Aubergine in Sumach-Kräuterpanade

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So, hier das zweite, vorgestern gekochte: Auberginen, arabisch inspiriert. Hintergrund war lediglich, dass ich mir vor ein paar Monaten mal ein Glas Sumach in einem wunderbaren arabischen Supermarkt in der ebenso wunderbaren Eisenbahnstraße kaufte und nicht wusste, wohin damit. Ich hätte eigentlich gerne was vom Herrn Ottolenghi gekocht, aber nix gefunden, was gut gepasst hätte. A Propos, der Gutste hat jetzt auch einen wöchentlichen Auftritt bei Spiegel Online, was neben lustigem Gossip für mich einen täglichen Besuch der Seite rechtfertigt. Wie dem auch sei, Aubergine hatte ich noch da und Samstag Abend bei Kaufland gibt es teilweise absurde Preisnachlässe, wie bspw. ein Bund Petersilie für 7 Cent, weswegen auch ebendiese in meinem Kühlschrank wartete. Das Sonntagsmorgengoogeln fand dann dies hier. Kurz veganisiert und für tauglich befunden. Hatte noch so dünnes Aufbackfladenbrot da, welches nicht originär arabisch war, aber ganz gut passte. Dazu die Tahinsauce vom letzten Mal. Passt.

Zutaten für 3-4 Portionen

  • 1 Aubergine
  • ca. 1 Tasse Semmelbrösel
  • 1 Bund Petersilie
  • 2 TL Sumach
  • Salz
  • Pfeffer
  • granulierter (!) Knoblauch
  • Mehl
  • Sojamilch

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Zubereitung (Dauer: 30 Minuten)

Die Aubergine in Scheiben schneiden. Petersilie, Semmelbrösel, Sumach, Salz, Pfeffer und Knoblauch in einen Häcksler geben und vermischen. Alternativ: die Petersilie mit einem Messer fein hacken und alles mischen.

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Panierstraße bauen: Mehl in einen tiefen Teller geben. In einem weiteren Mehl und Sojamilch mischen, bis eine nicht mehr ganz flüssige Mischung entstanden ist. Konsistenz in etwa wie leicht geschlagenes Ei. Letzte Station ist die Semmelbröselmischung.

Etwas Öl in einer Pfanne auf mittlere Temperatur bringen.

Auberginenscheiben erst in Mehl, dann in der Mehl-Sojamilch-Mischung und in den Semmelbröseln wälzen und im Fett ausbacken. Wenden und abschließend auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

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Fatayer mit Sojahack und Tahinsauce

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Und wieder verging eine lange Weile, die ironischerweise gar nicht von Langeweile gefüllt war, sondern von Veränderungen hier, da und dort, die mich sehr oft sehr erfolgreich daran hinderten, zu kochen oder zu backen, abseits der 97. Pasta- und Pizzavariation, die ich hier gewiss nicht breittreten werde. Dazu kommt, dass ich mir in den letzten Monaten aus diversen Gründen angewöhnt habe, den Computer so oft es geht auszuschalten und mich anderen Dingen zu widmen, sodass auch die eigentlich noch auf Halde befindlichen, bereits zumindest teilweise verschriftlichten und fotografierten Rezepte weiterhin auf der Festplatte ruhen und ihrerseits sicher schon teilweise die Hoffnung auf Veröffentlichung und damit einhergehendem Ruhm gemeinsam mit ihrer Selbstachtung begraben haben und nunmehr vor sich hin dämmern, den Job hinschmeißen, soziale Kontakte abbrechen und sich den flüchtigen Eskapismen in Form von Alkohol und Crystal (großes Thema ja derzeit) hingeben. Also: immer gut auf eure Rezepte achtgeben! Wie dem auch sei, da ich grad mal ein paar Tage frei habe und gestern dann auch der erste war, an dem weder Verpflichtungen noch -katerung mich davon abhielten, kam ich mal wieder zum Kochen, gleich zwei mal. Das erste ist eine leichte Variation von bereits Verbloggtem, nämlich die guten, besser: geilen, Fatayer. Diesmal nicht mit Blumenkohl-, sondern Sojahack, desweiteren mit Za’atar und Joghurt-Tahin-Sauce. Wie gesagt, ziemlich geil, ich spielte kurz mit dem Gedanken, anzufangen, Sport zu treiben, um mehr essen zu können. Aber die Zeit zum Kochen fehlte mir dann. Ach, schwierig. Whatever:

Zutaten für 3-4 Portionen

Hefeteig

  • 350g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • etwas Zucker
  • Salz
  • 200ml Wasser
  • etwas Olivenöl

Füllung

  • 75g Sojahack
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 150-200ml heiße Brühe
  • 2 TL Za’atar
  • etwas Zimt
  • Pfeffer

Tahinsauce

  • 150g Sojajoghurt
  • 2 TL Tahin
  • Salz
  • Zitronensaft

Zubereitung (Dauer: 60-90 Minuten)

Aus den Hefeteigzutaten einen Hefeteig herstellen und abgedeckt mindestens 30 Minuten gehen lassen. Vor allem im Sommer hab zumindest ich hier regelmäßig eine Armada an Essig- oder Obstfliegen im Kochbereich (u.a. dank Katzenfutter und Obst), daher ein gut abgedichtetes Gefäß wählen.

Den Joghurt in ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb geben und abtropfen lassen.

Sojagranulat mit den andern Hackzutaten vermischen und quellen lassen, hin und wieder umrühren. Nach 15 Minuten in ein Sieb geben um eventuell überschüssige Flüssigkeit abzugießen.

Den Hefeteig relativ dünn ausrollen und Kreise von ca. 10cm ausstechen. Ich hatte am Ende 14 Stück, aber habe den Teig auch etwas dicker ausgerollt als beim letzten Mal (damals hatte ich 20 Stück). Etwas Füllung in die Mitte geben und die Kreise von 3 Seiten her nach oben zusammenfügen, es kann oben ein bisschen offen bleiben, muss aber nicht. Die offene Variante kenne ich so aus Jena, aber hab es im Netz auch schon anders gesehen. Noch 15 Minuten gehen lassen und anschließend im Ofen bei 200 Grad 10-12 Minuten backen.

Den Joghurt mit Tahin, Salz und Zitronensaft mischen. Zumindest das von mir verwendete Tahin war recht fest, ich nutzte daher einen Mixer.

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Bärlauch-Ravioli mit Pilzfüllung und Bärlauch-Sahnesauce

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Ich bin ein wirklich großer Freund gefüllter Pasta. Der Aufwand beim Selbermachen ist zwar nicht unerheblich, aber es befriedigt irgendwie ungemein, so dumm das auch klingen mag. Nachdem ich schon Ewigkeiten so ein Dreierpack an Teigtaschenformern besitze – die Teile, die man zusammenklappt und die dann ein bisschen aussehen wie diese Scherzgebisse, die früher mal “in” waren – kaufte ich mir dann neulich beim großen Universalversender zwei Raviolistempel in rund und in quadratisch. Standardnudelteig ist mir dann auch oft zu langweilig und da das Bärlauchpesto sich ja auch immer freut, verwendet zu werden – und es saisonal einfach passt – sollte es dann mal Bärlauchravioli geben. Pilze harmonieren bekanntlich auch hervorragend damit – Wald und so! – blablabla. Ich hatte noch etwas Trüffelöl da. Gibt da ja auch verschiedene Qualitätsstufen und die Billigprodukte sind lediglich mit naturidentischem Aroma aus dem Labor geschmacklich aufbereitet. Funktioniert jedoch auch sehr gut und gibt dem Ganzen eine schöne Note. Die Mengenangaben bei der Füllung sind nur grob geschätzt: mir gelingt es praktisch nie, die richtige Menge abzuschätzen, damit weder Füllung noch Teig übrig bleiben. Aber das ist ok, Teigrest kann man als normale Nudeln verwerten und bei übriggebliebener Füllung lässt sich diese einfach in eine Sauce einbauen. A propos Sauce: dieselbe entstand bloß, weil ich nach der ganzen Raviolimacherei keinen Nerv hatte, mir etwas anderes zu überlegen. Bärlauch mit Bärlauch zu kombinieren, ist schrecklich unkreativ, aber das Ergebnis überzeugte – gerade wegen seiner Einfachheit – so sehr, dass es einfach mit her muss. Achja, wichtig: auf dem obersten Bild ruhen die Ravioli auf einem Küchentuch. Ich glaube, einst gelesen zu haben, dass man das so machen würde, weil das Küchentuch die Feuchtigkeit aufnähme. Kurz gesagt: keine so gute Idee! Zumindest die Ravioli, die beim Füllen wegen einzelner Wassertropfen recht feucht wurden, waren teilweise beinahe unmöglich vom Küchentuch zu trennen. Lieber eine bemehlte, feste und vor allem nicht-fusselnde Unterlage nehmen!

Die Ravioli lassen sich übrigens auch sehr gut einfrieren. Am besten einzeln nebeneinander auf einem (kleinen) Blech oder einem Frühstücksbrettchen (ggf. auf Frischhaltefolie). Für eine einzelne Mahlzeit wäre mir der Aufwand tatsächlich viel zu viel gewesen.

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Zutaten für 4-5 Portionen

Ravioli

  • 80g Bärlauch
  • 120ml Wasser
  • 200g Hartweizengrieß
  • 200g Mehl
  • Olivenöl
  • 500g Champignons
  • 1/2 Bund Lauchzwiebeln
  • 2 Zwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL bzw. nach Belieben Trüffelöl

Sauce

  • etwas Öl
  • 2 Päckchen Sahne nach Wahl
  • 2 Zwiebeln
  • 4-6 TL Bärlauchpesto
  • 3-4 Zehen Knoblauch
  • Salz
  • Pfeffer

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Zubereitung (Dauer: 3 Stunden vorm Servieren sollte man schon beginnen; eine zweite Person kann insbesondere beim Raviolibauen die Zeit ungemein verkürzen!)

Zuerst mal den Teig machen: Bärlauch und Wasser in einen Messbecher geben und so lange pürieren, bis es eine glatte Masse ist. Hartweizengrieß und Mehl dazugeben und verkneten. Ein Rührgerät mit Knethaken funktioniert gut, aber zum Ende muss man auch mit den Händen ran. Wenn der Teig nicht mehr klebt, keine trockenen Stellen vorhanden sind und er einfach schön gleichmäßig ist, ihn in eine Schüssel geben und ruhen lassen.

Champignons, Lauchzwiebeln und Zwiebeln putzen und in Scheiben schneiden. Etwas Olivenöl in einer weiten Pfanne erhitzen und das soeben Geputzte hineingeben und scharf anbraten. Die Hitze reduzieren und unter gelegentlichem Rühren weiter garen, bis die Champignons schön zusammengeschrumpelt sind. Vom Herd ziehen und abkühlen lassen. Ich habe für meinen Pürierstab so einen Hackaufsatz, ein kleiner Behälter mit Messer drin, in dem man Gemüse grob hacken kann. Sowas bietet sich hier an: das eben gebratene, abgekühlte Gemüse darin – oder auf einem Schneidbrett mit dem Messer – klein häckseln. Da die Ravioli ja recht klein sind, sollten keine größeren Stücke mehr vorhanden sein, sonst wird das Füllen schwierig. Die Masse mit Salz, Pfeffer und Trüffelöl verrühren und abschmecken.

Den Teig mit der Nudelmaschine ausrollen: Ich ging bis Stufe 7 von 10; erst auf Stufe 1, dann auf 3, dann auf 5 und dann auf 7. Das ist die lästigste Arbeit hier dran. Gut ging folgendes: Teigstücke zuerst zur Kugel und dann zur Wurst rollen, von der Länge her so 50-75% der Breite der Nudelmaschinenwalzen. Wenn die Wurst noch ein wenig klebrig erscheint, diese kurz im Mehl wälzen.

Mit Raviolistempel oder notfalls mit dem Messer Teigvierecke oder -kreise ausschneiden und auf ein bemehltes Backpapier oder eine bemehlte Silikonbackunterlage geben. Mit Teelöffeln oder den Fingern kleine Häufchen der Champignonmasse in die Mitte der Teigteile geben. Am besten die Masse dann gleich ein wenig zusammenpressen zu kleinen Türmchen. Am besten mit leicht feuchten Händen ein Teigstück darüber geben, um die Füllung formen und unten festdrücken. Ist doof zu beschreiben, aber hat überraschend gut funktioniert. An der Unterlage festpappende Ravioli lassen sich am besten mit einem dünnen Spachtel lösen. Ggf. auch ein wenig antrocknen lassen.

Die Sauce zubereiten: Knoblauch und Zwiebeln abziehen und grob würfeln. Öl in einem Töpfchen erhitzen und beides dazugeben und anbraten. Mit Sahne ablöschen. Pesto einrühren. Mit dem Pürierstab pürieren und aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer – und ggf. weiterem Pesto – abschmecken.

Wasser mit ordentlich Salz in einem großen Topf erhitzen und die Ravioli dazugeben. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, mit einer Schaumkelle abschöpfen, auf Teller geben und die Sauce darübergießen. Ta da.

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Tortillas

Und noch ein weiteres “Basic”-Rezept hinterher.

Diese standen schon seit Ewigkeiten auf meiner Liste. Denn gefüllte Teigfladen, ob nun klassische Tortillas oder Weizenmehlwraps, meist mit gebratenen Sojastreifen und Guacamole gefüllt, waren eine Zeitlang in Jena das Standardabendessen meiner damaligen Freundin und mir, wenn wir bei mir speisten. Mit Gedanken an Tortillas im Hinterkopf nahm ich mir auch vor nunmehr zweieinhalb Jahren im Urlaub in Italien eine Packung Maismehl mit. Welche ich vor wiederum genau einem Jahr entsorgte, als ich zufällig in der Packung den Sproß einer Lebensmittelmottenfamilie entdeckte (Mama und Papa Motte gingen mir zuvor schon auf den Leim entsprechender Fallen). Nach dem Krieg hätte man Mehl und Made wahrscheinlich siebenderweise voneinander separiert, aber vermutlich hätte ich nie wieder würgreizfrei etwas essen können. Neulich im Angebotsladen des Vertrauens (Tipp für Leipzigerinnen und Leipziger: die in der Lützner- und der Eisenbahnstraße befindlichen Filialen des mit “Im Angebot” ziemlich treffend betitelten Lebensmitteleinzelhändlers, der neben permanent angebotenen Fleischbergen auch hin und wieder mal drastisch (!) reduziertes für Herr und Frau Herbivor bereithält; vor vier oder fünf Wochen waren dies bspw. verschiedene Artikel von “Veggielife” zu ca. einem Viertel ihres üblichen Preises) neues Maismehl gekauft und da die im Kühlschrank auf den Verfall zusteuernde Guacamole so schön damit harmoniert, war die Gelegenheit am Schopfe zu packen. Ging gar nicht schwer und entgegen meiner Befürchtung war das Ausrollen auch kein so großes Problem. Pro-Tipp: die Kügelchen erst mit den Händen flachdrücken (Untergrund und die Bälle selbst ordentlich bemehlen!) und dann mit wenigen Nudelholzzügen auswallen. Das erhöht die Chance, dass das Resultat eher nach Kreis denn Wolke oder Kleinkindzeichnung aussieht.
Achja, ich habe – bei den Mais-/Weizenmehlvarianten – zwei verschiedene Arten von Tortillateig ausmachen können: jener zum Ausrollen und jener Flüssige, der mittels Kelle in die Pfanne gegeben wird. Wie das Resultat bei letzteren ist, wird noch eruiert, ein anderes Mal jedoch.

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Zutaten für 12 Stück/6 Portionen

  • 260g Maismehl
  • 260g Weizenmehl
  • 2 TL Salz
  • 350ml Wasser

Zubereitung (Dauer: max. 1 Stunde)

Alle Zutaten miteinander vermischen, ein Rührgerät mit Knethaken bzw. eine entsprechend ausgestattete Küchenmaschine eignet sich hierbei gut. Der Teig sollte weich und nicht mehr klebrig sein, ggf. noch etwas Mehl zugeben.
Die Masse in 12 Teile teilen: bspw. zu einer Rolle formen und diese zerteilen. Ich habe immer etwa tischtennisballgroße Stücke genommen, die 12 als Anzahl war daher nicht Ziel, sondern zufälliges Resultat. Zu Kugeln formen und auf Backpapier bzw. eine bemehlte Arbeitsfläche geben, mit Mehl bestreuen und 10 Minuten ruhen lassen (ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob bzw. was es bringt; ich freue mich immer über einen Moment Freizeit um durch die Wohnung zu gehen und mir Gedanken zu machen). Die Kugeln einzeln auf einer wiederum gut bemehlten Fläche unter Zuhilfenahme weiteren Mehls zu dünnen Fladen ausrollen (siehe Pro-Tipp oben).
Eine Pfanne erhitzen. Ohne Öl. Die Tortillas einzeln darin ausbacken, ein bis zwei Minuten pro Seite sollten reichen; sie sollten braune Flecken bekommen. Aber nicht zu lange in der Pfanne lassen, denn dann verlieren sie ihre Flexibilität und werden spröde. Währenddessen schon die nächste Tortilla auswallen.
Füllen nach Gusto oder einfach so essen. Ich habe o.g. Guacamole und gebratene Tofubratstreifen aus dem Netto plus Tomaten und Lauchzwiebeln hineingetan.
Die Tortillas lassen sich wohl auch einfrieren. Am besten mit Folie oder Wachspapier oder so dazwischen, damit sie nicht brechen, wenn man einzelne Tortillas herausnehmen möchte.

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Bärlauchpesto (aka “Das Unvermeidliche”)

So, das folgende “Rezept” kommt praktisch ohne Mengenangaben aus und da es sowieso massenhaft im Internet zu finden ist, poste ich es hier nur der Vollständigkeit halber, denn ggf. werden weitere Bärlauchrezepte, die ich in den kommenden Tagen oder Wochen hier einstelle, u.a. dieses Pesto verwenden.

Nachdem ich letztes Jahr massenhaft frischen Bärlauch in ganzen Blättern sowie gehackt und püriert eingefroren habe – das Aroma geht zum Teil flöten, es reicht dennoch, um das gesamte Eisfach mit dem unverwechselbaren Duft zu aromatisieren – habe ich die für mich wahrscheinlich am besten funktionierende Konservierungsmethode im Pesto ausgemacht. Dieses lässt sich prinzipiell ebenfalls einfrieren, der Geschmack bleibt dabei aber auch größtenteils erhalten. Gerade starte ich eine Versuchsreihe, das Pesto außerhalb des Kühlschranks aufzubewahren. Mal sehen, wie das wird. Wichtig ist auf jeden Fall, die Oberfläche des – Wortwiederholung – Pestos immer mit Öl zu bedecken und nach der Entnahme ggf. den Rand abzuwischen, damit es nicht schimmelt. Im Kühlschrank halten sich die Gläser problemlos über Monate. Mit Nüssen oder Kernen habe ich es bisher leider nicht probiert, ich stolperte nur eben wieder darüber. Doof, dass ich gestern erst Pesto machte.

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Zutaten

  • Bärlauch
  • grobes Salz
  • Öl (ich nahm Sonnenblumenöl, weil bei Olivenöl der Bärlauchgeschmack m.M.n. zu stark verdrängt wird)
  • ggf. Pinienkerne, Kürbiskerne o.ä.

Zubereitung (je nach Menge dauert das Waschen im Normalfall am längsten)

Bärlauch waschen und trockenschleudern. Grob zerkleinern und in einen Mixer geben. Öl dazugeben. Die Menge ist Gefühlssache: wenn die Masse zu trocken ist, lässt sie sich nicht mixen. Daher immer mal wieder nachgießen, die Masse verrühren. Der Mixer sollte irgendwann ohne weitere Hilfe alles zerkleinern. Das Salz dazugeben, ebenfalls nach Gefühl. Nicht zu wenig, hat ja auch konservierende Wirkung. Ich habe grob geschätzt bei einem halbem Kilogramm Bärlauch 70-100ml Öl und 2 EL grobes Salz verwendet. Gläschen mit kochendem Wasser ausspülen, abkühlen lassen und das Pesto einfüllen. Mit einer Schicht Öl bedecken. Im Kühlschrank aufbewahren (bzw: s.o.).

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Fakefisch a la Bordelaise

So, die Bärlauchsaison ist ja seit ein paar Wochen so richtig im Gange und von meiner Seite werden auch einige Rezepte folgen. Ich möchte betonen, dass ich das nicht aus Gründen der Trendiness tue, sondern allein, weil ich es wunderbar finde, sich kostenfrei an dem zu laben, was die Natur so hergibt. Gerne ginge ich auch Pilze, bzw. “Schwammerl” – einer der meiner Meinung nach drolligsten Bezeichnungen, die die österreichische Mundart so zu bieten hat -, suchen, doch verspüre ich am Ende wahrscheinlich doch zu wenig Todessehnsucht (vgl. Vergiftung, die). Was mich bisher so manchen bis dato unversehrten Nerv kostete, ist meine Sorge, aufgrund gröbster Dummheit und Fahrlässigkeit aus dem Leben zu scheiden, wissend, dass sich in die Trauer der Hinterbliebenen das sich qua tiefer Fingerabdrücke im Stirn- und Schläfenbereich abzeichnende Unverständnis darüber, dass jemand so himmelsschreiend doof sein kann (und dabei einst die fitteste Spermie war!), mischt und damit all das schöne Gedenken trübt, ich sozusagen ins Planschbecken meines Andenkens pisse. Bei Bärlauch muss man zwar wohl auch ein wenig vorsichtig sein, aber die Orientierung anhand der schon recht herausstechenden olfaktorischen Bärlauchigkeit gelingt sogar mir, gibt mir Gewissheit und lässt mich den Schmaus ohne Todesfurcht genießen. Wer mal im Frühjahr Leipzig besuchte und womöglich gar vom Süden in die Stadt hinein fuhr, wird sich vielleicht auch der den größten Teil der Atemluft sich bemächtigenden Geruchsschwaden erinnern, hier steht echt alles voll mit diesem Kraut.
Wie dem auch sei, nach Bärlauchpesto und -suppe begab ich mich googlend auf die Suche nach wohlklingenden und -schmeckenden Verwertungsmöglichkeiten. Offenbar ist die Kombination mit Fisch eine recht populäre. Long story short, ich versuchte mich an etwas “Schlemmerfilet”-artigem. Die paar Mal, die ich das so bezeichnete Igloprodukt aß, mundete es mir sehr. Ich erinnerte mich, mal irgendwann hier drüber gestolpert zu sein, habe das aber letztlich frei Schnauze gemacht.

 

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Zutaten für 4 Portionen

Tofufisch

  • 400g Tofu
  • ein paar Gramm Algen (siehe hier)
  • Zitronensaft
  • Dill
  • 3 EL Hefeflocken
  • Wasser
  • ein paar EL Gluten Pulver
  • Salz
  • 100g Alsan
  • 2-3 TL Bärlauchpesto
  • Paniermehl

Kartoffelbrei (2-3 Portionen)

  • 400g Kartoffeln
  • 100ml Sojamilch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskat

Senfsauce (2-3 Portionen)

  • 200ml Brühe
  • 1 EL Alsan
  • 1 EL Mehl
  • 1 TL Senf

 

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Zubereitung (Dauer: eine Stunde oder so)
Wichtig hierbei ist: ein etwas tieferes Blech bzw. eine Fettpfanne, wie es wohl heißt. Denn der Tofufisch muss im Wasserbad garen, um wirklich ordentlich zu werden.
Zuerst einmal die Alsan aus dem Kühlschrank holen, damit sie schön weich ist.
Ein Mixer sei hier dringend empfohlen. Mit Pürierstab geht es im Zweifelsfall auch, aber es gestaltet sich teilweise schwieriger (und mit mehr herumfliegendem Nahrungsbrei verbunden). Den Tofu, etwas (!) Wasser und Algen (es waren wirklich nur wenige Gramm, aber das kann man nach Geschmack machen) in den Mixer werfen und pürieren. Die Menge Wasser richtet sich u.a. nach der Trockenheit des Tofus: es sollte sich halt eine schöne homogene Masse ergeben. Je nach Geschmack noch weitere Algen dazugeben und weiterpürieren. Mit Salz, Hefeflocken, Dill und Zitronensaft kräftig (!) abschmecken. Es kommt noch das Glutenpulver dazu, das ja auch streckt, also lieber etwas mehr würzen, es soll nicht fade werden.
Esslöffelweise Glutenpulver dazugeben und verkneten. Die Masse sollte weich sein, nicht so fest und zusammenhängend wie Seitan, aber eben auch nicht mehr klebrig. Ich habe mindestens 5 EL verwendet.
Diese Masse in eine Auflaufform geben und gleichmäßig verteilen. Diese schicken IKEA-Glasformen eignen sich gut.
Die Alsan sollte nun weich sein. Ggf. im Wasserbad noch etwas weicher machen. Mit Bärlauchpesto und Paniermehl verkneten, und zwar so, dass es eine kompakte Masse ergibt, die sich gut auf der Tofumasse verteilen lässt. Masse auf der Tofumasse verteilen.
Die Auflaufform in die o.g. Fettpfanne stellen und letztere mit kochendem Wasser auffüllen. Das Ganze in den Ofen geben und bei 175 Grad Celsius für 45 Minuten garen.
Für den Kartoffelbrei die Kartoffeln schälen, ggf. auf eine Größe zurechtschneiden (damit sie alle ungefähr gleichzeitig weich sind) und im kochenden, gesalzenen Wasser weich garen, 20 Minuten ist da so eine übliche Zeit. Daher: die Kartoffeln erst so 25 Minuten vor Ende der o.g. Backzeit in das Wasser geben.
Sojamilch erhitzen. Wasser abgießen, die Kartoffeln mit einem Stampfer zerdrücken, die Sojamilch dazugeben, alles mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Für die Sauce: Alsan schmelzen, Mehl dazugeben. Alles ein bisschen verrühren und blubbern lassen, mit Brühe aufgießen, Senf dazugeben und aufkochen lassen, Hitze reduzieren.

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Äthiopische Linsensuppe

Ein seltener Gast auf diesem meinem Blog: Suppe! Mutti wäre stolz auf mich. Abgesehen von der notorischen Kürbissuppe und einer letzten Jahres zubereiteten Bärlauchsuppe kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal freiwillig zur Zubereitung einer fluiden Speise schritt. Ich habe glaube ich auch noch nie irgendwo für Suppe bezahlt bzw. freiwillig, wenn ich eine Wahl hatte, zur Suppe gegriffen. Neh, Suppe und ich sind eigentlich mehr so friedvolle Koexistenz. Aber der Reihe nach:
Ich weiß gar nicht, wie ich da vor ungefähr zwei Wochen überhaupt drüber stolperte, denn das Rezept hat Frau Jupiter ja bereits im Dezember gepostet. Auf jeden Fall passte es supergut zu meinem schon länger bestehenden (und leider viel zu selten umgesetzten) Plan, häufiger mir unbekannte Länderküchen zu versuchen. Äthiopien. Puh. Während Kindheit und Jugend kannte ich dieses Land eigentlich nur als Synonym für Armut und Hunger, wobei ich gar nicht weiß, woher das rührte. Wie auch immer, genuin afrikanische Küche habe ich frevelhafterweise bisher kaum auf dem Schirm gehabt, geschweige denn probiert. Vielleicht einmal etwas marokkanisches, wobei die Grenzen zum Arabischen dann ja doch eher unscharf sind. Hier in der Nähe (von Leipzig-Lindenau gesehen) gibt es bspw. ein Restaurant mit angegliedertem Orientlädchen namens “Cassablanca Salon”, wo ich zum ersten Mal Tabouleh probierte.
Mit Berbere als primärem Geschmacksgeber war meine Neugier jedenfalls erst recht geweckt. Eine kurze Internetrecherche ergab, dass die Überschneidungen mit dem kürzlich Verwendung findenden “Baharat” recht groß sind, und so habe ich beide Gewürzmischungen auch in einem Rutsch hergestellt. Chefkoch half mal wieder aus.
Wie dem auch sei, angesichts der aktuellen Temperaturen ist es vielleicht nicht gaaanz das richtige, denn es “burnt” schon ganz gut von innen heraus, dennoch durchaus zu empfehlen.
Ausnahmsweise würde ich mir sogar wünschen, dass der Blog hier nicht so eine Frontalunterrichtsveranstaltung wäre, sondern mehr Interaktion herrschte, denn dann könnte ich die erfahrenen Leserinnen und Leser fragen, was sich denn noch so an empfehlenswerten Spezialitäten mit dem noch reichlich vorhandenen Berbere-Gewürz herstellen ließen. Als Einzelschicksal werde ich das aber bestimmt auch irgendwie in Erfahrung bringen können. Übrigens ist das hier eines der am schnellsten zuzubereitenden Rezepte, die ich je verbloggen durfte! Zumindest, sofern die Gewürzmischung schon vorhanden ist. Daher: unbedingt zum Nachmachen anempfohlen!

2014-03-03 20-02-56 - P3035497

Zutaten für eine große Portion

  • 80g Linsen
  • 1 Schluck Essig
  • 350ml Brühe
  • 1 TL Berbere
  • 50ml passierte Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • Knoblauchöl (alternativ: gehackter Knoblauch nach Belieben)

Zubereitung (Dauer: < 30 Minuten)
Die Linsen waschen. Die Zwiebel abziehen und würfeln. Zwiebelwürfel in Öl anschwitzen, Linsen dazugeben. Anrösten und mit Essig ablöschen. Brühe und passierte Tomaten dazugeben und mit Deckel aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren und 20 Minuten mit offenem Deckel köcheln. Anschließend pürieren. Berbere hinzugeben und ohne Deckel noch etwas einreduzieren lassen, sodass die Suppe schön sämig wird. Öfter mal umrühren, da es ab einem bestimmten Punkt dann schnell anbrennt.