Sauerkraut-Seitan-Bratlinge mit Laugenknödel

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Vor Kurzem habe ich mir einen meiner zahlreichen Träume erfüllt, die selten einen tatsächlichen “Vorteil” oder so für mich brächten, sondern einfach um des Haben-Wollens existieren. Wenige Minuten der Erleichterung hinsichtlich meiner finanziellen Situation erzeugten den Impuls, der nur ca. 2 Stunden später zum Besitz einer Küchenmaschine führte. Ganz geil eigentlich. Eine Bosch Mum6, uraltes Teil, das von nun an in meiner Familie im Rahmen eines Initiationsritus an die jeweils folgende Generation weitergegeben werden wird. Der Umfang des Zubehörs ist zwar nicht ganz gering, aber ich bin mir sicher, mithilfe eines 3D-Druckers (auch einer dieser Träume) könnte man das Ding auch als Plattenspieler, Wäschetrockner und Nähmaschine zweckentfremden.

Dabei war jedenfalls auch ein Fleischwolf, der ebenfalls seit bestimmt 6, 7 Jahren auf meiner Wunschliste stand, nachdem ich in irgendeinem Forum mal über einen Zubereitungsweg veganer Wurst stolperte, der sich stark an der klassischen Art und Weise orientierte.

Eine Freundin hatte vor einigen Monaten mal Sauerkrautbratlinge gemacht, daher stand etwas Ähnliches auch seit Langem auf meiner To-Cook-Liste. Also einfach mal alles gleichzeitig versucht – und einigermaßen gemeistert.

Zu den Semmelknödeln gibt es leider keine genauen Angaben, da ich das auch jedes Mal frei Schnauze mache. Bin nicht ganz sicher, ob ich das nicht bereits mal verbloggt habe, aber zumindest die Zubereitung im Ofen hatte ich vorher, glaube ich, noch nicht gewagt.

Die Sauce war ein Fertigprodukt in Pulverform, das ich mir vor einer kleinen Ewigkeit mal irgendwo bestellt hatte.

Zutaten

Für 10-12 Bratlinge

  • 250g Gluten
  • 250ml Wasser
  • etwas gekörnte Brühe
  • Salz
  • Senf
  • 500g Sauerkraut
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 50g Paprikawürfel
  • Paprikapulver
  • ggf. Gulaschcreme
  • Senf
  • Semmelbrösel
  • 5 EL Gluten

Für die Laugenknödel

  • altbackenes Laugengebäck, gern auch gemischt mit altem Brot, Brötchen etc
  • Sojamilch
  • Semmelmehl
  • Sojamehl
  • Zwiebelwürfel (ich: gefriergetrocknete)
  • Petersilie (ich: gefriergetrocknete)
  • Salz
  • Muskat

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Zubereitung (das dauert jetzt tatsächlich etwas länger, aber man selbst muss nicht so wahnsinnig viel dabei tun; 2-3h sollte man aber insgesamt einplanen)

Zuallerst mal den Seitan herstellen: Gluten, Salz und Brühpulver mischen, das Wasser dazugeben und verkneten. Zu einem Klumpen formen und ca. 1 Stunde lang dämpfen.

Währenddessen kann man mal mit den Semmelknödeln beginnen: Das Gebäck würfeln, in eine Schüssel geben und mit nicht zu viel Sojamilch übergießen. Grob vermischen. Alle paar Minuten schauen, ob die Sojamilch aufgesaugt wurde, und in dem Fall dann wieder etwas nachgießen. Grobe Richtlinie: So viel Flüssigkeit in Milliliter, wie das Gebäck in Gramm wiegt. Immer wieder vermischen und irgendwann dann auch verkneten, wenn die Würfel weich genug sind. Falls es zu flüssig sein sollte, etwas Semmelmehl dazugeben. 1, 2 EL Sojamehl, Petersilie, Salz zugeben und erneut verkneten. Eine Kastenform mit Margarine oder Öl beschmieren und Semmelbrösel gleichmäßig an den Wänden (der Kastenform!) verteilen. Die Knödelmasse hineinfüllen.

Den Seitan abkühlen lassen, grob in Stücke schneiden und diese dann in den Fleischwolf geben. Das Seitanhack mit dem Sauerkraut (nicht abtropfen lassen!), der Zwiebel, der Paprika und den Gewürzzutaten vermischen. So viel Semmelbrösel und Gluten zugeben, bis es eine formbare Masse ergibt, die nicht direkt auseinanderfällt.

Die Knödelmasse bei 180 Grad im Backofen ca. 45-60 Minuten backen. Ich habe noch eine Auflaufform mit Wasser auf den Boden des Ofens gestellt, damit die Knödel nicht austrocknen. Aber keine Ahnung, ob das Resultat sonst anders ausgefallen wäre.

Aus der Bratlingsmasse Kugeln formen, diese flachdrücken und in der Pfanne braten.

Ta da.

Gefüllte Pide

 

2016-04-24 20-32-20 - P4247757.jpgIch so, letzten Juni: „Demnächst häufiger mal Vorstellungen von Imbissen und Restaurants!“ Ich so, heute: „Upsi!“ Art is hard, fame is a game und ich verliere gern und gründlich.

Banalerweise hatte ich, wie so oft in den letzten Jahren, selten so richtig die Muße gefunden, den Quatsch zu dokumentieren und anschließend aufzuschreiben. Ein Blogeintrag fängt ja schon vor dem Kochen an, bei der Auswahl des Gerichtes, der einigermaßen exakten Abmessung der Mengen, und hört auch nicht beim Anrichten und Fotografieren auf. Vielleicht werde ich in Zukunft auch einfach alle nicht-veganen und verunfallten Gerichte schön mit Instagramfilter interwebstauglich machen und nur eine ungefähre Zutatenliste anhängen. Oder einen vegetarischen Parallelblog eröffnen – mit diesem Gedanken gehe ich bereits seit geraumer Zeit schwanger, mit Treten hat er zum Glück noch nicht begonnen. Wie dem auch sei. Mal sehen, ob dieses Jahr noch 1, 2 weitere Einträge kommen – Tipico nimmt bereits Wettgebote entgegen.

Kurzer Hintergrund zum Rezept: Bei diversen Dönerläden wird man ja immer von Stockfotos der reichhaltigen Angebotspalette begrüßt, und diese Teigtaschen, die mich an irgendwas erinnern (…), blieben mir für etwas länger im Gedächtnis. Da ich so sehr auf Hefeteig stehe, dass ich vermutlich irgendwann in einem Hefeteigpalast im Wald wohnen werde (womit ich mich gleichzeitig unsterblich mache – dieses Grimmsche Märchen verdient ein Update), musste ich das halt auch einfach mal in Angriff nehmen. Im Internet fand ich leider nichts mit Ajvar-Füllung, daher musste ich improvisieren. Schmeckt ganz geil und lässt sich noch mit Kreuzkümmel, Summach und weiß der Geier verfeinern.

Achso, Teig ist geklaut von hier.

Zutaten für 5 Stück

  • 500g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 50ml Wasser
  • 200ml Sojamilch
  • 100ml Öl
  • 200g (Cherry-)Tomaten
  • 1 Bund Lauchzwiebeln
  • 160g Ajvar
  • 50 g rote Paprika (oder mehr)
  • 125g Sojafrischkäse (Valsoia, in meinem Fall)
  • Schwarzkümmel, nach Belieben

Zubereitung (Dauer: 1-2h)

Zuallererst aus Mehl, Trockenhefe, Salz, Zucker, Sojamilch, Wasser und Öl einen Hefeteig kneten und warmstellen.

Die Tomaten vierteln, das Kerngehäuse herausschneiden und grob würfeln. Bei der Paprika ähnlich verfahren. Ich hatte noch gewürfelte im Gefrierfach, man kann aber einfach eine halbe oder ganze nehmen.

Von den Lauchzwiebeln das Wurzelende und die welken Teile abschneiden und den Rest in Ringe schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, Lauch und Paprika hineingeben, kurz anbraten. Die Tomaten ebenfalls dazu und 10 Minuten garen lassen. Die Pfanne vom Feuer ziehen und abkühlen lassen.

Den Hefeteig in 5 Stücke aufteilen, das sind jeweils ca 170g. Zu länglichen Kreisen, auch Ellipsen genannt, ausrollen.

Zum abgekühlten Gemüse den Ajvar und den Frischkäse geben und alles vermischen. Anschließend auf die 5 Teigfladen aufteilen, also mittig und über die Länge verteilt.

Nun bei den Teigfladen wie folgt verfahren: die schmalen Seiten leicht über das Gemüse klappen. Die Längsseiten hochheben und an den Ecken mit den nach oben geklappten Ecken der Längsseiten zusammendrücken. Nun jeweils die beiden Schmalseiten ecken zusammendrücken. Das sollte ein bisschen wie ein Boot aussehen. Noch ein paar Minuten gehen lassen, in der Zwischenzeit den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Pide mit etwas Öl befeuchten und Scharzkümmel darüber streuen. Für ca 20-25 im Ofen backen, bis sie schön gebräunt sind.

Kann man auch ganz gut einfrieren.

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Kimchi Fries; Vorstellung: Bavarian Dürüm

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In seiner ganzen „Pracht“

Seitan sei’s gedankt, dass ich mit Bloggen nicht meinen Lebensunterhalt verdiene; längst wäre ich verhungert. Was bei einem Kochblog umso ironischer wäre (aber meine innere Zerrissenheit adäquat verbildlicht). Aber nein, keine Sorge, Mutti, ich esse täglich, allein der Wille zur Dokumentation des Ganzen fehlt. Was ich mir jedoch unlängst überlegte: um die Reihe der coolen Leipziger Blogs mit der Kirche Seitans zu bereichern und offiziell dazuzugehören, sollte ich vielleicht damit beginnen, hier ansässige Einrichtungen gastronomischer Art vorzustellen und so. Dass ich das tatsächlich dauerhaft durchziehe, ist relativ unwahrscheinlich, aber es wäre ein schöner Anlass, wieder häufiger auswärts zu speisen.

Beginnen möchte ich mit dem “Bavarian Dürüm”, gelegen Ecke Pfeffinger/Bornaischer Str. in Connewitz. Besucht vergangenen Pfingstmontag. Ist noch relativ neu, die Deckenplatten versprühten dezentes Großraumbüroflair, aber das sind nur Äußerlichkeiten. Eher Imbiss als Restaurant, aber auch mit Tischen, Stühlen etc. ausgestattet. Zum Essen: es gibt täglich wechselnde (vegane) Gulaschvariationen, bspw. mit Schwarzbier, als Beilage Klöße oder Knödel (für Externe: erste Variante besteht aus Kartoffeln, letztere aus Brötchen oder Hefeteig). Kostet sechs Euro und man wird sehr gut satt davon. Am Montag gab es Ungarischen Kesselgulasch mit angenehmer Schärfe und tollem Aroma. Des Weiteren gibt es noch Schnitzel (glaube ich), Burger und Gyros oder so für um die fünf Euro. Außerdem noch Kuchen (war gerade aus, als wir dort waren – es war schließlich Feiertag und schon etwas später) und aus dem Kühlschrank kann man sich bspw. Schokoriegel und veganes Schmalz für Zuhause mitnehmen. A propos: am Tresen gab es kostenfreie Schmalzbrote zum Probieren. Alles selbstverständlich vegan. Charmant! Auch die dort Arbeitenden waren alle sehr nett und toll und insgesamt gefiel und schmeckte es mir und meiner Begleitung wirklich wunderbar. Auf Facebook erfahrt ihr, wann es welche Gulaschvariation gibt und Öffnungszeiten und so. Montag ist bspw. üblicherweise Ruhetag. Und nein, ich habe keine Vergünstigungen oder so erhalten, um Werbung zu machen. Die wissen bisher noch gar nix von ihrem Glück! Geht mal hin, verweist auf meinen Blog und sagt, dass Präsentkörbe an die Adresse geschickt werden können, die unter “Kontakt/Impressum” steht. Danke!

Fast Forward auf Samstag. Ich habe vor ca. einem Jahr mal Kimchi selber gemacht, aus Gründen, die ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Bzw., ich mag es, Dinge zu konservieren. Erinnerungen, Lebensmittel, tote Körper, dies das. Mehr so die ersten beiden Dinge. Jedenfalls: keine Ahnung, was ich mit dem ganzen Kimchi soll. Im World Wide Interwebz gefunden: Kimchi Fries. Das sah so absurd und newyorkig aus, dass es mir einfach gefallen musste. Da ich, wie üblich nix abgewogen habe, gibt es hier nur Zutaten ohne Mengenangaben. Zur Orientierung: Es waren etwa zwei Portionen. Kimchi: ca. 200-300g, Pommes ca. 150-200g, Sojaschnetzel (eingeweicht): 150g, Räuchertofu: 100g; Die Sour Cream ist von Kochtrotz geklaut. Ich werde hoffentlich mal in die Verlegenheit kommen, es erneut zu kochen, dann füge ich Mengenangaben hinzu. Nicht abschrecken lassen, es ist zu gut! Der “Käse” war “Pizza/Pasta Mozza” von Soyatoo und geschmacklich eigentlich ganz geil, aber schmelzen wollte er irgendwie nicht (vielleicht, weil er vorher eingefroren war?). Ggf. einfach weglassen!

Zutaten

  • Kimchi
  • Pommes Frites (TK Produkt, selbstgemacht, nach Belieben)
  • Sojaschnetzel
  • Sojasauce
  • Tahin
  • Agavendicksaft
  • Öl
  • Knoblauch
  • Pfeffer
  • Zwiebel
  • Räuchertofu
  • Zucker
  • evtl. veganer Käse
  • vegane Sour Cream
Die selbstgemachten Pommes

Die selbstgemachten Pommes

Zubereitung (1h+, plus Marinierzeit)

Die Sojaschnitzel mit kochendem Wasser übergießen und ca. 15 min stehen lassen. Dann auspressen. Aus Tahin, etwas Öl (ich habe das Sesamöl genommen, welches sich im Tahin-Gefäß immer oben absetzt), Sojasauce, Agavendicksaft, gepresstem Knoblauch und Pfeffer eine Marinade herstellen und die Sojaschnetzel darin einlegen. Je länger, desto besser, mindestens eine Stunde.

In einer Pfanne das Kimchi erhitzen, die Flüssigkeit sollte verdampfen. Etwas Öl angießen, ein paar TL Zucker dazugeben und das Kimchi ein wenig karamellisieren lassen. In der Zwischenzeit den Räuchertofu in feine Stifte schneiden. Das Kimchi in eine Schüssel geben. Den Räuchertofu in die heiße Pfanne geben, kurz trocken anbraten, damit auch hier die Flüssigkeit verdampft. Noch etwas Öl dazu geben und scharf anbraten. Ebenfalls in eine Schüssel geben.

In der Zwischenzeit die Pommes Frites zubereiten. Sie müssen nicht ganz durchgegart sein!

Die Sojaschnetzel mit der Marinade und der in Ringen geschnittenen Zwiebel in die Pfanne geben und ebenfalls garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Erneut etwas Öl dazu und anbraten.

Die Pommes in eine Auflaufform geben. Darüber das Kimchi, darüber dann die Sojaschnetzel und der Räuchertofu. Evtl. noch Käse darüber und bei 200 Grad Celsius für 10 Minuten backen.

Auf Teller geben und mit einem Klecks Sour Cream anrichten. Sheesh.

Direkt aus dem Ofen oder: Man soll ein Essen nicht nach optischen Kriterien beurteilen

Direkt aus dem Ofen oder: Man soll ein Essen nicht nach optischen Kriterien beurteilen

Zwischenmeldung/Vorstellung Veggie Gourmet Reiseführer

Während ich die Entscheidung, welches Rezept denn nun als nächstes ausformuliert und verbloggt werde, weiter aufschiebe, nutze ich das entstandene Zeitfenster für eine kleine Vorstellung: Lisa von housetrip.com – einer Seite, die mir ehrlich gesagt bisher kein Begriff war – schrieb mich an, um mich zu meiner Meinung bzgl. eines gerade fertiggestellten Projekts zu befragen. Unter http://www.housetrip.de/content/reisefuehrer-vegetarisches-essen findet sich ein unter Mitwirkung zahlreicher anderer Foodblogger entstandener Gourmet-Reiseführer, der mehr sein will – und auch ist! – als eine schnöde Ansammlung vegetarischer und veganer Adressen. Nach der Wahl der Stadt – zur Auswahl stehen (bisher) Berlin, London und Paris – werden auf einer Karte die jeweiligen Restaurants angezeigt. Die Vorschläge lassen sich noch anhand der Attribute “Für Familien”, “Für besondere Anlässe” und – ganz wichtig! – “Vegan” spezifizieren. Bei einem Klick auf das jeweilige Restaurant wird ein Bild sowie eine kurze, hübsche Beschreibung geliefert – ich nehme an, dass hier die erwähnten Blogger ihre Finger im Spiel hatten. Zuletzt schließlich folgt noch ein Schlemmertipp oder ein persönliches Statement. Auf der linken Seite findet sich für jede Stadt ein Interview mit einem dort heimischen Koch, in Berlin ist dies bspw. Attila Hildmann. Unter dem Punkt “Die Experten” schließlich werden verschiedene Personen mit ihren Blogs und Webseiten vorgestellt, das sind sicherlich jene, die den Inhalt bereitgestellt haben. Auf jeden Fall ein schönes Projekt und es bleibt zu hoffen, dass es stetig wachsen wird und bald auch andere Städte wie bspw. das schöne Leipzig vertreten sein werden. Im Gegensatz zu Berlin – weswegen Lisa mich vor geraumer Zeit schon einmal angeschrieben hatte – könnte ich da dann auch konstruktive Hinweise geben.
Einen Verbesserungsvorschlag oder vielmehr eine Anregung hätte ich dann noch zu machen, wobei ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob sich das über den Smartphonebrowser realisieren ließe oder es eine eigene App bräuchte: die Möglichkeit, sich anhand des eigenen Standortes die nächstgelegenen Lokalitäten anzeigen zu lassen, inkl. der Navigation dort hin.
Die Umsetzung und auch das Einbeziehen von Leuten, die sich mit der ganzen Thematik auseinandersetzen und daher auch von Herzen kommende Tipps geben können, finde ich definitiv gelungen und ich hoffe, es verschlägt mich mal wieder nach Berlin – Paris oder London sind aktuell noch unwahrscheinlicher – sodass ich mal direkt davon profitieren kann.

Statusupdate

Da „janni“ gerade via Kommentar nachfrug: der Blog ist nicht tot (und riecht auch nicht so). Bald geht es weiter. Ich habe noch ein paar Artikel auf Halde, ich müsste sie halt mal komplettieren, aber meine Zeit geht grad für so viel anderes drauf.
Um mal grade die wordpress-App meines ipads auszuprobieren, hier ein Foto meiner Katze:

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Oh, und ein cooler Esel!

Messer-Blog-Event, ein paar Essensbilder

Blog-Event Zeigt her eure Messer  (Einsendeschluss 30. April 2013)
Eigentlich bin ich ja nicht so der Blog-Event-Typ, denn Vorgaben jeglicher Art empfinde ich meist als unangenehme Einschränkung. Das macht auch vor bspw. saisonalen Zutaten nicht unbedingt Halt, irgendwie finde ich es anstrengend, dass nur jetzt in dem schmalen Zeitfenster April-Mai Spargel oder Bärlauch “verfügbar” sind (wenn man jetzt nicht unbedingt von allzuweit importieren möchte). Wie dem auch sei, derdiedas Blog-Event “Zeigt her eure Messer” von „The Vegetarian Diaries“ erregte meine Aufmerksamkeit, denn nachdem ich mir vor ca. 3 Jahren mein erstes einigermaßen hochwertiges (für meine Ansprüche!) Messer kaufte, bin ich diesbezüglich schon ein bisschen sensibel (soll heißen, wenn irgendwo was mit „Messer“ steht, lese ich mir das durch; ich versuche, meine Messer zu pflegen und allgemein sind sie tatsächlich das Beste, was meine Küche zu bieten hat). Was im Kontrast zu dem Geld, was ich bisher für meine Messer ausgab, eigentlich wie Hohn klingt. Denn das ist wirklich kein Vermögen. Angefangen hat alles vor ca. 11 Jahren mit diesem (mittlerweile etwas in Mitleidenschaft gezogenen) Exemplar,

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kein Scherz, ein Ikeamesser, das, verglichen mit den von Zuhause gewohnten Teilen (primär so kleine Fünf-Stück-für-einen-Euro-Schälmesser), eine so übermäßige Schärfe aufwies, dass ich mich anfangs wirklich sehr sehr oft damit verletzte – ganz entgegen der Aussage, dass man sich mit wirklich scharfen Messer weniger verletzte, da weniger Druck aufgewandt und damit das Risiko des Abrutschens stark vermindert würde – wenn man ein Grobmotoriker ist, gelingt das auch mit scharfen Messern problemlos. Als ständig klammer Student war es mir, nachdem ich mit dem Messer irgendwann umzugehen verstand und selbiges auch langsam, aber sicher etliche Schärfegrade einbüßte, weiterhin nicht möglich – oder zumindest war ich nicht gewollt – Beträge von 50, 70 oder gar noch mehr Euro für ein vernünftigtes Messer auszugeben, zumal auch die Vielfalt ja enorm ist, und nach einem Kauf zu denken, „Hätteste mal lieber 10 Euro mehr ausgegeben“ oder so, neeeh neh. Doch dann, eines Tages, in einem Netto-Prospekt: ein “Damastmesser” zum (für mich) stattlichen (und eigentlich ja lächerlichen) Preis, von ich glaube, 25 Euro.

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Vorher noch nie gehört oder gesehen, brachten diverse Googleien die Erkenntnis, dass das eigentlich nix sooo schlechtes ist bzw sein kann. Sicher, die “Damasttapete” hat keine Funktion (ist entgegen häufiger Forenmeinungen jedoch auch nicht einfach nur “aufgeätzt”; allerdings auch nicht händisch, sondern maschinell gefaltet und gewalzt), sieht aber schick aus und das Messer war schärfer als alles, was ich bis dato in der Hand hatte – und auch schärfer als die verwendeten Messer in der Küche, in der ich letztes Jahr noch arbeitete: meinen Arm konnte ich damit problemlos rasieren. Irgendwann nahm die Schärfe aber auch ab, ein Wetzstab konnte nur teilweise Abhilfe schaffen und für Schleifsteine wollte ich nie Geld ausgeben, da ich irgendwie Angst hatte, mir das Messer nur noch stumpfer oder gar kaputt zu machen. Das änderte sich alles, als ich im März in einem Aldiprospekt erneut Damastmesser fand: diesmal in japanischer Form, 3 verschiedene Arten und Klingenlängen, zum Preis von ich glaube 9,99 bis knapp 18 oder 19 Euro. Sahen sehr schön aus, Internetrecherchen ergaben aber nichts, bis auf die Erkenntnis, dass die fertigende Schmiede zwar eher preiswert, aber nicht unbedingt unterste Schublade ist. Also, Montag morgens losgezogen und leider erst im 2. oder 3. Aldi fündig geworden, ich war offenbar nicht der einzige, der genau darauf erpicht war. Dann schließlich das größte Messer der Reihe gefunden und gekauft.

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Zuhause, beim Auspacken, die erste Enttäuschung: das Teil kam nicht annähernd an mein erstes Damastmesser heran. Das Profil des Messers genauer betrachtend stellte ich fest: lauter kleine Scharten in der Klinge. Dolle Wurst. Umtauschen oder nicht? Erstmal ein Schleifset in China geordert (für einen ähnlichen Preis wie das Messer), in der Hoffnung, die Klinge gesundschleifen zu können. Lieferdauer: 3-5 Wochen. Neugierig wie ich bin, juckte es mir trotzdem noch in den Fingern. Ein paar Tage nach dem Kauf des Messers fuhr ich in einen weiteren Aldi in einer recht kaufschwachen Gegend – mit dem Kalkül, dass die Leute dort vielleicht nicht knapp 20 Euro für ein Messer auszugeben bereit sind. Und: Treffer! Messer vor Ort ausgepackt: keine Scharten. Daheim festgestellt, dass es auch einen Tacken schärfer ist, wenn auch noch nicht optimal. Das erste Messer habe ich daher dann wieder zurückgebracht und anstandslos mein Geld erhalten. Das Schleifset kam überraschenderweise dann auch nur kurze Zeit später und damit hatte ich nun ein mächtiges Werkzeug in der Hand!

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Die jeweiligen Winkel der Schneide lassen sich einstellen, für “populäre” Winkel sind bereits Markierungen vorhanden. Nach ein bisschen Übung war ich so auch in der Lage, die wirklich sehr sehr ungleichmäßig geschliffene Klinge auf ein (gutes) Niveau zu bringen. Da der Stahl des Messers jedoch recht hart ist, sollte die Schärfe recht lang bestehen bleiben und nur ein Abziehen mittels Wetzstahl hin und wieder nötig sein. Um mal die Fragen des Events zu beantworten: alle genannten Messer würde ich so wieder kaufen. Das Ikeamesser hat damals etwas in der Region um 5 Euro gekostet. Als ich jedoch vor ein paar Jahren ein weiteres Exemplar erwerben wollte, gab es nur noch Sets mit u.a. exakt gleich geformten, jedoch anders gefärbten und ungleich stumpferen Messern, für einen ähnlichen Kurs (oder etwas weniger). Das war enttäuschend und diese seien auch definitiv nicht empfohlen. Das erste Damastmesser konnte ich mittlerweile auch wieder mit einer guten Schärfe ausstatten und es war mir auch vorher schon 3 Jahre lang eine große Hilfe. Leider ist eines Tages, als es auf den gefließten Küchenboden fiel, die Spitze zuerst verbogen und, als ich sie wieder zurechtbiegen wollte, abgebrochen. Das letzte Messer muss sich erst noch bewähren, dank der Härte des Stahls, die auf einem ähnlichen Niveau wie die des anderen Damastmessers liegt, sehe ich jedoch positiv in die Zukunft. Einziges mögliches Manko: wenn ich länger als eine Viertel Stunde damit am Stück arbeitete, empfand ich den Griff zunehmend als unangenehm. Es kann jedoch sein, dass das einfach nur Gewohnheitssache ist. Jedoch las ich schon mehrfach, dass reine Stahlgriffe bei Messerexpert_innen generell eher unbeliebt sind. Irgendwann würde ich gerne ein Messer von Toso Hocho kaufen, die sind handgeschmiedet und sehen auch recht nett aus und haben Holzgriffe. Achja, das Ikeamesser bewahrte ich bis vor kurzem in der Besteckschublade, das erste Damastmesser in seiner hölzernen Schachtel auf. Mittlerweile habe ich mir jedoch einen Messerblock angeschafft, da so etwas weniger Platz beansprucht wird und die Messer mit einem Griff verfügbar sind.
Zum Schluss hier noch ein paar Fotos von Dingen, die ich in den letzten Tagen zubereitete, wo ein Rezept aber Unsinn wäre.

Nudeln mit Bärlauch-Sahnesauce, grünen Bohnen und Zuckerschoten

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Verwackeltes Bild von Ajvar-Pizza mit bunten Tomaten und Aldi-Aufschnitt

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Bockwurst im Schlafrock (mit ekeligem veganen Blauschimmelkäse)

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Bonusbild: Katze (rechts) mit Katzengras

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Bäm – Rückmeldung – Bäm

Guten Tag,

einfach um des Zweckes willen, dass ein neuer Eintrag auf der Seite – und ggf. im Newsreader – erscheint, erfolgt mal wieder eine kleine Rückmeldung inkl. Beteuerung, dass es bald, bald wieder mit etwas mehr Regelmäßigkeit hier weiter gehen wird. Gerade bemerkte ich eine Verlinkung seitens Kochen ohne Knochen via Facebook, allein das wird bestimmt eine knappe Fantastilliarde neuer Leser_innen auf diesen meinen Blog spülen, und es wäre schade, wenn diese aufgrund des nunmehr 2 (?) Monate zurückliegenden letzten Eintrags den Tod – Todeszeitpunkt: 2 Monate oder so zuvor – diagnostizieren. Aktuell ist meine Freizeit wirklich sehr gering bemessen, und in den wenigen Stunden versuche ich mich von jeglichem Druck freizumachen, sprich: die gelebte Unproduktivität; lesen, rumglotzen, fotografieren, recherchieren. Aber nix mit Resultat am Ende.

Bald nun ist Weihnachtszeit und ich denke, dass ich da mal hin und wieder ein paar Momente haben werde, einige der in den letzten Monaten gekochten Sachen endlich schriftlich zu dokumentieren, ein mehr oder weiger hübsches Bildchen rauszusuchen und dran zu heften und bäm: ein neuer Eintrag. Bis dahin bitte ich die geneigte Leserin und ihr maskulines Pendant, mich nicht gleich aus ihrer Blogliste zu tilgen.

Vielen Dank

Ein Bild: weiße Mousse au Chocolat (aus dem Sahnesyphon)2011-11-20 13-04-33 - ZB200032

Falsches Entenfilet mit Rotkohl, Klößen und franktastischer Sauce:

2011-11-20 12-32-23 - ZB200011

Kürbisirgendwas gefüllt mit geschmorter Brunoise aus diversen Wurzelgemüsen:

2011-11-09 17-21-19 - ZB090008

falsche Prinzregententorte (aus Kürbis, mit o.g. Brunoise)

2011-11-05 14-27-48 - ZB050039

Bananen-Schoko-Cookies

2011-09-13 10-09-30 - Z9130046

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