schmeckenden Verwertungsmöglichkeiten. Offenbar ist die Kombination mit Fisch eine recht populäre. Long story short, ich versuchte mich an etwas “Schlemmerfilet”-artigem. Die paar Mal, die ich das so bezeichnete Igloprodukt aß, mundete es mir sehr. Ich erinnerte mich, mal irgendwann hier drüber gestolpert zu sein, habe das aber letztlich frei Schnauze gemacht.

 

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Zutaten für 4 Portionen

Tofufisch

  • 400g Tofu
  • ein paar Gramm Algen (siehe hier)
  • Zitronensaft
  • Dill
  • 3 EL Hefeflocken
  • Wasser
  • ein paar EL Gluten Pulver
  • Salz
  • 100g Alsan
  • 2-3 TL Bärlauchpesto
  • Paniermehl

Kartoffelbrei (2-3 Portionen)

  • 400g Kartoffeln
  • 100ml Sojamilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat

Senfsauce (2-3 Portionen)

  • 200ml Brühe
  • 1 EL Alsan
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Senf

 

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Zubereitung (Dauer: eine Stunde oder so)
Wichtig hierbei ist: ein etwas tieferes Blech bzw. eine Fettpfanne, wie es wohl heißt. Denn der Tofufisch muss im Wasserbad garen, um wirklich ordentlich zu werden.
Zuerst einmal die Alsan aus dem Kühlschrank holen, damit sie schön weich ist.
Ein Mixer sei hier dringend empfohlen. Mit Pürierstab geht es im Zweifelsfall auch, aber es gestaltet sich teilweise schwieriger (und mit mehr herumfliegendem Nahrungsbrei verbunden). Den Tofu, etwas (!) Wasser und Algen (es waren wirklich nur wenige Gramm, aber das kann man nach Geschmack machen) in den Mixer werfen und pürieren. Die Menge Wasser richtet sich u.a. nach der Trockenheit des Tofus: es sollte sich halt eine schöne homogene Masse ergeben. Je nach Geschmack noch weitere Algen dazugeben und weiterpürieren. Mit Salz, Hefeflocken, Dill und Zitronensaft kräftig (!) abschmecken. Es kommt noch das Glutenpulver dazu, das ja auch streckt, also lieber etwas mehr würzen, es soll nicht fade werden.
Esslöffelweise Glutenpulver dazugeben und verkneten. Die Masse sollte weich sein, nicht so fest und zusammenhängend wie Seitan, aber eben auch nicht mehr klebrig. Ich habe mindestens 5 EL verwendet.
Diese Masse in eine Auflaufform geben und gleichmäßig verteilen. Diese schicken IKEA-Glasformen eignen sich gut.
Die Alsan sollte nun weich sein. Ggf. im Wasserbad noch etwas weicher machen. Mit Bärlauchpesto und Paniermehl verkneten, und zwar so, dass es eine kompakte Masse ergibt, die sich gut auf der Tofumasse verteilen lässt. Masse auf der Tofumasse verteilen.
Die Auflaufform in die o.g. Fettpfanne stellen und letztere mit kochendem Wasser auffüllen. Das Ganze in den Ofen geben und bei 175 Grad Celsius für 45 Minuten garen.
Für den Kartoffelbrei die Kartoffeln schälen, ggf. auf eine Größe zurechtschneiden (damit sie alle ungefähr gleichzeitig weich sind) und im kochenden, gesalzenen Wasser weich garen, 20 Minuten ist da so eine übliche Zeit. Daher: die Kartoffeln erst so 25 Minuten vor Ende der o.g. Backzeit in das Wasser geben.
Sojamilch erhitzen. Wasser abgießen, die Kartoffeln mit einem Stampfer zerdrücken, die Sojamilch dazugeben, alles mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Für die Sauce: Alsan schmelzen, Mehl dazugeben. Alles ein bisschen verrühren und blubbern lassen, mit Brühe aufgießen, Senf dazugeben und aufkochen lassen, Hitze reduzieren.

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Khoresh Bademjan (Persisch: Auberginen mit Sojaschnetzeln)

Achtung: hässliche Fotos! Bevor ich die Veröffentlichung des Rezepts aufgrund von Scham auf Ultimo vertage, stehe ich dazu, dass das Essen entweder aus einer ihm inhärenten Hässlichkeit heraus oder aufgrund meiner fotografischen Inkompetenz das mit-essende Auge zum Würgen bringt. Aber keine Sorge, solange Zunge und Geschmacksrezeptoren die Oberhand behalten, wird alles gut. Schmeckt lecker und ich habe mich wieder an meinen Vorsatz gehalten, fremder Länder Küchen nachzukochen. Ich hatte Auberginen gekauft und noch ein paar Biozitronen seit Wochen im Gemüsefach um Verzehr schreien, und eine Suche nach beidem in Kombination mit dem Stichwort Persien brachte mich unter anderem zu Chefkoch. Dort noch mit Babyschaf, hier mit Babysoja. A propos, seit ein paar Wochen wohnen in meiner direkten Nachbarschaft, vielleicht 100m entfernt, Schafe! Auf einer kleinen Brachfläche, mitten in Leipzig-Lindenau. Das finde ich ein bisschen wunderbar und ich habe mir bereits Gedanken darüber gemacht, ob es möglich sei, ein Exemplar unbemerkt zu entwenden. Wobei das ausgewachsene Brummer sind. Und so richtig wüßte ich auch nicht, was ich damit anfangen sollte, so ein Schaf will ja auch unterhalten werden und die Chancen, dass unsere Interessen einander überschneiden ist dann doch so groß nicht. Andererseits wäre die Miez bestimmt auch froh über ein neues Haustier und ich könnte Stricken lernen und im Herbst dem Schaf einen Pulli aus seiner eigenen Wolle anfertigen, damit es nicht friert, wenn ich es mal auf dem Balkon vergessen sollte. Ich bete einfach mal zum allmächtigen Kontrollverlust, dass ich einfach mal morgens ohne Erinnerung, aber mit Blöken aufwache.

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Zutaten für 2 Portionen

  • 75g Soja(ge)schnetzel(tes)
  • 250ml Wasser
  • 1 TL Gemüsebrühpulver
  • 1 ½ -2 Auberginen
  • Öl
  • 1 Zwiebel
  • Tomatenmark
  • 400-500ml passierte Tomaten
  • 2-3 EL frischer Zitronensaft
  • ½ TL Kurkuma
  • Koriander
  • Kreuzkümmel
  • Zimt
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung (Dauer: 2 Stunden, wobei die meiste Zeit nix getan werden muss)
250ml kochendes Wasser mit dem Brühpulver verrühren, die Sojaschnetzel dazugeben und quellen lassen. Die Auberginen vierteln, in Scheiben schneiden, die Stücke in ein Sieb geben und salzen; das Salz entzieht den Auberginenstücken Wasser.
Die Sojaschnetzel mit der Brühe in eine Pfanne geben, aufkochen und die Flüssigkeit verdampfen lassen. Die Zwiebel würfeln. Öl angießen und die Zwiebelwürfel sowie das Tomatenmark dazugeben. Alles ordentlich anrösten. Passierte Tomaten, Kurkuma und Zitronensaft dazugeben. Achtung, die Tomatenpampe spritzt dann ganz schön, daher: einen Deckel auf die Pfanne legen, aber so, dass der Dampf an der Seite entweichen kann. Das kann jetzt so eine Stunde bei geringer Hitze vor sich hin brodeln, es soll dickflüssig werden. Die Auberginenstücke mit Wasser abbrausen und in einer beschichteten Pfanne ohne Öl anbraten. Die Tomaten-Sojaschnetzel-Mischung mit den Gewürzen abschmecken. Die Auberginenstücke dazugeben und verrühren. Dazu passt dann Fladenbrot ganz gut.

Batata Chap / Charp / Sharp (Libanon)

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Jaja, lang ist’s her. Ich verbringe momentan viel Zeit außer Haus und koche meistens entweder schon verblogtes, nicht-blogenswertes oder nicht-fotogenes. Hinzu kommt natürlich auch die frühe Dunkelheit, die es erheblich erschwert, gelungene Bilder vom Abendessen zu machen. Und dann ist noch dies zu tun und das und überhaupt, womöglich kennt man das. Trotzdem gehe ich täglich meine mittlerweile wahrscheinlich über 200 Blogs durch, von denen die allerallermeisten das Kochen zum Thema haben. Vor ein paar Tagen stieß ich dann im wunderbaren Kuriositätenladen auf das hier: Batata Charp. Die Kombination aus gefülltem Kartoffelteig und der libanesischen Herkunft zog mich sofort in ihren Bann und so landete es ganz oben auf meiner To-Cook-Liste. Das Originalrezept ist natürlich mit Fleisch und Ei, aber die Veganisierung war wirklich kein Problem. Vom verwendeten Baharat-Gewürz las ich zwar zum allerersten Mal, aber nach kurzer Googlei wusste ich auch, dass ich alle Ingredienzien eh da hatte (hier bei Wikipedia).

Das Ergebnis war und ist natürlich sehr lecker. Der Aufwand ist relativ hoch, beim nächsten Mal werde ich versuchen, einen Teil einzufrieren. Ich habe zwei Mal davon gegessen und am nächsten Tag die Küchlein mit etwas Öl besprüht und bei 250 Grad Celsius nochmal 10 Minuten gebacken, da waren sie wie frisch.

Fladenbrot passt bspw. dazu, oder ein Salat. Man wird aber auch ohne Krimskrams drumrum satt.

Zutaten für 2 Portionen

Kartoffelmasse

  • 400g gekochte, geschälte Kartoffeln
  • evtl ein Schluck Wasser (zum Stampfen)
  • 2 EL Wasser
  • 1 TL No-Egg
  • 2 EL Mehl
  • Salz
  • Pfeffer

Hackmasse

  • 25g Sojahack
  • 75ml kochendes Wasser
  • 1/2 TL Gemüsebrühe
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • etwas Öl
  • 50g Tomate(n)
  • 1/4-1/2 TL Baharat
  • 2 EL Petersilie (gefriergetrocknet in meinem Fall)
  • Öl zum Frittieren/Braten

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Zubereitung (Dauer: insgesamt sollten 2-3 Stunden eingeplant werden, weil die Kartoffeln ja kochen und abkühlen müssen und das Sojahack auch eine gewisse Zeit zum Quellen braucht; ich habe das meiste schon mittags gemacht und zum Abendessen dann miteinander kombiniert)

Im Vorfeld die Kartoffeln weich kochen oder dämpfen. Ich mache mittlerweile meistens Pellkartoffeln, weil mit dem Sparschäler dann doch recht viel Kartoffel mit weggeschnitten wird, was vor allem bei kleineren Exemplaren recht viel ausmachen kann. Aber es mag jede und jeder nach Gusto verfahren. Sie sollten auf jeden Fall gut durch sein, damit man sie mit dem Stampfer kleinkriegt.
In der Zwischenzeit das “Hack” zubereiten: Sojahack mit kochendem Wasser übergießen, Gemüsebrühpulver einrühren und quellen lassen.
Die Kartoffeln, wenn sie gar sind, abkühlen lassen, ggf. pellen und zerstampfen, ggf. etwas Wasser zugeben, es sollte eine homogene Masse werden.
Eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe würfeln, etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und beides hineingeben, kurz andünsten. Das Sojahack dazugeben und die Hitze etwas reduzieren. Die Tomate(n) würfeln (wer mag, kann sie vorher noch schälen, aber da ich Cherrytomaten verwendet habe, war mir das zuviel Aufwand). Wenn das Hack etwas Farbe bekommen hat, die Tomatenwürfel einrühren, das Baharat dazugeben und die Herdplatte auf niedrige Stufe stellen, noch 10-15 Minuten weiter garen und dabei hin und wieder umrühren, bis die Masse trocken erscheint. Herdplatte ausschalten und abkühlen lassen. Zum Schluss die Petersilie hineinrühren.
2 EL Wasser und 1 TL No-Egg miteinander verrühren und zum Kartoffelstampf geben. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. 2 EL Mehl dazugeben und alles miteinander verkneten; es sollte eine trockene, aber nicht mürbe Masse ergeben. Wenn es zu spröde erscheint: noch ein wenig Wasser dazugeben, wenn es kleben sollte: noch etwas Mehl hineinkneten.

Wenn die Hackmasse abgekühlt ist, geht’s weiter:
Mit einem Esslöffel Teig abstechen und in der Handfläche flach drücken. Etwa einen TL der Hackmasse in die Mitte geben und mit dem Teig umschließen. Wenn es gar nicht geht, noch etwas Teig dazunehmen. Zu einer Kugel formen und auf einen Teller geben. Ich habe leider vergessen, wie in der Quelle angegeben die Bällchen in Mehl zu wenden. Wahrscheinlich werden sie dann noch ein bisschen knuspriger. Naja. Bei mir ergab es jedenfalls exakt 14 Kügelchen. Öl in einer Pfanne erhitzen. Ich bin eigentlich kein Fan von großer Ölverschwendung, aber es sollte schon ca. ein halber Zentimeter hoch stehen, gerne mehr. Ich habe eine sehr kleine Pfanne benutzt, um Öl zu sparen. Wenn das Öl heiß ist, die Hitze _ein wenig_ reduzieren. Die Kugeln zwischen die Handflächen legen und vorsichtig etwas zusammendrücken, anschließend in’s heiße Öl geben. Immer wieder wenden, sie sollten schön braun werden. Anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.

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Königsberger Klopse 2.0

2013-11-30 14-10-24 - PB304985

Die einst hier vorgestellten Königsberger Klopse habe ich tatsächlich nur damals das einzige Mal zubereitet, keine Ahnung wieso, ich hatte die irgendwie nicht mehr auf dem Schirm. Ich hatte mir das aber neulich noch einmal vorgenommen und immer wieder verschieben müssen. Da ich in den letzten Wochen wegen „Arbeit“ und anderer Verpflichtungen mittags meist nur ein verspätetes Frühstück einnahm, fiel dann also der Kochtermin auf’s Wochenende. Wenn Erwachsensein bedeutet, dass Dinge, die man gerne machen möchte, in das enge Korsett der beiden „Wochenende“ genannten Tage irgendwie hineingepresst werden müssen, finde ich das ziemlich scheiße und bereue, dass weder ich noch meine Eltern jemals ernsthaft den Versuch unternahmen, mich mittels hormoneller Behandlung, abwegigen Erziehungsmethoden, Kastration oder was auch immer in der ewigen Schwebe der Adoleszenz zu halten. Ich musste jedenfalls feststellen, dass entgegen meiner Annahme, dass Tofu im Haus bzw. Kühlschrank sei, selbiger irgendwann anders mal verbraucht wurde. Da ich im fantastischen Asia-Supermarkt in der Ritterstr. in Leipzig jedoch neulich Tempeh entdeckte und einsackte, dachte ich mir: warum nicht damit versuchen? Also die Versuchsanordnung von damals wiederholt, Tempeh gedämpft, zerbröselt und mit den anderen Zutaten vermischt, alles kein Problem, die Masse war ein wenig trocken und mürbe, ließ sich aber super formen. Ich habe außerdem den Tipp von „Pat Appleton“ in „den Kommentaren“ (in Anführungsstrichen, weil es der einzige war) beherzigt und diesmal Glutenmehl statt Mehl genommen. Im Topf jedoch zerlegten sich direkt einige der Klöße, was unter anderem daran lag, dass das Wasser sprudelnd kochte und, weil die Masse einfach zu trocken war. Zum Glück ging ich diesmal anders vor: ich wollte die Klopse erst in Brühe garen, dann herausnehmen und die Brühe dann für die Sauce weiterverwenden. Obwohl, vielleicht hätte die Stärke in der Sauce letztlich doch auch zur Stabilität beigetragen. Wir werden es nie erfahren. Jedenfalls: die intaktgebliebenen Klopse habe ich also herausgeholt und abkühlen lassen, die Sauce samt Klopsnebel durch ein Sieb gedrückt, den „Trester“, also das im Sieb Verbliebene, mit Gluten wieder in Form gebracht und dann hat es gehalten. Ich nehme an, es lag daran, dass der damals verwendete Tofu im Gegensatz zum Tempeh mehr Feuchtigkeit besitzt. Wieder etwas gelernt, zum Glück kam ich nicht auf die Idee, das Gericht jemandem vorzusetzen, ich hätte vermutlich aus Verzweiflung geweint.

2013-11-30 14-10-15 - PB304984

Zutaten für ca. 4-6 Portionen

  • wie hier, mit folgenden Änderungen:
  • 200g Tempeh statt Naturtofu
  • Mehl weglassen
  • ca. 50-100ml Wasser
  • 2 EL Glutenpulver + 4-5 EL, nach Bedarf
  • die Zutaten für die Sauce habe ich komplett halbiert

Zubereitung (Dauer: 90 Minuten sollte man einkalkulieren)

Den Tempeh 15 Minuten dämpfen und etwas auskühlen lassen, zusammen mit dem Räuchertofu in eine Schüssel bröseln. Die anderen Zutaten dazugeben und alles schön mischen und verkneten. Der Teig sollte sich nicht zu trocken und auf keinen Fall bröslig anfühlen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wie im verlinkten Rezept fortfahren (d.h., die Sauce herstellen und die Klopse darin garen), oder: Brühe in einem Topf aufkochen, die Hitze reduzieren (so, dass die Flüssigkeit nicht mehr blubbert, ein paar Grad Celsius unterhalb der Siedetemperatur also) und die Klopse für eine halbe, dreiviertel Stunde garen. Am besten ist es auch hier, einen Probeklops zu formen und erst einmal ein paar Minuten in die Brühe zu geben, um zu sehen, ob es hält, und ggf. mit Gluten und Wasser bei den anderen Klopsen nachjustieren. Nach Ende der Garzeit die Klopse herausnehmen, die Brühe in ein anderes Gefäß geben (so kann der Topf als Saucentopf weiterverwendet werden) und die Sauce nach dem Rezept im Link herstellen (die Klopse brauche dann eben keine 45 Minuten mehr, sondern können seperat erhitzt oder kurz vorm Servieren in die Sauce gegeben werden). Achja, und Kartoffeln sollte man nebenher natürlich auch noch garen, ich zum Beispiel habe sie diesmal gedämpft, ich mag dämpfen, da ist so viel Dampf im Spiel.

2013-11-30 14-10-05 - PB304982