Gemüsebratlinge mit Tofu

Gemüsebratlinge mit Tofu. Mache ich leider viel zu selten. Bzw. fast nie. Dabei ist das echt praktisch, dank Tofu und den Hülsenfrüchten auch recht eiweißreich und auch ein prima “Fingerfood”, zusammen mit einem Dip und einem Brötchen eine einfache, schnelle Mahlzeit (sofern man das schon vorbereitet und bspw. eingefroren hat). Es können selbstverständlich auch andere Gemüsesorten verwendet werden. Für mich dient es eher als eine Art Blaupause für Tofubratlinge an sich. Whatever, das Rezept:

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Zutaten für 10-30 Stück (je nach Größe; bei mir waren es exakt 10 Stück, aber teilweise auch ganz schöne Riesenteile)

  • 200g Möhren
  • 200g Mais
  • 1 Dose Chilibohnen in Sauce
  • 500g Tofu
  • 100ml Sojamilch
  • 2 EL Sojamehl
  • 10 EL Semmelbrösel
  • Olivenöl
  • Röstzwiebeln
  • Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • Öl zum Braten

Zubereitung (Dauer: 1 Stunde, circa)

Die Möhren raspeln. Den Tofu mit der Sojamilch zusammen pürieren. Zu den Möhren geben. Dazu auch den Mais und die Chilibohnen geben, gut vermischen. Das Sojamehl am besten hineinsieben, weil es leicht verklumpt. Einen Schluck Olivenöl, Petersilie und Röstzwiebeln dazugeben. Mit den Gewürzen abschmecken. Die Semmelbrösel dazugeben und alles miteinander verkneten. Die Masse sollte nun  recht fest sein. Mittels eines Deckels eines Schraubglases oder Servierringen oder freihand Burger bzw. Bratlinge formen und auf ein gefettetes Blech geben. Mit Öl bepinseln oder besprühen und bei 180 Grad Celsius 30 Minuten backen. Nach dem Abkühlen werden sie noch etwas fester.

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Gefüllter Seitan nach Rouladen-Art

Ich wollte schon lange mal wieder Rouladen machen und habe auch diese Bigsteaks hier. Problem war jedoch, dass ich keinen hitzebeständigen Bindfaden da habe – in der Vergangenheit ist der, den ich verwendet hatte, beim Anbraten schon einmal durchgeschmort. Außerdem finde ich es ein bisschen lästig, den Faden dann beim Essen entfernen zu müssen, das hat immer das Potential einer riesigen Sauerei. Daher mal mit Seitan und fadenlos. Der Aufwand hält sich auch in Grenzen und es ist ein schönes Sonntagsessen. Leider hatte ich keinen Rotkohl, der hätte optimal gepasst.

Als Seitangrundlage habe ich eine abgewandelte Version vom falschen Huhn mit Pflaumen genommen, denn der daraus entstehende Seitan ist angenehm fest und wird auch beim kochen nicht so großporig.

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Zutaten für 4 Portionen

  • 230g Glutenmehl
  • 30g Kichererbsenmehl
  • 2EL Hefeflocken
  • 270ml Brühe
  • Sojasauce
  • Senf
  • 1-2 Gewürzgürkchen
  • 150g Räuchertofu
  • 500ml Brühe
  • Öl zum Braten

Zubereitung (Dauer: max. 1 Stunde)

Glutenmehl und Kichererbsenmehl sieben und mit den Hefeflocken mischen. Brühe, Sojasauce und einen TL Senf miteinander verrühren und zu den gemischten, trockenen Zutaten geben. Verrühren und kneten, bis eine homogene, noch leicht klebrige Masse entsteht. Wenn es zu trocken ist, noch etwas Wasser zugeben. In vier Teile teilen.

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Jedes Viertel der Teigmasse so flach drücken wie es geht, es sollte jeweils ungefähr die Größe einer Hand ergeben. Darauf jeweils etwas Senf geben und verstreichen. Aber nicht bis zum Rand, weil es dann beim Zusammenkleben Probleme geben könnte. Die Gürkchen längs halbieren oder vierteln. Den Tofu ebenfalls in vier längliche Streifen schneiden. Jeweils einen Streifen Gurke und Tofu auf die Glutenfladen geben und Letztere zusammenklappen und fest verschließen.

Öl in einem weiten Topf erhitzen. Die Seitanstücke darin von allen Seiten schön braun anbraten. Die Brühe angießen, aufkochen und 30 Minuten ziehen lassen.

Die Seitanstücke dann am besten auf einen tiefen Teller geben und aus der Brühe eine Sauce herstellen. Ich habe die Brühe in ein Gefäß gegossen, im Topf eine halbdunkle Mehlschwitze angesetzt, Brühe, Sahne und ein paar eingeweichte, getrocknete Pilze dazu und püriert. Lorbeerblätter, Salz und Sojasauce kamen noch zum Einsatz.

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Fakefisch a la Bordelaise

So, die Bärlauchsaison ist ja seit ein paar Wochen so richtig im Gange und von meiner Seite werden auch einige Rezepte folgen. Ich möchte betonen, dass ich das nicht aus Gründen der Trendiness tue, sondern allein, weil ich es wunderbar finde, sich kostenfrei an dem zu laben, was die Natur so hergibt. Gerne ginge ich auch Pilze, bzw. “Schwammerl” – einer der meiner Meinung nach drolligsten Bezeichnungen, die die österreichische Mundart so zu bieten hat -, suchen, doch verspüre ich am Ende wahrscheinlich doch zu wenig Todessehnsucht (vgl. Vergiftung, die). Was mich bisher so manchen bis dato unversehrten Nerv kostete, ist meine Sorge, aufgrund gröbster Dummheit und Fahrlässigkeit aus dem Leben zu scheiden, wissend, dass sich in die Trauer der Hinterbliebenen das sich qua tiefer Fingerabdrücke im Stirn- und Schläfenbereich abzeichnende Unverständnis darüber, dass jemand so himmelsschreiend doof sein kann (und dabei einst die fitteste Spermie war!), mischt und damit all das schöne Gedenken trübt, ich sozusagen ins Planschbecken meines Andenkens pisse. Bei Bärlauch muss man zwar wohl auch ein wenig vorsichtig sein, aber die Orientierung anhand der schon recht herausstechenden olfaktorischen Bärlauchigkeit gelingt sogar mir, gibt mir Gewissheit und lässt mich den Schmaus ohne Todesfurcht genießen. Wer mal im Frühjahr Leipzig besuchte und womöglich gar vom Süden in die Stadt hinein fuhr, wird sich vielleicht auch der den größten Teil der Atemluft sich bemächtigenden Geruchsschwaden erinnern, hier steht echt alles voll mit diesem Kraut.
Wie dem auch sei, nach Bärlauchpesto und -suppe begab ich mich googlend auf die Suche nach wohlklingenden und -schmeckenden Verwertungsmöglichkeiten. Offenbar ist die Kombination mit Fisch eine recht populäre. Long story short, ich versuchte mich an etwas “Schlemmerfilet”-artigem. Die paar Mal, die ich das so bezeichnete Igloprodukt aß, mundete es mir sehr. Ich erinnerte mich, mal irgendwann hier drüber gestolpert zu sein, habe das aber letztlich frei Schnauze gemacht.

 

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Zutaten für 4 Portionen

Tofufisch

  • 400g Tofu
  • ein paar Gramm Algen (siehe hier)
  • Zitronensaft
  • Dill
  • 3 EL Hefeflocken
  • Wasser
  • ein paar EL Gluten Pulver
  • Salz
  • 100g Alsan
  • 2-3 TL Bärlauchpesto
  • Paniermehl

Kartoffelbrei (2-3 Portionen)

  • 400g Kartoffeln
  • 100ml Sojamilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat

Senfsauce (2-3 Portionen)

  • 200ml Brühe
  • 1 EL Alsan
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Senf

 

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Zubereitung (Dauer: eine Stunde oder so)
Wichtig hierbei ist: ein etwas tieferes Blech bzw. eine Fettpfanne, wie es wohl heißt. Denn der Tofufisch muss im Wasserbad garen, um wirklich ordentlich zu werden.
Zuerst einmal die Alsan aus dem Kühlschrank holen, damit sie schön weich ist.
Ein Mixer sei hier dringend empfohlen. Mit Pürierstab geht es im Zweifelsfall auch, aber es gestaltet sich teilweise schwieriger (und mit mehr herumfliegendem Nahrungsbrei verbunden). Den Tofu, etwas (!) Wasser und Algen (es waren wirklich nur wenige Gramm, aber das kann man nach Geschmack machen) in den Mixer werfen und pürieren. Die Menge Wasser richtet sich u.a. nach der Trockenheit des Tofus: es sollte sich halt eine schöne homogene Masse ergeben. Je nach Geschmack noch weitere Algen dazugeben und weiterpürieren. Mit Salz, Hefeflocken, Dill und Zitronensaft kräftig (!) abschmecken. Es kommt noch das Glutenpulver dazu, das ja auch streckt, also lieber etwas mehr würzen, es soll nicht fade werden.
Esslöffelweise Glutenpulver dazugeben und verkneten. Die Masse sollte weich sein, nicht so fest und zusammenhängend wie Seitan, aber eben auch nicht mehr klebrig. Ich habe mindestens 5 EL verwendet.
Diese Masse in eine Auflaufform geben und gleichmäßig verteilen. Diese schicken IKEA-Glasformen eignen sich gut.
Die Alsan sollte nun weich sein. Ggf. im Wasserbad noch etwas weicher machen. Mit Bärlauchpesto und Paniermehl verkneten, und zwar so, dass es eine kompakte Masse ergibt, die sich gut auf der Tofumasse verteilen lässt. Masse auf der Tofumasse verteilen.
Die Auflaufform in die o.g. Fettpfanne stellen und letztere mit kochendem Wasser auffüllen. Das Ganze in den Ofen geben und bei 175 Grad Celsius für 45 Minuten garen.
Für den Kartoffelbrei die Kartoffeln schälen, ggf. auf eine Größe zurechtschneiden (damit sie alle ungefähr gleichzeitig weich sind) und im kochenden, gesalzenen Wasser weich garen, 20 Minuten ist da so eine übliche Zeit. Daher: die Kartoffeln erst so 25 Minuten vor Ende der o.g. Backzeit in das Wasser geben.
Sojamilch erhitzen. Wasser abgießen, die Kartoffeln mit einem Stampfer zerdrücken, die Sojamilch dazugeben, alles mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Für die Sauce: Alsan schmelzen, Mehl dazugeben. Alles ein bisschen verrühren und blubbern lassen, mit Brühe aufgießen, Senf dazugeben und aufkochen lassen, Hitze reduzieren.

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Königsberger Klopse 2.0

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Die einst hier vorgestellten Königsberger Klopse habe ich tatsächlich nur damals das einzige Mal zubereitet, keine Ahnung wieso, ich hatte die irgendwie nicht mehr auf dem Schirm. Ich hatte mir das aber neulich noch einmal vorgenommen und immer wieder verschieben müssen. Da ich in den letzten Wochen wegen „Arbeit“ und anderer Verpflichtungen mittags meist nur ein verspätetes Frühstück einnahm, fiel dann also der Kochtermin auf’s Wochenende. Wenn Erwachsensein bedeutet, dass Dinge, die man gerne machen möchte, in das enge Korsett der beiden „Wochenende“ genannten Tage irgendwie hineingepresst werden müssen, finde ich das ziemlich scheiße und bereue, dass weder ich noch meine Eltern jemals ernsthaft den Versuch unternahmen, mich mittels hormoneller Behandlung, abwegigen Erziehungsmethoden, Kastration oder was auch immer in der ewigen Schwebe der Adoleszenz zu halten. Ich musste jedenfalls feststellen, dass entgegen meiner Annahme, dass Tofu im Haus bzw. Kühlschrank sei, selbiger irgendwann anders mal verbraucht wurde. Da ich im fantastischen Asia-Supermarkt in der Ritterstr. in Leipzig jedoch neulich Tempeh entdeckte und einsackte, dachte ich mir: warum nicht damit versuchen? Also die Versuchsanordnung von damals wiederholt, Tempeh gedämpft, zerbröselt und mit den anderen Zutaten vermischt, alles kein Problem, die Masse war ein wenig trocken und mürbe, ließ sich aber super formen. Ich habe außerdem den Tipp von „Pat Appleton“ in „den Kommentaren“ (in Anführungsstrichen, weil es der einzige war) beherzigt und diesmal Glutenmehl statt Mehl genommen. Im Topf jedoch zerlegten sich direkt einige der Klöße, was unter anderem daran lag, dass das Wasser sprudelnd kochte und, weil die Masse einfach zu trocken war. Zum Glück ging ich diesmal anders vor: ich wollte die Klopse erst in Brühe garen, dann herausnehmen und die Brühe dann für die Sauce weiterverwenden. Obwohl, vielleicht hätte die Stärke in der Sauce letztlich doch auch zur Stabilität beigetragen. Wir werden es nie erfahren. Jedenfalls: die intaktgebliebenen Klopse habe ich also herausgeholt und abkühlen lassen, die Sauce samt Klopsnebel durch ein Sieb gedrückt, den „Trester“, also das im Sieb Verbliebene, mit Gluten wieder in Form gebracht und dann hat es gehalten. Ich nehme an, es lag daran, dass der damals verwendete Tofu im Gegensatz zum Tempeh mehr Feuchtigkeit besitzt. Wieder etwas gelernt, zum Glück kam ich nicht auf die Idee, das Gericht jemandem vorzusetzen, ich hätte vermutlich aus Verzweiflung geweint.

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Zutaten für ca. 4-6 Portionen

  • wie hier, mit folgenden Änderungen:
  • 200g Tempeh statt Naturtofu
  • Mehl weglassen
  • ca. 50-100ml Wasser
  • 2 EL Glutenpulver + 4-5 EL, nach Bedarf
  • die Zutaten für die Sauce habe ich komplett halbiert

Zubereitung (Dauer: 90 Minuten sollte man einkalkulieren)

Den Tempeh 15 Minuten dämpfen und etwas auskühlen lassen, zusammen mit dem Räuchertofu in eine Schüssel bröseln. Die anderen Zutaten dazugeben und alles schön mischen und verkneten. Der Teig sollte sich nicht zu trocken und auf keinen Fall bröslig anfühlen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder wie im verlinkten Rezept fortfahren (d.h., die Sauce herstellen und die Klopse darin garen), oder: Brühe in einem Topf aufkochen, die Hitze reduzieren (so, dass die Flüssigkeit nicht mehr blubbert, ein paar Grad Celsius unterhalb der Siedetemperatur also) und die Klopse für eine halbe, dreiviertel Stunde garen. Am besten ist es auch hier, einen Probeklops zu formen und erst einmal ein paar Minuten in die Brühe zu geben, um zu sehen, ob es hält, und ggf. mit Gluten und Wasser bei den anderen Klopsen nachjustieren. Nach Ende der Garzeit die Klopse herausnehmen, die Brühe in ein anderes Gefäß geben (so kann der Topf als Saucentopf weiterverwendet werden) und die Sauce nach dem Rezept im Link herstellen (die Klopse brauche dann eben keine 45 Minuten mehr, sondern können seperat erhitzt oder kurz vorm Servieren in die Sauce gegeben werden). Achja, und Kartoffeln sollte man nebenher natürlich auch noch garen, ich zum Beispiel habe sie diesmal gedämpft, ich mag dämpfen, da ist so viel Dampf im Spiel.

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Reis auf irgendwie „türkische“ Art/ Füllung für Paprika

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Der Wochenmarkt, der Wochenmarkt,/ der macht mich fertig jeden Tag. Ein unreiner Reim, ich weiß, aber die richtig guten dichterischen Ergüsse lasse ich irgendwann in einen Lyrikband fließen und da darf jetzt noch nix “leaken”, sonst seid ihr angefixt und dann wollt ihr mehr und so. Wie auch immer, letztwöchig war es ein Kilo Spitzpaprika in den Saisonfarben gelb und rot, um das, bzw um Rezepte damit, meine Gedanken permanent kreisten. Einen Teil hatte ich für Ajvar (Rezept folgt) reserviert, für den Rest wollte ich mal wieder was so ausländisches machen, andere Kultur, Heididei, ganz ausgeflippt und so. Gulasch, was mir als erstes einfiel, war mir ein bisschen zu langweilig und ich stieß hier auf gefüllte Paprika türkischer Art, mit Reis, Rosinen und Joghurt. Ich dachte mir, statt Sojahack nehme ich Räuchertofu, aus dem einfachen Grund, dass er wegmusste. Das Ergebnis war noch nicht ganz überzeugend, ging aber in die richtige Richtung. Das nächste Mal würde ich das Sojagranulat nehmen, allein schon, weil es für meinen Geschmack etwas zu krümelig war. Achja, die Ironie des Ganzen ist, dass ich ja nach einem Rezept für gefüllte Paprika suchte, letztlich aber einen Großteil der “Füllung” ohne besagte Paprika aß (sich mein Problem mit dem Paprikaüberschuss also nicht löste).

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Zutaten für xx Portionen (je nachdem; ohne Beilage mindestens 2, als Füllung für Paprika mit bspw. Fladenbrot als Beilage bestimmt 4 Portionen)

  • 175g Räuchertofu
  • 1 Zwiebel
  • 125g Reis
  • 250ml Wasser
  • 5 Pimentkörner
  • 50g Rosinen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprikapulver
  • Kurkuma
  • Kreuzkümmel
  • Olivenöl

Als Füllung reicht das für mindestens 6, 7 Spitzpaprika!

2013-09-03 20-10-27 - P9034200

Zubereitung

Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen, den Reis und die Rosinen hinzugeben, kurz andünsten, mit Kurkuma bestäuben und mit Wasser ablöschen. Salzen, Deckel drauf, aufkochen und bei geringer Hitze garen, bis alle Flüssigkeit vom Reis aufgenommen wurde. Hin und wieder umrühren. In der Zwischenzeit die Zwiebel würfeln, den Tofu zerkrümeln und in einer Pfanne in etwas Olivenöl anbraten, mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken. Wenn der Reis gar ist, die Tofu-Zwiebelmischung dazugeben, mit Kreuzkümmel, den gemörserten Pimentkörnern und ggf noch Salz und Pfeffer abschmecken.
Bei Bedarf kann man das jetzt noch in Paprika füllen, diese dann in eine Auflaufform geben, heißes Wasser in die Form gießen und im Ofen bei 200 Grad 20-30 Minuten garen.
Bei mir gab es dazu noch etwas Tsatsiki und Fladenbrot. Im oben verlinkten Rezept ist auch noch eine Joghurtsauce angegeben, die man dazu reichen kann. Dies bitte ggf. tun.

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FISCHSTÄBCHEN!!! JA, FISCHSTÄBCHEN, OHNE FISCH!

2013-08-18 18-58-00 - P8183995

Kinderessen! Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Titel von Jonathan Safran Foer! Es ist nunmehr über 13 Jahre her, seit ich zum letzten Mal Fisch gegessen habe. Ich mochte das damals, aber es war nicht so, dass es mir dann besonders gefehlt hätte. Aber es ist, wie so oft, einfach eine Frage der Machbarkeit. Zu behaupten, ich liebte Herausforderungen, wäre eine stramme Lüge, denn für gewöhnlich vermeide ich jegliche Situationen, in denen ich scheitern könnte, das sieht man auch an diesem Blog: Maßnahmen zu ergreifen, die den Bekanntheitsgrad erhöhen könnten, indem ich ganz viel bei anderen kommentiere oder Gewinnspiele veranstalte oder weiß der Geier, vermeide ich bewusst, denn wenn irgendwelche investierte Zeit oder Energie sinnlos verpuffen würde und nicht das gewünschte Resultat erbrächte, würde mich das vermutlich in einen Taumel aus Selbstzweifeln oder so stürzen. Außerdem wachsen dann ja auch gleichzeitig die Erwartungen von außen.. Wie dem auch sei, kulinarisch bin ich da minimal aufgeschlossener, zumal hier auch seit einigen Jahren das wunderbare Buch “Neue vegetarische Rezeptideen” einer Brigitta Klingel rumfliegt. Darin sind viele z.T. wirklich außergewöhnliche Ingredienzkonglomerate versammelt, wobei die Resultate vielleicht nicht immer so ganz dem tierischen Äquivalent nahekommen, aber das macht nichts, meiner Meinung nach, allein der Versuch bekommt schon Punkte von mir, ist wie bei Olympia. Jedenfalls sind dort auch ein paar Rezepte für vegetarische/vegane Fischgerichte versammelt, u.a. eben auch für Fischstäbchen. Ich habe das Rezept auch bereits vor ein paar Jahren mal nachgemacht, jedoch mit Seetang statt Algen, was ein böser Fehler war, denn egal, wie ich mit dem Tang verfuhr, er ließ sich nicht zerkleinern. Ich bin mir sicher, es wäre auch eine gute Einlage für schusssichere Westen, wenn ich die Zähheit als Indikator heranziehe. Neulich dann mal im örtlichen Asiasupermarkt eine Packung Algen (siehe unten!) gecheckt und das Bedürfnis verspürt, mal wieder so einen Quatsch zu machen. Da das Rezept ein wenig von mir modifiziert wurde, bin ich so frei, es hier reinzustellen. Falls jemand das Bedürfnis hat, dagegen gerichtlich vorzugehen, habe ich so zumindest die Rolle des Märtyrers inne – mehr, als Mutti je von mir erhofft hatte. Ein Bild der Verpackung der benutzten Algen ist unten angefügt. Der Geschmack ist nicht so richtig fischig; als ich neulich in Hamburg bei einer Art Fischmarkt an irgendeiner Art Hafen war, war bereits in der Luft die Konzentration an Fischaromen höher als in diesem Essen. Interessierte können daher die Algenmenge gerne erhöhen, wobei ich als Warnung vorausschicken muss, dass nach dem ganzen Herumhantieren während der Zubereitung so manches Mal ein “OMG, wenn das schmeckt wie es riecht, kochste grad für den Mülleimer” in mir hochstieg (zum Glück nur das). Das Resultat war aber trotzdem schmackhaft. Achso, die Stäbchen lassen sich gut einfrieren, die Menge entspricht ca. 5 Portionen (beim ersten Mal aß ich 5 Stück, beim zweiten mal 4). Man hat dann also auch für spätere kein’-Bock-Momente was schnelles, was man in Ofen oder Pfanne werfen kann, während Pommes oder Instantkapü “zubereitet” werden. Was gut passt: Kartoffelpüree und Ketchup oder Senfsauce oder so. Gourmets packen noch ’ne Scheibe Zitrone druff!

Zutaten für 5 Portionen

  • ½ Liter Wasser
  • 1 EL Gemüsebrühpulver
  • 8 Pimentkörner
  • 8 Wacholderbeeren
  • 5 Nelken
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1/3 Packung Algen
  • ein Block Tofu
  • 1 Zwiebel
  • Zitronensaft
  • 10 EL Hefeflocken
  • Salz
  • Pfeffer
  • Glutenpulver
  • Mehl
  • Wasser/Sojamilch
  • Paniermehl
  • Öl zum Braten

Zubereitung (Dauer: insgesamt schon ein paar Stunden)

Wasser, Gemüsebrühpulver, Piment- und Wacholderbeeren, Nelken und Lorbeerblätter in einen Topf geben und aufkochen. Die Hitze reduzieren und ein wenig abkühlen lassen, die Lorbeerblätter entfernen. Die Algen dazugeben, die Zwiebel abziehen und vierteln und ebenfalls dazugeben und stehen lassen. Wenn alles abgekühlt ist, zusammen mit dem Tofu pürieren bzw in einen Mixer geben und mixen. Hefeflocken und Zitronensaft dazugeben und mit Salz und Pfeffer _kräftig_ abschmecken. Nun nach und nach Glutenpulver einrühren, bis es eine formbare Masse ergibt, es sollte nicht zu weich sein: Fischstäbchen sollten sich daraus formen lassen. Nun die Masse auf eine Unterlage streichen, am besten genau rechteckig und so ca. 2 cm dick. Mit einem scharfen Messer in Stäbchen schneiden, bei mir waren es genau 9×3 = 27 Stück.
Eine Panierstraße bauen: in 3 tiefe Teller jeweils Mehl, Wasser/Sojamilch und Paniermehl geben. Letzteres kann bei Bedarf noch mit Gewürzen vermischt werden.
Öl in einer Pfanne erhitzen und die Temperatur auf ? reduzieren. Die Stäbchen erst in Mehl, dann in Wasser oder Sojamilch und abschließend in Paniermehl wenden und in der Pfanne von beiden Seiten anbraten. Auf Küchenpapier geben, um sie etwas fettärmer zu machen.

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2013-08-18 19-04-51 - P8183999

2013-08-18 19-05-03 - P8184001

Strudel mit Kartoffelbrei, Gemüse und Tofu

Ich habe ein Geständnis zu machen. Gesetzt den Fall, dass tatsächlich „viele“ diesen Eintrag lesen, werden „viele“ wahrscheinlich gleich entsetzt das Köpfchen schütteln, die Äugelein niederschlagen und fassungslos gen Boden blicken, womöglich, den Blick abgewendet, aus dem Augenwinkel den Browser schließen, den Computer herunterfahren, tief durchatmen und eine Runde um den Block laufen, die Hände in den Taschen zu Fäusten geballt, die Mundwinkel die unteren Eckzähne entblößend, im Kopf nur ein permanent pulsierendes „Warum?“. Doch ich stehe dazu: ich mag Instantkartoffelbrei! Und, um ehrlich zu sein, würde ich bei fast jedem Rezept hier als Beilage Convenienceerdäpfelpürree dazuklatschen, wenn, ja wenn in so einer Tüte nicht immer 3 Portionen drinne wären und ich als in den meisten Fällen Alleineesser nicht überlegen müsste, was ich mit den Resten anfangen soll, denn ohne Mikrowelle gestaltet sich das Aufwärmen immer etwas schwierig. Wie dem auch sei, ich hatte mal vor langer, langer Weile einen gewaltigen Vorrat dieses herrlichen Industrieerzeugnisses mir zugelegt. Der Grund ist, dass ich nur alle halbe Jahre mal die Reise in’s wunderbare Kaufland antreten konnte und dann entsprechend der Prämisse, dass der Fall eintreten könnte, dass ich mich bis zum nächsten Besuch dort ausschließlich von dieser einen Sache ernähren wollen sollte, wahrlich megalomanisch anmutende, mich vom Vorwurf des vernunftgesteuerten Handelns entlastende Mengen nach Hause schleppte.

2013-08-15 18-55-49 - P8153964

Quo Vadis, Kartoffelbrei? In meinen Magen oder in weitere Monate des Nichtgebrauchtwerdens?

Des Weiteren entfernte sich auch neulich verbilligt gekaufter Filoteig Tag für Tag weiter von seinem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum und die bisher eher nur so semigut verlaufenden Strudelexperimente vergessend ergriff ich die Chance und warf alles, was Kühl- und Gefrierschrank so zu bieten hatten in den fix angerührten Kartoffelbrei und baute mir flux ein viertel Dutzend kleiner 2-Portionen-Strudelchen zusammen.

Zutaten für ca. 6 Portionen

  • 1 Tüte Instant-Kartoffelbrei (die Puristen können sich auch welchen aus frischen Kartofeln machen; mehr Aufwand-selbst dran schuld!)
  • 200ml Sojamilch
  • 500ml Wasser
  • Olivenöl
  • 250g Champignons
  • 175g Räuchertofu
  • TK-Lauch, Menge nach Belieben
  • TK-Bohnen, Menge nach Belieben
  • (selbst-)(halb-)getrocknete Tomaten, Menge nach Belieben
  • frische Kräuter, ich nahm Rosmarin, Basilikum, Oregano und Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  • 9 Filoteigblätter

2013-08-15 18-56-07 - P8153968

Zubereitung

Als erstes den Kartoffelbrei nach Packungsanweisung zubereiten (oder nach einem beliebigen, im magischen Internet aufzufindenden Rezept selbst kochen) und beiseite stellen. Die Champignons putzen und vierteln. Falls die Tomaten _richtig_ getrocknet sind: mit heißem Wasser übergießen, ziehen lassen, irgendwann abgießen und kleinschneiden. Räuchertofu in feine Streifen schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen, Champignons anbraten. Den Räuchertofu dazugeben, mitbraten. Bohnen und Lauch dazu und alles schön garen, zum Schluss die Tomaten dazugeben und die Kräuter, mit Salz und Pfeffer (und nach Belieben weiteren Gewürzen) abschmecken und abkühlen lassen, in den Kartoffelbrei einrühren. Die Masse sollte insgesamt nicht mehr heiß sein, sonst könnte (!) es bestimmt zu Problemen mit den Teigblättern kommen (i.e. einreißen oder so). Ein Filoteigblatt auf ein Backblech legen und mit Öl bestreichen bzw. besprühen. Ein weiteres Teigblatt darauflegen, ebenfalls darauf Öl verteilen. Ein drittes Teigblatt darauf geben und ebenfalls einölen und nun in die Mitte des Teigblattstapels ein Drittel der Kartoffelbreimasse geben, am besten in einer länglichen Form. Den Teig von zwei einander gegenüberliegenden Seiten über die Masse schlagen und von den beiden anderen Seiten aus den Strudel verschließen. Mit Öl benetzen. Das gleiche Spiel noch zwei Mal wiederholen. Im Backofen bei 150 Grad 15-20 Minuten garen. Ein Salat würde dazupassen. Hatte ich nicht, gab es nicht!

2013-08-15 18-55-53 - P8153965