Bärlauch-Ravioli mit Pilzfüllung und Bärlauch-Sahnesauce

2014-04-05 12-27-00 - P4055604

Ich bin ein wirklich großer Freund gefüllter Pasta. Der Aufwand beim Selbermachen ist zwar nicht unerheblich, aber es befriedigt irgendwie ungemein, so dumm das auch klingen mag. Nachdem ich schon Ewigkeiten so ein Dreierpack an Teigtaschenformern besitze – die Teile, die man zusammenklappt und die dann ein bisschen aussehen wie diese Scherzgebisse, die früher mal „in“ waren – kaufte ich mir dann neulich beim großen Universalversender zwei Raviolistempel in rund und in quadratisch. Standardnudelteig ist mir dann auch oft zu langweilig und da das Bärlauchpesto sich ja auch immer freut, verwendet zu werden – und es saisonal einfach passt – sollte es dann mal Bärlauchravioli geben. Pilze harmonieren bekanntlich auch hervorragend damit – Wald und so! – blablabla. Ich hatte noch etwas Trüffelöl da. Gibt da ja auch verschiedene Qualitätsstufen und die Billigprodukte sind lediglich mit naturidentischem Aroma aus dem Labor geschmacklich aufbereitet. Funktioniert jedoch auch sehr gut und gibt dem Ganzen eine schöne Note. Die Mengenangaben bei der Füllung sind nur grob geschätzt: mir gelingt es praktisch nie, die richtige Menge abzuschätzen, damit weder Füllung noch Teig übrig bleiben. Aber das ist ok, Teigrest kann man als normale Nudeln verwerten und bei übriggebliebener Füllung lässt sich diese einfach in eine Sauce einbauen. A propos Sauce: dieselbe entstand bloß, weil ich nach der ganzen Raviolimacherei keinen Nerv hatte, mir etwas anderes zu überlegen. Bärlauch mit Bärlauch zu kombinieren, ist schrecklich unkreativ, aber das Ergebnis überzeugte – gerade wegen seiner Einfachheit – so sehr, dass es einfach mit her muss. Achja, wichtig: auf dem obersten Bild ruhen die Ravioli auf einem Küchentuch. Ich glaube, einst gelesen zu haben, dass man das so machen würde, weil das Küchentuch die Feuchtigkeit aufnähme. Kurz gesagt: keine so gute Idee! Zumindest die Ravioli, die beim Füllen wegen einzelner Wassertropfen recht feucht wurden, waren teilweise beinahe unmöglich vom Küchentuch zu trennen. Lieber eine bemehlte, feste und vor allem nicht-fusselnde Unterlage nehmen!

Die Ravioli lassen sich übrigens auch sehr gut einfrieren. Am besten einzeln nebeneinander auf einem (kleinen) Blech oder einem Frühstücksbrettchen (ggf. auf Frischhaltefolie). Für eine einzelne Mahlzeit wäre mir der Aufwand tatsächlich viel zu viel gewesen.

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Zutaten für 4-5 Portionen

Ravioli

  • 80g Bärlauch
  • 120ml Wasser
  • 200g Hartweizengrieß
  • 200g Mehl
  • Olivenöl
  • 500g Champignons
  • 1/2 Bund Lauchzwiebeln
  • 2 Zwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL bzw. nach Belieben Trüffelöl

Sauce

  • etwas Öl
  • 2 Päckchen Sahne nach Wahl
  • 2 Zwiebeln
  • 4-6 TL Bärlauchpesto
  • 3-4 Zehen Knoblauch
  • Salz
  • Pfeffer

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Zubereitung (Dauer: 3 Stunden vorm Servieren sollte man schon beginnen; eine zweite Person kann insbesondere beim Raviolibauen die Zeit ungemein verkürzen!)

Zuerst mal den Teig machen: Bärlauch und Wasser in einen Messbecher geben und so lange pürieren, bis es eine glatte Masse ist. Hartweizengrieß und Mehl dazugeben und verkneten. Ein Rührgerät mit Knethaken funktioniert gut, aber zum Ende muss man auch mit den Händen ran. Wenn der Teig nicht mehr klebt, keine trockenen Stellen vorhanden sind und er einfach schön gleichmäßig ist, ihn in eine Schüssel geben und ruhen lassen.

Champignons, Lauchzwiebeln und Zwiebeln putzen und in Scheiben schneiden. Etwas Olivenöl in einer weiten Pfanne erhitzen und das soeben Geputzte hineingeben und scharf anbraten. Die Hitze reduzieren und unter gelegentlichem Rühren weiter garen, bis die Champignons schön zusammengeschrumpelt sind. Vom Herd ziehen und abkühlen lassen. Ich habe für meinen Pürierstab so einen Hackaufsatz, ein kleiner Behälter mit Messer drin, in dem man Gemüse grob hacken kann. Sowas bietet sich hier an: das eben gebratene, abgekühlte Gemüse darin – oder auf einem Schneidbrett mit dem Messer – klein häckseln. Da die Ravioli ja recht klein sind, sollten keine größeren Stücke mehr vorhanden sein, sonst wird das Füllen schwierig. Die Masse mit Salz, Pfeffer und Trüffelöl verrühren und abschmecken.

Den Teig mit der Nudelmaschine ausrollen: Ich ging bis Stufe 7 von 10; erst auf Stufe 1, dann auf 3, dann auf 5 und dann auf 7. Das ist die lästigste Arbeit hier dran. Gut ging folgendes: Teigstücke zuerst zur Kugel und dann zur Wurst rollen, von der Länge her so 50-75% der Breite der Nudelmaschinenwalzen. Wenn die Wurst noch ein wenig klebrig erscheint, diese kurz im Mehl wälzen.

Mit Raviolistempel oder notfalls mit dem Messer Teigvierecke oder -kreise ausschneiden und auf ein bemehltes Backpapier oder eine bemehlte Silikonbackunterlage geben. Mit Teelöffeln oder den Fingern kleine Häufchen der Champignonmasse in die Mitte der Teigteile geben. Am besten die Masse dann gleich ein wenig zusammenpressen zu kleinen Türmchen. Am besten mit leicht feuchten Händen ein Teigstück darüber geben, um die Füllung formen und unten festdrücken. Ist doof zu beschreiben, aber hat überraschend gut funktioniert. An der Unterlage festpappende Ravioli lassen sich am besten mit einem dünnen Spachtel lösen. Ggf. auch ein wenig antrocknen lassen.

Die Sauce zubereiten: Knoblauch und Zwiebeln abziehen und grob würfeln. Öl in einem Töpfchen erhitzen und beides dazugeben und anbraten. Mit Sahne ablöschen. Pesto einrühren. Mit dem Pürierstab pürieren und aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer – und ggf. weiterem Pesto – abschmecken.

Wasser mit ordentlich Salz in einem großen Topf erhitzen und die Ravioli dazugeben. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, mit einer Schaumkelle abschöpfen, auf Teller geben und die Sauce darübergießen. Ta da.

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Bärlauch-Pasta

2013-04-19 18-50-09 - P4192268

Die Bärlauchsaison hat begonnen! Mit Leipzig hatte ich diesbezüglich immer verbunden, dass es im Frühjahr, falls wir zu dieser Zeit mal zu Konzerten ins Conne Island gefahren sind, auf den letzten Streckenabschnitten – heute weiß ich, dass das wohl irgendwo im Süden war – immer stark nach Bärlauch roch. In Jena bin ich nie selber losgezogen, um welchen zu suchen, meine Eltern hingegen ziehen seit einigen Jahren im April und Mai immer los und sammeln welchen. Aber nun, da die Bärlauch und Leipzig für mich immer irgendwie eng miteinander verknüpft waren, musste ich es dann doch mal wagen. Die Angst, mein Leben aufgrund des Verzehrs von Unmengen Maiglöckchen zu lassen, achtlos über Bord geworfen, zog ich dann die Tage auch mal zusammen mit einer Freundin los und fanden auch gigantische Vorkommen. Da mir gerade noch nichts Spannenderes einfiel, beginne ich mit einem unglaublich einfachen, aber, wie ich finde, recht frühlingshaften Gericht. Aufgrund der gesammelten Mengen wird da sicherlich in nächster Zeit noch eine Menge Anderes kommen, seid gespannt! Leider kann ich keine adrett aussehenden Nudeltürmchen bauen, dabei h

Für 2 Portionen

  • 250g Nudeln, Spaghetti oder so
  • 2 Hand voll Bärlauch
  • 5 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • ggf. ein Spritzer Zitronensaft oder Zitronenöl

Zubereitung (Dauer: 10-15 Minuten)
Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Nudeln dazugeben. In der Zwischenzeit den Bärlauch – falls noch nicht geschehen – waschen und trockenschleudern, in Streifen schneiden. Das Olivenöl erhitzen. 1-2 Minuten, bevor die Nudeln fertiggekocht sind (probieren! Sie haben noch ein bisschen zuviel Biss) den Bärlauch zum Öl geben, kurz anschwitzen, die Hitze stark reduzieren. Die Nudeln abgießen, in den Bärlauch-Öl-Topf geben, kurz durchschwenken, Salz, Pfeffer und Zitronensaft/-öl dazugeben und servieren.

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Pizza mit Spaghetti mit Fleischbällchen

2013-03-05 13-21-56 - P3051689

Also, verehrtes imaginiertes Publikum. Die Dr. Oetker Perversität „Pizza Pasta“ (Pizza belegt mit Nudeln und Tomatensauce) hat mich über etliche Jahre meines Lebens begleitet, denn, zu Besuch bei meinen Eltern, bestand ein großer Teil meines Tagesprogramms darin, Convenienceprodukte zu verzehren und dabei verschiedenförmige Untiefen der menschlichen Spezies mittels RTL-Konsums auszukundschaften. Nein, das soll kein bildungsbürgerliches „Unterschichten“-Bashing werden. Ich empfand vieles als großartige Unterhaltung! „Punkt 12“ ist für mich daher nach wie vor nicht nur die schnöde Bezeichnung einer Sendung, sondern ein Lebensgefühl: Pizzaessend vor der Glotze hängen und mich darüber freuen, dass ich mich darüber freuen kann. Es sind die kleinen Dinge im Leben… Wie dem auch sei, ursprünglich geplant war, eine seit 2 oder 3 Festivalsaisons auf Verzehr wartende Dose Spaghetti mit Tomatensauce für dieses Gericht aufzuwenden, jedoch befindet sie sich trauriger- und seltsamerweise bei meinen Eltern (wer erkennt die Ironie?). Dennoch, der Wunsch, ähnliches wie diese absurde Pizza-Nudel-Kombination selbst herzustellen, drängte auf Erfüllung. Daher nun dies… Jedoch: diesmal gibt es kein echtes Rezept. Es war ursprünglich als solches geplant, aber es ist eigentlich viel zu einfach. Und ich kann auch keine genauen Mengenangaben liefern, weil ich bspw. viel zu viele Nudeln kochte und auch von der Sauce noch etwas übrig ist. Wie dem auch sei, es war eine komische Idee, die unglaublich dilletantisch ausgeführt wurde. Es landet sicher nicht auf der Liste der Dinge, die uuuuunbedingt bald bald mal wieder ausprobiert werden müssen. Aber wer weiß, ich mache das bestimmt noch einmal.

Zutaten für x Portionen

  • Pizzateig nach Wahl
  • Nudeln, bevorzugt Spaghetti
  • Tomatenmark
  • passierte Tomaten
  • Lorbeerblätter
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Basilikum
  • Olivenöl
  • Balsamico
  • Wilmersburger Pizzaschmelz oder anderer Käse
  • „Fleischbällchen“ (ich nahm meine)

Zubereitung (Dauer: 60-90 Minuten sollten eingeplant werden; ggf. plus Teigzubereitung)

Wir beginnen mit der Herstellung des Teigs, denn der muss ja dann noch gehen. Falls fertiger Teig verwendet wird: gut. Dann Zwiebel und Knoblauch abziehen, erstere würfeln. Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln dazugeben, Knoblauch hineinpressen, andünsten. 1-2 EL Tomatenmark dazugeben, durchrühren. Die passierten Tomaten hinzugeben, Hitze reduzieren. Lorbeerblätter dazugeben, mit Salz, Pfeffer, Basilikum und Balsamico würzen, zugedeckt mindestens 30 Minuten köcheln lassen. Anschließend abkühlen lassen. Zwischenzeitlich die Nudeln al dente kochen, abgießen, zum schnelleren Abkühlen in kaltes Wasser geben, wieder abgießen und etwas trocknen lassen.

Den Teig auf einem Blech oder so ausrollen. Dünn mit etwas Tomatensauce bestreichen. Käse darüber streuen. Die Nudeln und die Fleischbällchen darüber geben. Restliche Sauce darüber verteilen, nach Bedarf noch Käse darauf streuen. Für 20 Minuten bei 180 Grad Celsius in den Ofen, bzw kontrollieren, ob der Boden durch ist.

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Schwarze Pasta gefüllt mit Süßkartoffeln etc.

2013-02-14 13-04-20 - P2141488

Guten Tag holde Leserin, werter Leser,

tatsächlich gibt es heute abseits des Rezeptes keine mit Unsinn und Nichtigkeiten vollgestopfte Einleitung, ich kann nicht einmal genau sagen, wieso. Womöglich ist bereits alles, was ich der Welt je mitteilen wollte, niedergeschrieben. Das wäre eigentlich begrüßenswert, nicht alle Tage ist mensch – und vor allem ich! – schließlich in der Lage, ein derartiges Finale herbeizuführen. Mal sehen. Jedenfalls, zuletzt verarbeitete ich ja diese Süßkartoffeln. Was ich verschwieg, ist, dass sowohl von der Strudelfüllung etwas übrig war, als auch eine weitere Süßkartoffel in meinem Vorratsflur einem Ende entweder im Topf oder, wenn verschimmelt, im Biomülleimerchen entgegensah. Daher lag es an mir, zu handeln. Irgendwie kam ich auf Ravioli bzw gefüllte Pasta irgendeiner Art. Die ultimative Inspirationsquelle war dann dies hier. Schwarze Pasta mit orangefarbener Füllung; Food Porn, der hierzulande nicht einmal unter der Ladentheke gehandelt wird. Nur: wo schwarze Lebensmittelfarbe herbekommen? Tintenfischtinte fiel weg, da sich die entsprechenden Tiere ja leider nicht gewaltfrei melken lassen. Diverse Lebensmittelläden abgeklappert, aber es scheint nur eine sehr verhaltene Nachfrage nach Lebensmittel nicht in Bonbonfarben kleidende (und damit die Grauheit des Lebens verbergende) Colorationen zu bestehen. Nach ewig langen Telefonaten und Brieverkehr berichtete mir eine entfernte Bekanntschaft vom sog. Internet, welches mir bis dato nur als gigantisches Konvolut aus Pornografie und Katzenfotos erschien, darüber hinaus jedoch wohl auch die Möglichkeit der Bestellung von so gut wie allem Warenförmigen ermöglicht. Nundenn, Montag bestellt, Mittwoch geliefert, so lob ich es mir.

Als kleiner Wermutstropfen sei gesagt: hinsichtlich der Füllung kann ich keine genauen Angaben machen. Das ist ärgerlich, aber leider nicht zu ändern, denn wie gesagt benutzte ich noch Reste der Füllung vom vorhergehenden Rezept. Es ist jedoch alles nicht so wild, wenn noch Teig übrig bleibt, kann mensch schließlich noch weitere Pasta daraus herstellen und die Füllung lässt sich zur Not sicher auch mit Kartoffeln essen (oder so).

Achja, das Pastarezept stammt von hier, ich ließ jedoch Öl und Kurkuma weg und gab etwas (=zu wenig!) schwarze Lebensmittelfarbe hinzu.

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Zutaten für 4-6 Portionen (ganz grob geschätzt)

für die Pasta

  • 600g Hartweizengrieß
  • 100g Mehl
  • 340ml Wasser
  • Salz
  • Schwarze Lebensmittelfarbe

für die Füllung

  • 800g Süßkartoffel
  • Öl
  • Räuchertofu
  • Lauch
  • Paprikaschote
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Sonnenblumen- und Pinienkerne

zusätzlich: etwas Alsan, ggf. diverses Gemüse, Kresse, whatever

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Zubereitung: (Dauer 2,5-3 Stunden sollten eingeplant werden)

Zuerst Mehl, Salz und Griße vermischen, das Wasser mit der Lebensmittelfarbe verrühren und in die Trockenmischung einrühren, mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Abdecken und für 1 Stunde in den Kühlschrank geben.

Währenddessen die Süßkartoffel in ca. 2-3cm große Würfel schneiden und in Wasser weichkochen, abgießen.

Sonnenblumen- und Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl anrösten, in ein Gefäß geben. Räuchertofu, Lauch und Paprika in ein wenig Öl anbraten. Die weichgekochten Süßkartoffelwürfel zerstampfen, Lauch, Tofu, Paprika und die gerösteten Kerne dazugeben, mit den Gewürzen abschmecken.

Die Pasta mit einer Nudelmaschine (oder, wer den harten Weg bevorzugt, mit dem Nudelholz) dünn (!) ausrollen. Ich habe die Maschine zum ersten Mal seit fast 3 Jahren benutzt und stellte mich etwas doof an. So klappte es: jeweils einen Klumpen Teig so oft bei Stufe 1 durchdrehen und anschließend zusammenfalten, bis er nicht mehr reißt. Dann Schritt für Schritt die Stufen erhöhen, ggf. falten und mehrmals durchdrehen. Ich nutzte Stufe 5 (von 9), hatte aber auch keine Lust, noch Stunden mit reißendem Teig zu kämpfen. Zuerst jagte ich jede Teigbahn einzeln bis Stufe 5 durch die Maschine. Praktischer ist aber wohl, erst den gesamten Teig auf Stufe 1, danach auf Stufe 2 usw. zu verarbeiten, da erspart mensch es sich, ständig am Regler rumzuschrauben.

Ich benutzte so plastikgebissartige Förmchen, wie sie offenbar für polnische Piroggen zum Einsatz kommen. Der Markt hält ja vielerlei Pastafüllungsequipment bereit, da kann sich jede_r austoben, wie sie oder er mag. Die no-budget-Lösung ist wohl: 2 gleichgroße Teigbahnen; auf eine wird im Abstand von ein paar Zentimetern etwas Füllung gegeben, die zweite Teigbahn wird darauf gelegt, zwischen der Füllung festgedrückt, zerschnitten und das wars.

Die einzelnen Pastateile am besten auf einem dünn mit Grieß bestreuten Blech zwischenlagern, anschließend in einen Topf mit kochendem Salzwasser bugsieren und herausnehmen, wenn sie an der Oberfläche schwimmen.

Serviervorschlag: Während die Nudeln kochen, etwas Gemüse nach Wahl in ein wenig Öl oder Alsan anbraten, mit Salz, Pfeffer und nach Gusto würzen, anschließend die abgetropften Nudeln dazugeben, durchschwenken, auf Teller verteilen und bspw. mit Kresse bestreuen.

PS: Bei Überschuss lassen sich die Nudeln auch gut einfrieren; diese dann zur Zubereitung im gefrorenen Zustand in kochendes Wasser geben; beim Einfrieren mache ich das so: die Nudeln nebeneinander auf einem mit Grieß bestreuten Blech lagern, nach ein paar Stunden wenden, so dass sie nicht mehr so klebrig sind. Anschließend portionsweise in TK-Tüten packen und einfrosten.

PPS: KRESSE! Selber welche zu ziehen, nahm ich mir seit ca. 5 Jahren vor, letzte Woche setzte ich das endlich in die Tat um. Tolltolltoll. Auf Brot oder Brötchen mit etwas Alsan, zum Drüberstreuen bei allem möglichen, Kresse ist einfach toll und ich würde ihr mein Leben widmen und zum führenden Kressisten werden, wenn ich nur weniger lethargisch wäre.

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Fleischbällchen, am Beispiel: „Meatball-Sandwich“

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Nicht gerade das beste Bild bisher, aber was soll’s.

Nachdem die Nacht für mich gegen 5 beendet war und sich der allmächtige Brainfuck ans Werk machte, eine albtraumdurchsetzte Nacht nahtlos in eine sicher ähnlich erfreuliche Woche übergehen zu lassen, vertändel ich meine Zeit bis zum Sonnenaufgang nun auf ungeahnt produktive Weise, nämlich mit einem neuen Eintrag ins digitale Rezepttagebuch. Hallo und guten Morgen liebes Rezepttagebuch, wie angekündigt machte ich mich kurz nach dem letzten Eintrag an die Herstellung der hier genannten „Fleischbällchen“ auf Grünkern- und Linsenbasis, wobei ich zugeben muss, dass ich große Befürchtungen hatte bzgl. der Pürierbarkeit von Linsen, denn bei allem, was irgendwie von mehr fester als flüssiger Konsistenz ist, besteht ja gerne mal die Gefahr von eingesauten Küchen und ewigem Rumrödeln und Durchgerühre, um dann irgendwann festzustellen, dass die Masse keineswegs auch nur im Entferntesten homogen ist, sondern nach wie vor stückiger als eine Matschsuppe mit Steineinlage (das Bild kam spontan). Und dann wieder von vorn und ein Wiederaufleben der gebannt geglaubten Gefahren von oben. Furchtbar. Aber: hier war das kein Problem, die Linsen haben super mitgespielt. Hail to the Lins. Als kleiner Tipp im Umgang mit Linsen nur noch dies: benutzte Gerät- und Geschirrschaften bitte direkt im Anschluss ordentlich wässern, eingetrocknet gewinnen Linsen ein Maß an Hartnäckigkeit, das sie beinahe für eine steile Karriere bei der Agentur für Arbeit qualifiziert. Nunja. Da die Studierendentage gezählt sind, erschien es mir töricht, innerhalb zweier aufeinander folgender Tage ein weiteres Pastagericht herzustellen und entschied mich für die ebenfalls stets und ständig in meinem Hirn präsente Fleischbällchenverwertungsassoziation: das sog. „Meatball-Sandwich“. Gibt es ja bekanntlich auch bei Subway(‚?)s und ploppt auch in den verfolgten Blogs aus der Neuen Welt regelmäßig auf. Der einzige Unterschied zu den notorischen Spaghetti mit Fleischbällchen liegt letztlich darin, dass statt Spaghetti Brötchen, Baguette oder dergleichen als Kohlenhydratkomponente zum Einsatz kommen. Ich hielt mich weitgehend an das verlinkte Rezept, ersetzte lediglich Sumach (aus Gründen der Nichtverfügbarkeit) durch Balsamico und benutzte Pizza- statt passierte Tomaten. Achja, und weil ich solche vom Zerfallen bedrohte Dinge ungern brate, bereitete ich sie im Backofen zu, was auch superb funktionierte. Nun denn, an’s Werk:

Rezept für ca. 40 Bällchen, damit lassen sich 10-20 (Baguette)-Brötchen belegen, was wiederum für 5-10 Portionen reicht

Für die Bällchen

  • 200g rote Linsen, über Nacht bzw mind. 8 Stunden in reichlich Wasser eingeweicht
  • 200g Grünkernschrot
  • 400ml Gemüsebrühe
  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-3 Zehen Knoblauch
  • Sojasauce
  • Balsamico
  • Salz
  • Pfeffer
  • Oregano (im Original wird Majoran verwendet, hatte ich aber nicht da)
  • Paprikapulver
  • Muskatnuss
  • ggf. ein Schluck Flüssigrauch
  • 2-3 EL Semmelbrösel
  • 1 TL Vitam-R/Hefeextrakt

Für die Sauce (für max. 2 Portionen)

  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Dose Pizzatomaten/geschälte Tomaten (diese dann bitte zerkleinern)
  • ein paar Cherrytomaten
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Basilikum
  • Oregano

Zubereitung (Dauer 60-90 Minuten, würde ich (aus der Erinnerung) schätzen)

Zuerst geht es an die Fleischbällchen. Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen, in einem Topf Öl erhitzen, beides anbraten. Den Grünkernschrot dazugeben, kurz mit anrösten und mit der Gemüsebrühe aufgießen, die Hitze reduzieren und öfter mal umrühren. Gegebenenfalls noch einen Schluck Wasser dazugeben, bei mir war die Flüssigkeit innerhalb weniger Minuten vom Grünkern absorbiert, dabei soll es eigentlich eine Weile, sprich, mindestens 10, 15 Minuten, köcheln. (ich schaute leider nicht auf die Uhr)

Währenddessen kann mensch schon einmal die Linsen mit einem Schluck, also zwei, drei, sieben Esslöffeln Wasser pürieren, sprich: wenig Wasser, aber genügend, damit es nicht zur Qual wird. Den Grünkerntopf von der Platte ziehen und ein bisschen abkühlen lassen. Linsenbrei und Grünkernmasse in einer Schüssel miteinander vermengen und mit Salz, Pfeffer, Sojasauce, Vitam-R, Paprika, Oregano, Balsamico, Muskatnuss und ggf. dem flüssigen Rauch gut abschmecken. Nicht zu sparsam sein, es ist schließlich viel Material. Mit den Semmelbröseln binden, so dass sich eine Masse ergibt, die einen gut formbaren Eindruck macht. Mit feuchten Händen zu ca. tischtennisballgroßen Bällchen formen, auf ein (ggf. gefettetes) Backblech geben, mit Öl bepinseln oder besprühen (solche Ölsprühdinger sind wirklich super, damit könnte mensch sich auch einsprühen um damit auszusehen wie diese Muskelatzen bei Muskelatzenwettbewerben, oder auch, um anschließend bäuchlings über den PVC-Boden gleiten zu können) und im Backofen bei 200 Grad Celsius 20 Minuten backen, sie sollten dann gut Farbe bekommen haben.

In der Zwischenzeit geht es an die Sauce: Zwiebel und Knoblauch abziehen, und in etwas Öl in einer Pfanne andünsten. Die Cherrytomaten halbieren, vierteln, hacken oder was auch immer und zusammen mit den Dosentomaten dazugeben. Die Lorbeerblätter in die Sauce geben, die Hitze reduzieren und ein bisschen einkochen lassen. In der Zwischenzeit kann mensch schon einmal die Brötchen vorbereiten, also aufbacken, aufschneiden oder so. Die Sauce mit den Gewürzen abschmecken, die Lorbeerblätter entfernen, die mittlerweile fertigen Fleischbällchen zur Sauce geben (bei mir waren es 2-3 Bällchen pro Brötchen und 2 Brötchen pro Frank). Die Bällchen in die aufgeschnittenen Brötchen manövrieren, Sauce darüber (also nicht über die Brötchen, sondern die Bällchen) geben, ggf. mit Salat oder so garnieren und genießen.

Gemüselasagne

Ich hatte hier eigentlich keine genauen Mengenangaben, weil ich mehr nach Gefühl bzw. blindem Zusammenkippen ‘gearbeitet’ habe. Nichtsdestotrotz mochte ich die Kombination sehr, und dieses Rösten des Brokkoli hat mir auch viel Freude bereitet, also so um die Geschmacksknospen rum. Ich versuche, einigermaßen genaue Angaben zu machen, ich schwör! Außerdem, Asche über mein Haupt, gab es hier leider keine Dosentomaten mehr, daher griff ich zu einer fertigen Pastasauce, Napolitana oder so.

Zutaten für 4-6 Portionen (ich aß zusammen mit meinen Eltern exakt die Hälfte, aber wenn der Hunger vielleicht noch etwas größer ist…)

  • 250g TK Brokkoli, frisch funktioniert natürlich auch, muss allerdings erst geputzt und in Röschen zerteilt werden
  • 200g Champignons, geputzt und in Scheiben geschnitten
  • 2 rote Paprika, geputzt und gewürfelt
  • 10-15 Cherrytomaten, geviertelt und das Kernzeugs entfernt
  • etwas Lauch (hatte noch circa eine Drittel Stange von einem anderen Essen übrig)
  • 1 Zucchino, in Halbmonde geschnitten
  • 1 Päckchen passierte Tomaten, welche nach gusto mit Gewürzen zu einer Sauce verarbeitet werden
  • 50g Alsan
  • 3 EL Mehl
  • Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • 3 EL Hefeflocken
  • 300ml Sojamilch
  • 100ml Brühe
  • Salz, Pfeffer
  • Lasagneblätter

Zubereitung (Dauer insgesamt 2-2,5 Stunden)

Also das eigentlich Tolle an dieser Lasagne ist das Röstgemüse. In einer Pfanne, zu der auch zwingend ein Deckel verfügbar ist, Olivenöl erhitzen, und zwar richtig heiß, bis es anfängt, sanft zu qualmen. sofort den Brokkoli dazu, Deckel drauf, und 3 Minuten anrösten. Hitze etwas reduzieren, von voll auf dreiviertel. Pfanne kurz von der Platte nehmen, mit einem Pfannenwender den Brokkoli ein bisschen umdrehen, zurück auf die Platte, mit Deckel weitere 3 Minuten anrösten. Mit dem Pfannenwender den Brokkoli in eine Schüssel geben und das gleiche Spiel mit den anderen Gemüsen spielen. Natürlich muss dann nicht für jedes Gemüse die Prozedur gesondert durchgezogen werden, ich nahm im zweiten Rutsch Champignons, Tomaten, Zucchino und Lauch und im dritten dann (zugegeben: ich hatte vorher die Paprika vergessen gehabt, aber von der Menge her hat das genau gepasst) die Paprikawürfel. Alles beiseite stellen.
In einem Topf die Alsan schmelzen, die Hefeflocken und das Mehl dazugeben, umrühren, weiter erhitzen, bis es blubbert. Mit der Brühe ablöschen, die Sojamilch dazugeben und aufkochen, Senf dazu, mit Salz und Pfeffer abschmecken, also es schmeckt im Idealfall etwas käsig. (Nachtrag: Wie Zitrone anmerkte, zwecks Vitaminerhalt der Hefeflocken diese erst zum Schluss zugeben.)
Nun in einer Auflauf- bzw Lasagneform das ganze Zeugs reinschichten. Ich hatte insgesamt nur 3 Schichten, nämlich als unterste das ganze Gemüse mitsamt der Tomatensauce, dann darüber eine dünne Schicht mit der käsigen Bechamelsauce und letzteres nochmal oben drauf, als Käseersatz. Aber macht nur, wie ihr wollt, meine Eltern fanden es jedenfalls super, meinem Vater entfleuchte sogar ein “sehr gut”.

2011-06-10 11-48-46 - Z6100221