Was sollen wir tun, Fisch? -Salade Nicoise!

2013-10-12 18-10-18 - PA124850

Vor geraumer Zeit habe ich mir mal 2 Päckchen Fake-Thunfisch bei alles-vegetarisch.de bestellt, und quasi bis zum Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums mit keiner weiteren Beachtung bedacht. Ich weiß auch wirklich nicht, in welcher Form ich früher Thunfisch gegessen haben soll, auf Pizza definitiv nicht, im Salat auch nicht, keine Ahnung. Jedenfalls, das Zeugs musste verwertet werden. “Zeugs” ist im Übrigen nicht abwertend gemeint, ich fand es sehr lecker und auch die Konsistenz ist schön. Bei der Recherche stieß ich schon vor ein paar Monaten auf Salade Nicoise, “Nizzaer Salat” sozusagen, und dieser entpuppte sich als als hervorragendes Restegrab meines Haushalts! Mit schnödem grünem Salat bin ich ja eh nicht so dicke, daher war es schön, dass da auch bspw Kartoffeln drin vorkommen. Super Teil auf jeden Fall, gut sättigend und überhaupt. In verschiedenen Rezepten las ich etwas von Paprika, aber ich wollte nicht extra welchen kaufen und laut Wikipedia ist die Escoffier-Variante sowieso ohne. Da ich noch ein paar Champignons übrig hatte, habe ich selbige angebraten und dem Salat damit ein hübsches Bettchen bereitet. Ansonsten passt wohl Baguette ganz gut dazu.

Zutaten für 4 (große) Portionen

  • 300g Kartoffeln
  • 200g Grüne Bohnen (ich nahm tiefgekühlte)
  • Bohnenkraut
  • 100g Tomaten
  • 1 TL Kapern
  • Handvoll Oliven (ich hatte mehrheitlich Kalamata und noch ein paar grüne)
  • 150g veganen Thunfisch
  • 1 kleine Gurke
  • frischer Basilikum
  • 1 Zwiebel
  • 1 Eisbergsalat oder Kopfsalat
  • Olivenöl
  • Weißweinessig
  • 1 Spritzer Agavendicksaft
  • Salz
  • Pfeffer
  • Senf

2013-10-12 18-10-41 - PA124855

Zubereitung (Dauer: ca. eine Stunde)

Zuerst die Bohnen putzen und in kochendem, mit Bohnenkraut und Salz gewürztem Wasser ~6 Minuten kochen (bis sie halt weich bzw gar sind). In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und in möglichst gleich große Form bringen. Die Bohnen abgießen und abtropfen lassen, anschließend die Kartoffeln in Salzwasser 15-20 Minuten garen, bis sie nicht mehr hart, aber auch nicht zerkocht sind. Abgießen. Zwischenzeitlich die Tomaten je nach Größe vierteln oder achteln, die Oliven grob schneiden (bzw. ggf. vorher entkernen), die Gurke in halbe Scheiben schneiden, die Kapern hacken, die Zwiebel würfeln, den falschen Thunfisch zerpflücken und alles in eine große (!) Schüssel werfen. Pro-Tipp: wenn – wie bei mir – der Salat in mehreren Etappen, i.e. an mehreren Tagen, verputzt werden soll, dann am besten den Eisbergsalat immer erst kurz vorm Servieren hineinmischen, er soll ja nicht zusammenfallen. Das Dressing aus Öl, Essig, Agavendicksaft, Salz, Pfeffer und Senf nach Gusto zusammenrühren und mit den anderen Zutaten mischen. Bestenfalls sollte das ganze ein bisschen durchziehen können. Und schawupps, fertsch.

2013-10-12 18-10-24 - PA124852

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Antipasti: Paprika/Tomaten und Champignons

Nun denn, eigentlich hätte ich jetzt anderes, _wichtigeres_ zu tun, aber beim Durchstöbern diverser Essensfotos stieß ich auf einige Dinge, die noch zu verbloggen wären. Aus diesem Grund weiche ich von meinem heutigen Tagesplan ab und hab so wenigstens noch eine Möglichkeit gefunden, ein bisschen Zeit über den Jordan zu schicken.

Die wöchentlichen Beutezüge auf dem Markt stellen mich bisweilen vor große Probleme, was die Verwertung des Erworbenen betrifft. Plötzlich – ich weiß nicht, die Gewahrwerdung welchen Schlossen mir diesen Schlüsselmoment bescherte -ploppte es so auf: Antipasti! Also Antipasti sind heutzutage ja nix ungewöhnliches, aber ich war eigentlich immer mehr so „och nö“, was das angeht. Keine Ahnung, wieso. Bzw., das könnte daran liegen, dass ich allgemein lieber Warmes als Kaltes verspeise. Aber die teils tropischen Temperaturen neulich, als noch Sommer war, legitimierten dann doch hin und wieder die kalte Küche. Außerdem wollten meine Balkonkräuterlein auch endlich mal so richtig glänzen und das konnten sie. Außerdem ist das echt simpel und schmeckt supergut und ersetzte in den letzten Wochen so manche Mahlzeit.

Ich hab aktuell nur ein Bild der Paprika/Tomaten-Antipasti (ggf. reiche ich eines der Champignons noch nach), daher fülle ich den Eintrag mit diversen anderen, neulich gemachten und für schön befundenen Abbildern meines Umfeldes auf.

Achja, das hier kommt mal wieder fast ohne genaue Mengenangaben aus. Ist teils Geschmackssache, teils auch abhängig von der Größe der verwendeten Gläser etc.

2013-07-30 10-08-40 - P7303228

Zutaten für Paprika-/Tomaten-Antipasti

  • Tomaten
  • Paprika
  • Olivenöl
  • Balsamico
  • Knoblauch
  • Kräuter: Basilikum, Oregano, Rosmarin, Thymian
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

Tomaten halbieren, Kerngehäuse herausschneiden. Paprika vierteln, Kerngehäuse herausschneiden. Bei 200 Grad mit Schnittfläche nach unten im Backofen (am besten direkt unterm Grill) 15-20 Minuten backen, bis die Haut blasen wirft. Aus dem Ofen nehmen, mit feuchtem Handtuch abdecken. Tomaten mit Schnittfläche nach oben bei 100-150 Grad backen, bis sie trocken werden und ein bisschen Farbe annehmen (dauert etwas länger).
Olivenöl, Balsamicoessig, Knoblauchzehen, die gehackten Kräuter, Salz, Pfeffer verrühren. Paprika abkühlen lassen, Haut abziehen, in mundgerechte Stücke schneiden, mit Marinade mischen. Abgekühlte Tomaten dazugeben. In verschließbare Gläser geben, ggf. noch Olivenöl dazugießen, so dass alles bedeckt ist. Im Kühlschrank ziehen lassen, dort hält es sich auch auf jeden Fall ein paar Wochen.

Zutaten für Champignonantipasti

  • Champignons
  • Olivenöl
  • Pflanzenöl
  • Knoblauch
  • Kräuter: Basilikum, Oregano, Rosmarin, Thymian
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

Das Ende der Stiele der Champignons abschneiden, die Champignons vierteln. Den Knoblauch in Scheiben schneiden. In einen Topf Olivenöl und “normales” Pflanzenöl geben, Champignons, Knoblauch, die Kräuter, Salz und Pfeffer dazugeben und erhitzen bis das Öl siedet, Temperatur reduzieren und 15-30 Minuten köcheln, in heiß ausgespülte Twist-off-Gläser füllen und verschließen.

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Balkontomätchen

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Blick aus dem Fenster zum Balkon

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Bienchen und Blümchen

Champignonrisotto bzw. Risottobratlinge mit Brotsalat

So, noch kurz was hinterher geschossen. Gibt nicht viel zu sagen, ich hatte viele viele Champignons da und irgendwie Bock auf Risotto. Was ich nicht bedachte, war, dass es eine richtig ordentliche Menge ergibt, und nach 2 Tagen hintereinander Risotto hatte ich auch irgendwie keine Lust mehr. Irgendwo hatte ich neulich mal was von Risottobratlingen gelesen und sofort daran gedacht, als ich mich mit der nicht weniger werdenden Menge an Reispampe konfrontiert sah. Da die Masse eh ordentlich batzig wird, habe ich es drauf ankommen lassen und ohne Zusatz von Mehl oder Eiersatz Bratlinge geformt und diese im Herd mit etwas Öl gebacken. Hat gut funktioniert, auch wenn sie ein wenig fragil waren. Nach dem Abkühlen werden sie auf jeden Fall fester. Dafür brauchte ich dann wiederum eine Beilage. Ich bin irgendwie nicht sooo der Salat-Typ, bzw. finde nur jene Sorten richtig gut, die primär auf Kohlenhydraten fußen, also Kartoffel- und Nudelsalat, was sie dann eigentlich auch als „Salat“ disqualifiziert, denn darunter verstehe ich eigentlich frisches, rohes Gemüse, wie eben Eisberg-, Kopf, oder meinetwegen auch Gurkensalat. Wie dem auch sei, ich entschied mich für Brotsalat, googlete ein bisschen rum und warf dann einfach zusammen, was (in meinen Augen) zusammengehört. Obacht: allzulange im Voraus sollte man den nicht machen, denn irgendwann wird er halt weich. Für mich kein großes Problem, aber Gästen würde ich ihn dann nicht mehr anbieten wollen

2013-08-24 12-08-09 - P8244002

Zutaten für das Risotto

  • 300g Risottoreis (Arborio oder so)
  • 250g Champignons
  • 2 rote Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl
  • 1 Glas Weißwein
  • 1l Gemüsebrühe
  • nach Bedarf Bärlauch
  • veganer Parmesan nach Belieben

Zubereitung für das Risotto (Dauer: 30 Minuten, ca.)

Champignons putzen, Zwiebeln und Knoblauch abziehen. Die Pilze vierteln, in einem größeren Topf in etwas heißem Olivenöl andünsten, bis sie zusammenschrumpfen und dann herausnehmen. Die Zwiebeln und den Knoblauch hacken, erstere Im heißen Öl glasig andünsten, den Knoblauch und den Risottoreis dazugeben und noch 2, 3 Minuten mitdünsten. Mit Weißwein ablöschen, Deckel drauf geben. Zwischendurch umrühren. Wenn der Wein aufgesogen wurde, eine Kelle Brühe dazugeben, Deckel drauf und immer wieder die Brühe nachgießen, wenn sie vom Reis aufgenommen wurde und immer wieder mal umrühren. Zusammen mit der letzten Kelle dann die Champignons und ggf. den Bärlauch dazugeben. Kurz vorm Servieren dann noch den veganen Parmesan einrühren.

2013-08-24 12-08-13 - P8244003

Zubereitung für die Risottobratlinge

Aus dem erkalteten Risotto mit nassen Händen etwa pflaumen- bis mandarinengroße Stücke (ich kann es gerade gar nicht einschätzen) nehmen, zu Kugeln formen und plattdrücken. Gut hilft dabei ein Deckel von einem Twistoff-Glas; die Masse da hineindrücken und mit einer Gabel oder so wieder herausfriemeln. Die Bratlinge auf ein gefettetes Backblech legen, mit Öl bepinseln/besprühen und für 20 Minuten bei 180 Grad in den Ofen geben.

2013-08-25 13-12-59 - P8254166

(das da auf den Bratlingen ist Zwiebelconfit)

 

Zutaten für den Brotsalat

  • frisches oder älteres Brot, Brötchen, Ciabatta, Baguette o.ä.
  • (Cherry-)Tomaten
  • Olivenöl
  • frische Kräuter: Basilikum, Rosmarin, Oregano
  • etwas Balsamico
  • nach Belieben: Antipasti
  • Salz, Pfeffer

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Zubereitung (Dauer: 10-15 Minuten)

Das Brot in Würfel schneiden und in etwas Olivenöl andünsten, abkühlen lassen. Die Tomaten waschen, vierteln und entkernen. Mit dem Brot mischen. Die Kräuter dazugeben, Balsamico, Olivenöl, Salz und Pfeffer und ggf. Antipasti. Gut durchmischen, im Kühlschrank ziehen lassen.
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Geröstete Aubergine mit u.a. Granatapfelkernen

2013-04-29 18-22-15 - P4292346

So, ganz kurz. ich wollte schon länger ein Rezept aus Yotam Ottolenghis “Jerusalem” Kochbuch nachkochen, nämlich “Burnt Eggplant with Garlic, Lemon and Pomegranate”. Als ich spaßeshalber mal danach rumgoogelte, primär, um Erfahrungsberichte anderer Nachkochender zu lesen, stieß ich auf eine Abwandlung von Ottolenghi selbst, mit Tahini, Tomaten und Gurke. Da einerseits diese Zutaten allesamt eh auf Verwendung harrten, ich jedoch nicht mit Exotischem wie “Pomegranate Molasses” (ich nehme an, das ist eine Art Grenadinesirup) aufwarten konnte, entschloss ich mich zu einer Kombination beider Gerichte. Bzw. zu etwas, was _zwischen_ beiden angesiedelt ist. Von Kombination kann eigentlich keine Rede sein, denn alle Zutaten aus dem einfacheren Rezept kommen auch bei der anderen Variante vor. Ich entschied mich, zwecks Süße noch ein bisschen Agavendicksaft dazuzutun. Also insgesamt schmeckt das ganz gut und scheint wohl eine Abwandlung von “Baba Ganoush” zu sein, das ich jedoch bisher nie selber aß, geschweige denn zubereitete. Anzumerken ist vielleicht lediglich, dass mir trotzdem irgendwie das “Exotische” fehlt. Es ist aber wirklich lecker und wenn die Zutaten eh da sind, kann mensch es ruhig mal probieren. Aber verglichen mit dem OMG-Gefühl, das ich hatte, als ich vor mehr als einer Dekade zum ersten Mal Falafel oder auch einige Jahre später Hummus probierte, ist das hier irgendwie doch recht konventionell. Vielleicht war ich auch einfach zu vorsichtig beim Würzen, ich hoffe, demnächst mal in einem entsprechenden Imbiss authentisches Baba Ganoush zu probieren und werde das dann ggf. nochmal anpassen.
Aufi gehts!

Zutaten für 2-3 Portionen

  • 2 Auberginen (insgesamt gut 500g)
  • 3-4 kleinere Tomaten
  • ein Stück Salatgurke2
  • EL Olivenöl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Kerne eines halben Granatapfels
  • Salz
  • Pfeffer
  • Saft einer ganzen und Zesten einer halben Zitrone
  • 2-3 EL Tahini
  • 2 TL Agavendicksaft
  • Petersilie

2013-04-29 18-22-32 - P4292348

Zubereitung (Dauer: 3 Stunden, davon aber die meiste Zeit wieder wartend)
Auberginen mit spitzem Messer oder einer Gabel mehrfach tief einstechen und unterm Grill (im Herd) 1 Stunde bei 160 Grad garen. Alle 20 Minuten wenden. Abkühlen lassen, aufschneiden und das Fruchtfleisch in ein Sieb löffeln, abtropfen lassen (ebenfalls gut eine Stunde). Das Fruchtfleisch grob zerschneiden und in eine Schüssel geben. Olivenöl, Zitronensaft und -zesten dazugeben, die Knoblauchzehe hineinpressen. 1/2 TL Salz dazu und Pfeffer. Tahini dazugeben, durchrühren, mit Agavendicksaft abschmecken. Die Gurke in Stifte schneiden. Die Tomaten vierteln, entkernen und das Fruchtfleisch würfeln, beide Gemüse ebenfalls dazugeben. 1 Stunde bei Zimmertemperatur durchziehen lassen. Hin und wieder verrühren.
Kurz vorm Servieren die Petersilie und die Granatapfelkerne dazugeben und verrühren. Tada. Fladenbrot passt dazu.

2013-04-29 18-22-40 - P4292349

Bunter Nudelsalat mit Roter Bete, weißen Bohnen und grünem Bärlauch

2013-04-20 19-00-51 - P4202286

Nachdem ich heute die erste Steuererklärung meines Lebens anfertigte und nach der Maxime “Nur Sachen eintragen, von deren Wahrheitsgehalt ich hundertprozentig überzeugt bin” verfuhr, d.h., nur wenig mehr als meinen Namen und mein Geburtsdatum eintrug – ein Zugeständnis an meine Hoffnung, dass die Damen und Herren vom Finanzamt Milde walten lassen, immerhin (!) arbeitete ich ja entgegen meiner Gewohnheiten nicht mit Pseudonymen – schrie der Tag nach weiteren Nova: zum ersten Mal weiße Bohnen zubereiten, zum ersten Mal eigenhändig rote Bete kochen. Huiuiui, ein Leben auf der Überholspur (diese Wendung habe ich mit Sicherheit bereits auf diesem Blog gebraucht, mensch möge es mir nachsehen). Beides flog noch so bei mir rum, die roten Beten im Kühlschrank, die Bohnen in einem von Mutti befüllten Glas. Zur eigentlichen Zubereitung beider Gemüsen gebe ich keine Hinweise, da es sich mehr um “einfach tun und zwischendurch nervös im Internet nachschlagen, wie denn andere in ähnlichen Situationen verfuhren” handelte. Im Idealfall hast du, liebe Leserin, lieber Leser, bereits gekochte Bohnen und gekochte rote Bete im Haus und dann geht das alles auch ganz ganz fix. Da ich nix abwog, gibt es diesmal auch keine Mengenangaben. Es war eh mehr ein “gucken, ob’s schmeckt”, und ja, das tut es. Die Mengen kann dann jede und jeder nach eigenem Gusto gestalten. Rote-Bete-Aficionados und Aficionadas werden vermutlich mehr von diesen roten Runkeln verwenden wollen; ich, der ich dieser Erdfrucht in der Vergangenheit mit mehr Abscheu als Zuneigung gegenüber stand, finde, dass es nicht unangenehm hervortrat, von der Färbung vielleicht abgesehen. Aber als ganz groben Hinweis: es ergab geschätzt 4 Portionen (als Hauptmahlzeit); ich hatte 300g Joghurt, eine etwa gleich große Menge roter Bete und Bohnen, geschätzt jeweils 100-150g, ca. eine Handvoll Bärlauch, vielleicht 5-8 Tomätchen. Schön hätte ich es ja gefunden, wenn die roten Rübchen weniger rumgefärbt hätten und statt dessen jede Zutat in ihrer eigenen Farbe brilliert hätte. Das hätte sehr schön ausgesehen, aber ein rosafarbener Nudelsalat schmeichelt dem Auge ja auch ein bisschen und ich fühlte mich dumpf erinnert an eine Zeit, in der ein wunderbarer Mensch Kartoffelbrei und Saucen mittels Lebensmittelfarbe in einen visuellen Acid-Trip verwandelte.

Zutaten (Menge nach Wahl)

  • Sojajoghurt
  • Nudeln
  • Bärlauch
  • rote Bete, gekocht
  • Bärlauch
  • weiße Bohnen, gekocht
  • Cherrytomaten
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung (Dauer: 30 Minuten maximal)

Nun, was gibt es zu einem Salat groß zu berichten? Die Kurzfassung lautet: Zutaten (s.o.) mischen. Die Langfassung geht so: Nudelwasser aufsetzen, Nudeln kochen. Rote Bete in Streifen hobeln oder in Würfel schneiden. Sojajoghurt in eine große Schüssel geben. Bärlauch in Scheiben schneiden, dazugeben. Tomaten grob würfeln und zusammen mit den Bohnen und den Beten ebenfalls dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nudeln abgießen und in einen Topf kalten Wassers werfen, um sie rasch abzukühlen. Abtropfen lassen und zu der Joghurtmasse geben, alles ordentlich miteinander verrühren bis ein homogener Rosaton die Schüssel füllt. Kaltstellen und irgendwann essen.

2013-04-20 19-00-41 - P4202283

Wurzelpastasotto (-salat)

2013-04-13 19-03-44 - P4132242

Und, weil’s so schön war, noch ein Rezept hinterher. Ich hatte aus dem (wahrlich wunderbaren) Italienurlaub vor anderthalb Jahren Reisnudeln bzw. Risoni – Nudeln in Reisform – mitgebracht gehabt, die dann allerdings mehr als ein Jahr in meinem Vorratsschrank vor sich hin dümpelten. Neulich wolte ich sie, als Prophylaxe (!) gegen Lebensmittelmotten (!!), in festschließende Gläser umfüllen und am Boden der Tüte blickte mich mit weit aufgerissenen Augen an: ein Mottenbaby! Am selben Tag noch 40 Euro in weitere große Gläser investiert, alle bisher noch in Originalverpackung befindlichen Lebensmittel durchgeschaut und einiges ebenfalls weggeworfen (z.B. Maismehl aus dem gleichen Urlaub), neh, das war kein so schönes Wochenende. Jedenfalls wollte ich unbedingt neue Risoni und diese dann auch endlich mal verwerten. Es ergab sich zudem, dass ich letzte Woche 2kg Wurzelgemüse günstig erstehen konnte, und sozusagen als Winterabschied entstand dann dieses Gericht, was sich ein bisschen seltsam anfühlte, da ich zum ersten Mal seit November während des Kochens die Balkontür geöffnet lassen konnte und die Abendsonne nicht nur längst vergessene Helligkeit, sondern auch T-Shirt-Temperaturen mit sich brachte. Ich bin auch nicht so der rote Bete Fan, aber in der Form fand ich es wirklich gut.

[Nachtrag: Und, wie ich vorhin feststellte: das ist auch super als Salat geeignet! Also wirklich sehr lecker. Und angesichts der Tatsache, dass die Sonne hier unentwegt auf meinen Computerplatz brennt, ein angenehmeres Abendessen als etwas Warmes.]

Zutaten für 3 Portionen

  • 200g Risoni Nudeln
  • 400ml Brühe
  • 5 kleine rote Bete
  • 1 Pastinake
  • 1 Wurzelpetersilie
  • 1 Möhre
  • 1 Zwiebel
  • 1 Handvoll TK Lauch
  • Petersilie
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung (Dauer: 60 Minuten)
Zwiebel, Pastinake, Wurzelpetersilie und Möhre schälen und in relativ kleine Würfel, so 5mm Kantenlänge, schneiden. Das ist auch der Hauptteil der Arbeit bei diesem Gericht. Daher ruhig ein bisschen Zeit nehmen, der Rest geht schneller. Da die vier Gemüsen eh gemeinsam in den Topf wandern, müssen sie, um das Schneidbrett aufzuräumen, nicht gesondert aufbewahrt werden. Nun in einem Topf das Olivenöl erhitzen und das eben Geschnittene für 10 Minuten darin rundherum anbraten. Zwischenzeitlich die roten Bete ebenfalls kleinschneiden, das kann relativ grob sein. Die Nudeln, die rote Bete und den Lauch in den Topf geben und ebenfalls noch kurz mit anbraten. Circa ein Drittel der Brühe dazugeben, den Deckel auf den Topf geben und hin und wieder (alle 1-2 Minuten) umrühren. Wenn die Brühe aufgesaugt ist (nach ca. 5 Minuten), ein weiteres Drittel dazugeben, Deckel drauf, umrühren. Wenn diese ebenfalls von den Nudeln aufgenommen wurde, das letzte Drittel dazu, den Deckel entfernen, weiterrühren, bis alle Flüssigkeit verdampft ist bzw. aufgesaugt wurde. Zum Schluss die Petersilie dazu und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mjamjamjam.

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[Nachtrag: Und so sah es in Form eines kleinen Zwischendurch-Salates aus]

2013-04-15 11-33-47 - P4152259

Gegrillte Aubergine mit schwarzen Linsen

2013-03-07 20-49-38 - P3071713

Da ich nicht weiß, wie ich diesmal den Artikel einleiten soll, möchte ich kurz erwähnen, dass sich die seit 2 Monaten hier wohnende Miezekatze und ich langsam einander annähern. Geschlagene 8 Wochen dauerte es, bis sie zum ersten Mal, während ich im Zimmer war, aus ihrem Versteck hervorgekrochen kam, um zu fressen. 3 oder 4 Tage darauf saß sie dann bereits abends keinen halben Meter von mir entfernt und beobachtete mich beim Bewegtbilderkonsum (das macht sie seit Anfang der Woche). Berührung scheut sie noch sehr, aber sie ist unglaublichlich fasziniert von mir, das ist toll.

So, weiter im Text. Momentan verzehre ich so gut wie keine frischen Lebensmittel, und ich weiß, dass das wirklich nicht gesund ist. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass noch so viele Dosen und Büchsen und Gläser mit verschiedenen Dingen rumstehen und auch noch so viel Eingefrorenes auf mich wartet. Wie dem auch sei, nachdem ich neulich ein bisschen das Ox-Kochbuch Nr. 5 studierte, kaufte ich mir spontan Zucchini und eine Aubergine. Ohne, dass ich genau wusste, was ich damit anfangen soll. Aber allein das Kochen mit frischem Gemüse machte mich ein bisschen juckig. Das schöne Buch „Genussvoll Vegetarisch“ von Yotam Ottolenghi, den ich aus irgendeinem Grund (ich denke, es ist sein Name) sehr schätze, gab rasch Antwort: „Gegrillte Aubergine mit Linsen“. Klingt jetzt erstmal nicht so aufregend, und zugegeben, aufregend ist es wirklich nicht. Aber lecker. Ich mag „östliche“ Küche, also nah-, mittel- und auch fern-östlich, was jetzt ne sehr dumme Aussage ist, weil sie ungefähr so originell ist wie die Statements der Teilnehmerinnen bei Misswahlen, wie sie in US-amerikanischen Filmen und Serien dargestellt werden. Ich wünsche mir Weltfrieden. Ich mag fernöstliche Küche. Einzige Ausnahme: Little Miss Sunshine. Schöner Film. Egal. Jedenfalls, ich hab das halt mal gemacht. War gar nicht schwer, nur zeitaufwändig. Da ich ein bisschen rumvariiert habe (aber nur ein ganz kleines bisschen!) veröffentliche ich das hier. Pff. Dieses Buch oder andere Werke von Yotam Ottolenghi sollte auf jeden Fall jede und jeder kaufen, die oder der das Geld übrig hat und wie ich seinen Namen oder die Dinge, die er so kocht, mag.

Ans Werk, kleine Feen!

Zutaten für 2 Portionen

  • 1 Aubergine
  • 2 Möhren
  • Balsamicoessig
  • 1/2 Tasse Belugalinsen
  • 1 Zwiebel
  • 100g Knollensellerie
  • Balsamico Essig
  • Olivenöl
  • Thymian
  • Pfeffer
  • Salz
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Zucker
  • 6 Cherrytomaten
  • je 1/2 EL Petersilie, Koriander, Dill (gerne frisch, zur Not: getrocknet)
  • optional: ein Klecks Sojajoghurt

Zubereitung (Dauer: 90 Minuten sollten eingeplant sein)

Zuerst die Aubergine mit etwas Spitzem rund herum ein paar Mal einstechen und im Ofen direkt unter dem Grill bei 200 Grad Celsius eine Stunde lang ordentlich verbrennen. Hin und wieder wenden. Tipp: Alufolie oder so unterlegen, denn das Gemüse verliert ordentlich Flüssigkeit, die dann irgendwo rumsuppt. Währenddessen die beiden Möhren schälen, eine davon ganz grob würfeln. Die Zwiebel abziehen und halbieren. Den Sellerie würfeln. Das eben geschnittene Gemüse (eine Möhre zurückhalten!) zusammen mit den Linsen, dem Lorbeerblatt und Thymian in genügend Wasser aufkochen und bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Das dauert so 20 Minuten, bis die Linsen weich sind. Sie sollen aber nicht zerfallen! In ein Sieb gießen, die Zwiebel und die Möhrenstücke herausfischen und entsorgen. Die Linsen in eine Schüssel geben, 1 EL Balsamico, 1 EL Olivenöl, Petersilie, Koriander und Dill dazugeben und vermischen.

Die Tomaten halbieren, die andere Möhre würfeln. Wenn die Aubergine gar, d.h. rundum schwarz ist und bestenfalls zusammengefallen, die Schale vorsichtig aufschneiden und das Fruchtfleisch mit einem Löffel auskratzen und in ein Sieb geben, dort abtropfen lassen. Möhrenwürfel und Tomaten zusammen mit dem Zucker und 1 Esslöffel Olivenöl in eine flache Auflaufform geben, gut verteilen und bei 130 Grad Celsius für gut 20 Minuten in den Ofen geben.

Die abgetropfte Aubergine mit 1 TL Balsamico, Salz und Pfeffer würzen. Wenn die Möhren und die Tomaten gar sind, d.h. die Möhren haben noch etwas Biss, diese zu den Linsen geben und vermischen.

Die Linsenmischung auf 2 Teller aufteilen, darauf jeweils einen Esslöffel der Aubergine und ggf. noch etwas Sojajoghurt geben.

Dazu lässt sich bspw Fladenbrot verspeisen. Prinzipiell gibt das sicher auch eine gute Füllung für Pitabrote ab (auf diese Weise werde ich den Rest heute Abend verzehren).

2013-03-07 20-49-56 - P3071717