Kürbis-Chutney

So, liebe Freunde der untergehenden Sonne und der seltenen Blogaktualisierungen, anbei ein Rezept für Kürbischutney, welches seit vergangenem November (!) darauf harrt, hier veröffentlicht zu werden. Ich kann das so genau datieren, da auf den Gläsern, in denen sich das Chutney befindet, das Datum vermerkt ist. Als bekennender und nur semi-anonymer Lebensmittelmessie habe ich es tatsächlich erst am heutigen Tag geschafft, das damals Produzierte zu probieren und zu fotografieren. Was zumindest mit der Erkenntnis einherging, dass sich das Chutney, unter einigermaßen hygienischen Bedingungen hergestellt, mindestens 9 Monate hält und dann immer noch ziemlich geil schmeckt. Kein Eintrag ohne Inspiration, in diesem Fall war es von hier. Die Menge reicht exakt für zwei dreihundertnochwas Mililiter fassende Sturzgläser und an sich passt das zu allem möglichen, Fleischersatz, als Dip für Diverses, Gemüse etc.

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Zutaten

  • 200g Kürbis
  • 1 säuerlicher Apfel
  • 2 Zwiebeln
  • 50g Ingwer
  • 150ml Orangensaft
  • 200ml Weißwein
  • Saft einer Zitrone
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cayennepfeffer

Zubereitung

Kürbis recht fein würfeln. Apfel schälen und etwas grober würfeln. Zwiebeln abziehen und ebenfalls würfeln. Ingwer schälen und – ebenfalls – fein würfeln. Olivenöl in einem weiten Topf erhitzen und alles eben geschnittene andünsten. Knoblauch abziehen und hineinpressen, mit Osaft und Weißwein ablöschen. Zitronensaft dazugeben. Deckel drauf und aufkochen, die Hitze reduzieren und solange köcheln lassen, bis alles weich ist. Den Deckel abnehmen und alles noch etwas dick einkochen lassen. Mit den Gewürzen abschmecken. Ich habe an dieser Stelle alles noch mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet, man kann es aber wahrscheinlich auch einfach zerkochen lassen. Wenn das geschehen ist, in heiß ausgepülte Twist-Off-Gläser füllen und mit ebenfalls heiß ausgespülten Deckeln verschließen. Das war’s!

Bärlauch-Ravioli mit Pilzfüllung und Bärlauch-Sahnesauce

2014-04-05 12-27-00 - P4055604

Ich bin ein wirklich großer Freund gefüllter Pasta. Der Aufwand beim Selbermachen ist zwar nicht unerheblich, aber es befriedigt irgendwie ungemein, so dumm das auch klingen mag. Nachdem ich schon Ewigkeiten so ein Dreierpack an Teigtaschenformern besitze – die Teile, die man zusammenklappt und die dann ein bisschen aussehen wie diese Scherzgebisse, die früher mal „in“ waren – kaufte ich mir dann neulich beim großen Universalversender zwei Raviolistempel in rund und in quadratisch. Standardnudelteig ist mir dann auch oft zu langweilig und da das Bärlauchpesto sich ja auch immer freut, verwendet zu werden – und es saisonal einfach passt – sollte es dann mal Bärlauchravioli geben. Pilze harmonieren bekanntlich auch hervorragend damit – Wald und so! – blablabla. Ich hatte noch etwas Trüffelöl da. Gibt da ja auch verschiedene Qualitätsstufen und die Billigprodukte sind lediglich mit naturidentischem Aroma aus dem Labor geschmacklich aufbereitet. Funktioniert jedoch auch sehr gut und gibt dem Ganzen eine schöne Note. Die Mengenangaben bei der Füllung sind nur grob geschätzt: mir gelingt es praktisch nie, die richtige Menge abzuschätzen, damit weder Füllung noch Teig übrig bleiben. Aber das ist ok, Teigrest kann man als normale Nudeln verwerten und bei übriggebliebener Füllung lässt sich diese einfach in eine Sauce einbauen. A propos Sauce: dieselbe entstand bloß, weil ich nach der ganzen Raviolimacherei keinen Nerv hatte, mir etwas anderes zu überlegen. Bärlauch mit Bärlauch zu kombinieren, ist schrecklich unkreativ, aber das Ergebnis überzeugte – gerade wegen seiner Einfachheit – so sehr, dass es einfach mit her muss. Achja, wichtig: auf dem obersten Bild ruhen die Ravioli auf einem Küchentuch. Ich glaube, einst gelesen zu haben, dass man das so machen würde, weil das Küchentuch die Feuchtigkeit aufnähme. Kurz gesagt: keine so gute Idee! Zumindest die Ravioli, die beim Füllen wegen einzelner Wassertropfen recht feucht wurden, waren teilweise beinahe unmöglich vom Küchentuch zu trennen. Lieber eine bemehlte, feste und vor allem nicht-fusselnde Unterlage nehmen!

Die Ravioli lassen sich übrigens auch sehr gut einfrieren. Am besten einzeln nebeneinander auf einem (kleinen) Blech oder einem Frühstücksbrettchen (ggf. auf Frischhaltefolie). Für eine einzelne Mahlzeit wäre mir der Aufwand tatsächlich viel zu viel gewesen.

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Zutaten für 4-5 Portionen

Ravioli

  • 80g Bärlauch
  • 120ml Wasser
  • 200g Hartweizengrieß
  • 200g Mehl
  • Olivenöl
  • 500g Champignons
  • 1/2 Bund Lauchzwiebeln
  • 2 Zwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL bzw. nach Belieben Trüffelöl

Sauce

  • etwas Öl
  • 2 Päckchen Sahne nach Wahl
  • 2 Zwiebeln
  • 4-6 TL Bärlauchpesto
  • 3-4 Zehen Knoblauch
  • Salz
  • Pfeffer

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Zubereitung (Dauer: 3 Stunden vorm Servieren sollte man schon beginnen; eine zweite Person kann insbesondere beim Raviolibauen die Zeit ungemein verkürzen!)

Zuerst mal den Teig machen: Bärlauch und Wasser in einen Messbecher geben und so lange pürieren, bis es eine glatte Masse ist. Hartweizengrieß und Mehl dazugeben und verkneten. Ein Rührgerät mit Knethaken funktioniert gut, aber zum Ende muss man auch mit den Händen ran. Wenn der Teig nicht mehr klebt, keine trockenen Stellen vorhanden sind und er einfach schön gleichmäßig ist, ihn in eine Schüssel geben und ruhen lassen.

Champignons, Lauchzwiebeln und Zwiebeln putzen und in Scheiben schneiden. Etwas Olivenöl in einer weiten Pfanne erhitzen und das soeben Geputzte hineingeben und scharf anbraten. Die Hitze reduzieren und unter gelegentlichem Rühren weiter garen, bis die Champignons schön zusammengeschrumpelt sind. Vom Herd ziehen und abkühlen lassen. Ich habe für meinen Pürierstab so einen Hackaufsatz, ein kleiner Behälter mit Messer drin, in dem man Gemüse grob hacken kann. Sowas bietet sich hier an: das eben gebratene, abgekühlte Gemüse darin – oder auf einem Schneidbrett mit dem Messer – klein häckseln. Da die Ravioli ja recht klein sind, sollten keine größeren Stücke mehr vorhanden sein, sonst wird das Füllen schwierig. Die Masse mit Salz, Pfeffer und Trüffelöl verrühren und abschmecken.

Den Teig mit der Nudelmaschine ausrollen: Ich ging bis Stufe 7 von 10; erst auf Stufe 1, dann auf 3, dann auf 5 und dann auf 7. Das ist die lästigste Arbeit hier dran. Gut ging folgendes: Teigstücke zuerst zur Kugel und dann zur Wurst rollen, von der Länge her so 50-75% der Breite der Nudelmaschinenwalzen. Wenn die Wurst noch ein wenig klebrig erscheint, diese kurz im Mehl wälzen.

Mit Raviolistempel oder notfalls mit dem Messer Teigvierecke oder -kreise ausschneiden und auf ein bemehltes Backpapier oder eine bemehlte Silikonbackunterlage geben. Mit Teelöffeln oder den Fingern kleine Häufchen der Champignonmasse in die Mitte der Teigteile geben. Am besten die Masse dann gleich ein wenig zusammenpressen zu kleinen Türmchen. Am besten mit leicht feuchten Händen ein Teigstück darüber geben, um die Füllung formen und unten festdrücken. Ist doof zu beschreiben, aber hat überraschend gut funktioniert. An der Unterlage festpappende Ravioli lassen sich am besten mit einem dünnen Spachtel lösen. Ggf. auch ein wenig antrocknen lassen.

Die Sauce zubereiten: Knoblauch und Zwiebeln abziehen und grob würfeln. Öl in einem Töpfchen erhitzen und beides dazugeben und anbraten. Mit Sahne ablöschen. Pesto einrühren. Mit dem Pürierstab pürieren und aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer – und ggf. weiterem Pesto – abschmecken.

Wasser mit ordentlich Salz in einem großen Topf erhitzen und die Ravioli dazugeben. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, mit einer Schaumkelle abschöpfen, auf Teller geben und die Sauce darübergießen. Ta da.

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Königsberger Klopse 2.0

2013-11-30 14-10-24 - PB304985

Die einst hier vorgestellten Königsberger Klopse habe ich tatsächlich nur damals das einzige Mal zubereitet, keine Ahnung wieso, ich hatte die irgendwie nicht mehr auf dem Schirm. Ich hatte mir das aber neulich noch einmal vorgenommen und immer wieder verschieben müssen. Da ich in den letzten Wochen wegen „Arbeit“ und anderer Verpflichtungen mittags meist nur ein verspätetes Frühstück einnahm, fiel dann also der Kochtermin auf’s Wochenende. Wenn Erwachsensein bedeutet, dass Dinge, die man gerne machen möchte, in das enge Korsett der beiden „Wochenende“ genannten Tage irgendwie hineingepresst werden müssen, finde ich das ziemlich scheiße und bereue, dass weder ich noch meine Eltern jemals ernsthaft den Versuch unternahmen, mich mittels hormoneller Behandlung, abwegigen Erziehungsmethoden, Kastration oder was auch immer in der ewigen Schwebe der Adoleszenz zu halten. Ich musste jedenfalls feststellen, dass entgegen meiner Annahme, dass Tofu im Haus bzw. Kühlschrank sei, selbiger irgendwann anders mal verbraucht wurde. Da ich im fantastischen Asia-Supermarkt in der Ritterstr. in Leipzig jedoch neulich Tempeh entdeckte und einsackte, dachte ich mir: warum nicht damit versuchen? Also die Versuchsanordnung von damals wiederholt, Tempeh gedämpft, zerbröselt und mit den anderen Zutaten vermischt, alles kein Problem, die Masse war ein wenig trocken und mürbe, ließ sich aber super formen. Ich habe außerdem den Tipp von „Pat Appleton“ in „den Kommentaren“ (in Anführungsstrichen, weil es der einzige war) beherzigt und diesmal Glutenmehl statt Mehl genommen. Im Topf jedoch zerlegten sich direkt einige der Klöße, was unter anderem daran lag, dass das Wasser sprudelnd kochte und, weil die Masse einfach zu trocken war. Zum Glück ging ich diesmal anders vor: ich wollte die Klopse erst in Brühe garen, dann herausnehmen und die Brühe dann für die Sauce weiterverwenden. Obwohl, vielleicht hätte die Stärke in der Sauce letztlich doch auch zur Stabilität beigetragen. Wir werden es nie erfahren. Jedenfalls: die intaktgebliebenen Klopse habe ich also herausgeholt und abkühlen lassen, die Sauce samt Klopsnebel durch ein Sieb gedrückt, den „Trester“, also das im Sieb Verbliebene, mit Gluten wieder in Form gebracht und dann hat es gehalten. Ich nehme an, es lag daran, dass der damals verwendete Tofu im Gegensatz zum Tempeh mehr Feuchtigkeit besitzt. Wieder etwas gelernt, zum Glück kam ich nicht auf die Idee, das Gericht jemandem vorzusetzen, ich hätte vermutlich aus Verzweiflung geweint.

2013-11-30 14-10-15 - PB304984

Zutaten für ca. 4-6 Portionen

  • wie hier, mit folgenden Änderungen:
  • 200g Tempeh statt Naturtofu
  • Mehl weglassen
  • ca. 50-100ml Wasser
  • 2 EL Glutenpulver + 4-5 EL, nach Bedarf
  • die Zutaten für die Sauce habe ich komplett halbiert

Zubereitung (Dauer: 90 Minuten sollte man einkalkulieren)

Den Tempeh 15 Minuten dämpfen und etwas auskühlen lassen, zusammen mit dem Räuchertofu in eine Schüssel bröseln. Die anderen Zutaten dazugeben und alles schön mischen und verkneten. Der Teig sollte sich nicht zu trocken und auf keinen Fall bröslig anfühlen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wie im verlinkten Rezept fortfahren (d.h., die Sauce herstellen und die Klopse darin garen), oder: Brühe in einem Topf aufkochen, die Hitze reduzieren (so, dass die Flüssigkeit nicht mehr blubbert, ein paar Grad Celsius unterhalb der Siedetemperatur also) und die Klopse für eine halbe, dreiviertel Stunde garen. Am besten ist es auch hier, einen Probeklops zu formen und erst einmal ein paar Minuten in die Brühe zu geben, um zu sehen, ob es hält, und ggf. mit Gluten und Wasser bei den anderen Klopsen nachjustieren. Nach Ende der Garzeit die Klopse herausnehmen, die Brühe in ein anderes Gefäß geben (so kann der Topf als Saucentopf weiterverwendet werden) und die Sauce nach dem Rezept im Link herstellen (die Klopse brauche dann eben keine 45 Minuten mehr, sondern können seperat erhitzt oder kurz vorm Servieren in die Sauce gegeben werden). Achja, und Kartoffeln sollte man nebenher natürlich auch noch garen, ich zum Beispiel habe sie diesmal gedämpft, ich mag dämpfen, da ist so viel Dampf im Spiel.

2013-11-30 14-10-05 - PB304982

Ajvar

Ajvar! Es ist schon ein paar Jahre her, seit ich zum ersten Mal ein Gläschen in der Hand hatte, aber ich mochte es vom ersten Moment an sehr. Der einzige Wermutstropfen war immer, dass so ein im normalen Einzelhandel gekauftes Glas in der Vergangenheit in Relation zu meinem Essverhalten immer etwas zu groß war: irgendwann musste die zweite, nunmehr verschimmelte Hälfte, den Weg alles irdischen (Biomüll) gehen, und ich hasse es wirklich so sehr, Essen wegzuwerfen, dass ich nicht nur während dieses Aktes, sondern bereits beim Gedanken daran, körperliche Symptome diffusen Unwohlseins verspüre. Keine Ahnung, woher das kommt, ich war schließlich nie von Hunger bedroht, aber das ist etwas, womit ich nicht umgehen kann und deswegen muss ich sehr sehr oft darüber nachdenken, was ich noch so im Kühlschrank rumfliegen habe und wie ich das denn am besten verwerten kann. Wie auch immer, selber machen war die Lösung, zumal auch noch ganz viele kleine Gläschen von Brotaufstrichen darauf warteten, endlich Wirt neuen Inhalts zu werden. Geht pipileicht, schmeckt schön und lässt sich gut bevorraten. Auf auf, Kinderlein! (Ein Bild füge ich vielleicht hinzu, wenn ich wieder ein Glas offen habe und daran denke, es zu fotografieren)

Zutaten für 7-8 kleine (150ml Gläschen)

  • 500g Paprika
  • 600g Aubergine
  • 1 Zwiebel
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 50ml Apfelessig
  • 70ml Öl
  • 1TL Sambal Oelek
  • Salz
  • 2 TL Zucker
  • 1 EL Tomatenmark

Zubereitung (60-90 Minuten)

Paprika und Aubergine würfeln, erstere von den Kerngehäusen und dem Strunk, letztere nur vom Strunk befreien und alles würfeln. Zwiebel abziehn und mit dem anderen eben gewürfelten Gemüse in einen Topf mit Deckel geben und erhitzen. Häufiger umrühren, damit nix anbrennt. Die Gemüsen verlieren Wasser und kochen sozusagen im eigenen Saft. Den Knoblauch dazupressen. Weiterköcheln, bis alles weich ist.Die restlichen Zutaten dazugeben und nochmal aufkochen. Dann pürieren. Achtung: Spritzt leicht, weil es recht dickflüssig ist. Direkt weiterverwenden oder in heiß ausgespülte Gläser füllen, verschließen und auf den Kopf drehen (die Gläser!).

Fleischbällchen, am Beispiel: „Meatball-Sandwich“

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Nicht gerade das beste Bild bisher, aber was soll’s.

Nachdem die Nacht für mich gegen 5 beendet war und sich der allmächtige Brainfuck ans Werk machte, eine albtraumdurchsetzte Nacht nahtlos in eine sicher ähnlich erfreuliche Woche übergehen zu lassen, vertändel ich meine Zeit bis zum Sonnenaufgang nun auf ungeahnt produktive Weise, nämlich mit einem neuen Eintrag ins digitale Rezepttagebuch. Hallo und guten Morgen liebes Rezepttagebuch, wie angekündigt machte ich mich kurz nach dem letzten Eintrag an die Herstellung der hier genannten „Fleischbällchen“ auf Grünkern- und Linsenbasis, wobei ich zugeben muss, dass ich große Befürchtungen hatte bzgl. der Pürierbarkeit von Linsen, denn bei allem, was irgendwie von mehr fester als flüssiger Konsistenz ist, besteht ja gerne mal die Gefahr von eingesauten Küchen und ewigem Rumrödeln und Durchgerühre, um dann irgendwann festzustellen, dass die Masse keineswegs auch nur im Entferntesten homogen ist, sondern nach wie vor stückiger als eine Matschsuppe mit Steineinlage (das Bild kam spontan). Und dann wieder von vorn und ein Wiederaufleben der gebannt geglaubten Gefahren von oben. Furchtbar. Aber: hier war das kein Problem, die Linsen haben super mitgespielt. Hail to the Lins. Als kleiner Tipp im Umgang mit Linsen nur noch dies: benutzte Gerät- und Geschirrschaften bitte direkt im Anschluss ordentlich wässern, eingetrocknet gewinnen Linsen ein Maß an Hartnäckigkeit, das sie beinahe für eine steile Karriere bei der Agentur für Arbeit qualifiziert. Nunja. Da die Studierendentage gezählt sind, erschien es mir töricht, innerhalb zweier aufeinander folgender Tage ein weiteres Pastagericht herzustellen und entschied mich für die ebenfalls stets und ständig in meinem Hirn präsente Fleischbällchenverwertungsassoziation: das sog. „Meatball-Sandwich“. Gibt es ja bekanntlich auch bei Subway(‚?)s und ploppt auch in den verfolgten Blogs aus der Neuen Welt regelmäßig auf. Der einzige Unterschied zu den notorischen Spaghetti mit Fleischbällchen liegt letztlich darin, dass statt Spaghetti Brötchen, Baguette oder dergleichen als Kohlenhydratkomponente zum Einsatz kommen. Ich hielt mich weitgehend an das verlinkte Rezept, ersetzte lediglich Sumach (aus Gründen der Nichtverfügbarkeit) durch Balsamico und benutzte Pizza- statt passierte Tomaten. Achja, und weil ich solche vom Zerfallen bedrohte Dinge ungern brate, bereitete ich sie im Backofen zu, was auch superb funktionierte. Nun denn, an’s Werk:

Rezept für ca. 40 Bällchen, damit lassen sich 10-20 (Baguette)-Brötchen belegen, was wiederum für 5-10 Portionen reicht

Für die Bällchen

  • 200g rote Linsen, über Nacht bzw mind. 8 Stunden in reichlich Wasser eingeweicht
  • 200g Grünkernschrot
  • 400ml Gemüsebrühe
  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1-3 Zehen Knoblauch
  • Sojasauce
  • Balsamico
  • Salz
  • Pfeffer
  • Oregano (im Original wird Majoran verwendet, hatte ich aber nicht da)
  • Paprikapulver
  • Muskatnuss
  • ggf. ein Schluck Flüssigrauch
  • 2-3 EL Semmelbrösel
  • 1 TL Vitam-R/Hefeextrakt

Für die Sauce (für max. 2 Portionen)

  • etwas Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Dose Pizzatomaten/geschälte Tomaten (diese dann bitte zerkleinern)
  • ein paar Cherrytomaten
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Basilikum
  • Oregano

Zubereitung (Dauer 60-90 Minuten, würde ich (aus der Erinnerung) schätzen)

Zuerst geht es an die Fleischbällchen. Die Zwiebel und den Knoblauch abziehen, in einem Topf Öl erhitzen, beides anbraten. Den Grünkernschrot dazugeben, kurz mit anrösten und mit der Gemüsebrühe aufgießen, die Hitze reduzieren und öfter mal umrühren. Gegebenenfalls noch einen Schluck Wasser dazugeben, bei mir war die Flüssigkeit innerhalb weniger Minuten vom Grünkern absorbiert, dabei soll es eigentlich eine Weile, sprich, mindestens 10, 15 Minuten, köcheln. (ich schaute leider nicht auf die Uhr)

Währenddessen kann mensch schon einmal die Linsen mit einem Schluck, also zwei, drei, sieben Esslöffeln Wasser pürieren, sprich: wenig Wasser, aber genügend, damit es nicht zur Qual wird. Den Grünkerntopf von der Platte ziehen und ein bisschen abkühlen lassen. Linsenbrei und Grünkernmasse in einer Schüssel miteinander vermengen und mit Salz, Pfeffer, Sojasauce, Vitam-R, Paprika, Oregano, Balsamico, Muskatnuss und ggf. dem flüssigen Rauch gut abschmecken. Nicht zu sparsam sein, es ist schließlich viel Material. Mit den Semmelbröseln binden, so dass sich eine Masse ergibt, die einen gut formbaren Eindruck macht. Mit feuchten Händen zu ca. tischtennisballgroßen Bällchen formen, auf ein (ggf. gefettetes) Backblech geben, mit Öl bepinseln oder besprühen (solche Ölsprühdinger sind wirklich super, damit könnte mensch sich auch einsprühen um damit auszusehen wie diese Muskelatzen bei Muskelatzenwettbewerben, oder auch, um anschließend bäuchlings über den PVC-Boden gleiten zu können) und im Backofen bei 200 Grad Celsius 20 Minuten backen, sie sollten dann gut Farbe bekommen haben.

In der Zwischenzeit geht es an die Sauce: Zwiebel und Knoblauch abziehen, und in etwas Öl in einer Pfanne andünsten. Die Cherrytomaten halbieren, vierteln, hacken oder was auch immer und zusammen mit den Dosentomaten dazugeben. Die Lorbeerblätter in die Sauce geben, die Hitze reduzieren und ein bisschen einkochen lassen. In der Zwischenzeit kann mensch schon einmal die Brötchen vorbereiten, also aufbacken, aufschneiden oder so. Die Sauce mit den Gewürzen abschmecken, die Lorbeerblätter entfernen, die mittlerweile fertigen Fleischbällchen zur Sauce geben (bei mir waren es 2-3 Bällchen pro Brötchen und 2 Brötchen pro Frank). Die Bällchen in die aufgeschnittenen Brötchen manövrieren, Sauce darüber (also nicht über die Brötchen, sondern die Bällchen) geben, ggf. mit Salat oder so garnieren und genießen.

Gefüllte Paprika mit Zucchinisauce auf Spaghettinestchen

2011-08-14 20-02-42 - Z8140012

Kurz vor Ladenschluss noch ein Paket roter Spitzpaprika zum Superspitzensonderpreis ergattern und damit vor dem Kompost retten, das ist so für gewöhnlich meine gute Tat des Tages, wenn sich nicht irgendwelche Omis über die Straße tragen lassen oder so. Da aktuell in meinen Augen noch keine Gulasch- bzw. Pörkölt-Zeit ist, kommt mein zweitliebster Paprikaverwendungszweck zum Zuge: Füllen! Zwar hier schonmal vorexerziert, aber nochmal abgewandelt neu probiert. Ebenfalls gut und prinzipiell der Erwähnung wert. Auf der Suche nach geignetem Tellerumfeld fokussierte ich mich auf saisonal Verfügbares und landete bei, tada: Zucchini. Die sommerliche Zucchinischwemme finde ich nach wie vor eher toll. Da sich die ‘kleinen Kürbisse’ ja auch einige Zeit halten, greife ich gerne mal zu, wenn sie günstig zu haben sind.
Ich hatte mir vor längerer Zeit mal einen Kugelformer angeschafft, weil ich die Idee, Gemüse (und prinzipiell auch Obst) in handlichen, mundgerechten Kügelchen auf Teller zu drapieren wirklich reizend fand und finde. Nur fristete die Neuanschaffung dann doch nur ihr Dasein im Schrank, bis ich mir kürzlich endlich ein Herz fasste. Und es nicht bereuen muss(te). Ich wollte eine sommerliche Nudelsauce machen, die ausnahmsweise ohne Tomaten auskommt und zudem auch nett anzuschauen ist. Die wenigen Verwendung findenden Gewürze betonen den zarten Eigengeschmack der Zucchini, ohne ihn zu übertönen. Schmackofatz, um es einfacher zu formulieren.
Dazu passen, wie schon erwähnt, Spaghetti, oder auch Tagliatelle, welche sich halt ganz gut anrichten lassen, sodass die Sauce obenauf thront und es alles nett anzuschauen ist.

2011-08-20 14-42-55 - Z8200001

Zutaten (3-4 Portionen)

  • für die Paprika:
  • 500g Spitzpaprika, rot oder gelb
  • 150g Linsen, 24 Stunden zuvor in Wasser einweichen
  • Sojasauce, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe,
  • etwas gekörnte Brühe
  • Salz, Pfeffer
  • Senf
  • für die Sauce:
  • 1 Zucchino
  • 200-300ml Wasser
  • Salz
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen

2011-08-20 14-49-54 - Z8200003

Zubereitung

Die Paprika waschen, den Stielansatz herausschneiden, das Kerngehäuse entfernen, beiseite legen. Die Linsen zusammen mit den restlichen Zutaten pürieren und mit den Gewürzen abschmecken. In die Paprika füllen. Diese mit Öl bepinseln und für 30 Minuten in den auf 175 Grad Celsius vorgeheizten Ofen geben.
Mit dem Kugelformer soviele Kugeln aus dem Zucchino ausstechen, wie es möglich ist (also solange noch halbwegs vollständige Kugeln rauskommen und nicht nur Halbmonde). Den Rest der Frucht grob würfeln und zusammen mit dem Wasser pürieren.

2011-08-20 14-52-23 - Z8200006

Olivenöl im Topf erhitzen, die Zwiebel würfeln und dazugeben und glasig dünsten. Den Knoblauch hineinpressen, kurz mitdünsten, aufpassen, dass er nicht anbrennt. Die Zucchinikugeln dazugeben und kurz andünsten, Mehl darüber stäuben und gut durchrühren. Mit der pürierten Zucchini-Wasser-Mischung ablöschen, aufkochen und mit Salz ablöschen.

2011-08-14 20-02-03 - Z8140002

Ravioli mit Hackfüllung und fruchtiger Sommersauce

Ravioli Baby! Da stinknormale Pastaprodukte auf Dauer recht öde sind, bin ich in den letzten Jahren auf den Trichter gekommen, mir häufiger so Sachen wie Ravioli und Tortellini zu kaufen. Im Kaufland bspw. gibt es eine nette Auswahl vegetarischer Varianten, die zwar teurer als „normale“ Nudeln sind, dafür braucht Mensch aber auch weniger Sauce, um die Geschmacksknospen ordentlich in Wallung zu bringen. Da manche Leute jedoch immernoch auf dem Kurs sind, dass Eier in Nudelproukten ein „Qualitätsmerkmal“ seien, sind diese ganzen leckeren Teigteilchen zumindest aus o.g. – ja sehr preiswerten – Läden samt und sonders für die vegane Ernährungsweise ungeeignet. Daher hab ich mir letzte Woche bei eBay ein Dreierset Ravioliformern gekauft, inklusive Versand 7,40 Euro, also noch im grünen Bereich. Beim nächsten Mal werd ich dann auch die Ravioliherstellung bebildern. Tolle Sache jedenfalls, kann mensch auch allerlei anderes Gefülltes mit zubereiten, auch so apfeltaschenmäsziges. Da ich allgemein jedoch kein groszer Freund von Knet-Action bin, stell ich lieber mit einem Mal gröszere Mengen her, um dann Teile davon einzufrieren. Hierbei bietet es sich übrigens an, die ausgestochenen Raviolikreise – mit etwas Backpapier o.ä. dazwischen, damit mensch am Ende nicht doch wieder mit einem dicken Klumpen Teig dasteht – einzufrieren, die können bei Bedarf dann schnell aufgetaut und gefüllt werden.

Die Füllung reicht so für 3-4 Portionen würde ich schätzen, das entspricht irgendwas zwischen 20 und 30 Ravioli.

Die Sauce ist mehr aus der Not heraus, noch irgendwie weitere Karotten zu verwerten, entstanden. Ich bin eigentlich kein Fan dieses Gemüses, zumindest nicht im gekochten Zustand, was vermutlich daran liegt, dass ich es immer eklig fand, wenn die eigentlich feste Möhre dann irgendwann nur noch Matsch ist. Könnte vielleicht auch an der enthaltenen Süsse liegen, zerkochte Kartoffeln find‘ ich nämlich beispielsweise gar nicht schlimm. Diese Sauce ist jedenfalls unerwartet sommerlich angehaucht, was zum einen an der Knackigkeit von Karotten und Zwiebeln liegt, zum anderen an der leichten Säure der Cherrytomaten und des Balsamicos. Daher bitte, bitte die Möhren nicht zerkochen, sonst wird es vermutlich ziemlich schnell ziemlich bäh. Ich fand das jedenfalls echt lecker. Also, ab gehter.

Zutaten. Kosten pro Portion: 40-50 Cent

Teig für ca. 140 Ravioli. Kosten: 1,00-1,20 Euro

  • 900g Vollkornweizenmehl
  • 6 TL Salz
  • circa 450ml Wasser, evtl. etwas mehr, wenn’s zu trocken ist (bei mir waren es exakt 460ml…)
  • 50ml Olivenöl
  • Mehl zum Ausrollen (hier tut es das billige Weiszmehl für 35 Cent. am besten ein paar hundert Gramm als Reserve da haben)

Füllung für 3-4 Portionen. Kosten pro Portion: 10 Cent

  • 25g Sojagranulat
  • 1/2 TL Senf
  • 1/2 TL Brühe
  • Pfeffer
  • 1/3 Karotte
  • 1 Zwiebel

Sauce für 4 Portionen. Kosten pro Portion: 25 Cent

  • 2EL Öl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Karotten
  • 1 Päckchen passierte Tomaten
  • 1 EL weisser Balsamico Essig
  • 100g Cherrytomaten

Zubereitung

Etwas mehr Aufwand diesmal, aber dafür kann mensch dann in den nächstne Wochen (oder Monaten) immer schnell frische Ravioli selbst herstellen.

Das Mehl mit dem Salz in einer Schüssel vermischen. In einem Messbecher verrühren wir das Wasser mit dem Olivenöl und geben diese Mixtur langsam zu dem Mehl, während wir die dabei entstehende Mehl-Wasser-Mischung ständig mit einer Gabel verrühren. Mit den Händen solange bearbeiten, bis ein nicht mehr klebender, leicht formbarer Teig entstanden ist. In Alufolie oder so wickeln (gegen Austrocknung!) und in den Kühlschrank (oder auch irgendwo anders hin) stellen. Für

In der Zwischenzeit das Sojagranulat mit einer halben Tasse heissen Wassers mischen, das Brühpulver und den Senf dazugeben und quellen lassen. Nach 10 Minuten schauen, ob alles Wasser aufgenommen wurde. Wenn dem so sein sollte, prüfen, ob nicht noch die Hälfte des Granulats trocken und hart ist. Falls doch: noch etwas Wasser dazu. Danach die Drittel Karotte dazuraspeln, alles miteinander vermengen.

Nun geht es an die Ravioli: Wir schneiden vom Teig Stücke ab von der Grösze, dass sie noch problemlos in die Handfläche passen. Diese Stücke jeweils nochmal kurz durchkneten, zu einer Kugel formen, auf eine (überall!) bemehlte Arbeitsfläche (so Holzbretter von Mutti eignen sich dafür gut, oder aber diese groszen Kunststoffschneidbretter von Ikea) und schöööön ausrollen. Richtig schön dünn, so 1 Milimeter oder so. Ich empfehle ernsthaft die Verwendung solcher Ravioliformen, ich nahm die mit dem Durchmesser von 6cm. Andernfalls: Irgendein Glas oder etwas anderes, was sich zum Ausstechen eignet und idealerweise so um die 6cm Durchmesser hat, benutzen. Was auch immer mensch nimmt, ganz viele Kreise ausstechen, diese

  1. in die Mitte des Ravioliformers legen, ein wenig Füllung (ein gehäufter Teelöffel ist schon zuviel!) mittig draufsetzen, zusammenklappen. Oder
  2. in die Mitte der Teig-Kreise (Voll-Kornkreise in diesem Fall…) jeweils ein wenig Füllung geben (siehe 1!), vorsichtig zusammenklappen, die Ränder mit einer Gabel zusammendrücken.

Das Resultat auf einen bemehlten Teller o.ä. geben. Solange weitermachen, bis die Füllung aufgebraucht ist. Wenn die Ravioli an- oder aufeinander liegen, Mehl dazwischenstreuen, sonst kleben sie schlimmstenfalls aneinander fest. Der restliche Teig kann wieder in Folie gepackt und später verwendet werden.

Nungeht es an die Sauce: Wir erhitzen das Öl in einem Topf, werfen die Karotten hinzu und schwitzen diese 7 Minuten lang an. Nun gesellen sich die Zwiebelringe dazu, öfter mal umrühren, damit nichts anbrennt. Nach weiteren 5 Minuten geben wir die Tomatenviertel dazu und löschen das Ganze mit dem Balsamico ab. Nochmal 5 Minuten ziehen lassen, anschlieszend die passierten Tomaten und das Brühpulver dazu. Bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Während dessen können die Ravioli ins mittlerweile hoffentlich kochende Wasser hüpfen. Wenn sie dann (nach ein paar Minuten, 5 oder so?) nacheinander an die Wasseroberfläche steigen, können sie entweder mit einem Schaumlöffel oder so entnommen, oder – die klassische Variante, die ich bevorzuge – in ein Sieb gekippt und mit kaltem Wasser kurz abgeschreckt werden. Auf die Teller, Sauce drüber, go!

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