Erbazzone

Die wenigsten Dinge, die ich so tue, haben tatsächlich einen großen, dahinterstehenden Sinn oder sind Teil eines von mir verfolgten Plans oder Lebensentwurfs. Meistens handelt es sich vielmehr um bloße Übersprungshandlungen, ausgeführt, weil sich irgendwelche anderen Dinge nicht ändern lassen und sich auf diese Weise eine Form von Befriedigung herstellen lässt. Mein Umzug nach Leipzig oder die Anschaffung der Katze zählen bspw. in diese Kategorie. Und vor ca. 7 Wochen packte mich, nachdem ich bereits wieder einen größeren zweistelligen Eurobetrag in die neue Balkonbepflanzungssaison investiert hatte, die fixe Idee, einen eigenen Garten zu bewirtschaften und dort schalten und walten zu können, wie es mir beliebt. Ca. 2 Wochen später hatte ich den Vertrag unterschrieben und genügend Biomasse, um mich ein Jahr lang mit Energie zu versorgen, in Pflanzenform herumstehen. Die Vorpächterin hatte schon diverses Gemüse ausgesät, wobei die Differenz zwischen den an den Reihen befestigten Schildchen und den tatsächlichen Pflanzen zum Teil frappierend war. Was z. B. als Bohnen deklariert war, entpuppte sich, dank der umfänglichen Sachkenntnis meines Kumpels S., als Mangold, der jedoch so eng gesät war, dass knappe 80 Prozent der Pflanzen auf S.‘ Anraten direkt verwertet werden mussten. Ich habe glaube ich einmal in meinem Leben Mangold zubereitet, daher einfach mal das Internet durchforstet und dabei auf ein italienisches Gericht namens Erbazzone gestolpert. Vielfach mit Schinken oder Käse zubereitet, wurde die Entwicklung einer veganen Variante erforderlich. Im Grunde wie von hier, aber einfacher und mit etwas Spinat, weil nicht genügend Mangold vorhanden war. Ein wirklich simples Gericht, das aber auch recht praktisch ist für unterwegs und sich in meinen Augen perfekt zur Mangoldverwertung eignet.

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Zutaten für 2-3 Portionen

  • 300g Mehl
  • 80ml Olivenöl
  • Wasser nach Bedarf
  • Salz
  • 300g Mangold
  • 140g Spinat
  • 2 Zwiebeln
  • Petersilie
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung (Dauer: ca. eine halbe bis ganze Stunde plus Backzeit)

Mehl und Öl miteinander mischen. Schrittweise so viel Wasser zugeben, dass ein knetbarer, geschmeidiger Teig entsteht. Zu einer Kugel formen und in den Kühlschrank legen.

Den Mangold ordentlich waschen und grob trockenschleudern. Mit dem Spinat, sofern es sich um frischen handelt, ebenso verfahren. Falls es sich um TK-Spinat handelt, diesen in eine weite Pfanne geben und langsam auftauen.

Die Zwiebeln abziehen und würfeln.

Den Mangold und ggf. frischen Spinat grob hacken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen (wenn, wie oben, bereits der Spinat in der Pfanne ist, diese so lange erhitzen, bis der Spinat aufgetaut und die Flüssigkeit verdampft ist, erst danach das Öl zugeben) und zuerst die Zwiebeln anbraten und danach den Mangold (plus ggf. Spinat) hineingeben und bei mittlerer Hitze zusammenfallen lassen. Häufig rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die Petersilie hacken und dazugeben.

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Den Teig halbieren und mithilfe des Bodens einer Springform zu zwei Kreisen ausrollen, der eine etwas größer als der andere. Den größeren Teigkreis auf den Springformboden legen, die Mangoldfüllung drauf geben, den kleinen Teigkreis daraufgeben und die Ränder von unten hochklappen und den Teigfladen verschließen.

Mit etwas Öl bepinseln und bei 160 °C ca. eine Dreiviertelstunde lang backen. Vor dem Anschneiden kurz abkühlen lassen.

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Arancini (Reloaded)

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Und wieder etwas Gefülltes! Arancini hatte ich schonmal vor langer langer Zeit verbloggt, aber tatsächlich seitdem nicht noch einmal gemacht. Der Aufwand, dies, das. Aber ich hatte das seit längerem auf der To-Cook-Liste stehen. Da ich noch ein paar Reste der Füllung vom letzten Rezept übrig hatte, wollte ich zuerst nur einen Teil der Arancini damit zubereiten und die andere Hälfte “klassisch”, aber entschied mich doch für die Kombination beider Füllungen, Fusionierung, sozusagen. Tatsächlich ist sogar noch etwas davon übrig; mal sehen, was ich damit dann füllen werde. Wie dem auch sei, das Rezept kommt mal wieder nur teilweise mit korrekten Angaben daher, aus eben genanntem Grund. Ich habe die Arancini diesmal auch etwas kleiner gemacht, als beim letzten Mal, so haben sie eher Snack- bzw. Vorspeisen-Charakter und ein Klumpen Reis von der Größe einer Orange sieht halt auch nicht so einladend auf dem Teller aus. Die Fotos finde ich jetzt auch ein bisschen besser, als beim letzten Mal, muss ich zugeben.

Zutaten für ca. 16 Stück (3-5 Portionen, je nachdem ob als Vor- oder Hauptspeise)

  • 300g Milchreis
  • 750ml Gemüsebrühe
  • 500ml passierte Tomaten
  • nach Bedarf: etwas von der Füllung der Batata Chap
  • nach Bedarf: Sojahack, Räuchertofu o.ä.
  • ein paar TK Erbsen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Semmelmehl

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Zubereitung (Arbeitszeit 30 Minuten, aber Reis und Füllung müssen nebenher etwas länger köcheln)

Zuerst den Reis aufsetzen: also Milchreis und Gemüsebrühe aufkochen, die Hitze reduzieren und mit Deckel solange ziehen lassen, bis die Flüssigkeit vom Reis aufgenommen wurde. Öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt.

Nebenher die passierten Tomaten in einen möglichst weiten Topf geben und bei mittlerer Hitze einreduzieren, soll heißen, köcheln und Flüssigkeit verdampfen lassen. Mit Salz, Pfeffer, Oregano oder nach Bedarf würzen. Es sollte eine recht dickflüssige Masse ergeben. Abkühlen lassen. Wer Sojahack verwendet: für die angegebene Reismenge braucht es wirklich nicht viel, vielleicht 10-15g Trockenmasse; diese dann entsprechend (nach Packungsanweisung) in Brühe ausquellen lassen und zur Tomatensauce geben. Wenn noch Räuchertofu verwendet wird: kleinkrümeln und zur Tomatenmasse geben. Die Erbsen ebenfalls hinzufügen.

Wenn der Reis ausgekühlt ist (das geht schneller, wenn hin und wieder durchgerührt wird) mit nassen Händen etwas davon nehmen, in der Handfläche flachdrücken, in die Mitte einen Teelöffel der Tomatenmasse geben. Vorsichtig zu einer Kugel formen (ggf. noch etwas Reis zum Verschließen dazunehmen; es ist teilweise etwas tricky und dauert, bis man die richtige Reismenge gefunden hat). In Semmelmehl wälzen und auf einen Teller geben. Mit dem restlichen Reis und der Füllung weiter so verfahren. In einer Pfanne mindestens 1/2 cm Öl erhitzen. Nach und nach die Arancini bei großer Hitze darin ausbacken, öfter wenden, bis sie rundherum goldbraun sind und auf Küchenrolle geben. Warm servieren. Sie lassen sich aber auch ganz gut einfrieren, dann im Ofen noch einmal erhitzen. Ein Salat passt hier wieder ganz gut dazu, man kann es aber auch ohne alles essen, ich fand sie nicht zu trocken.

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